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wechsel

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Adelung
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Wêchsel

Bd. 4, Sp. 1420
Der Wêchsel, des -s, plur. ut nom. sing. von dem folgenden Verbo wechseln, welches in verschiedenen Bedeutungen gebraucht wird. 1. Von dem Zustande, der Zustand, da eine Veränderung auf die andere folgt, die Abwechselung, Veränderung; am häufigsten ohne Plural. Den Wechsel einer Sache abwarten, ihre Veränderung. In dieser allgemeinen Bedeutung ist es veraltet; und man gebraucht es nur noch zuweilen in der dichterischen Schreibart, um der Kürze willen, aber gewiß nicht um einer größern Anschaulichkeit willen, von der Zeitfolge und den mit derselben verbundenen Veränderungen. Die Tugend ist nicht dem Wechsel der Zeit unterworfen. Neunzig Mahl hab ich jetzt den Wechsel der Jahreszeiten gesehen, Geßn. Der Mondswechsel, die scheinbare Veränderung an dem Monde. In dem Bergbaue ist der Wechsel der Wetter, der Zug der Luft, wenn die untere Luft aus-, frische aber dafür einziehet. 2. Von der Handlung; auch ohne Plural. (1) Die Handlung, da man an einem Orte aus- und eingehet; nur bey den Jägern, der Hirsch hat seinen Wechsel an einem Orte, wenn er mehrmals daselbst angetroffen wird. (2) Die Handlung, da man ein Ding gegen das andere gibt; wofür doch jetzt Tausch üblicher ist. Einen Wechsel treffen, einen Tausch. Man gebraucht es nur noch in einigen Zusammensetzungen. Briefwechsel, die Correspondenz. Der Geldwechsel, da man ein Geschäft daraus macht, eine Geldsorte für die andere zu geben, welches auch zuweilen der Wechsel schlechthin genannt wird. 3. Nach einer von der vorigen Bedeutung entlehnten Figur wird Wechsel oder Wechselbrief in der Handlung von einer doppelten Art Verschreibungen gebraucht. (1) Ist der Wechsel, oder bestimmter, der eigene Wechsel, eine Schuldverschreibung, welche im Falle der Nichtzahlung zur Verfallzeit den Verhaft des Schuldners nach sich ziehet. Einen Wechsel ausstellen. Geld auf Wechsel borgen. Einem Geld auf Wechsel leihen. (2) Eine Anweisung, welche, wenn sie einmahl angenommen worden, die Rechte des vorigen Wechsels hat, und daher in der Handlung Statt baaren Geldes angenommen wird. Sie wird, zum Unterschiede von dem vorigen, ein trassirter Wechsel, oder auch eine Tratte (von einem Italiänischen Worte) genannt. Einem Geld durch Wechsel übermachen. Einen offenen Wechsel haben. Einen Wechsel auf jemand ziehen, d. i. ausstellen, annehmen, acceptiren, indossiren, protestiren lassen. (3) Nach einer noch weitern Figur wird zuweilen im gemeinen Leben, besonders auf Universitäten, auch wohl übermachtes bares Geld der Wechsel genannt. Seinen Wechsel bekommen, darauf warten. 4. Ein Ding, welches eine gewisse Folge von Veränderungen in dem andern hervorbringt. In dieser Bedeutung werden nur bey den Uhrmachern diejenigen Räder, welche den Stunden- und Minutenzeiger herum führen, Wechsel genannt. 5. Dasjenige, was mit einem andern abwechselt, nur in einigen Fällen. So ist im Bergbaue der Wechsel ein neues Stück Bauholz, welches Statt eines schadhaften eingesetzet wird. 6. Derjenige Ort, wo zwey Dinge einer Art mit einander abwechseln, in vielen Fällen des gemeinen Lebens. Im Bergbaue wird sowohl der Ort, wo die Theile eines Flötzes von einem Gange oder einer Kluft getrennet werden, als auch überhaupt, wo ein Ding aufhöret, und ein anderes gleicher Art anfängt, der Wechsel genannt. Der Wechsel der Fahrten, wo eine Grubenleiter aufhöret, und eine andere anfängt. Bey den Jägern ist es theils der Ort, wo die Jagdtücher zusammen stoßen, theils der Ort, wo ein Wildbret gern hin und wieder gehet, welcher letztere auch der Wandel genannt wird. In den Wasserkünsten ist der[] Wechsel so wohl der Ort, wo zwey Röhren zusammen stoßen, als auch eine kleine Röhre, welche zwey größere verbindet. Auch die Wagner nennen denjenigen Ort, wo zwey Felgen in der Mitte zusammen stoßen, den Wechsel. Anm. Das Wort ist alt, und lautet schon im Isidor, und bey dem Kero uuexsal, uuehsal, wo es sowohl für Veränderung, als auch für Tausch, gebraucht wird; im Nieders. Wessel, im Schwed. Växel. S. Wechseln.
3966 Zeichen · 54 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    wechselst. M.

