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wechsel

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Campe
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Wechsel Der

Bd. 5, Sp. 601a
Der Wechsel, — s, Mz. gl. 1) Der Zustand, da eine Veränderung auf die andere folgt, und oft die frühere wieder eintritt, da die folgende Veränderung gleichsam an die Stelle der vorhergehenden tritt. Den Wechsel einer Sache ruhig abwarten. »Neunzig Mahl hab' ich jetzt den Wechsel der Jahreszeiten gesehen.« Geßner. Der Wechsel des Mondes, oder der Mondwechsel, die Veränderung am Monde, in Ansehung seines Standes gegen die Erde und seines Lichts. Der Wechsel der Wetter, im Bergbaue, der Zug der Luft, wenn die untere Luft ausziehet und dagegen frische einziehet. Die Tugend ist dem Wechsel der Zeit nicht unterworfen. »Alle Leidenschaften in ihren Wechseln.« Sonnenberg. 2) Die Handlung, da man wechselt. (1) Die Handlung, da man seinen Aufenthalt wechselt, bald an einem Orte befindlich, bald von demselben wieder entfernt ist, oder da man an einem Orte ein= und ausgehet. So gebrauchen es die Jäger von dem Hirsche, welcher seinen Wechsel an einem Orte hat, wenn er an demselben mehrmahls getroffen wird. (2) Die Handlung, da man eins gegen oder für das andere thut, da man, was uns der Andere thut, durch etwas Ähnliches erwiedert. Der Wechsel der Briefe, der Worte, der Blicke; der Briefwechsel, der Wortwechsel. Besonders die Handlung, da man ein Ding gegen das andere giebt, wo in den meisten Fällen Tausch üblicher ist. Einen Wechsel treffen, einen Tausch. Einen Wechsel mit Gelde vornehmen, gegen Geld, welches man giebt, anderes wieder bekommen. 3) Ein Ding, welches gegen ein anderes gegeben, angebracht wird. So nennt man im Bergbaue den Wechsel ein neues Stück Bauholz, welches an die Stelle eines schadhaften eingesetzt wird. I engerer und gewöhnlicher Bedeutung, ein Ding, welches man gegen ein anderes hingiebt, durch welches gewisse Veränderungen von beiden Seiten vorgehen. So wird eine Schuldverschreibung, zu deren Sicherheit man sich mit seinem Vermögen und seiner Person verbürgt, und für deren Nichtzahlung zur Verfallzeit man mit seiner eigenen Person büßen muß, ein Wechsel genannt, wobei man gegen das Geld, welches man empfängt, seine Verschreibung und damit gleichsam so viel von seinem Vermögen, als jenes Geld beträgt, oder seine eigene Person hingiebt; bestimmter der eigene Wechsel. Einen Wechsel ausstellen. Geld auf Wechsel borgen. Einem Andern Geld auf Wechsel leihen. So wird auch eine Anweisung, an einen Dritten Geld auszuzahlen, welche, wenn sie einmahl angenommen ist, die Rechte des eigenen Wechsels hat und darum in der Handlung auch anstatt baren Geldes angenommen wird, ein Wechsel genannt (trassirter Wechsel, Tratte). Einem Entfernten Geld in Wechseln übermachen. Einen offenen Wechsel haben, eine solche Anweisung von einem sicheren Hause auf unbestimmte Summen, worauf man, wenn man sie vorzeigt, von andern Handelshäusern Gelder ziehen kann. Einen Wechsel auf jemand ziehen lassen, d. h. ausstellen lassen. Einen Wechsel annehmen, d. h. sich dadurch zur Auszahlung desselben bereitwillig erklären, durch Bemerkung auf dem Wechsel, daß man ihn annehme. Einen Wechsel übertragen, ihn und das darauf zu empfangende Geld an einen Andern übertragen, indem man dies auf der Rückseite desselben gewöhnlich mit den Worten: Für mich an N. N. mit Bemerkung des Ortes, wo man sich aufhält und der[] Tages= und Jahreszahl bemerkt (einen Wechsel endossiren oder giriren). Einen Wechsel abweisen, ihn nicht annehmen und die Auszahlung desselben verweigern (ihn protestiren). Da es gewöhnlich ist, daß den entfernten Beflissenen auf hohen Schulen die nöthigen Gelder in Wechseln übermacht werden, so geschieht es auch, daß daselbst, und auch sonst im gemeinen Leben, bar übermachtes Geld zuweilen uneigentlich ein Wechsel genannt wird. Seine Wechsel erwarten, erhalten. Frische Wechsel schicken. 4) Ein Ding, welches in einem andern eine gewisse Folge von Veränderungen hervorbringt, in welchem Sinne bei den Uhrmachern diejenigen Räder, welche den Stunden= und Minutenweiser herumdrehen, Wechsel genannt werden. 5) Der Ort, wo gewechselt wird, wo zwei Dinge mit einander wechseln ; in mehrern Fällen des gemeinen Lebens. So ist bei den Jägern der Wechsel, sowol der Ort, wo ein Wildbret ab und zugehet, auch der Wandel, als auch der Ort, wo die Jagdtücher zusammenstoßen. I Bergbaue nennt man, sowol den Ort, wo die Theile eines Flötzes von einem Gange oder von einer Kluft getrennt werden, als auch überhaupt den Ort, wo ein Ding aufhöret und ein anderes gleicher Art anfängt, den Wechsel. Der Wechsel der Fahrten, der Ort, wo die eine Fahrt aufhöret und die andere anfängt. I den Wasserkünsten ist der Wechsel ebenfalls sowol der Ort, wo zwei Röhren zusammenstoßen, als auch eine kleine Röhre, welche zwei größere verbindet. Derjenige Ort, wo zwei Felgen in der Mitte zusammentreffen, wird von den Wagnern ebenfalls der Wechsel genannt. I N. D. spricht man Wessel.
4814 Zeichen · 52 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    wechselst. M.

