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braun

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

braun

Bd. 2, Sp. 323
braun , rufus, fuscus, ater, ahd. prûn (Graff 3, 311, mhd. brûn (Ben. 1, 267), nnl. bruin, ags. brûn, engl. brown, altn. brûnn, schw. brun, n. bruun, und in die roman. sprachen eingedrungen, it sp. bruno, franz. brun. um den unmittelbaren zusammenhang dieses worts mit der wurzel brinnen zu erfassen, ist von nöthen schon hier auf diese selbst einzugehn. [] Dasz brinnen und rinnen ein älteres, einfaches brinan und rinan voraussetzen ist schon gesch. der d. spr. 853 aufgestellt worden, denn die ags. umdrehung birnan, irnan konnte blosz aus diesen, nicht aus jenen erfolgen; auch haben sich ags. bryne incendium und ryne cursus, altn. bruni incendium, goth. brunjô lorica und garunjô πλημμύρα, ahd. pruniâ, altn. brynja lorica, ags. byrne, lauter abkömmlinge von brinan und rinan erhalten. unserm adjectiv liegt brunjô und brynja, prunia, woraus mit wegfall des i prunna, mhd. brünne wurde, zu allernächst, es ist die leuchtende, brennende rüstung; braun kann nach zwein seiten hin bedeuten entweder brennend, leuchtend, mhd. lûter, brûn alsam ein glas. En. 236, 36; ein swert brûn und breit. Eracl. 1193; manigen helm prûnen. Rol. 161, 4; oder gebrannt, brandschwarz, ater, fuscus, mhd. zobel brûn alse ein bere (: mere). En. 36, 33, schwarz wie eine beere, oder was dem sinn mehr zusagt, wie ein bär, wenn auch der reim unrein ist; vgl. brinzelich. Woher aber das û, au in brûn, braun, das nnl. ui in bruin? es scheint allmälich eintretende verlängerung des kurzen vocals, wie auch die handschrift d in den Nib. und im Dietleib Praunhild für Brünhild schreibt. noch wichtiger wäre, dasz sich selbst runa mysterium aus rinan = rinnan herleiten liesze und ursprünglich concilium, conventus bedeutete; auch hier haben die andern sprachen rûna und wir heute raunen, ganz wie braun. näheres unter rune und raunen. wie es sich immer damit verhalte, die nahe verwandtschaft zwischen braun und brinnen leidet keinen zweifel. darf man gr. φρύνη, φρῦνος, kröte, ihrer braunen farbe nach vergleichen? Bedeutungen: 11) unter braun verstehn wir eine aus gelb, roth und schwarz gemischte farbe nach verschiedner stufe, je nachdem eins oder das andere vorwaltet, und so bestimmt es sich in gelbbraun, rothbraun, schwarzbraun. Woldemar 38 heiszt es: vom höchsten braun bis zum falbesten gelb; der herbst ist der braune, weil das getraide oder das laub gelbbraun wird. das braune haar in den volksliedern wechselt mit dem gelben, blonden, nie mit dem rothen. aber der braune schild bei Uhland 208. 227 scheint was sonst der rothe, und schwarzbraune seide spinnen im liede von Ulrich bei Herder so viel als bluten, doch Uhland 14. 251. 363 die braune seide. 22) braun bezeichnet die bräunliche, von der sonne gebrannte farbe des gesichts, der wangen und arme; ein ländliches mädchen heiszt ein braunes, schwarzbraunes, nuszbraunes: brauns mägdelin, zieh dein hembdlin ab und leg dich her zu mir. Garg. 28b; was läszt du mir zur letze, mein brauns schwarz meidelein? Hoffm. gesellsch. s. 9; silber und gold geb ich darum, dasz ich ein fein braunes mägdlein bekomm, die fein züchtig wär und fromm. s. 71; das braune mädel das erfuhr. Göthe 1, 181; in Geszners idyllen kommt der ausdruck braunes mädchen oft vor, bei Gotter 1, 