Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
bewenden swV.
2 ‘etw. anwenden, verwenden, nutzen’
2.1 mit Akk.-Obj.
2.2 mit Akk.-Obj. und Präp.-Obj. ( an, umbe, ze )
3 ‘etw. bewerkstelligen, gestalten; verwandeln’
3.1 mit Akk.-Obj.
3.2 im Passiv mit Dat.d.P. und Präp.-Obj. mit ze
3.3 sô bewant ‘so beschaffen, solch’ (nur bei Wolfram)
4 Part.-Adj. bewant ‘(bluts)verwandt’ (zu mnd. und mnl. Belegen für diese Bed. s. DRW 2,264)
1 ‘den Sinn auf etw./jmdn. richten; sich zu etw. hinwenden’; mit Präp.-Obj. (an, von, ze): an si bewande ich min gemüete / und dar zuo mins herzen sin Tannh 2,51; ReinFu K,438; RvEWchr 7158; MF:Reinm 64:2,4. – sît ichs began, / sô enkunde ich nie den staeten muot / gewenden [Hs. bewenden ] rehte gar von ir MF:Hausen 1:4,8. – wie er zu Engellande / sich davor bewande Pass III 201,14 2 ‘etw. anwenden, verwenden, nutzen’ 2.1 mit Akk.-Obj.: daz wir die zit bewenden / in diser kurzen muze, / daz uns der werlde suze / [...] von Gote nu icht enleite HeslApk 446; ob man noch bewenden / diz schone holz do mochte Pass III 267,50; UrkCorp 1544,26; ErnstD 4188. – häufig mit Adverbien (wol, baz, übel): dîn gebet hâstû wol bewant Eracl 230. 1580; die reise hêt er wol bewant Wig 659. 11317; Parz 745,20; KLD:GvN 32:4,3; swenner sîne stunde / niht baz bewenden kunde Iw 24. 1584. 7875; ErzIII 56,286; er muoz sîne unmüezekeit / übel oder wol bewenden Tr 19529; NibB 640,4; Ottok 47522 2.2 mit Akk.-Obj. und Präp.-Obj. (an, umbe, ze): der het an birsen und an jagen / meistic sînen vlîz bewant UvZLanz 1543; wand er [...] / an rossen, an gewande, / an spise vil bewande MarLegPass 24,22; UrkCorp 2205,26; KvWSilv 558. – vnd sol man die zehen schillingen gen vnd bewenden vmbe essen vnd drinken UrkCorp 1216,35. – mîn rîch und diu tohter mîn / wâren wol zû ime bewant En 3987; wir haben rîchiu lant; / diu dienent uns von rehte, ze niemen sint si baz bewant NibB 115,4; Iw 2438; Eracl 2165 3 ‘etw. bewerkstelligen, gestalten; verwandeln’ 3.1 mit Akk.-Obj.: ich wil zv Krichen senden, / swie ich ez bewenden Herb 1902. 15913; vnz ez wart bewant / daz si den hailant gebar Wernh A 2490 3.2 im Passiv mit Dat.d.P. und Präp.-Obj. mit ze: iz wirt dir ze lastere bewant. / dir ne sulen hêren noh frowen / niemer mêr getrûwen SAlex 2849; wir sulen in gerîten sô nâhen in ir lant, / daz in ir übermüeten werde ze sorgen bewant NibA 174,4 3.3 sô bewant ‘so beschaffen, solch’ (nur bei Wolfram): die jehent [...], / dir [Gahmuret] enkünne an sô bewantem spiln [Heldentaten] / glîche niemen hie geziln Parz 85,21; Wh 162,23; mit eime alsô bewanden vride Parz 193,11; an sô bewantem prîse ebd. 134,10 4 Part.-Adj. bewant ‘(bluts)verwandt’ (zu mnd. und mnl. Belegen für diese Bed. s. DRW 2,264): dar na suͦlen wir die minnen al ze hant, die uns van der naturen sint bewant Lilie 58,17
MWB 1 752,16; Bearbeiter: Hoffmann