zehn ,
num., zehn. 11)
form: gemeinidg. wort; got. taíhun,
ahd. zehan,
as. tehan,
ags. tien týn,
altn. tio,
afrs. tian,
lat. decem,
griech. δέκα,
ai. dáa,
aslav. desętb,
lit. dẽszimt,
idg. *déḱ
mit unbekannter, wohl sinnlicher urbedeutung; davon ist hund
hundert, lat. centum
als idg. *dḱ-tó-m '
zehnheit (
von dekaden)'
abgeleitet, ein ausdruck, der unverkürzt noch im got. taíhun-têhund '
zehn dekaden'
auftritt, aber im ahd. ohne das letzte glied als zehanzo,
woraus später zehanzig, 100
erscheint. die obd. mdaa. bewahren den hauchlaut noch heute und haben im silbenauslaut meist sogar dessen wgerm. charakter eines reibelautes unangetastet gelassen: schweiz. zähe,
flect. zächni (<
ahd. zehaniu)
u. ä., kärnt. zögún,
flect. zöchna,
aber auch zäche
n unter übertragung des ch
auf die unflectierte form, und daneben zēne zēni
bei früher dehnung der dreisilbigen form, so zehhe: zẽné Schmeller
2 2, 1101, zêchn zêchẽ: zêne Weinhold
bair. gramm. 261,
südschwäb. Fischer 6, 1077.
ältere belege für zechen: Wackernagel
pred. 68, 68,
altd. pass. 192
Wackernell, die z. gebot
bibl. ält. schriftw. d. Schweiz I 1, 87, z. gulden
Endinger judenspiel 92
ndr., in z. tagen
Arigo dec. 1
K., -ä- A. a
s. Clara
Judas 130; zechne: A. Dürer
underweys. F 4
e (
nürnbergisch jetzt nur noch zä zäa), Herold-Forer
Gesners thierb. 49.
doch bereits zêne zên
bei Notker,
ein befund, dem das verhalten der modernen mdaa. entspricht; so im gesamten übrigen Deutschland, vgl. schon as. tein;
ebenso mnd.; im nnd. weithin zweisilbig als teigen teggen
oder teiden,
einsilbig gelegentlich schon mhd.; contrahiertes zên
nam. md. früh (zhen soldenern gegeben
Marienb. treszlerb. 390
Joachim),
setzt sich schriftsprachlich erst spät durch; zwar gestattet schon Bellin
hd. rechtschr. (1657) 138 zehn
neben zehen
und mehren sich im 18.
jahrh. die fälle mit zehn,
jedoch ist zehen
bei Göthe
noch bevorzugt. heute hat sich zehn
durchgesetzt. gelegentlich für zehend (
s.zehnt),
daher denn anderseits auch zehend
für zehen: innerhalb zehend tagen
schwäb. 1541 Fischer 6, 1077; zechent
Augsb. chron. 4, 376. 22)
flexion und syntax: a)
als attribut unmittelbar vor dem substantiv von jeher unflectiert: in stat zehen burgo
in Decapolim Tatian 53, 14; fon then zehen thiornon Otfrid IV 7, 63; ein kint under zehen jâren Hadamar 524
St.; z. jahre Göthe 23, 74
W.; die z. ersten capitel Immermann 1, 45
H.; alle z. schüler; meine z. häuser; b)
im wgerm. flectiert in der stellung hinter oder ohne substantiv mit allmählicher minderung des gebrauchsumfanges; das got. kennt flexion nur im gen. und dat. im falle α und γ;
α)
als nachstehendes attribut: ein circkelrisz, des diameter sol acht teyl haben, wie die quadratur zechne hat A. Dürer
underweysung F 4
e; sy sol under vier jaren und nit über zechne seyn Herold-Forer
Gesners thierb. 49; in hundert fällen gegen z-e Gerstenberg
rec. 225; so bleibt
er uns, der vor so manchen jahren — schon zehne sinds! — von uns sich weggekehrt Göthe 16, 168
W.; β)
auch wenn das substantiv aus dem zusammenhange ergänzt werden musz: es muosz ein arbeyt ernstlich mit allen zehenen (
d. h. fingern) angriffen sein
sprichw. klugreden (1548) 100
a; war schon in z-e (
mädchen) verliebt Nestroy
ges. w. 1, 75; alle meine zehne (
kinder) U. Bräker
s. schr. 1, 166;
s. 3
b. c; in beiden fällen die endung heute schriftsprachlich aufgegeben, vgl. er fände zehen für eine (
d. h. frau) im ort Göthe 12, 6
W.; γ)
als substantiv, über das got. hinaus: þai taihun
Mark. 10, 41; niu taihun gahrainidai waurþun?
