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Bühne

nhd. bis spez. · 14 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
16 in 14 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Bühne

Bd. 1, Sp. 1250
Die Bühne, plur. die -n, Diminutivum das Bühnchen, Oberdeutsch Bühnlein. 1. Eigentlich, ein Bret oder Stange. In dieser größten Theils veralteten Bedeutung kommt dieses Wort noch im Bergbaue vor, wo es eine Art von starken Kastenstangen oder Bretern bedeutet, welche gleich einer Brücke auf die Querstämpel unter die Schächte gemacht werden müssen, darunter zu arbeiten. S. Bühnloch. In Franken bedeutet Bühn noch jetzt dasjenige, was man in Obersachsen eine Latte nennet, nehmlich eine viereckte Stange, die Ziegel eines Daches darauf zu legen. Frisch führet verschiedene Beyspiele aus dem Fronsberg an, aus welchen erhellet, daß Binne auch so viel als eine Diele oder Bret bedeutet habe. Z. B. Binnen oder Dielen zu den Schiffbrücken. Ingleichen Handten oder Binnen. Ferner: Pinnen oder Dielen aus dicken Bretern machen, die Stücke auf einer Batterie darauf zu stellen. 2. Figürlich. 1) Ein aus Bühnen oder Bretern erbauetes Gerüst. (a) In einigen, besonders Oberdeutschen Gegenden, bedeutet es die oberste Decke eines Gemaches, ingleichen den obersten Boden unter dem Dache, womit auch das Nieders. Böhn und Holländ. Boen überein kommt, welche aber auch figürlich den Gaumen ausdrucken. (b) Ein erhöhetes Gerüst von Bretern, eine merkwürdige Handlung darauf vorzustellen. Eine Schaubühne, Henkersbühne, Richtbühne. Besonders bedeutet dieses Wort die Schaubühne, da es denn nicht allein den Ort ausdruckt, auf welchem Schauspiele vorgestellet werden, sondern auch die ganze Schauspielkunst. Man ist jetzt sehr auf die Verbesserung der Deutschen Bühne bedacht. Wir müssen den Franzosen die Gerechtigkeit widerfahren lassen, daß ihre Bühne unter allen am besten bestellt ist. Es gibt gottlose Charaktere, denen die Bühne durchaus verbothen ist, Dusch, die man nicht auf der Schaubühne vorstellen darf. (c) In dem Bergbaue sind die Bühnen Absätze in einem Schachte, die Fahrten desto gewisser einzuhaspeln, und auch darauf auszuruhen. (d) Der obere Theil des Schlammgrabens, von welchem das Schoßgerinne gesäubert wird, heißt im Bergbaue gleichfalls die Bühne. (e) In den Niedersächsischen Seestädten ist es der Raum oder Hof, wo die aus den Schiffen geladenen Güter hingeleget werden, ehe man sie in die Speicher schafft; wo das Wort gemeiniglich Buhne lautet; S. auch Bühnenmeister. (f) Eine aus Bohlen oder Balken aufgeführte Bekleidung des Ufers des Meeres oder der Flüsse, zur Befestigung des Erdreiches; im Nieders. eine Bune, Schälung, Franz. Quai. (g) Ein Zaun am Strande eines Flusses, vor welchem die Fische bey dem Ablaufe der Fluth liegen bleiben; Nieders. eine Bune. Aber in dieser Bedeutung scheinet es zu Benne zu gehören, welches der eigentliche Ausdruck für dergleichen Flechtwerk ist. 2) Wegen einiger Ähnlichkeit mit einer erhöheten Bühne, wird in den Schmelzhütten derjenige Absatz, welchen die Schlacken und andere Unarten bilden, wenn sie sich oben auf dem Vorderherde aussetzen, eine Bühne, Bihne, oder Biene genannt. Anm. Da dieses Wort bisher weder in unsern alten Denkmählern noch in den verwandten Sprachen angetroffen worden,[] so lässet sich dessen Abstammung auch nicht leicht mit einer überwiegenden Wahrscheinlichkeit bestimmen. So fern es in Oberdeutschland und Niedersachsen die Decke eines Zimmers oder den Oberboden bedeutet, ist es vermuthlich aus Boden zusammen gezogen, welche Zusammenziehung in ganz Niedersachsen etwas sehr gewöhnliches ist; z. B. been für beden, bethen; raen für raden, rathen; döen für döden, tödten, und hundert andere mehr. Nur die übrigen Bedeutungen wollen sich dazu nicht recht schicken, man müßte denn dem Worte Boden eine viel weitere Bedeutung beylegen, als es heut zu Tage hat. Frischens Ableitung von dem Binden oder Vereinen der Breter ist so gezwungen als möglich. Wenn es auf Muthmaßungen ankäme, so ließen sich weit wahrscheinlichere angeben, wenn man gleich nicht auf das Hebr. בנה und das Deutsche bauen fallen wollte. Das Nieders. Bön bedeutet auch einen Kübel, und im Oberdeutschen ist Bühner so viel als Büdner, Büttner, oder Böttcher.
4021 Zeichen · 48 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Bühne

