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blattern

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Herder
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13 in 11 Wb.
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Eintrag · Herder (Konv.-Lex., 1854–57)

Blattern

Bd. 1, Sp. 560
Blattern, Pocken (Variolae), sind ein mit Fieber verbundener, acuter, meist epidemisch auftretender Hautausschlag. Die Krankheit beginnt mit Fieber, ziehenden Schmerzen in den Gliedern und im Kreuze, und einem eigenthümlichen, schimmlichten Geruche des Kranken; am 4. Tage erfolgt der Ausbruch des Eranthems, u. zwar regelmäßig von oben nach unten, zuerst im Gesicht; es erscheinen rothe Flecken mit einem kleinen Knötchen in der Mitte, nach 3 weiteren Tagen, wenn der Ausbruch am ganzen Leibe geschehen, hört das Fieber auf, u. die Knötchen entwickeln sich weiter, bis sie die volle Ausbildung der Pockenpustel erreichen, von ovaler Gestalt, mit im Inneren fächerigem Bau und einem kleinen Eindrucke auf der Höhe, dem Nabel oder. der Delle. Mit dem 9. Tage beginnen die Pusteln zu eitern, es erhebt sich neues Fieber (Eiterungsfieber) mit Anschwellung der Theile, u. dieser Zeitraum ist gewöhnlich der gefährlichste der ganzen Krankheit. Mit dem 10. bis 12. Tage werden die Pusteln, in derselben Ordnung wie sie angefangen haben, dunkler, und platzen oder trocknen ein, und bilden dunkle, harte Schorfe. Zuletzt fallen diese ab und hinterlassen die den Pocken charakteristischen Narben, mit unregelmäßigen gezakten Rändern u. punktirtem Grunde, die zeitlebens bleiben. Ueber das Entstehen der Pocken ist man noch im Dunkel. Eine Anlage zu denselben ist bei allen Menschen, mit sehr wenig Ausnahmen anzunehmen, und sie können, ohne Ansteckung, von selbst entstehen. Einmal ausgebrochen aber wird die Krankheit besonders durch Ansteckung weiter verbreitet. Die Anlage wird am sichersten gehoben durch das Ueberstehen der Krankheit selber, aber auch die Vaccine, die Kuhpockenimpfung, vermag dieselbe zu tilgen, doch nicht mit voller Sicherheit, und ihre Schutzkraft scheint nach längerer oder kürzerer Zeit zu erlöschen. Werden indeß Vaccinirte von der Krankheit befallen, so nimmt diese eine mildere Form, die Form der Varioloiden oder modificirten B.n an. Ueber den geschichtlichen Gang der Krankheit läßt sich wenig Sicheres ermitteln. Man weiß, daß sie in China, Japan, schon vor Christi Geburt bestand, und wahrscheinlich kam sie schon in frühen Jahrh. zu uns, denn daß sie erst durch die Kreuzzüge aus dem Orient zu uns gebracht worden, ist unwahrscheinlich, und von keinem Arzte jener Zeit wird ihrer als einer erst neu entstandenen Krankheit erwähnt. Sicher ist nur, daß seit dem 13. Jahrh. die Pocken im Abendlande in immer sich wiederholenden und oft sehr verheerenden Epidemien auftreten, bis ihnen Ende vorigen Jahrh. durch Jenners Erfindung der Kuhpockenimpfung Schranken gesetzt wurden.
2601 Zeichen · 27 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Blattern

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Blattern , verb. reg. neutr. mit dem Hülfsworte haben, im gemeinen Leben, besonders Oberdeutschlandes, die Blattern habe…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Blattern

    Goethe-Wörterbuch

    Blattern mit 14 Belegen häufiger als ‘Pocken’ a Infektionskrankheit, meist im Hinblick auf den lebensbedrohenden Verlauf…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Blattern

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Blattern , Pocken (Variolae) , sind ein mit Fieber verbundener, acuter, meist epidemisch auftretender Hautausschlag. Die…

  4. modern
    Dialekt
    blattern

    Bayerisches Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    blattern Band 2, Spalte 2,1144

  5. Spezial
    Blattern

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Blat|tern pl. ‹med› (Pocken) variora f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit blattern

36 Bildungen · 11 Erstglied · 24 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von blattern 2 Komponenten

blat+tern

blattern setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

blattern‑ als Erstglied (11 von 11)

Blatternhaus

Campe

blattern·haus

Das Blatternhaus , des — es, Mz. die — häuser, ein Haus, wo Blatterkranke sind, oder auch, wo solche Kranke hingebracht werden, um dort gehe…

Blatternkrank

Campe

blattern·krank

Blatternkrank , adj. u. adv. an den Blattern krank, von den Blattern behaftet, befallen. Daher der Blatterkranke oder Blatternkranke.