Luk. 17, 17 = eno iâ uurdun zeheni giheilte?
Tatian 111, 3; thie zeheni 112, 24; das kann unter z-en neunen begegnen Lessing 10, 158
M.; geschmack hatte der gehabt für z-e W. v. Polenz
Grabenhäger 2, 129;
gewöhnlich aber jetzt endungslos: asz und trank für zehn v. Ebner-Eschenbach
ges. schr. 1, 95;
von z.
hängt ein genitiv ab: tehani treuhaftera liodio
as. gen. 240; ir zehene lâgen tôt
livl. reimchron. 6075
Meyer; später ohne endung: zehen gelehrter Fischart
prakt. 9
ndr.; der jahre zehen Rückert
ges. poet. w. 1, 75;
lat. syntax verräth: begeret, im zehen die wysesten ze senden Steinhöwel
Äsop 6
Öst.; δ)
als bloszes zahlwort: zahl von z-en
decas Stieler 2605; z-e gegen eins wetten Lessing 9, 52
M.; mundartlich auch die z-e '
die zahl 10',
wo man auch viere ... z-e ... zwölfe
zählt; ε)
im ahd. wurde z.
als i-
subst. gebogen (
m. f. nom. zehini zecheni,
mhd. zêne,
gen. -io,
dat. -im)
und ein n. angefügt (zehiniu,
afrk. zehinu,
daraus zëeniu zêniu).
ein jüngerer pronominaler genitiv begegnet selten: von zwayer oder dryer oder joch von zechner mannen wegen
N. v. Wyl
translat. 40
K., wo die endung der beiden ersten genitive auf z.
übernommen ist; analogische bildung ist auch zehnerlei,
und ein fall zehener kinder vater Campe
wb. 5, 824
b wirkt verdächtig; ζ)
reste der ahd. endungen, sogar um ein neues f. vermehrt, leben im süden des hochalem. gebietes fort: tsęhə
f. tsEchnu,
n. tEhu,
f. tsEchno,
n. tsEchni (
Visperterminen),
das n. auch weiter verbreitet. 33)
gebrauch: als bestimmte zahlangabe a)
für allerlei dinge oder geschehnisse: nachdem sie zehen jar im lande Canaan gewonet hatten
1. Mos. 16, 3; mit ... z. elephanten nach der halbinsel gesendet Mommsen
röm. gesch. 2, 11; b)
von dingen, die zu zehn eine einheit bilden: die z. finger,
wobei finger
nicht selten unausgedrückt bleibt: (
die weisen,) wann sie ins kot fallen, so fallen sie mit allen zehen darein
sprichw. klugreden 165
b; alle z. danach lecken Wander
sprichwörterlex. 5, 517; alle z-e Müller-Fr. 2, 696
b; die z. zehen;
vgl. zehnender, -füszler; die Trojens burg zehn jahre lang bekriegt Gottsched
ged. (1751) 8; die eintheilung des (
deutschen) reiches in die z. kreise Ranke
dtsche gesch. 1, 132; c)
als stundenangabe mit uhr,
das in freierem stil fehlen darf: umb zehen uhr Fischart
glückh. schiff 16
ndr.; z. uhr vorbey Iffland
theatr. w. 1, 32; höre ich ... die ... uhr z. schlagen Storm
w. 1, 217; der Diktes hat schon z-e getüt O. Ludwig
ges. schr. 2, 39; umb die zechne in der nacht P. Etterlin
kronika v. d. eydtgen. 89; bis um z. H. v. Kleist 1, 372
E. Schm.; um halb z. Storm
w. 1, 16;
mundartlich um z-e: Fischer, Martin-L.
