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bürde

mhd. bis spez. · 16 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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18 in 16 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

bürde f.

Bd. 2, Sp. 532
bürde, f. onus, sarcina, tracht, last, goth. baurþei, gen. baurþeins, ahd. purdî, gen. purdîn (Graff 3, 162), mhd. bürde (Ben. 1, 154a), ags. byrðen, engl. burden für burthen, mnl. borde, nnl. fehlend, altn. byrði, n. byrde, schw. börda. Dasyp. 311a setzt bürd, bürde, Maaler 82d burde, pl. burdinen, vocab. 1482 e 2b burde, aa 1a purde, aa 1b purden, aa 2a purdin. Bürde stammt aus bëran wie φόρτος aus φέρειν, tracht aus tragan, last aus ladan, bezeichnet also 11) zunächst das von der mutter getragen, geboren werdende kind, vgl. barm, den tragenden, gebärenden schosz, barn das kind. die frau ist von ihrer bürde, weiblichen bürde, leibesbürde entbunden, erledigt, erlöst worden; derowegen, weil mein liebes weib nicht lange mehr zeit ihrer weiblichen bürde zu entbinden hatte. Schweinichen 2, 140; eine andere, so allererst vor sechs tagen ihrer weiblichen bürde entbunden. Reinhard Werth. gegenschr. 1, 255; der bürde sich in geheim entschütten. Leipz. avant. 1, 185. dann steht es auch von der nachgeburt: wie das kind von der mutter und iren fellin umbfasset sei. dises erst fellin nennet man secundinam und zu teutsch das büschlin, bürde und nachgeburt. Euch. Röszlin 8a.b; bekommt der kindbetterin wol und treibt aus, was von übriger bürden vorhanden ist. Tabernaem. 1363; zu austreibung des büschelins, der bürden oder nachgeburt. Sebiz 87. siehe afterbürde. 22) schweiz. bürdi, die vom thier geworfnen jungen, so wie die nachgeburt, vorzüglich vom rindvieh. Stalder 1, 244. s.tracht und wurf. 33) was vom menschen auf arm, schulter, hals, kopf und rücken getragen wird, vgl. Tobler 70a. bündel fascis kann mit bürde onus zusammen fallen, insofern die bürde zusammen gebunden ist: do hatten wir unser blünderlin und kleider in ein burdin zamen gebunden. Tho. Plater 68; bindts in ein weisz lümplin, gibts dem studenten mit sampt der bürdi. Wickram rollw. s. 22; der Malchus, wann er des vihs huot, so sahe er als wie die omeiszen ein wesen hetten, wie eine der andern half ir bürdi tragen. Keisersb. omeis 7b; eine bürde dorn hauwen. bilg. 105b; do hiesz er im ein bürden ruoten bringen. Steinhöwel Es. 116b; eine bürde gras; so einer sonder des meyers erlaubnus so vil als ein burde mehet. weisth. 2, 257; und solle ieglicher huber alle jahr liefern eine bürd holz mit stro, das solle machen fewr sonder rauch. 3, 762; eine bürde geträdig. Harnisch 60; eine bürde gras mähen. bauernst. lasterpr. 177; zwei fuder und vier burden reife. bürde und tracht können einigemal zusammenfallen, z. b. eine bürde oder tracht gras, holz, doch ist tracht freier und leichter, es heiszt eine tracht wasser, speise, nicht bürde; auch eine neue tracht von kleidern, nicht bürde. man sagt, die bürde aufnehmen, an oder um sich hängen, aufhalsen, fortbringen, fortschleppen, ablegen, niederlegen, einem der bürde abhelfen. 44) was von thieren, zumal eseln und pferden, auf dem rücken getragen wird: sprach der esel zum pferd, wiltu mich gesund machen, so entheb mich ein teil der bürden. Steinhöwel Es. 138; [] ein groszer esel billich führt zu aller zeit die gröszten bürd. Kirchhof wendunm. 449b; darum heiszt er sacktregel. Bon. 51, 20; so bleibt das lastbare thier in unserer gesellschaft, um eine oder die andere bürde fortzubringen. Göthe 21, 36. 55) insofern die bürde menschen oder thieren aufgeladen wird, kann sie auch last heiszen, was aber vom wagen oder karrn aufgenommen und fortgebracht wird, ist keine bürde, nur eine last. doch läszt sich dichterisch das schif eine bürde der wogen oder wellen, der ring eine bürde des fingers nennen, wie die weidenden lämmer eine bürde der grünen hügel sind: der hügel weisze bürde, der schafe zucht, drängt sich aus stall und hürde mit froher flucht. Hagedorn 3, 109. 66) bürde (niemals aber tracht) steht wie last sehr oft figürlich: auf das sein joch von inen genomen werde und seine bürde von irem halse kome. Es. 14, 25; diese ewer trewe wollen wir vergelten und euch viel bürden erlassen. 1 Macc. 10, 28; sie binden aber schwere und unträgliche bürden und legen sie den menschen auf den hals (ahd. sie bintent suâra burdîn inti ungitraganlîcha inti sezzent sia in manno scultirûn). Matth. 23, 4; und wünsch im ungelück ein grosze pürd. fastn. 770, 19; und welcher knab in groszen sorgen leit, und er ein schwäre burdin auf im treit, der soll sich frewen gen der liechten sumerzeit, dasz im sein burdin geringeret werd. Uhland 52; da auch der arm meint, das im würd von geraubtem guot ein zimlich bürd. Murner luth. narr 757; da die züchtig erbar fraw vernam, dasz der ritter nicht nachliesz, sie nach irer meinung ir die bürden ab dem hals zu nemen einen neuwen sinn erdachte. Bocc. 2, 183a; armuot ist auch ein schwere bürde. Steinhöwel Es. 8; lieszen mir die bürde auf dem hals. Schweinichen 3, 132; einer nit geringen bürden entladen. Kirchhof mil. disc. 265; der centnerschweren bürde von hoheit und von würde wird emsig nachgetrachtet. Logau 3, 6, 74; so raft von jeder eiteln bürde, wenn des gesanges ruf erschallt, der mensch sich auf zur geisterwürde, und tritt in heilige gewalt. Schiller 80b; ein neues volk, voll leben, mut und kraft des menschenlebens schwere bürden trägt. Göthe 9, 67; dasz ich mir eine neue bürde auflade, an der ich nachher zu tragen und zu schleppen habe. 21, 38. 77) andern sinn hat das nd. borde, börde (sp. 239).
5377 Zeichen · 107 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    bürdestf.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +4 Parallelbelege

