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ficken

mhd. bis sprichw. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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17 in 15 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

ficken

Bd. 3, Sp. 1617
ficken, fricare, ein wort, dessen ahd. und mhd. keine spur erscheint, sie taucht aber in der mundart eines stücks von Karlmeinet auf: we hei mit sime helme geink ficken in dem melme. 79, 44; den schilt hei vur sich druckede, mit sporen hei do vickede dat rabiʒ (mhd. ravît). 119, 51, wo Bartsch s. 342 dem reim gemäsz ruckede lesen will, bei ficken in dem melme liesze sich freilich an fr. ficher, mhd. fischieren denken, so dasz in beiden belegen noch unsicherheit obwaltet. deutlicher sind nhd. stellen: zuom vierden wirstu sehen rechte und billiche haltung seiner gelider, so er steet, das er nit fick (scharre, kratze) an den füszen, so er sitzt, das er nit auf den ellenbogen lige, und so er ligt, das er seine gelider ordenlich haltet, so er redt, das er nit mit den füszen tritt oder mit der hand umb sich schlacht. Keisersberg schif der pen. 30d; in den nüwen schuoen get man gar übel, sie zerficken einem die füsz. bilger 90a; welcher wil uber feld gon, der sol luogen, das er die schuo vor acht tagen oder lenger hab getragen, denn ist guot darin gon, sonst ficken sie im blotern (reiben blattern, blasen). 93b; indem sie sich bewegen, mit den hufen der füesze daran reiben und ficken. Uffenbach 1, 169; dies pulfer heilt die geschwär, item wo einen die schuch geficket. Forer 52a; schäden aus ficken und reiben empfangen. Wirsung 298. aus den glossaren ergibt sich: ficken fricare, wider aufficken refricare, hinein ficken infricare, wol ficken perfricare, zuomal ficken, confricare. Dasypodius 327b; fricare, kratzen, riben, jucken, ficken. Frisius 585a; perfricare vast ficken. 979b; ficken, vast ficken, fricare, defricare. Maaler 135d und danach Henisch 1093; figgen, fieggen, reiben, hin und her rutschen. Stalder 1, 368; fegga, figga, riba. Tobler 179a; dhosa feggid mi, dasz i of (auf, ofne haut, wunde haut) öberchomm; an etwas ficken, figken, reiben, ein thier mit der ruthe, peitsche ficken, ihm einen kurzen streich versetzen, mit den augen ficken, die augenlider schnell auf und ab bewegen (zwicken, zwinken, zwinkern). Schmeller 1, 510; auf dem stuhl herum ficken, hin und her fahren, das kleid verficken, abwetzen, sich am fusz, an der hand aufficken, aufreiben. Höfer 1, 214; lieb mich nicht anders wie ich dich, wenn ich dich kreb, so fick du mich. Eyring 2, 107, ein dienst ist des andern werth, wenn ich dich kraue (krieble), so sollst du mich kratzen. die allgemein bestehende obscene bedeutung von ficken futuere bezeugt schon Mich. Lindeners rastbüchlein 1558 a 7. auch engl. fuck (in den wbb. meist ausgelassen). vgl. fiedeln. Kaum zu glauben ist, dasz ein in den letzten drei oder vier jahrhunderten feststehender und in das volk gedrungner ausdruck früher sollte ungekannt gewesen sein, wenn auch das zeugnis aus Karlmeinet bestritten werden kann. von fricare, mit getilgtem r, wird man ficken nicht herleiten, auch nicht von figere, it. ficcare, fr. ficher, beidemal gebräche lautverschiebung, die sich darböte, wenn man auf piccare, piquer zurückgienge, weil der vorstellung des stechens, stoszens die des reibens nahe liegt. noch besser denkt man aber an fegen, schön reiben (sp. 1412), das auch hin und her fahren, wischen bedeutet und an fahen gemahnt, gleich dem folgenden fickfack, vgl. ficke, ohrfeige, ohrfege, wobei auch Toblers fegga für figga zu erwägen ist. hier sei noch das engl. fidge und fidget erwähnt, welche sich zu ficken, wie edge zu ecke, bridge zu brücke verhalten. selbst fechten scheint anzurühren: das figget mich nicht, was figget dich das? Stalder 1, 368; das fickt mich an. Schm. 1, 510 statt ficht, wie Maaler 135d schreibt: die liebe ficht mich an, appetit me amor. vgl. fatschen, fitschen, futschen und fitzen.
3724 Zeichen · 49 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    fickenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +3 Parallelbelege

    ficken swv. BMZ heften Wolk. 111. 1,11. — aus lat. figere, it. ficcare.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    fickensw. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch

    ficken , sw. V. Vw.: s. vicken

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Ficken

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    * Ficken , verb. reg. act. welches nur in den niedrigen Sprecharten üblich ist. 1) Hin und her reiben, im Oberdeutschen.…

  4. modern
    Dialekt
    ficken

    Elsässisches Wb. · +5 Parallelbelege

    ficke n [fekə S.; fikə, fekə O.; fekə U. ] 1. reiben, jucken, kratzen, u. zw. meist von Körperteilen an Bekleidungsstück…

  5. Sprichwörter
    Ficken

    Wander (Sprichwörter)

    Ficken Föcke öss dem orme Mönsche sin Taubrot (Zuspeise). ( Ostpreuss. )

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit ficken

6 Bildungen · 4 Erstglied · 0 Zweitglied · 2 Ableitungen

ficken‑ als Erstglied (4 von 4)

fickenfaul

DWB

ficken·faul

fickenfaul , avarus, der ungern seinen beutel zieht: ich habe viel, viel geld, mein vater liesz mir solch zeug genug und ich bin auch nicht …

fickenrēme

KöblerMnd

fickenrēme , M. Vw.: s. vickenrēme L.: Lü 478b (fickenrême)

fickenührchen

DWB

fickenuhr·chen

fickenührchen , n. denn wenn ich habe drei hälmer stroh, so färb ich sie bunt, bald so, bald so, das gibt mir ein büchschen zum fickenührche…

Ableitungen von ficken (2 von 2)

verficken

DWB

verficken , verb. durch reiben, jucken beschädigen. zusammensetzung mit ficken, s. theil 3, 1617: so zerkratzet und verficket das kind das f…

zerficken

DWB

zerficken , verb. , zerreiben ( s. ficken th. 3, 1617): in den nüwen schuoen get man gar übel, sie z. einem die füsz Keisersberg bilg. 90 a …