u. a.; vgl. zehnebrot,
n., Frischbier 2, 489
b, zehnuhre,
n., Fr. Schön
Saarbr. 189
b und mit weitestgehender kürzung zǟchni
schweiz. (
Jaun), zehni,
n., els. (Martin-L. 2, 896
b)
frühstücksbrot, frühstück; d)
im zählen und rechnen: zechen, aindleff, czwelff, dreyzechen
altdtsche passionsp. 192
Wackernell; umb zehen zehenstund als vil Schmeller
2 2, 1101; gaben im zehen mol meer Eberlin v. Günzburg
s. schr. 1, 82
ndr.; fing an, eins z-e hunderttausend zu zehlen Chr. Reuter
Schelm. 1, 111
ndr. vollst. ausg.; zehen mahl hundert ist tausend
ebda; kam mit der rechnung bis auf zehen Gryphius
lustsp. 52;
zusammengesetzt: dreizehn
bis neunzehn
und zehntausend,
früher auch zehnhunderttausend (
noch häufiger zehnmal h.,
s.zehnmal)
für jetziges eine million,
s. Eberlin v. Günzburg 1, 7
ndr.; Kramer
teutsch-it. 2, 1429
a;
das seltene zehnhundert
s. sp. 452;
im übrigen vgl. th. 9, 2776
und 10, 781;
distributiv: je zehen, je zehen und zehen Kramer
teutschit. 2, 1428
c; wurden hundert vergoldete pfaueneier, immer z. und z., in reihen gelegt Cl. Brentano
ges. schr. 5, 141; e)
procent: zehen von hundert zahlen Kramer 2, 1428
c; wenn man von ihm auf z. pro cent erborgt v. Cronegk
schr. 2, 24; f)
etwa zehn: bleibe ain tag zehen zwölf bei mir Schaidenreisser
Od. 17
b; einen tag oder zehen
1. Mos. 24, 55; ein z. oder zwölfftausend reichsthaler werth Gryphius
lustsp. 72; so wollt ich gern ein z. jahre eher sterben Lenz
ges. schr. 1, 11; ein jahrer zehn O. Ludwig
ges. schr. 2, 332; sachen, so vor zehen, zwölf oder mehr jahren gemacht worden Neumark
fortgepfl. musik.-poet. lustw. 1, 7; über zehen oder zwölff tage Grimmelshausen 4, 567
K.; und ziehe schon an die zehen jahr ... meine schüler an der nase herum Göthe 14, 27
W. (
Faust 361); g) zehen im cartenspiel Hulsius 281
b,
s.zehne,
f.; h)
selten als n. subst.: Filidors geharnschter Venus erstes zehen Stieler
geharnschte Venus 11
ndr.; i)
in masz- und gewichtsbezeichnungen setzt sich seit der mhd. zeit mehr und mehr die flexionslose form des substantivs, ausgehend vom n. in zehen fasz, jahr,
wozu zehen taler, finger
treten, durch: den z. pfund schweren koht
pol. maulaffe 24; z. fusz ins gevierte E. Th. A. Hoffmann
s. w. 14, 149; sprang ... zehen schuh hoch Tieck
schr. 1, 120;
aber: war ich z. schritte gegangen G. Keller
ges. w. 4, 53; zehen jahre dienen Th. Abbt
verm. w. 6, 2, 13; der sich z. jahr ... aufgehalten Herder 5, 11
S.; das kostet z. pfennig,
aber: ich hatte nur noch z. pfennige; 44)
besondere, meist formelhafte verwendung: 4@aa)
einer gruppe von neunen steht der zehnte gegenüber: sind ihrer nicht zehen rein geworden? wo sind aber die neune?