    Köbler Mhd. Wörterbuch

    wechsel , st. M. Vw.: s. wehsel

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Wêchsel

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Der Wêchsel , des -s, plur. ut nom. sing. von dem folgenden Verbo wechseln, welches in verschiedenen Bedeutungen gebrauc…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Wechsel

    Goethe-Wörterbuch

    Wechsel [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Wechsel

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +3 Parallelbelege

    Wechsel . W. recht (lat. jus cambiale ), W. kunde, W.wissenschaft , umfaßt im Handelsrecht die Lehre vom W. verkehr. Die…

  5. modern
    Dialekt
    Wëchsel

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    PfWB LothWB RhWB Wëchsel [Waksl S. O. Bf. K. Z. ; Wæksl Str. W. ] m. 1. Geldwechsel. Rda. Ër macht e Gsicht wie n-e prot…

  6. Sprichwörter
    Wechsel

    Wander (Sprichwörter)

    Wechsel 1. Der Wechsel ist angenehm. – Schamelius, 206, 8. »Der Wechsel ist voll lust und nutz.« ( Froschm., CV. ) Lat. …

  7. Spezial
    Wechselm

    Dt.-Russ. phil. Termini · +2 Parallelbelege

    Wechsel , m замена , ж

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit wechsel

708 Bildungen · 501 Erstglied · 206 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von wechsel

wech + -sel

wechsel leitet sich vom Lemma wech ab mit Suffix -sel.

wechsel‑ als Erstglied (30 von 501)

Wechselgut

SHW

Wechsel-gut Band 6, Spalte 321-322

wechselacker

DWB

wechsel·acker

wechselacker , m. acker, dessen nutznieszer abwechseln: schuf man ( im 12. jahrh. ) allmendeland um zu wechselacker und wechselwiese handwb.…

Wechseläcker

Meyers

Wechseläcker , s. Landwirtschaftliche Betriebssysteme (3a: Egartenwirtschaft).

wechseländerung

DWB

wechsel·aenderung

wechseländerung , f. nur bei Hohberg belegt, verstärkend für änderung: ( Sicilien ) hat vor das feste lant des wälschen reichs berührt; was …

Wechselahnung

Campe

wechsel·ahnung

○ Die Wechselahnung , Mz. — en , eine wechselseitige Ahnung. »Das Gefühl der Bewunderung ist so natürlich — wie die Wechselahnung großer See…

wechselalp

DWB

wechsel·alp

wechselalp , f. von zwei oder mehr gemeinden abwechselnd benutzte alp Martiny wb. der milchwirtschaft 137 . —

wechselamt

DWB

wechsel·amt

wechselamt , n. dessen inhaber abwechseln Krämer 1214 . Stieler 43 , vgl. DWB wechselherr . —

wechselannehmer

DWB

wechsel·annehmer

wechselannehmer , m. der einen auf ihn ausgestellten wechselbrief anerkennt und annimmt, acceptant Zedler 53, 1074 . —

wechselanspruch

DWB

wechsel·anspruch

wechselanspruch , m. pl. veränderliche ansprüche: das böse unterordnen der ewigen unveränderlichen ansprüche ... unter die zeit- und wechsel…

wechselanziehung

DWB

wechsel·anziehung

wechselanziehung , f. wechselseitige anziehung Kant 8, 320 . auf geistigem gebiet: mit wechselanziehung äuszert sich die geselligkeit, neue …

wechselanzug

DWB

wechsel·anzug

wechselanzug , m. zweiter anzug zum wechseln ( vgl. wechselkleid): nur mit einiger wäsche, nebst einem wechselanzug in meinem leichten mante…

wechselarbeit

DWB

wechsel·arbeit

wechselarbeit , f. wechselseitige arbeit: dieses lehren und lernen jedoch, dieses mittheilen, diese wechselarbeit gab uns ein gute unterhalt…

wechselarmig

DWB

wechsel·armig

wechselarmig , adj. mit abwechselnden armen geschehend: mit ... wechselarmigem aufkippen der ellenbogen Jahn 2, 60 . —

wechselarrest

DWB

wechsel·arrest

wechselarrest , m. wechselhaft Rabener 3 (1752) 396 ; die ( juden ) müssen mich hier in wechselarrest setzen Immermann Münchh. 2 1, 65. —

wechsel als Zweitglied (30 von 206)

