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dolde

mhd. bis Dial. · 16 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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17 in 16 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

dolde f. m. m.

Bd. 2, Sp. 1224
doldetolde,f.dolder,m.dolden,m. wipfel, krone der bäume, blumenbüschel. im ahd. kommt doldâ nicht vor, doch toldo doldo coma oleris Graff 5, 401. erst im 11ten jahrhundert tolde f., doch auch hernach nicht in den Nibelungen und in der Gudrun, nicht bei Hartmann, Gottfried, Walther und Freidank. im niederd. niederl. engl. schwed. ist es unbekannt: dasn. dold scheint aus dem deutschen hinübergekommen zu sein. dolder und dolden zeigen sich erst in der zweiten hälfte des 15ten jahrhunderts. älter ist die form dolâ dole dolle, und dolde verhält sich dazu wie nôtgestalde zu nôtgestalle, oder wie umgekehrt frau Holle aus frau Holda entstanden ist. bei dole wird von der abstammung die rede sein. 11. baumwipfel. da das wort in dieser bedeutung kaum noch gebraucht wird, so sind stellen aus dem mhd. nöthig, um sie klar zu machen. er (der wald) ne ist idoch nie sô lanc noch sô grôz er muoze ze jungeste sîner tolden werden blôz Bücher Moses in der Vorauer handschr. 86, 27. dar inne zwêne boume stân, den tolden man der hœhe jach, daz mans in den landen ob allen bouwen verre sach. Konig Tirol MS. 2, 245a. ouch gap der linden tolde ir schaten als sie solde Parz. 162, 21. maneger grüenen linden stêt ir tolde grîs. Neidhart 21, 1 Ben. diu heide ist gar verblüet, die rôten tolden rîsent valwe nider 30, 2. diu (linde) ist niuwes loubes rîch, gar wünneclîch ir tolde. ir habet den meien holde MS. 2, 78b. dô ich ersach daz daz loup sich lôste von den tolden MSHag. 3, 267a. dannoch lie sîne tolden der boum wider erde sweben Konrad v. Fuszesbrunnen bei Hahn 84, 30. daz loup über eggen kiuset man bî den tolden wünneclîche MS. 2, 58a. ein stûde ez noch bezeichent baz die Moyses der guote man in fiure sach, daz doch nit bran diu stûde noch ir tolde MSHag. 1, 85a. dâ von die flures flammen flugen ûf durch der boume tolden Ecke 228 Laszb. ein lop geblüemet vert in hôher werdekeite solde: ez wehset ûf ze berge sam des zederboumes tolde. Konrad v. Würzb. MSHag. 2, 334a. ez was ein velewe, sô man seit, den ougen wol ze lobene: an ir tolde obene was von geböume kein gebrest ders. Troj. krieg 24018—21. die tolden und die este liez sie hangen dran am baum Wolfdietrich in Haupts zeitschr. 4, 460. dô sach diu maget wol getân bî einen wazzer daz da ran über des veldes (waldes?) dolden gegen ir glesten ein gezelt Dietrichs Drachenkämpfe str. 124. dort in den hôhen tannen sante er von swerten manegen dunst ûf gên des waldes dolden str. 182. sie (die schnecken) steigent uf die böm bisz in den tolden und fressen die bletter ab, was sie dan finden Keisersberg Sünden des munds 62a. wann sie meinen zu oberst im tolder zum agersten nesz (elsternnest) gestiegen sein, fallen sie plötzlich herunter Wursteisen Baseler chronik ad ann. 1474. befahlen sie den botten auf den baum zu steigen und den kopf oder dolden in das wasser trucken (drücken) Frey 13. tolder, oberster spitz und gipfel eines baums oder einer stauden Maaler 404b. den tolder bewegen oder erschütten motare cacumina das. dolder, güpfel des baums oder stauden Henisch 723. der weiche dolder an den kreutern, bäumen und stauden ders. es soll jeder den dolden und est (der gefällten bäume) aufhauen Lori Lechrain 418. der dolder, gipfel eines baums Steinbach 1, 279. noch heute gilt dolder mit dieser bedeutung im Elsasz, tolder und dolden dölden in der Schweiz Tobler 146a. Stalder 1, 287; auch Hebel gebraucht dolder. bildlich. also ist Maria über all heiligen und engel die aller sterkste: