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dole

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

dole

Bd. 2, Sp. 1226
dole dol dolen dohlen dohle dolle dölle dölen tole tolen dule duhlen tulen f., selten m. oder n. ahd. dolâ Graff 5, 133. vergl.dolde. das wort hat verschiedene bedeutungen. 11. kleine vertiefung in einer mauer, wand, einem kessel, in dem erdboden, wie dälle (oben 699), auch an einem körper, besonders wenn sie durch verwundung entstanden ist. dule mit fingern eingedrückte vertiefung in das weiche Schmid 147. bair. dueln dieln deln Schmeller 1, 366, der noch anführt das kupfer kriegt gleich dueln, von der harten arbeit kriegt man düeln (schrunden) in die hände, einem ein deln anhängen einen am leib beschädigen, bildlich am guten namen, wie einem ein blechlein anhängen oben 85. 86. in der Schweiz dole Stalder 1, 287. tola Tobler 144b. niederd. dole eine kleine grube Brem. wörterb. 1, 223. du solt ihn auf ein sack legen und thun im frisch sprewer von fräsen oder geschnittenen stro darein. mache ihn nicht gar zu voll, mache auch in der mitten ein dolen und lege ihm sein fusz und kniebieg darein, nach dem es im gelegen ist Würtz 229. dolen, ein lachen (lacuna), heimlich gemach, darin sich das regenwasser und aller unrat samblet Henisch 724. aschendole feuerfeste grube, worin die glühende asche verwahrt wird Stalder 1, 238. dolenkessel, worin man die lauge kocht das. Henisch erklärt s. 723 dohlen auch durch wildbad, darunter versteht man aber eine nicht künstlich gegrabene, sondern natürlich entstandene geringe vertiefung, auf deren boden das mineralische wasser hervor quillt, und in welche sich der badende setzt; vergl. Schmeller 4, 62. 22. loch, höle in bergen oder felsen; vergl. Stalder 1, 287. aber es hetten sich zwo frawen verkrochen in döler oder löcher S. Frank Chron. 486b. 33. verdeckter abzugsgraben, wasser oder unreinigkeiten abzuführen, rinne, canal, cloaca; dann eine röhre zu gleichem gebrauch. so schon im ahd. aqueductus ein dole, ein wasserducke, wasserrind, ein wasser rore durch das die wasser flieszen (Eichmann) Voc. predicantium (Nurnb. 1483) 64b. cloaca, ein dolen oder verdeckter graben, oder känel, dardurch der unflat hinweg fleuszt Dasypod. 35c, wuostgrab 319a. tolen, tulen und dalle dale Frisch 2, 376, der auch bemerkt dasz man in Nürnberg tolen sage. in Schwaben und Elsasz dölen duhlen, dohle und dol n. Reinwald 1, 20. dole grenzgraben Brem. wb. 1, 223. in der Schweiz dole und tolgraba katzadole unter der eine katze laufen kann. eingeworfene dole ein mit kleinen steinen ausgefüllter canal, oben mit erde oder mohr überdeckt, damit das wasser über die steine herabsickern kann Stalder. dol oder erdhöhl, eine mine ein schlosz einzunehmen Voc. 1482. ein dolen die brunnen in die stadt zu führen Stumpf 645b. Tobler 144b. Stalder 1, 288. dol m. den gröszesten dol cloacam maximam in Rom Rihel Livius 51. durch eine dohle nimmt das überflüssige wasser dieses bassins seinen ablauf, während aus den quellen wieder neues zuströmt Justin. Körner Beschreibung von Wildbad 39. damit der platz stäts trocken und reinlich ist, werden häufig dohlen zum ungehinderten raschen abflusz des regenwassers angebracht das. uneigentlich, darumb auch alsbald der armen kindbetterin darvon (von einem verstopfung bewirkenden arzneimittel) gleich alle däuchel, furen, runsen, klafegen, dolen und riolen verstopfet Fischart Garg. 104a. vergl.wasserdole, wasserdeuchel. 