Luk. 17, 17; das kann unter z-en neunen begegnen Lessing 10, 158
M.; 4@bb)
wetten: ich wette z-e gegen eins 13, 182
M.; z. gegen eins, ich soll mit ihm frühstücken Fontane
ges. w. I 5, 153; z-e jejen eens wetten Brendicke
berlin. 195
a; 4@cc)
ähnlich werden zehn als eine grosze menge einem einzigen falle gegenübergestellt, namentlich in sprichwörtern: wo sie an eynem ortt das wortt zuo Miltenberg unterdruckt haben, da sols an andern zehen auffgehen Luther 15, 77
W.; ir sach mit worten schön verblümen und sich der zehen thun berhümen, der sie nicht eins zu thun vermögen B. Waldis
Esopus 1, 50
Kurz; ein vater kan mit ehren zehen kinder wol eh erneren, denn zehen kinder einen vater H. Sachs 7, 437
K.; wie wenn ein narr mehr fragen kündte, denn zehen weisen antworten? Luther 26, 462
W.; ein narr macht zehen
sprichw. klugred. 22
a; es spilen sich eh zehen arm dann einer reich 99
a; eine henne kan mehr verscharren als zehen häne erspahren Pistorius
thes. paroem. 384; eyn handtwercker solde thein renthener Oeuertheren Tappius
adag. A 8
β; was einer nit thuot, das thuond zehen streych S. Franck
sprüchw. (1545) 1, 22
b; ein nimm hin ist besser dann zehen gott helf dir Lehmann
flor. pol. (1662) 1, 258; es ist besser ein vogel im käfig als zehen auffm baum 1, 272; es ist besser ein augen- dann zehen orenzeuge Tappius
adag. B 3
α; man soll lieber zehen ehrlich machen als einen zum schelmen Eisenhart
grundsätze 78; besser ists zehen schuldige losz machen als einen unschuldigen verdammen Lehmann
flor. pol. (1662) 3, 30; der einn erwürgt, darff zehen ermörden
sprichw. klugred. 143
b; besser zehen (
kinder) unehelich gezeugt als ein eintziges umgebracht Pistorius
thes. paroem. register; freund in der not gehn zehen auff ein lot S. Franck
sprüchw. (1541) 1, 142
a; er thuot zehen lüg in einem athem
sprichw. klugred. 108
a; ein damenhertz gilt mehr als zehen andre hertzen Hoffmannswaldau
ged. 2, 129; die bauern glauben mir immer eher zehen als dem pfarrer ein halbes Pestalozzi
Lienh. 1, 29; wie itzo die seiten auf der laute, deren wohl zehen aufgezogen werden, ehe man eine findet, die rein klinget Butschky
Pathmos 139; ich verhandelte diese dinge wieder, und ob ich dabei gleich wieder z. für eins gewann Göthe 43, 74
W.; auch im gegensatz zu gröszeren zehnereinheiten: er hat für zehen gesatzt, daran sich dreyssig liessen benuogen Albr. v. Eyb
dtsche schr. 1, 74; von tausenden, die man begräbt, ... sind zehne kaum von funfzig jahren Gottsched
ged. 165; tausend fallen, wo noch zehen aufrecht stehn Hölderlin
ges. dicht. 1, 41
Li.; 4@dd)
zur bezeichnung einer unbestimmten, als grosz empfundenen zahl: die andern straffen und penen ... solt man tzehenn ell tieff begraben in die erden Luther 6, 445
W.; ehe ich wollte erzurnen die christliche kirche ..., ich woltte eher zehen helse verlieren und zehen mahl todt sein 33, 626
W.; wenngleych zehen Esaias oder Paulus solchs hetten verkündigt 18, 410
W.; je mer, je besser; kämind noch zehen!
