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brühe

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

brühe f.

Bd. 2, Sp. 423
brühe, f. jus, jusculum, ein ahd. pruohî (wie muohî, pluohî) nicht vorhanden, mhd. brüehe, brüeje (Ben. 1, 267a), nnl. broei, brui (wie bloei m.); Dasyp. schreibt brühe 107d. 309d, Maaler brüi 79c, Henisch brü 531; vgl. it. broda, brodo und oben sp. 395 brod. von der wurzel unter brühen. 11) jus, ζωμός, das heisze wasser auf, von gesottnem fleisch oder kraut, altn. soð: und Gideon kam und schlachtet ein zigenböcklin und legt (das) fleisch in einen korb und thet die brühe in ein töpfen. richt. 6, 19; geusz die brühe aus. 6, 20; schweinenfleisch mit geler bruwen. weisth. 2, 451; schwarze brühe, jus nigrum; den gästen brühe und fleisch vorsetzen; wie vast das fleisch mir ward verschlossen, han ich doch oft der brüe genossen. fastn. 261, 30. 339, 17; sie bat um ein tröpfchen brühe, das wollten mich die wächter nicht reichen lassen. Fr. Müller 3, 207. unsere heidnischen vorfahren genossen die brühe und das oben schwimmende fett des opferfleisches (mythol. s. 50). eine brühe an etwas machen hiesz die brühe noch mit andern speisen z. b. eiern oder mit würze versetzen; dann aber wurden auch zu braten oder backwerk eigne brühen (saucen) bereitet. s. fleischbrühe, bratenbrühe, fischbrühe, hammelsbrühe, kalbsbrühe, hünerbrühe, gerstenbrühe, haberbrühe, eierbrühe, kloszbrühe, würzbrühe, kaffeebrühe. 22) brühe hiesz auch so viel man auf einmal brüht, eine brühe fische = ein gericht fische, ganz wie ein kochet erbsen, ein gericht erbsen, so viel man zusammen kocht. Steinhöwel sagt im Bocc. nach dem alten Ulmer druck 356b: und in kürze ein schöne brü visch gefangen heten, wo im urtext nur in piccolo spazio di tempo presero pesce assai (10, 6), und hier unpassend, da es sich von zu bratenden, nicht zu siedenden fischen handelt, weshalb auch die spätere ausg. von 1580 2, 187b richtig ändert: in kürze ein schöns essen fisch fiengen. jenes brü aber erweist den aufgestellten sprachgebrauch. 33) die brühe von einem, von etwas haben, will sagen nicht das geringste davon, nicht einmal die brühe von dem gesottnen fleisch haben, es ist also eine der häufigen verstärkungen der negation (gramm. 3, 728—736), welche dann selbst wegbleiben kann. ursprünglich heiszt es, ich habe nicht die brühe davon, hernach aber mit gleichem sinn, ich habe die brühe davon, wie z. b. ich habe nicht den teufel davon oder ich habe den teufel davon. hier sind einige belegstellen: komm, wir wollen weiters, ich habe die brüh von diesem groben, undankbaren bauren. Simpl. 3, 856; hört vetter, in wirtshäusern musz man bezahlen und habe ich die brüh von eurer vetterschaft, der beste vetter ist im beutel. Ettners hebamme 44; die brühe von einem haben. Dreieicher urk. no 188. auch nnl. ik heb er den brui van, ich lasse mich nicht darauf ein; ik geef er den brui van, ich gebe nicht das mindeste darauf. man sagt auch nnl. daar hebt gij al den brui, al wat er is, im sinne von: da hast du die ganze brühe, den ganzen bras, brei, bettel. westfälisch: van sulke schrabberi weit ich neinen brue, nicht das mindeste. Lukevent B 7a. 44) eine brühe machen, geschwätz und gerede; er macht über alles eine lange brühe. alles in éine brühe werfen, immer dieselbe brühe aufgieszen, die sache in einer weise behandeln. die brühe verschütten, die sache verderben; er hat seine brühe bei ihm verschüttet, sich um dessen gunst gebracht. 55) brühe bezeichnet auszer der gesottenen auch noch andere flüssigkeiten. so nennt man das blut die rothe brühe, wie den rothen saft (sp. 170), oder die rothe suppe (Plesse 3, 177); er drohte, ich werde dich schlagen, dasz die rothe brühe davon laufen soll. wenn jemand gierig saftige früchte iszt: die brühe läuft ihm den mund herab. man sagt auch, die trauben geben viel oder mehr brühe, und nennt den wein traubenbrühe, rebenbrühe, rebensaft: nu gesegen dich got, du liebe rebenbrü! altd. bl. 1, 406. fastn. 1335. wäscher und färber nennen die lauge und flüssige farbe brühe, auch der dünne, flüssige koth heiszt brühe. nach dieser letzten bedeutung entspringen die redensarten in die brühe geraten, in die brühe führen, in noth und verlegenheit; in der brühe stecken, sitzen: daurt dich nicht dein liebes völklin, welchs du in die brühe fürest? Garg. 216a; denn ich hatte solcher schleppsäcke unter den bürgerstöchtern ein ganz halb dutzet, die mich mehr als allzu wol kanten und nunmehr recht in der brühe saszen. Simpl. 1, 342; niemand mochte ihn leiden und alle lieszen ihn jetzt in der brühe stecken. 66) schweizerisch ist brüh auch der wurm am finger, wie sonst brüt, gebrüt, gleichsam das siedende, brühende, brütende weh. Tobler 81b.
4603 Zeichen · 74 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Brühe