112 das braune milchmädchen; wenn in leisen hutfilzsöckchen meine braune trutschel geht. Hölty petrarch. bettlerode; ich mädchen bin aus Schwaben, und braun ist mein gesicht. Schubart 839. ebenso von jünglingen: auf seinen wangen ist zu schaun anstatt der jugend milch ein männlich braun. Hagedorn 2, 82; sie klopft ihm auf die braunen wangen. Gellert 1, 49; um seine braune stirn lacht ruhiges vergnügen. Uz (1768) 1, 121; willst du so nach junkern schaun und des fischersohns vergessen? freilich ist er arm und braun. Kinds ged. auch eine blume, adonis autumnalis, heiszt braunes mädchen, brunette, feuerröschen. 33) braun und blau gilt von schwarzblauen flecken, wofür schon oben s. 81 beispiele gegeben wurden: der mond hat den löwen zimlich beleuchtet, ich halte, er werde morgen braun und blau aussehen. Gryphius 1, 745; sahst du, wie er braun und blau um die nase wurde vor ärgernis? Lenz 1, 306. man sagt auch, es wird ihm braun und blau vor den augen, d. i. finster, dunkel; wenn sie nun die sonne so lange angeschauet, bis ihnen braun, blau und finster für augen kommt, so meinen sie gewis, sie haben die sonne tanzen gesehn. [] Laurenberg acerra 239. da es aber nie blau und braun, immer braun und blau heiszt, so scheint hier braun die hellere, blau die dunklere farbe anzuzeigen, was durch nnl. blond en blaauw bestätigt wird. Wie lat. livere und livor in die vorstellung von invidere und invidia übergieng, verdeutschte Notker im Boeth. 63 nunc te primum liventi oculo praestrinxit: nû êrest prûnsehôntiu zuangta sî dih, welches verbum ein subst. prûnseha, livor, invidia voraussetzt. 44) braun als epithet der nacht und des schattens drückt schwarz aus, nox atra: o monde, dessen liecht die braune nacht bestrahlt. Opitz 3, 76; zwar der Luna bleiches licht in der braunen nacht erquicket. Tscherning 229; der traumgott wollte weiter sprechen, doch itzt rief ihm die braune nacht: sie lag schon über dunkeln bächen, und Philomele war erwacht. Uz 1, 72; der tag war nun gesunken und ihren mohnsaft gosz die braune nacht herab. Oberon 2, 17; die braunen schatten der nacht. Kant 7, 381. den provenzalischen dichtern hiesz die morgendämmerung alba, die abenddämmerung bruna, oder auch albor und brunor, franz. aube und brune, ein anmutiger frauenname war Brunmatin (Renart 15666. 15712. 16441), gleichsam Aurora, vgl. altn. dagsbrûn primum diluculum. 55) als ahd. mannsname begegnet Brûno, altn. Brûni, und der bär in unserer thiersage heiszt Brûno, mhd. Brûne, wie die kuh bei den hirten häufig Braune, Brune (Tobler 81), und allgemein der braune, das pferd. da aber auch Bruna, Brunia als kosende kürzung des frauennamens Brunhilt erscheint: Brumam (l. Bruniam) filiam Athanagildis regis Wisigothorum, quae et Brunichildis dicta est. Pertz 8, 318; Brunam, quae et Brunichildis. 10, 333; auszerdem altn. eine kuh Brynja im landnâmabôk 1, 14 vorkommt; so könnten kuh, pferd und bär nach der hellen, lichten farbe benannt sein, wie die mythische valkyrja nach der leuchtenden brynja. 66) gleich andern adjectiven der farbe steht auch braun substantivisch für braune farbe: braun ist der minne bant. fastn. sp. 780, 2; braun ist der minne bot. 780, 19; braun ist ein wat mincleich. 780, 30; in braun wil ich mich kleiden gegen diesem winter kalt. Garg. 122a.
6522 Zeichen · 112 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Braun