    bürde ( ahd. burdî Graff 3,162 ) stf. dasjenige was gehoben, getragen wird: der nebenbegriff des schweren, des drückende…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Bürde

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Die Bürde , plur. die -n, eigentlich so viel jemand tragen kann, oder was jemand zu tragen verpflichtet ist, so wohl in …

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Bürde

    Goethe-Wörterbuch

    Bürde a zu tragende (schwere) Last [ Wanderer: ] Laß mich .. | In des Ulmbaums Schatten, | Meine B. werfen GWB 2,170 Der…

  4. modern
    Dialekt
    Bürdef.

    Pfälzisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Bürde f. : 1. gegenst. a. α. 'Traglast Gras, Holz u. dgl., die auf einmal getragen werden kann', Beʳd, Biʳd, Berr, s. F.…

  5. Sprichwörter
    Bürde

    Wander (Sprichwörter)

    Bürde 1. An gleicher Bürde trägt sich niemand müde. – Lehmann, II, 28, 49; Henisch, 560; Körte, 780. 2. Auch kleine Bürd…

  6. Spezial
    Bürde

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Bür|de f. (-,-n) ciaria (-ies) f. , pëis (-sc) m. , groaria (-ies) f. ▬ die Bürde der Jahre le pëis di agn .

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit buerde

75 Bildungen · 12 Erstglied · 61 Zweitglied · 2 Ableitungen

buerde‑ als Erstglied (12 von 12)

bürdeclich

Lexer

bürdec-lich adj. lästig, schwer. diu b. pîn Kirchb. 708,46.

Bürdenesel

RhWB

buerden·esel

Bürden-esel bē·ă.dəēzəl Koch m.: einer, dem alle Arbeit aufgehalst wird.

Bürde-Ney

Meyers

buerde·ney

Bürde-Ney , Jenny , Opernsängerin, geb. 21. Dez. 1824 in Graz, gest. 17. Mai 1886 in Dresden, Tochter einer Sängerin, trat in ihrem 15. Jahr…

bürdenträger

DWB

buerden·traeger

bürdenträger , m. bajulus, lastträger: ein langsamer gang ist bequem einem bürdentrager. Cyrill 10 b .