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Die Brühe , plur. von mehrern Arten, die -n, ein jeder zusammen gesetzter und gekochter sehr flüssiger Körper. So nennen…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Brühe

    Goethe-Wörterbuch

    Brühe 1 als Speise: Fleisch-, Gemüsebrühe; Soße [ pot au feu in einem frz Bauernhaus ] ein großer irdener Napf .. schöne…

  3. modern
    Dialekt
    Brühef.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Brühe f. : 1. a. 'Suppenbrühe', Brih (brī) [allg.]; scheeli B. 'wässerige Suppe' [SOPf (Nachlaß Heeger )]; mihn B. wie B…

  4. Sprichwörter
    Brühe

    Wander (Sprichwörter)

    Brühe 1. Brühe für die Gans ist Brühe für den Gänserich. Was einem recht, ist dem andern billig. 2. Der in der brü steck…

  5. Spezial
    Brühe

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Brü|he f. (-,-n) 1 (Soße) souce f. sossa (sosses) f. , bröt (bröc) m. , pria (pries) f. 2 (pejorativ) broda (-des) f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit bruehe

39 Bildungen · 18 Erstglied · 21 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von bruehe 2 Komponenten

bru+ehe

bruehe setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

bruehe‑ als Erstglied (18 von 18)

Brüheeidam

RhWB

bruehe·eidam

Brühe-eidam br:ē:rəm Altk-Bachenbg m.: Mann, der alle schmutzige Arbeit tun muss; zu Brühe 1 f.

Brühefett

RhWB

bruehe·fett

Brühe-fett brī:də- Bitb , Prüm , Koch Sg. t. n.: das von der Fleischbr. abgeschöpfte F. zur Zubereitung der Speisen, bes. des Sauerkrautes.

brühen

FWB

1. ›etw., z. B. geschlachtete Schweine, mit siedendem Wasser übergießen, verbrühen, kochen‹; 2. ›etw. ansengen, verbrennen‹.; 3. ›brennen, g…

bruehe als Zweitglied (21 von 21)

Beitzbrühe

Adelung

Die Beitzbrühe , plur. die -n, bey verschiedenen Handwerkern, z. B. den Gärbern, der flüssige Körper, worin etwas gebeitzet wird, oder gebei…

fleischbrühe

DWB

fleisch·bruehe

fleischbrühe , f. jus carnium: flaischsup oder flaischpru, prodium, et est panis in aqua cum carnibus cocta. voc. 1482 h 7 b .

garbrühe

DWB

gar·bruehe

garbrühe , f. beim weiszgerber, lohbrühe zum garmachen der häute, die im garfasse befindliche alaunbrühe. Adelung.

grundbrühe

DWB

grund·bruehe

-brühe , f. 1) das sich am schiffsboden sammelnde wasser, häufig belegt in wörterb. des 16. 17. jh.s: nautea die stinckend grundbrüye der sc…

Häringsbrühe

Adelung

haering·s·bruehe

Die Häringsbrühe , plur. inus. 1) Die salzige Brühe von eingesalzenen Häringen; die Häringslake. 2) In den Küchen, eine Brühe, zu welcher Hä…

kalkbrühe

DWB

kalk·bruehe

kalkbrühe , f. mit wasser verdünnter kalk, bes. bei den weiszgerbern zur einäscherung der felle.

kraftbrühe

DWB

kraft·bruehe

kraftbrühe , f. kräftige und kräftigende brühe: er läszt etwas kraftbrühe bringen. Göthe 17, 403 ; die rohen kraftbrühen der natur sind ihro…

kümmelbrühe

DWB

kuemmel·bruehe

kümmelbrühe , f. brühe mit kümmel bereitet. Stieler ; gleich kümmelsuppe Frisch 1, 551 a .

lohbrühe

DWB

loh·bruehe

lohbrühe , f. aqua in qua corticum pulvis maceratur. Frisch 1, 620 b .

milchbrühe

DWB

milch·bruehe

milchbrühe , f. bei den weiszgerbern schon gebrauchtes und nicht mehr ganz kräftiges kalkwasser. Jacobsson 3, 65 a .

Reißbrühe

Adelung

reiss·bruehe

Die Reißbrühe , plur. die -n, eine Brühe, in welcher der Reiß der vornehmste Bestandtheil ist. Ingleichen die Brühe, d. i. das Wasser, von g…

salzbrühe

DWB

salz·bruehe

salzbrühe , f. salzige brühe, salzlake, pökel. saltzbrühen versaltzne feuchtigkeit, salsugo, salsum. Maaler 342 b . Stieler 249 , salsilago …

Sauerkrautbrühe

Wander

sauerkraut·bruehe

Sauerkrautbrühe Sauerkrautbrühe und Darmreisser trinken. Von sauerm Wein. Grimmelshausen (Vogelnest, I ): »So ein saurer Darmreisser und Sau…

senfbrühe

DWB

senf·bruehe

senfbrühe , f. mit senf zubereitete brühe. Adelung ; senfbrüh, jusculum sinapinum Frisch 2, 264 a .

speckbrühe

DWB

speck·bruehe

speckbrühe , f. brodo lardato, lardiere. Kramer deutschital. dict. 2 (1702) , 854 a , embamma lardi frustis pingue. Frisch 2, 295 b , von ( …

weinbrühe

DWB

wein·bruehe

-brühe , f. brühe deren vornehmster bestandtheil wein ist Adelung, als arznei Hohberg georg. cur. 1 (1682) 298 , lex. seit Kramer t.-ital. 2…