Blatternnarbig

Campe

blattern·narbig

Blatternnarbig , — er, — ste, adj. u. adv. Blatternarben habend; blattergrubig, † blattermasig, pockengrubig, pockennarbig.

blattern als Zweitglied (24 von 24)

Abblattern

Campe

Abblattern , v. ntr. mit haben, die Vlatterzeit ausdauern, aushalten, die Blattern verlieren. Die Kinder haben nun bald abgeblattert. Das Ab…

anblattern

DWB

anblatt·ern

anblattern ? in der unter anblarren ausgezognen stelle Keisersbergs läszt der alte druck unsicher, ob anblarrest oder anblatrest zu lesen se…

Ausblattern

Campe

aus·blattern

Х Ausblattern , v. ntr. mit haben, die Blatterkrankheit überstehen. aufhören zu blattern. Das Ausblattern.

durchblattern

GWB

durch·blattern

durchblttern von Präfixbetonung nicht immer eindeutig zu scheiden; auch subst a etw (Buch, Schrift) blätternd überfliegen, mehr od weniger …

Fließblattern

Adelung

fliess·blattern

Die Fließblattern , sing. inus. bey den Ärzten, Blattern, welche in zu großer Menge hervor kommen, so daß sie in der Eiterung einander berüh…

kinderblattern

DWB

kinder·blattern

kinderblattern , pl. variolae, s. DWB blattern , so genannt weil ihnen besonders die kinder ausgesetzt sind: man hört von nichts als kinderb…

schafblattern

DWB

schaf·blattern

schafblattern , plur. eine den kinderblattern ähnliche verheerende seuche bei den schafen, schafpocken. Adelung ; auch eine art blattern bei…

Schaf(s)blattern

PfWB

schaf·s·blattern

Schaf(s)-blattern Pl. : wie schd., Schofblalleʳ [ LU-Altr ], -blodre [Don-Schowe Torscha Lenauheim Lovrin]. —

schutzblattern

DWB

schutz·blattern

schutzblattern , f. pl., zum schutze gegen die natürlichen eingeimpfte blattern: wo jetzt das kind .. welches nicht mit schutzblattern geimp…

Spitzblattern

Adelung

spitz·blattern

Die Spitzblattern , plur. die -n, bey den Ärzten, eine Art spitziger Blattern, zum Unterschiede von den fetten Blattern oder Fließblattern. …

steinblattern

DWB

stein·blattern

-blattern , f. ' eine art falscher blattern, welche ... mit einer harten masse angefüllt sind, ( die steinpocken )' Heinsius 4, 776 a ;

sterbeblattern

DWB

sterbe·blattern

-blattern , pocken, morbus variolae, variola maligna ( s. o. th. 2, sp. 249): da hat er ihn mit grewlichen schwartzen sterbeblattern übersch…

Überblattern

Adelung

ueber·blattern

Überblattern , verb. regul. act. überblättert, zu überblättern. 1. Eine Stelle überblättern, sie im Durchblättern übersehen. 2. Ein Buch übe…

verblattern

DWB

ver·blattern

verblattern , verb. relevari, liberari a pustulis, ausblattern: er hat schon verblattert, pustulae inarescunt. Stieler 184 . Steinbach (1734…

Viehblattern

PfWB

vieh·blattern

Vieh-blattern Pl. : 'eine Art Pocken am Euter der Kuh', Viehblattere [ NW-Dürkh BZ-Klingmst GH-Max'au ]; vgl. PfWB Blattern . SHW Südhess. I…

Windblattern

Pfeifer_etym

windblatt·ern

Pocke f. ‘Blatter, (Eiter)bläschen, Pustel’. Mnd. pocke, nd. Pocke dringt im 16. Jh. ins Hd. vor und verdrängt frühnhd. (md.) poche, (obd.) …

zündblattern

DWB

zündblattern , f. , pl., pestblattern Zedler 63, 1331 . —

Ableitungen von blattern (1 von 1)

verblattern

DWB

verblattern , verb. relevari, liberari a pustulis, ausblattern: er hat schon verblattert, pustulae inarescunt. Stieler 184 . Steinbach (1734…