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Falte

nhd. bis spez. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
13 in 12 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Falte

Falte

falten Vb. ‘zusammenlegen’. In ahd. faldan ‘krümmen, zusammenlegen’ (um 800), mhd. valten, valden ‘falten, verschränken, sich umbiegen’, mnd. vōlden, valden, mnl. vouden, vouwen, nl. vouwen, aengl. faldan, fealdan, engl. to fold, anord. falda ‘den Kopf bedecken’, eigentlich ‘ein Kopftuch umbinden, falten’, got. falþan liegt ein ursprünglich starkes (reduplizierendes) Verb vor, dessen Formen allmählich mit denen des gleichbed. schwachen Verbums ahd. faldōn, faltōn (9. Jh.), mhd. valten, valden, anord. falda ‘falten’, schwed. fålla ‘säumen’ zusammenfallen, so daß nhd. falten einheitliche schwache Stammformen bildet. Doch hält sich ein starkes Part. Prät. gefalten bis ins 18. Jh. Wie aind. puṭaḥ (aus *pḷt-?) ‘Falte, Tasche, Ritze, Öffnung’, mir. alt ‘Gelenk, Glied, Abschnitt’ sind die germ. Formen als to-Ableitungen von der Wurzel ie. *pel- ‘falten’, wohl auch ‘bedecken, verhüllen’ (s. befehlen und Fell) anzusehen (s. auch unten Falte). – fälteln Vb. ‘in viele kleine Falten legen’, Iterativbildung (15. Jh.) zu falten. Faltstuhl m. ‘zusammenklappbarer Stuhl’, ahd. fald(i)-, falt(i)stuol ‘zusammenlegbarer Sitz, Sessel’ (10./11. Jh.), mhd. valtstuol, asächs. faldistōl, aengl. fældestōl, fyld(e)stōl, engl. faldstool. Aus dem Germ. entlehnt sind mlat. faldistolium und afrz. faldestoel, faudestuel, mfrz. faudeteul, mfrz. frz. fauteuil. Mit der Bedeutung ‘Lehnsessel’ wird Fauteuil im 18. Jh. wieder ins Dt. übernommen. Falte f. ‘Knick, Bruch, Runzel’. Wohl als Ableitungen vom Verb stehen ahd. fald m. ‘Falte’ (11. Jh.), mhd. valt m. ‘Falte, Faltenwurf’, anord. faldr ‘Falte, Knoten’, dän. fold und mhd. valte, valde f. ‘Falte, Lage eines Buches, Ecke, Winkel’, mnd. vōlde f., mnl. voude f., nl. vouw ‘Falte’. Im Nhd. setzt sich allein die fem. Form Falte durch. -falt wird in allen germ. Sprachen schon in alter Zeit als zweites Kompositionsglied mit Zahlwörtern verbunden, vgl. ahd. einfalt ‘einfach’ (8. Jh.), mhd. einvalt, asächs. ēnfald, mnd. ēnvōlt, aengl. ānfeald (engl. erhalten in twofold ‘zweifach’), anord. einfaldr, got. ainfalþs. Wurzelverwandte Bildungen (ie. *plo-) liegen vor in griech. diplóos (διπλόος) und lat. duplex ‘zweifach, doppelt’. Bereits früh erfolgt Suffixerweiterung zu ahd. -faltīg (einfaltīg, 11. Jh.), mhd. -valtec, -veltic (einvaltec, einveltic), nhd. -fältig (einfältig). S. Einfalt. faltig Adj. ‘mit Falten, Knicken, Runzeln versehen’ (16. Jh.).
2394 Zeichen · 106 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Falte

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Die Falte , plur. die -n, Dimin. das Fältchen, Oberd. das Fältlein, zusammen gelegte Theile eines biegsamen Körpers, und…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Falte

    Goethe-Wörterbuch

    Falte üb 4 Fünftel der Belege in Punkt 1 1 im Stoff a durch (kunstvolles) Raffen, Drapieren, Übereinanderlegen bewirkt, …

  3. modern
    Dialekt
    Falte

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Falt e [Fàlt Hi. Steinbr. Su. U. W. ] f., neben [Fàlt Katzent. ; Fàltə Hf. ] m. Falte, wie nhd. Das Kleid macht ( od. zi…

  4. Sprichwörter
    Falte

    Wander (Sprichwörter)

    Falte 1. Falten sind schwerlich aus Kleidern zu reiben. – Lehmann, 316, 29. 2. Was in den Falten des Herzens schläft, si…

  5. Spezial
    Falte

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Fal|te f. (-,-n) 1 (von Stoff, von der Haut) falda (-des) f. , infiza (-zes) f. 2 ‹geol› falda (-des) f. ▬ die Falte n g…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit falte

76 Bildungen · 75 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

falte‑ als Erstglied (30 von 75)

Falte I

SHW

Falte I Band 2, Spalte 345-346

Falte II

SHW

Falte II Band 2, Spalte 345-346

faltechtig

DWB

falt·echtig

faltechtig , laciniosus, falticht, faltig: faltechtige kleider. Stieler 429 .

faltekammer

DWB

falte·kammer

faltekammer , f. der ort in zuckerfabriken, wo die zuckerhüte in papier eingeschlagen, gefaltet werden.

Faltenrock

SHW

Falten-rock Band 2, Spalte 345-346

Faltenanlage

GWB

falten·anlage

Faltenanlage Anordnung von Gewandfalten eine Juno als Herme, von orientalischem Alabaster .. der Körper und das Gewand sehr weichlich gearbe…

Faltendarm

PfWB

falten·darm

Falten-darm m. : 'Dickdarm', Pl. Faldedärem [ LA-Ilbh ]; dafür auch faldiche Därem, s. faltig 2; vgl. Faltenwurst . Rhein. II 279 . —

Faltenfüllung

Meyers

falten·fuellung

Faltenfüllung , ein im Mittelalter und in der Renaissance vorkommendes Schnitzwerk zur Verzierung von Wandgetäfel, Schränken, Truhen u. dgl.…

faltengesicht

DWB2

falten·gesicht

faltengesicht n. (zu DWB2 3 ): 1645 Harsdörffer gesprechsp. (1641)5,214. ⟨1931⟩ Carossa (1949) 2,606.

faltengewand

DWB2

falten·gewand

faltengewand n. (zu DWB2 1 ): ⟨v1809⟩ Pfeffel pros. vers. (1810)3,5. 1970 Rinser baustelle 270.

Faltenhauf

RhWB

falten·hauf

Falten-hauf fǫultənhūp Wermelsk ; foltənhōpən Wippf-Kreuzbg m.: Komposthaufen.

faltenhemd

DWB

falten·hemd

faltenhemd , n. ein gefaltenes, gefälteltes hemd: auch könntet ihr anständig nackter gehen, das lange faltenhemd ist übersittlich. Göthe 41,…

falten I

RhWB

falten I = Gerste dreschen s. Falte II.

falten II

RhWBN

falten II schw. (Perf. st.): noch Lautung: f:nə, Perf. jəf:nə Aach-Breinig .

Faltenkapitell

Meyers

falten·kapitell

Faltenkapitell , im anglonormannischen Stil beliebtes Kapitell, das nach unten in kegelförmige Rundfalten ausläuft (s. Abbildung).

Ableitungen von falte (1 von 1)