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Die Bühne , plur. die -n, Diminutivum das Bühnchen, Oberdeutsch Bühnlein. 1. Eigentlich, ein Bret oder Stange. In dieser…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Bühne

    Goethe-Wörterbuch

    Bühne Das Wort bezieht sich, sofern von Theaterarchitektur, Bühnentechnik od -gestaltung die Rede ist, überwiegend auf d…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Bühne

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Bühne ( Abweiser, Stake, Schlenge, Zunge ), dammartiges Flußbauwerk, aus Stein oder aus Faschinen zusammengefügt, das mi…

  4. modern
    Dialekt
    Bühn(e)

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Bü h n(e) [Pînə, Pînì (Bed. 4) S.; Pîn, Pén Sier. bis Str. Betschd. ; Pn M. ; Pén Geisp. ; Píèn Illk. Hf. ; Pín Urbis N…

  5. Sprichwörter
    Bühne

    Wander (Sprichwörter)

    Bühne 1. Wer auf der Bühne steht, spielt für das Volk. Lat. : Servire scenae. ( Cicero. ) ( Erasm., 839. ) 2. Er steht a…

  6. Spezial
    Bühnef

    Dt.-Russ. phil. Termini · +1 Parallelbeleg

    Bühne , f сцена , ж

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit buehne

89 Bildungen · 69 Erstglied · 19 Zweitglied · 1 Ableitungen

buehne‑ als Erstglied (30 von 69)

Bühnenaussprache

Pfeifer_etym

buehnen·aussprache

Bühne f. ‘erhöhter Teil des Fußbodens, Podium, Dachboden’; als Ursprungsbedeutung wird ‘Brettergerüst mit waagrechter Fläche’ angenommen. He…

Bühnenautor

FiloSlov

buehnen·autor

Bühnenautor , m драматург , м → FiloSlov Dramaturg, m → FiloSlov Dramatiker, m → FiloSlov Bühnendichter, m → FiloSlov Bühnenschriftsteller, …

Bühnenbekleidung

Campe

buehnen·bekleidung

◎ Die Bühnenbekleidung , Mz. die — en, die Bekleidung der Schaubühne, die Verzierung derselben durch die gemahlten beweglichen Wände  (Deco…

bühnenbild

DWB2

buehnen·bild

bühnenbild n . kulisse: v1865 Ludwig 5,458 S./Sch. 2011 braunschw. ztg. (23.9.), IdS-arch.

bühnengerecht

DWB

buehnen·gerecht

bühnengerecht , scenae aptus, breterrecht: die schauspiele bühnengerecht zu machen. Göthe 32, 89 ; wir wollen Weiszes lustspiele übergehen, …

Bühnengericht

Meyers

buehnen·gericht

Bühnengericht , Bezeichnung solcher Theaterstücke, die nicht nur mit Berücksichtigung der technischen Hilfsmittel des Theaters abgefaßt, son…

Bühnengott

Campe

buehnen·gott

○ Der Bühnengott , des — es, d. Mz. ungew. auf der Bühne der Alten, die plötzliche in dem Stücke nicht begründete Erscheinung und Dazwischen…

bühnenhaft

DWB

buehnen·haft

bühnenhaft , dasselbe: gedenk ich meiner ersten dramatischen arbeiten, welche zu sehr ins breite giengen, um bühnenhaft zu sein. Göthe 30, 2…

bühnenkunst

DWB2

buehnen·kunst

bühnenkunst f . : ⟨1835⟩ Tieck (1828) 21,10. 2015 hann. allg. ztg. (13.6.), IdS-arch.