    Adelung (1793–1801) · +7 Parallelbelege

    Braun , -er, -ste, nicht, wie oft im gemeinen Leben, bräuner, bräunste, adj. et adv. welches der Nahme einer dunkeln Far…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    braun

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    braun vereinzelt Großschreibung; einmal Zusammenschreibung ‘braungeworden’ GWB N6,436,4 EntomologStudien ; Komp ‘bräuner…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Braun

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +4 Parallelbelege

    Braun , Alex. Karl Hermann, geb. zu Plauen 1807, Jurist, von 1839 an eines der Häupter der sächs. Liberalen, 1845 Präsid…

  4. modern
    Dialekt
    Braun

    Bayerisches Wörterbuch · +6 Parallelbelege

    Braun Band 3, Spalte 3,133

  5. Sprichwörter
    Braun

    Wander (Sprichwörter)

    Braun 1. Brawn wie ein kirsch. – Agricola, 609; Campen, 74; Latendorf, 143. 2. Er ist braun und blau geschlagen. – Sandv…

  6. Spezial
    braun

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +2 Parallelbelege

    braun adj. 1 ros (rosc, rossa) 2 (gebräunt) arossé (-ssá, -ssada) 3 (sonnenverbrannt) ros (rosc, rossa), abronzé (-zá, -…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit braun

303 Bildungen · 174 Erstglied · 125 Zweitglied · 4 Ableitungen

braun‑ als Erstglied (30 von 174)

Braunscheck

SHW

Braun-scheck Band 1, Spalte 1081-1082

Brāun_s;rz

Adelung

Das Brāun_s;rz , des -es, plur. von mehrern Arten, die -e, eine Benennung, mit welcher die Bergleute so wohl eine gewisse räuberische Bergar…

braunäuglein

DWB

braun·aeuglein

braunäuglein , n die wirtin sah zum fenster raus mit irn braunäuglein klare. Uhland 734 ; sie hat zwei äuglein die sind braun, sie säh dich …

braunahrung

DWB

brau·nahrung

braunahrung , f. braugewerk: es hatte sich kein leibarzt beifallen lassen, der braunahrung zum nachtheil das wasser gesunder zu finden. Möse…

Braunau

Herder

brau·nau

Braunau , österr. Stadt am rechten Innufer, früher Festung, 2500 E., Tuch- u. Papierfabriken. Bierbrauereien, Innschiffahrt; Palm erschossen…

braunbär

DWB2

braun·baer

braunbär m . bär der art ursus arctos L.: 1839 Blumenhagen ges. w. (1837)12,337. 2004 n. zürch. ztg. (6.5.)43 a .

braunbeere

DWB

braun·beere

braunbeere , f. bacca myrtilli, schwarzbeere, heidelbeere, auch ribes nigrum.

Braunbleierz

GWB

braun·bleierz

* Braunbleierz mineralog: Pyromorphit, stark farbiges nelkenbraunes Bleiphosphat 1) es kommen dort [ Bleistadtl in Böhmen ] besonders schöne…

braunbrinzelig

PfWB

braun·brinzelig

braun-brinzelig Adj. : ' buntfarbig schillernd '. Brau'brinzelich die Buchebäm', es kranke nau' die Farwe [ Schandein Ged. 107, 233]; vgl. b…

Braundruck

GWB

braun·druck

Braundruck monochromer Farbenholzschnitt 1) in Brauntönen (als Gemäldereproduktion) Braundrücke, nach Raffaelin da Reggio .. gaben über die …

Brauneisenerz

Meyers

braun·eisenerz

Brauneisenerz ( Brauneisenstein, Limonit ), wichtiges Eisenerz. besteht aus Eisenhydroxyd H 6 Fe 4 O 9 oder 2Fe 2 O 3 . 3H 2 O mit 60 Proz. …

Braunell

RhWB

braun·ell

Braunell broŋę·l.  Neuw-Etschd Notschd f.: Kuhnamen, Braun.