Bürdestahl

Adelung

buerde·stahl

Der Bürdestahl , des -es, plur. inus. im Handel und Wandel eine Art Steiermärkischen Stahles, welcher in lange Stangen geschmiedet wird, die…

buerde als Zweitglied (30 von 61)

afterbürde

DWB

after·buerde

afterbürde , f. secundinae, nachgeburt: heutlin, das die Griechen chorion nennen, wir Teutschen heiszens die afterbürde. Luther tischr. 172 …

amtsbürde

DWB2

amts·buerde

amtsbürde f. : 1691 Stieler stammbaum 133. 1922 Moszkowski inseln 269;

Blauderbürde

RhWB

Blauder-bürde blourərbērd Rhfrk; blǫ·u.dərbē:ăd Mosfrk f.: verworrenes, geknicktes Stroh, in einer Bürde kugelförmig, nicht in regelrechte G…

Blotschbürde

RhWB

blotsch·buerde

Blotsch-bürde RhWBN blǫtšbȳ·ə.t Jül , Geilk , Grevbr , MGladb-Odenk f.: Bürde Wirrstroh, Blauderstroh, auch Blotschstrüh genannt. S. Blotzbü…

Blotzbürde

RhWB

blotz·buerde

Blotz-bürde -bȳ·ə.t Jül , Köln , Erk , Geilk , MGladb ; plǫts- Grevbr , Neuss , Düss , MGladb , Bergh f.: Gebund Wirrstroh. Deck wie en Bl. …

eselbürde

DWB

esel·buerde

eselbürde , f. onus, sarcina asini. Stieler 133 . man hat sogar das lat. onus von ὄνος abgeleitet, wogegen schon der gen. oneris streitet un…

Fluderbürde

RhWB

fluder·buerde

Fluder-bürde -odərbȳ·ə.t Aach-Ld , Geilk f.: die B. aus dem Stroh, das sich beim Dreschen mit dem Flegel verworren hat u. beim Aufnehmen auf…

gedächtnisbürde

DWB

gedaechtnis·buerde

gedächtnisbürde , f. belastung des todten gedächtnisses ( s. d. 5, f ): was nützt belesenheit, was die gedächtnisbürde, die schreib- und ruh…

gegenbürde

DWB

gegen·buerde

gegenbürde , f. bürde, verpflichtung die einer auf sich nimmt als ergänzenden gegensatz zu empfangenen rechten u. ä. ( vgl. DWB bürde 6), s.…

geistesbürde

DWB

geiste·s·buerde

geistesbürde , f. geistige bürde: zum gegenwärtgen übel soll ich der zukunft geistesbürden tragen. Göthe 9, 379 ( nat. t. 5, 8).

grasbürde

DWB

gras·buerde

grasbürde , f. , eine last gras, ein grasbündel: der mantel steet euch recht und wol, als man ain graspürd tragen schol fastnachtspiele 673 …

grenzbürde

DWB

grenz·buerde

grenzbürde , f. , financielle lasten der grenzvertheidigung: weil er ( könig Ferdinand I. ) die ungrischen gräntz-bürden tragen .. müssen Sc…

grundbürde

DWB

grund·buerde

-bürde : dann die dienstbarkeit gepürt dem grunde als ein grundtbürde und nitt der persone d. st. Worms reform. (1513) 79 b ;

Hängelbürde

RhWB

haengel·buerde

Hängel-bürde hę·ŋ.ələbīăt Bitb-Speicher f.: 1. eine Traglast, zu deren Fortbewegung auf dem Rücken man Riemen nötig hat. — 2. übertr. sehr g…

Haferbürde

RhWB

hafer·buerde

Hafer-bürde Heinsb-Erpen f.: dass.; twentig (20) H.bürdes sind ene H.hop (-haufen).

holzbürde

LexerN

holz·buerde

holz-bürde f. man ruckt ie næher ( bei der belagerung ) mit graben hürden und holzbürden Lcr. 59,267.

Kludderbürde

RhWB

Kludder-bürde -bī:rt Prüm f.: eine B. verworrenen, gedroschenen, wertlosen Strohes, das beim Flegeldreschen nach Wegnahme der Garben übrig b…

kräuterbürde

DWB

kraeuter·buerde

kräuterbürde , f. eine vorrichtung aus weidenbüscheln, mit tannzweigen überdeckt, zum fang kleiner fische. Schm. 2, 398. 399 mit belegen aus…

Ableitungen von buerde (2 von 2)

entbürde

BMZ

entbürde swv. exonerare entladen vel entpurden Diefenb. gl. 114.

gebürde

FindeB

* gebürde stf. 1 Geschöpf HvBer.