44. dolen gewölb testudo Henisch 723. tholus dholen θόλος, locus concameratus et aere inductus, in quo aqua igne suppositio, dum lavatur, calefit Goldast Script. rer. alam. 1. 1, 127. 55. die buschige krone eines baums. tollen apex Alberus. dolle apex arboris Frisch 1, 200c. dollen an der Eifel Schmitz Idiotikon 223, bair. dolln dojn Schmeller 1, 366. schwed. tull summitas arborum Ihre 974. 66. blumenbüschel dollen oder holländischer klee Würzb. landbautabelle von 1771. 77. quaste, zwei schnier mit rot und weiszseidin dolln. ein herrnspiesz daran ein doln mit rotseidem gefrens Anordnung zur fronleichn.-procession von 1580 in Westenrieders Beiträgen 5, 168. in Franken die dolln Weikert Gedichte in Nürnb. mundart 1, 15, ebenso in Östreich, wo auch das dimin. döllarl n. Castelli 111. daher auch der helmbusch, also sprach er (Menelaus) in zornes grollen, lief dar und beim roszhärin dollen, den Paris auf dem helme trug, ihn niderrisz mit starkem zug Spreng Ilias 58b. 88. ast eines baums, ramus. schaw wie die dolle an dem baum so voller apfel hengt Henisch 724. 725. doll dolle, pl. dollen ramus ramulus ramale Stieler 323. Steinbach 1, 279. 99. dolle scalmus, lignum teres, cui struppis alligantur remi Chyträus cap. 33. dollen dullen pl. pflöcke, zwischen welchen die ruder gehen, scalmi Brem. wörterb. 1, 269. niederl. dolle Kilian. dagegen bedeutet nach Ihbe das schwed. tull foramen scalmi in cymba, würde also der bedeutung von loch, vertiefung zufallen. Wie verschieden, sogar entgegengesetzt die bedeutungen von dole und dolde sind, so lassen sie sich doch aus einander entwickeln. ob vertiefung, grube oder wölbung und spitze die ursprüngliche sei, mag dahin gestellt bleiben, aber die umgekehrte grube bildet eine wölbung, die umgekehrte spitze eine vertiefung. jene kann leicht die bedeutung von baumwipfel, blumenwipfel, quaste annehmen, einer rundung, wie in der Schweiz döli m. die schiesznusz bei einem knabenspiele Stalder 1, 288. oder die wölbung kann in eine röhre, rinne auslaufen, wovon ein baumast, ein pflock nicht weit abliegt: ohne zwang kann spitze zugleich eine stechende waffe bezeichnen, aber auch das ziel beim schieszen, scheibenschieszen, altfries. dole (Richthofen 689), niederl. doel m., doelpin nagel, zweck an der schieszscheibe. für ein hohes alter des worts zeugt noch mehr als das schwanken im anlaut, der wechsel des geschlechts, des wurzelvocals und der kürze und länge desselben, dann auch die erscheinung in slavischen sprachen, polnisch dol grube und loch, böhmisch duola duole niederung, vertiefung. es musz einem verlorenen, weit verzweigten zeitwort angehören. nahe steht dälle und thal vallis, wie man statt wasserdole auch wasserthal sagt (Frisch 2, 376), wobei das ahd. tuollâ f. vallicula und toalle barathrum (Graff 5, 397) zu erwähnen ist, wie das altnord. doela locus depressus. zu dem begriff von gewölbe stimmt θόλος tholus, und letzteres wird in mittellateinischen, bei Ducange angeführten glossaren erklärt durch fastigium templi rotundum, cerebrum camerae, culmen tecti. der bedeutung von baumast entspricht θάλος θαλλός und das latein. talea schöszling surculus. als spitze erinnert es an die ultima Thule Thyle, das äuszerste ende der bekannten welt.
6602 Zeichen · 127 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    dolestf.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +2 Parallelbelege