sie ist der gipfel eines berges und der dolde eins boums, wenn sie übergot all himelschen burger an tugenden, an gnoden, an wirdigkeit und an allem guoten, als man singet von ir Keisersb. Bilger 34b. Albertus M. sagt, unser liebe frau sei uf den dolden aller genaden, wann alle genade hat sie gehabt ders. Postille 205. also die wüsten schampere wort lassen alwegen etwas schleumigs und unlüstigs hinder inen, und steigent uf bis in den tolden, das ist bisz in das gemüt des menschen Sünden des munds 62a. spricht hie Seneca, der dolden der volkummenheit stot uf kurzen reden, selten reden und mit nidergeschlagener stim reden 81b. er wil uns damit uferheben bisz zu dem höchsten, dasz wir und er den dolden erwischen der eeren und der glori Postille 20. es ist ihm etwas in den dolder gefahren er ist rappelköpfisch geworden Rochholz Schweizersagen 2, 202. 22. blumenbüschel umbella, wofür man auch schirm sagt, niederl. kroontje, scherm, n. krone, skyggehat, skyggedusk, schwed. blomflock. man unterscheidet die einfache dolde, wenn mehrere blumenstiele von gleicher länge aus einem gemeinschaftlichen mittelpunct entspringen, wie z. b. bei dem dill, und die zusammengesetzte, wenn jeder doldenstrahl wieder eine besondere dolde (umbellula, partialis umbella) trägt. sind die kleinen blumenstiele ohne regelmäszige ordnung zerstreut, wie bei sambucus nigra aquatica u. a., so ist es eine afterdolde, unechte dolde, trugdolde, afterschirm, cyma. loup unde bluot, gras unde krût ir stengel dô begunden wegen: sich muoste manic tolde regen, dô sie lac an ir gebete Konrad v. Würzb. 10537—40. manec gel bluomen tolde Heinr. v. Freiberg Tristan 886. der bluomen tolden und ir knopf entsliezen von der süeze (des meies) sich Suchenwirt 9, 10. dar ûf (auf die blumen) der mei sîn dolden henget 46, 28. daz si ir houbt vil harte enbor huoben gên der sunnen brehen: lachent ûz ir hülsen sehen liezen sich ir tolden Liedersaal 1, 376. tolder von blumen oder samen oder von etlichen kreutern Maaler 404b. dolder umbella Frischlin 67. dolder, blumenwedel muscarium, fastigium florum pluribus longioribusque pediculis in orbem circumacta, capillamenta Henisch 713. 714. den zehnten gibt die rose von ihrem golde, da bieten kelch und fächer blüt und dolde Platen 83a. auf den stengeln (der pflanzen) bräunen sich grosze dolden und körnerreiche schoten Freytag Soll und haben 2, 114. s.hopfendolden. bildlich, er was ein tolde der ritterschaft Fragm. xxv, 25. von got erkouft mit golde was dirre knabe sældenbære, ein stam der bluomen dolde Jüng. Titurel 166, 2. Sigune wird angeredet dû wünschelrîses tolde Jüng. Tit. im alten druck 1211. 33. in Östreich, Schlesien und Baiern quaste, franzen an kleidern; s. Höfer 3, 231. Primisser zu dem Suchenwirt s. 322. Schmeller 1, 366. s.dole 7. 44. was bei pflanzen spitz und röhrenförmig auslauft. ahd. doldo m. coma (oleris), cyma Graff 5, 401. dolder, kolbe eines rohrs Kramer Hoch- und niederdeutsches dictionarium s. 53c. vergl. dodde. die dolden (des spargels) vergleichen sich den dolden oder spargen der hopfen (die ersten schöszlinge des hopfens sind gemeint, die gegessen werden) Tabernaemont. 414. Frisch 1, 201b. 55. überhaupt eine spitze. vertex tolder, apex tolderspitz Vocab. optimus s. 47b. doldenspitz als an einem baum, oder helmspitz, oder ein jeglicher apex Vocab. 1482. cyma vulgariter toldenspütz Voc. 1478. tolder eines schosses (geschosses) sagitta Maaler 404b. 66. dolden dolder hauptast eines baumes oder ein aus dem stamme eines baumes sich theilender ast mit allen nebenzweigen Stalder 1, 287. 77. beim dolder! euphemismus für donner, ist in der Schweiz gebräuchlich Rochholz Schweizersagen 2, 202.
7235 Zeichen · 148 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    DOLDE

