Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Christus m.
Christus m.
Christus m. Beiname des Jesus von Nazareth. Ahd. (8. Jh.), mhd. Krist, asächs. Crist werden durch die arianische Mission (5. Jh.) aus got. Christus übernommen. Voraus geht griech. christós (χριστός) ‘Gesalbter’ (zu griech. chrī́ein (χρίειν) ‘einreiben, salben’), das gleichbed. hebr. māšīaḥ (woraus Messias) übersetzt. Gegen die ältere Form 1Christ setzt sich seit dem 16. Jh. die dem Lat. entsprechende Form Christus (lat. Chrīstus) durch. Zu Christ sind u. a. gebildet Christbaum m. (18. Jh.), Christkind n. ‘der neugeborene Jesus von Nazareth’ (16. Jh.), auch ‘christlich getauftes Kind, Christenkind’ (17. Jh.), Christmesse f. ‘Gottesdienst in der Christnacht’, spätmhd. kristmesse. – 2Christ m. ‘Anhänger der christlichen Religion’. Lat. Chrīstiānus, Adjektiv zum Namen Chrīstus, ergibt ahd. kristāni (8. Jh.), mhd. kristen ‘christlich, gläubig’, substantiviert ‘Christ’. Zu dem ursprünglichen Adjektiv wird ein neues Substantiv mhd. kriste gebildet, aus dem sich durch Abfall des unbetonten -e nhd. Christ entwickelt. Zur älteren Form sind Christenheit f., ahd. kristānheit (um 800), mhd. kristenheit, und Christentum n., mhd. kristentuom gebildet. christlich Adj., ahd. kristānlīh (11. Jh.), mhd. kristenlich; bei Luther noch die lange (mit -en in der Fuge) neben der kurzen Form.