1. Braunêlle

Adelung

braun·elle

1. Die Braunêlle , plur. die -n, noch häufiger im Diminutivo, das Braunêllchen, des -s, plur. ut nom. sing. ein kleiner Vogel, welchen Klein…

braunelzech

LothWB

PfWB RhWB braunelzech adj. Si. bräunlich. s. a. brunacheldich.

braun als Zweitglied (30 von 125)

ALTERSBRAUN

DWB2

alters·braun

DWB2 ALTERSBRAUN , alterbraun adj. DWB2 von alter, langem gebrauch gebräunt; zu alter B : DWB2 ⟨1856⟩ jeden altersb(raun)en thurm in: Sander…

arschkerbebraun

RhWB

arschkerbe·braun

arsch-kerbe-braun -kę·r.vəbroŋ MüEif ; -kę-r.vĭχbroŋ Eusk-Zülp Adj.: derbes Scherzw. für ‘braun’.

Blaßbraun

Campe

blass·braun

Blaßbraun , adj. u. adv. von blasser brauner Farbe; gewöhnlicher, hellbraun.

brinzelbraun

PfWB

brinzel-braun Adj. : ' dunkelbraun ', brinzelbrauⁿ [SOPf (Nachlaß Heeger ) Lambert Penns 32]; vgl. PfWB braunbrinzelig , brinbraunbrinzelig,…

britzelbraun

RhWB

britzel-braun Adj.: en bretzelbraun Gesicht sonnverbrannt Bernk-Wintring; britsə- Simm-Horn .

bronzebraun

DWB2

bronze·braun

bronzebraun adj. : 1927 Paquet städte 48. 2004 mannh. morgen (23.10.), IdS‐arch.

dunkelbraun

DWB

dunkel·braun

dunkelbraun , adj. und adv. schwarzbraun, kastanienbraun, fuscus, color cervinus Henisch 767 . couleur tanné Rädlein 205 a . die dunkelbraun…

erdbraun

DWB2

erd·braun

erdbraun adj. : 1791 Schkuhr botan. hdb. 1,285. 1966 Handke hornissen 54.

feuerbraun

DWB

feuer·braun

feuerbraun , rothbraun: feuerbraunen angesichts; rauchend in des henkels bogen schieszts mit feuerbraunen wogen. Schiller 78 b .

finsterbraun

DWB

finster·braun

finsterbraun , dunkelbraun: das volk gleich schwarzbraun oder finsterbraun. Frank weltb. 204 a .

fritschenbraun

DWB

fritsche·n·braun

fritschenbraun , eine gemischte, bunte farbe: iuch genüeget dës niht, daʒ iu unser hërre gëben hât rôteʒ gewant, grüene unde gël unde blâ un…

Gelblichbraun

Campe

gelblich·braun

Gelblichbraun , adj . u. adv . braun und ins Gelbliche fallend. So auch gelblichgrün, gelblichroth , grün, roth und ins Gelbliche fallend.

Gemeinbraun

Campe

gemein·braun

† Gemeinbraun , adj . u. adv . braun, das stark ins Graue fällt (fuscus ).

Ableitungen von braun (4 von 4)

braune

DWB

braune , f. supercilium, vgl. DWB braue und DWB augbraune , augenbraune 1, 788. 804: schwarze augen und gleiche braunen. Klinger 1, 412 ; di…

Er=braunen

Campe

Er=braunen , v. ntr. mit sein, braun werden. Uneigentlich, ◬ dunkelnd herannahen. Schon erbraunte der Abend. Kosegarten. Das Erbraunen.

Unbraun

RhWBN

Un-braun Simm-Laub n.: Farbe, mit der der untere Teil der Flurwände gestrichen wird (entstellt aus Umbra).

verbraunen

DWB

verbraunen , verb. völlig braun werden. Heinsius 4, 2, 1269 .