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +2 Parallelbelege

    DOLDE s. TOLDE.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Dolde

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Die Dolde , plur. die -n, ein im Hochdeutschen beynahe veraltetes Wort, welches den Gipfel einer jeden Sache, besonders …

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Dolde

    Goethe-Wörterbuch

    Dolde büschelförmiger Blütenstand Heracleum speciosum, giganteum .. Von der Blüthe red ich nicht, zu deren eigentlicher …

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Dolde

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Dolde , Doldenblüthe (umbella) , heißt in der botan. Kunstsprache ein Blumenstand, wo an der Spitze eines Hauptblumensti…

  5. modern
    Dialekt
    Dolde

    Bayerisches Wörterbuch · +4 Parallelbelege

    Dolde Band 3, Spalte 3,1834f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit dolde

51 Bildungen · 40 Erstglied · 11 Zweitglied · 0 Ableitungen

dolde‑ als Erstglied (30 von 40)

doldeln

DWB

doldeln , kräuseln, in locken bringen, als gold gespunnen was ir har, gedoldelt als die treubel Suchenwirt xxv, 212 .

Doldenblume

SHW

Dolden-blume Band 1, Spalte 1561-1562

Doldenartig

Campe

dolden·artig

Doldenartig , adj. u. adv. nach Art einer Dolde. Ein doldenartiges Blatt, ein solches, wo an der Spitze des Blattstieles eine große Anzahl v…

Doldenblütig

Campe

dolden·bluetig

○ Doldenblütig , adj. u. adv. in der Pflanzenlehre, nach Art der Dolde blühend, Doldenblumen tragend.

doldenblume

DWB

dolden·blume

doldenblume , f. eine doldenförmige, eine schirmblume. dolderblumen umbelliferi Stieler 203 .

Doldenende

RhWB

dolden·ende

Dolden-ende dō:lənę·ŋ.k uWupp n.: scherzh. Kopf. Enem jet op et D. geven.

Doldenform

GWB

dolden·form

Doldenform Übergang der D. zur Kipfform N13,145,25 u 175,28 Morph Plp Brigitte Mattausch B. M.

Doldenfrüchtchen

Meyers

dolden·fruechtchen

Doldenfrüchtchen ( Hängefrüchtchen ), die für die Doldengewächse charakteristische Form des Doppelachaeniums (s. Frucht ).

doldengewächs

DWB

dolden·gewaechs

doldengewächs , n. schirmpflanze. eichenwälder, mespilusarten und doldengewächse, wie in unsrer deutschen heimat Humboldt Kosmos 1, 13 . ver…

Doldenholz

RhWB

dolden·holz

Dolden-holz dǫ·l.ən-holts Prüm-Flering n.: das Holz der Äste u. Zweige eines Baumes.

Doldenhorn

Meyers

dolden·horn

Doldenhorn , schweizer. Alpengipfel, auf dem Nordkamm des Lauterbrunnentals im Berner Oberland, ist 3647 m hoch.

doldenisop

DWB

dolden·isop

doldenisop , m. dessen blätter an dem gipfel gleich einer dolde zusammenstehen Adelung.

Dolden-Isopp

Adelung

Der Dolden-Isopp , des -es, plur. inus. in den Gewächshäusern, eine Art Isoppes, dessen Blätter an dem Gipfel in der Gestalt einer Dolde nah…

Doldenrispe

Meyers

dolden·rispe

Doldenrispe ( Corymbus ), ein Blütenstand, der eine Rispe mit doldenartig in eine Ebene gestellten Blüten darstellt, z. B. beim Holunder.

doldenschoß

DWB2

dolden·schoss

doldenschoß m. , n.: 1579 wann sie junge toldenschoß bekommen, soltu den setzlingen keyne andere schoß .. lasen, dan alleyn .. die besten Se…

doldenspitz

DWB2

dolden·spitz

doldenspitz m. : 1468 Diefenbach n. gl. 27 b . 1925/40 bad. wb. 1,496 a . 2 zu dolde A 2 ; pflanzentrieb, zweigspitze:

doldenspitze

DWB2

dolden·spitze

doldenspitze f. : 1489 cyma est virgarum summitas toldenspitze Brack voc. rer. i 3 b . 3 zu dolde B 1 ; vorwiegend in botanischer terminolog…

doldenträger

DWB2

dolden·traeger

doldenträger m. : 1911 Worgitzky lebensfragen 246. – für einzelne pflanzen anderer ordnungen:

dolde als Zweitglied (11 von 11)

hopfendolde

DWB

hopfen·dolde

hopfendolde , f. erste sprosse des hopfens. Frisch 1, 466 a . aus Colerus hausbuch.

rebendolde

DWB

reben·dolde

rebendolde , f. oenanthe, eine gattung doldenpflanzen. Nemnich 4, 752 .