Wortwechsel

RDWB1

Wortwechsel m (kein Bezug zu "обмен") спор, стычка, ссора, перепалка, перебранка разг.

abwechsel

DWB

abwechsel , m. alternatio, permutatio. das gold bringen sie an sich durch tausch und abwechsel. Frank weltb. 224 b ; darumb nennet die schri…

Anwechsel

DRW

anwech·sel

Anwechsel Wechsel, Tausch in een reghte anwesle 1338 InvNichtstaatlArchWestf. I 768 dertyen můdde winterrogge ..., in enen anwisseel 1342 Gr…

aufwechsel

DWB

auf·wechsel

aufwechsel , m. agio beim wechseln des gelds, franz. le rompu: münzordn. von 1524 §. 22; umbsunst, on einicherlei dauschel noch gelts wert o…

auswechsel

DWB

aus·wechsel

auswechsel , m. commutatio: auswechsel des geldes, der gefangnen. bergmännisch, die zimmerung im schacht.

ballwechsel

DWB2

ball·wechsel

ballwechsel m. : 1965 war nach 15 minuten noch keine satzentscheidung gefallen, mußte der spieler, der den aufschlag hatte, bei 12 ballwechs…

Barometerwechsel

GWB

barometer·wechsel

Barometerwechsel Veränderung des Barometerstandes mich hat die Äußerung: daß doch der großen Bedeutsamkeit des B-s mehr Aufmerksamkeit möge …

Beamtenwechsel

GWB

beamten·wechsel

Beamtenwechsel [ betr Royal Society of London ] 1660 .. Dec. 12. Constitution wegen der äußern Form der Gesellschaft .. Ein engerer Ausschuß…

Blankowechsel

DERW

blanko·wechsel

Blankowechsel, M., ›- etwa hinsichtlich der Wechselsumme - noch nicht vollständig ausgefüllter Wechsel‹, 19. Jh.?, s. blanko, Wechsel

blickwechsel

DWB2

blick·wechsel

blickwechsel m . (zu DWB2 2 a ): 1859 in: Sanders erg.‐wb. (1885) 615 a . 2006 frankf. rundschau (10.11.)15 e .

Blumenwechsel

GWB

blumen·wechsel

Blumenwechsel idVbdg ‘Blumen- und Zeichenwechsel’; Anwendung der Blumensprache (sd) GWB 7,124,1 DivNot Titel Andrea Ebert A. E.

briefwechsel

DWB

brief·wechsel

briefwechsel , m. dasselbe: unser briefwechsel geriet ins stocken, lebte wieder auf, wurde unterbrochen und aufgehoben.

damenwechsel

DWB2

damen·wechsel

damenwechsel m. : 1823 Goethe IV 37,201 W. DWB2 B zuss. mit 1 dame B 2. das erste kompositionsglied hat gewöhnlich die form damen-, gelegent…

DATOWECHSEL

DWB2

dato·wechsel

DWB2 DATOWECHSEL m. DWB2 zuss. mit dato adv. innerhalb einer bestimmten frist nach dem ausstellungstag fällig werdender wechsel: DWB2 1791 b…

datumswechsel

DWB2

datum·s·wechsel

datumswechsel m. : 1957 ( man ist gewohnt, den tagesbeginn ) auf die mitternacht anzusetzen, um einen datumswechsel im laufe des hellen tage…

departementswechsel

DWB2

departement·s·wechsel

departementswechsel m. : 1968 n. zürcher ztg. 107,25. DWB2 2 zuss. mit departement 2. DWB2 a konkreta, vor allem individuelle und kollektive…

dienstbotenwechsel

DWB2

dienstboten·wechsel

dienstbotenwechsel m. : 1861 dieser unerwartete dienstbotenwechsel in der Hartburg Holtei erz. schr. 5,103. DWB2 2 für dienstboten bestimmte…

dienstwechsel

DWB2

dienst·wechsel

dienstwechsel m. : 1793 Archenholtz siebenj. krieg 2,344. 1897 Fontane ges. w. ( Berl. o. j. ) I 10,154.

Ableitungen von wechsel (1 von 1)