N. Manuel
papst 19
B.; dasz er zehen kluge worte hinter einander geredet Liscow 450; ich sah bald aus, als hätte ich schon z. jahre im grabe gelegen Immermann 1, 14
H.; ich wollt, ich wäre z. meilen von hier maler Müller
w. 1, 170; und ich, zehn toden reicht ich meine brust H. v. Kleist
w. 1, 260
E. Schm., u. ö.; mich aber bringen keine z. pferde mehr aus meinem elend in die höhe W. Raabe
Horacker 97;
allgemein üblich; z. schritt vom leibe
weit ab von mir Brendicke
berl. 195
a; wennzehnmal
wenngleich Müller-Fr. 2, 696
b, Meisinger
Rappenauer wb. 211
a;
vgl. zu 4
auch die dialektwörterbücher; 55)
die bedeutung der zahl zehn ist a)
in der bibel aus ihrer häufigen verwendung ersichtlich: also nam der knecht zehen kamel
1. Mos. 24, 10; armringe ... zehen sekel golds schweer 22; das zehen weiber sollen ewr brot in einem ofen backen
3. Mos. 26, 26; eine halle ..., zwenzig ellen lang ... und zehen ellen breit
1. Kö. 6, 3; zween cherubim, zehen ellen hoch 23,
ö.; psalter von zehen seiten
ps. 33, 2; das vierde thier ... hatte zehen hörner
Dan. 7, 7;
offenb. 12, 3; die weisheit sterckt den weisen mehr, denn zehen gewaltigen in der stad sind
pred. 7, 19; er schreib auff die tafeln solchen bund, die zehen wort
2. Mos. 34, 28;
danach die z. gebote
der christlichen lehre: H. Sachs 1, 70
K.; N. Manuel
todtentanz str. 4
B.; allgemein; sogar: die z. märkischen gebote H. v. Kleist
w. 3, 52
E. Schm.; zehn plagen kommen über Ägypten:
2. Mos. 7
ff.; die zehn städte: Mark. 5, 20;
die dauer der schwangerschaft wird weish. 7, 2
auf zehn monate berechnet; so auch: das ich dich zehen monat under meinem hertzen getragen ... hab Carbach
Livius 37
r,
im recht als sicherste bestimmung einer rechtmäszigen geburt, s. Zedler
univ.-lex. 61, 943;
ferner: Lehmann
flor. pol. (1662) 1, 117; b)
bei Griechen und Römern im gewöhnlichen leben wie im recht häufig, vgl. οἱ δέκα als attische und die decemviri als römische behörde, die ältere römische jahreseintheilung in zehn monate (
der december war der letzte monat)
; s. auch zehnt (
für a und b); ein rath der zehn
in Italien: Gaudy
s. w. 13, 18; E. Th. A. Hoffmann
s. w. 7, 133
Gr.; zehenman
decemvir Frisch 2, 467
b; c)
eine geringe rolle spielt die zahl zehn dagegen bei den Germanen; im cult und volksglauben bedeutet sie nichts (
vgl. aber die drei, sechs, sieben, neun),
und im handel, wo sich jetzt das decimalsystem unter übernahme romanischer systeme durchgesetzt hat, war die zwölfzahl neben der zehn u. -a. zahlen maszgeblich; das recht kennt nur geringe spuren, und nach Jac. Grimm
rechtsalt.4 1, 298
scheint zehn den auf neun folgenden ersten zu bezeichnen (
vgl.zehnte):
verbannung von zehn jahren, verjährung nach zehn jahren, zehntägige berufungsfrist (
rechtsalt.4 2, 506);
zehn jahre sind bei den Angelsachsen und Westgoten früheste mündigkeit: ebda 1, 573;
vgl. der adel setzt Carolum simplicem ... zehen jar alt zuom künig S. Franck
chron. Germ. (1538) 84
a; zehen jar ein kindt, zwentzig jar ein jüngling, dreissig jahr ein man
sprichw. klugred. 76
b;
häufiger nach einführung des römischen rechtes; 66)
vgl. auch als concurrierende bezeichnungen die lat. lehnwörter decher
zehn stück (
th. 2, 880), dechgeld (881)
und das ahd. techamôn,
mhd. (
rhein.) dechmen, dechen
decimare, die schweine zur eichelmast gegen das zehnte thier geben (Jac. Grimm
rechtsalt.4 2, 44)
sowie as. degmo
zehnte.