bühnenleben

DWB2

buehnen·leben

bühnenleben n . : ⟨v1840⟩ Gaudy 12,20 M. 2010 nürnb. nachrichten (25.5.), IdS-arch.

buehne als Zweitglied (19 von 19)

Endbühne

RDWB1

Endbühne f (kein Bezug zu "сцена") тамбур (между вагонами поезда)

Ankerbühne

Adelung

anker·buehne

Die Ankerbühne , plur. die -n, im Wasserbaue, eine Bühne am Ufer in Gestalt eines Ankers, dasselbe zu erweitern.

blutbühne

DWB

blut·buehne

blutbühne , f. was blutgerüst: oder wenn du diese figur recht lebhaft in dein gedächtnis fassen willst, so lasz mich mahlen auf einer blutbü…

klaubebühne

DWB

klaubebühne , f. im bergbau, tischartige bühne auf der die erze geklaubt werden ( s. klauben II, 2, c ).

krippenbühne

DWB

krippen·buehne

krippenbühne , f. kleiner damm, mit einem geflochtnen zaune (krippe) eingefaszt, zum schutze des ufers gegen das einreiszen des wassers. Krü…

Liederbühne

Adelung

lieder·buehne

Die Liederbühne , plur. die -n, in dem Bergbaue, von dem Zeitworte liedern, eine Bühne, worauf die Sätze in den Wasserkünsten geliedert werd…

richtbühne

DWB

richt·buehne

richtbühne , f. ein erhöhtes gerüst, auf welchem ein zum tode verurtheilter hingerichtet wird (schaffot), sonst auch blutbühne, blutgerüst (…

ruhebühne

DWB

ruhe·buehne

ruhebühne , f. in der bergmannssprache ein in einem schachte angebrachtes, auf pfosten ruhendes gerüst, eine bühne, welche bei der ein- und …

schachtbühne

DWB

schacht·buehne

schachtbühne , f. im bergbau, bühne oder absatz, der in einem fahrschachte angebracht wird, die fahrten zu befestigen und den bergleuten das…

schaubühne

DWB

schau·buehne

schaubühne , f. bühne, auf der etwas zur schau ausgestellt oder schauspiele aufgeführt werden, gewöhnlich im letzteren sinne, theatrum. Stie…

setzbühne

DWB

setz·buehne

setzbühne , f. im hüttenwerk ein hoher brettertisch mit drei seitenwänden, der beim setzen, waschen von erzen ( s. setzen II, 3, a, γ , λλ )…

Stōßbühne

Adelung

stoss·buehne

Die Stōßbühne , plur. die -n, im Bergbaue, eine kleine Bühne in dem Stoße, d. i. der schmalen Seite des Schachtes, darauf auszuruhen; bey de…

Stürzbühne

Adelung

sturz·buehne

Die Stürzbühne , plur. die -n, im Bergbaue, diejenige Bühne am Schachte, wo die Tonnen ausgestürzet werden.

Treibebühne

Adelung

treibe·buehne

Die Treibebühne , plur. die -n, in dem Wasserbaue, eine Art Bühnen, d. i. von dem Ufer aus in den Strom geführte Werke, die Strombahn zu len…

vorbühne

DWB

vor·buehne

vorbühne , f. , der vordere theil der bühne ( theater ) Adelung ; ' der vorderste theil der bühne, vor dem vorhange ( proscenium )' Campe : …

waschbühne

DWB

wasch·buehne

waschbühne , f. eine art tisch, auf dem gewaschen wird: alaunmehl, welches ... auf schräge brücken (pritschen, waschbühnen) geschaufelt ... …

wasserbühne

DWB

wasser·buehne

wasserbühne , f. gezimmerte erhöhung, auf die man die gewältigten grubenwasser, um sie abzuleiten, gieszt Minerophilus (1730) 709 . Mothes b…

Ableitungen von buehne (1 von 1)

gebühne

DWB

gebühne , gebün , n. collectivische bildung zu bühne; vom innern verhältnis beider s. unter 3. 1 1) noch jetzt im Rheinlande, 1@a a) mrh. z.…