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Erbrechen

mhd. bis spez. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
21 in 15 Wb.
Sprachstufen
6 von 16
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Erbrechen

Bd. 5, Sp. 894
Erbrechen (Vomitus), die Entleerung des Mageninhalts durch die Speiseröhre. Dem E. geht Ekel oder Übelkeit, auch Aufstoßen (Entleerung von Gasen) voran, dann folgt nach einer tiefen Einatmung eine krampfhafte Zusammenziehung der Bauchpresse bei verschlossener Stimmritze und tiefstehendem Zwerchfell. Der Magenpförtner ist fest geschlossen, der Magenmund erschlafft, der Magen führt vielleicht ziemlich belanglose antiperistaltische Bewegungen aus. Durch den Druck der Bauchpresse wird nun der Mageninhalt, der schon durch die anfängliche Einatmung teilweise in die Speiseröhre angezogen wurde, ausgedrückt. Dabei steigert sich die Absonderung des Schleimes, des Speichels, der Tränen, des Schweißes und des Bronchialsekrets. Das E. beruht auf der Reizung eines im verlängerten Mark gelegenen Zentrums, das direkt oder reflektorisch erregt werden kann. Direkt z. B. durch im Blute kreisende Gifte, durch Hirnerkrankungen und -Verletzungen; reflektorisch am häufigsten vom Magen aus auf der Bahn des Magennervs, aber auch vom Schlund, namentlich bei starkem Husten, vom Bauchfell, von der Gebärmutter, besonders im Beginn der Schwangerschaft, aus. Vom Magen aus wirken besonders abnormer Inhalt aller Art, Gifte, schwer verdauliche oder zu reichlich genossene Speisen, das Vorhandensein von Geschwüren und Geschwülsten E. erregend. Vom Großhirn aus können ekelhafte Vorstellungen E. reflektorisch auslösen; ähnlich wirken manche Geruchs- und Geschmackseindrücke. Für das E. bei Seekrankheit ist die Entstehung noch nicht sicher erkannt. Beim Menschen erfolgt das E. am leichtesten im frühesten Kindesalter, schwerer im Knabenalter, am schwersten bei Erwachsenen, namentlich bei Männern, leichter bei Frauen, namentlich während der Schwangerschaft. Manche Tiere erbrechen nur schwer, soz. B. Pferde und Wiederkäuer, andre dagegen, z. B. Hunde, Katzen etc., sehr leicht. Bei den Raubvögeln ist das Ausbrechen des sogen. Gewölles ein normaler Akt. Nach den ausgebrochenen Stoffen unterscheidet man Blut-, Schleim-, Gallen-, Kotbrechen (Miserere, Ileus, s. Darmverschluß). Die Behandlung richtet sich nach der Grundkrankheit; wo das E., wie bei schädlichem Mageninhalt, förderlich wirkt, wird meistens eine Behandlung unterlassen. Neuerdings wird, besonders bei Seekrankheit, methodisches tiefes Atmen empfohlen, wodurch nicht nur das nervöse Atmungszentrum, sondern auch das diesem benachbarte Brechzentrum unerregbarer gemacht wird. Über das E. bei Schwangerschaft s. d. Die Wirkung der Bauchpresse kann bei heftigem E. Brüche oder Vorfälle, Fehlgeburten oder Blutungen hervorrufen oder begünstigen; die starke Blutdrucksteigerung zu Berstung von Gefäßen führen.
2662 Zeichen · 37 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    erbrëchenstv. I, 2.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +5 Parallelbelege

    er-brëchen stv. I, 2. BMZ intr. hervorbrechen Pass. ; tr. aufbrechen, zerbrechen Parz. Pass. ; losbrechen von, daʒ ich d…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Erbrêchen

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Er-brêchen , verb. irreg. act. S. Adelung Brechen . 1) * Zerbrechen, im Oberdeutschen. Ich kann es nicht erbrechen. 2) A…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    erbrechen

    Goethe-Wörterbuch

    erbrechen 1 etw Verschlossenes (gewaltsam) öffnen; mehrf Zustandspass a etw (Schlösser, Türen uä) aufbrechen; auch mit m…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Erbrechen

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Erbrechen (vomitus, emesis) , das Auswerfen der im Magen enthaltenen Stoffe nach oben durch den Mund. Voraus gehen gewöh…

  5. modern
    Dialekt
    erbrechen

    Bayerisches Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    erbrechen Band 3, Spalte 3,180f.