    dol , dole stf. BMZ das leiden Parz. Trist. U. Silv. Barl. j.Tit. 3530. 3976. 4150. 4439. 4607. 4647. 5532. Neidh. LIII,…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    dôle

    Mittelniederdeutsches Wb. · +2 Parallelbelege

    dôle „monedula” s. dâle.

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    dolef.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +3 Parallelbelege

    dole , f. femina vagabunda Stieler 323 . in Leipzig heiszt eine straszenhure dohle. s. toll .

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Dôle

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +2 Parallelbelege

    Dôle (spr. dōl'), Arrondissementshauptstadt im franz. Depart. Jura, 205 m ü. M., rechts am schiffbaren Doubs und am Rhon…

  5. modern
    Dialekt
    Dole

    Bayerisches Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    Dole Band 3, Spalte 3,1836

  6. Sprichwörter
    Dôle

    Wander (Sprichwörter)

    Dôle 1. Aus Dôle kommen gute Krieger nicht, so wenig man aus Binsen Lanzen flicht. – Illustrirte Zeitung, 1447. Dôle am …

  7. Spezial
    Dole

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Do|le f. (-,-n) (Schacht) pozët (-ëc) m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit dole

39 Bildungen · 36 Erstglied · 2 Zweitglied · 1 Ableitungen

dole‑ als Erstglied (30 von 36)

Dole I

SHW

Dole I Band 1, Spalte 1561-1562

Dole II

SHW

Dole II Band 1, Spalte 1561-1562

Doleancen

Herder

Doleancen (Doleangßen), frz.-dtsch., Klagelieder.

doleda

LDWB1

doleda [do·lẹ·da] f. (-des) ‹alp› Steilwand f.

dōle, dāle

MNWB

dole·dale

dōle, dāle (vgl. Hel. 3466 Gen. Pl. doloro), adj. , dōle, adv. , übermütig, hochmütig, vermessen, „ doel re. hoffardich ”, de dōle môt Überm…

Dolemoller

LothWB

dole·moller

Dole-moller m. Berl. u. s. Molch. els. 1, 670 Moller(t) Kaulquappe.

Dolenputzer

SHW

Dolen-putzer Band 1, Spalte 1561-1562

Dolenbrunnen

PfWB

dolen·brunnen

Dolen-brunnen m. : FlN in ZW-O'aub, Dollebrunne, amtl. Am Dollenbrunnen. Bestimmungswort Dol, Dole hat hier die alte Vokalkürze ( Lexer II 1…

Dolenci

Meyers

Dolenci (»Talbewohner«), Name der slowenischen Bewohner von Unterkrain, während die von Oberkrain Gorenci (»Bergbewohner«) heißen.

dolende

MLW

dol·ende

adv. 2. * dolende . 1 misere — auf elende Weise : Amulo epist. 1,7 quo (figmento diabolico) tanta infelicium hominum ... multitudo nimis -e …

Doléndo

Meyers

Doléndo (ital., auch dolente ), musikal. Vortragsbezeichnung: »klagend«, wehmütig, mit schmerzlichem Ausdruck.

dolendus

MLW

dolen·dus

adi. 2. dolendus , -a, -um . 1 acerbus, miserabilis — schmerzlich, beklagenswert : Aldh. virg. I 22 quo (obscenitatis glaucomate) plerumque,…

Dolen II

RhWB

Dolen II -ō- Aach (bei Müller-Waitz) Pl.: die beweglichen Querbalken an Tuchrahmen, welche mit eisernen Häkchen besetzt sind, u. zwar die Ov…

Dolenkopf

PfWB

dolen·kopf

Dolen-kopf m. : 'Durchlaß im Flußdamm', Doulekopp [ LU-Altr ]; vgl. Dol . —

Dolenputzer

PfWB

dolen·putzer

Dolen-putzer m. : 'wer Dolen (s. Dol 2) reinigt', -butzeʳ [Zweibr]. Südhess. I 1562 . —

dolens

MLW

dol·ens

adi. 1. dolens , -entis . dolorosus — schmerzvoll, schmerzerfüllt : Rather. oct. pasch. 1,33 quod ego ... -issimus patior. 2,52 ista omnia c…

Dolente

Herder

dol·ente

Dolente , Dolentemente , ital., in der Musik: klagend.

dolenter

MLW

dolen·ter

adv. 1. dolenter . 1 modo doloroso — auf schmerzvolle Weise, schmerzerfüllt : a in univ.: Epist. Hann. 72 quę (caritas) quanto abundantius e…

dolêntlîh

EWA

dolêntlîhAWB adj., nur Gl. 1, 158, 31. 159, 31 zum lat. Lemma feralis: ‚duldend‘. Vgl. Splett, Abrogans-Studien 234. Die Ableitungsbasis ist…

Dolepane

LothWB

Dolepane f. Schw. Ringelblume (Calendula officinalis). vgl. älteres hd. Tulipan < ital. tulipano. — schwäb. 2, 447 u. els. 2, 678 Tulipa n .…

Dolerit

Meyers

dole·rit

Dolerit , Gestein aus der Gruppe der Basalte (s. d.).

Doleschluffer

LothWB

dole·schluffer

Dole-schluffer pl. heißen die Bewohner von Wiebersweiler seit Herstellung des Saarkohlenkanals, unter welchem die vom Dorf ausgehenden Straß…

dole als Zweitglied (2 von 2)

раздолье

RDWB2

raz·dole

раздолье см. RDWB2 приволье для кого-л. (полное) раздолье - j-d ist Herr über sich selbst; j-d ist frei; j-d kann über etw. oder über sich s…

Ableitungen von dole (1 von 1)

Ged¹le

WWB

Ge-do¹le n. Gedöühle Lärm ( Tek Le).