  6. Spezial
    erbrechen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    er|bre|chen I vb.tr. 1 (aufbrechen) forzé (-za), daurí cun la forza, spaché ite 2 (sich übergeben) peté sö, rejeté (-ta)…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit erbrechen

27 Bildungen · 0 Erstglied · 27 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von erbrechen 2 Analysen

er- + brechen

erbrechen leitet sich vom Lemma brechen ab mit Präfix er-.

Alternativen: er-+br+-e+-chen

Zerlegung von erbrechen 2 Komponenten

erb+rechen

erbrechen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

erbrechen als Zweitglied (27 von 27)

Kopfzerbrechen

RDWB1

Kopfzerbrechen n das macht / bereitet mir ~ idiom. - это не дает мне покоя

darniderbrechen

KöblerMhd

darnider·brechen

darniderbrechen , st. V. nhd. „niederbrechen“ Q.: Ot (FB darniderbrechen), En, LAlex (1150-1170), Trist E.: s. darnider, brechen W.: nhd. (ä…

kopfzerbrechen

DWB

kopf·zerbrechen

kopfzerbrechen , wie kopfbrechen: das zweifelhafte nur macht langes kopfzerbrechen. Rückert. auch kopfzerbrechende arbeit, wie gewöhnlicher …

niderbrechen

KöblerMhd

nider·brechen

niderbrechen , st. V. nhd. niederbrechen, niederreißen, zusammenbrechen, herabkommen, eindringen in, abreißen, verwüsten, unterdrücken, bezw…

niederbrechen

DWB

nieder·brechen

niederbrechen , verb. , mhd. nider brëchen. 1 1) intransitiv. 1@a a) brechend und mit geräusch niederfallen, zusammenstürzen: mhd. daʒ ( ung…

Näherbrechen

DRW

Näherbrechen, n. Abbruch eines zu nah an der Grenze errichteten Gebäudes vgl. niederreißen nachdem ... der geprawch gewest ist: wölhe parthe…

Sabbatsverbrechen

DRW

sabbat·s·verbrechen

Sabbatsverbrechen, n. Verstoß gegen die für den Sabbat aufgestellten Regelungen ob selbiges [das fluchen und schweren] ... nach unserer, von…

Tabakverbrechen

DRW

tabak·verbrechen

Tabakverbrechen, n. Verstoß gegen das Verbot des Tabakrauchens [wurden in einer Ratssitzung 53 Personen wegen] tabak-verbrächens [bestraft] …

überbrechen

DWB

ueber·brechen

überbrechen , v. , nl. overbreken. 1 1) übertreten, brechen, in der rechtsprosa des 14. bis 16. jahrh.; vgl. Lexer 2, 1610 ; Haltaus (1758) …

unterbrechen

DWB

unter·brechen

unterbrechen , v. , eine deutsche bildung, nicht gemeingermanisch und auch i. a. nicht mundartlich; ahd. untarprechan, mhd. underbrechen, mn…

vürderbrechen

KöblerMhd

vürder·brechen

vürderbrechen , st. V. nhd. aufbrechen, abbrechen E.: s. vürder, brechen W.: nhd. DW- L.: Lexer 487c (vürderbrechen)

waldverbrechen

DWB

wald·verbrechen

waldverbrechen , n. , substantivirter inf. verbrechen gegen die waldordnung, grober waldfrevel. Adelung.

widerbrëchen

Lexer

wider·brechen

wider-brëchen stn. der regenpogen kümt von wunderleichem widerprechen des sunnenscheins in den wolken Mgb. 97,32. stahel kümt von eisen und …

ūferbrechen

KöblerMhd

ūferbrechen , st. V. nhd. sich erheben, sich erstrecken bis zu, hochschießen Q.: PassIII (Ende 13. Jh.) E.: s. ūf, erbrechen W.: s. nhd. (äl…