    Köbler Mhd. Wörterbuch

    wechsel , st. M. Vw.: s. wehsel

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Wêchsel

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Der Wêchsel , des -s, plur. ut nom. sing. von dem folgenden Verbo wechseln, welches in verschiedenen Bedeutungen gebrauc…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Wechsel

    Goethe-Wörterbuch

    Wechsel [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Wechsel

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +3 Parallelbelege

    Wechsel . W. recht (lat. jus cambiale ), W. kunde, W.wissenschaft , umfaßt im Handelsrecht die Lehre vom W. verkehr. Die…

  5. modern
    Dialekt
    Wëchsel

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    PfWB LothWB RhWB Wëchsel [Waksl S. O. Bf. K. Z. ; Wæksl Str. W. ] m. 1. Geldwechsel. Rda. Ër macht e Gsicht wie n-e prot…

  6. Sprichwörter
    Wechsel

    Wander (Sprichwörter)

    Wechsel 1. Der Wechsel ist angenehm. – Schamelius, 206, 8. »Der Wechsel ist voll lust und nutz.« ( Froschm., CV. ) Lat. …

  7. Spezial
    Wechselm

    Dt.-Russ. phil. Termini · +2 Parallelbelege

    Wechsel , m замена , ж

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit wechsel

708 Bildungen · 501 Erstglied · 206 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von wechsel

wech + -sel

wechsel leitet sich vom Lemma wech ab mit Suffix -sel.

wechsel‑ als Erstglied (30 von 501)

Wechselgut

SHW

Wechsel-gut Band 6, Spalte 321-322

wechselacker

DWB

wechsel·acker

wechselacker , m. acker, dessen nutznieszer abwechseln: schuf man ( im 12. jahrh. ) allmendeland um zu wechselacker und wechselwiese handwb.…

Wechseläcker

Meyers

Wechseläcker , s. Landwirtschaftliche Betriebssysteme (3a: Egartenwirtschaft).

wechseländerung

DWB

wechsel·aenderung

wechseländerung , f. nur bei Hohberg belegt, verstärkend für änderung: ( Sicilien ) hat vor das feste lant des wälschen reichs berührt; was …

Wechselahnung

Campe

wechsel·ahnung

○ Die Wechselahnung , Mz. — en , eine wechselseitige Ahnung. »Das Gefühl der Bewunderung ist so natürlich — wie die Wechselahnung großer See…

wechselalp

DWB

wechsel·alp

wechselalp , f. von zwei oder mehr gemeinden abwechselnd benutzte alp Martiny wb. der milchwirtschaft 137 . —

wechselamt

DWB

wechsel·amt

wechselamt , n. dessen inhaber abwechseln Krämer 1214 . Stieler 43 , vgl. DWB wechselherr . —

wechselannehmer

DWB

wechsel·annehmer

wechselannehmer , m. der einen auf ihn ausgestellten wechselbrief anerkennt und annimmt, acceptant Zedler 53, 1074 . —

wechselanspruch

DWB

wechsel·anspruch

wechselanspruch , m. pl. veränderliche ansprüche: das böse unterordnen der ewigen unveränderlichen ansprüche ... unter die zeit- und wechsel…

wechselanziehung

DWB

wechsel·anziehung

wechselanziehung , f. wechselseitige anziehung Kant 8, 320 . auf geistigem gebiet: mit wechselanziehung äuszert sich die geselligkeit, neue …

wechselanzug

DWB

wechsel·anzug

wechselanzug , m. zweiter anzug zum wechseln ( vgl. wechselkleid): nur mit einiger wäsche, nebst einem wechselanzug in meinem leichten mante…

wechselarbeit

DWB

wechsel·arbeit

wechselarbeit , f. wechselseitige arbeit: dieses lehren und lernen jedoch, dieses mittheilen, diese wechselarbeit gab uns ein gute unterhalt…

wechselarmig

DWB

wechsel·armig

wechselarmig , adj. mit abwechselnden armen geschehend: mit ... wechselarmigem aufkippen der ellenbogen Jahn 2, 60 . —

wechselarrest

DWB

wechsel·arrest

wechselarrest , m. wechselhaft Rabener 3 (1752) 396 ; die ( juden ) müssen mich hier in wechselarrest setzen Immermann Münchh. 2 1, 65. —

wechsel als Zweitglied (30 von 206)

Wortwechsel

RDWB1

Wortwechsel m (kein Bezug zu "обмен") спор, стычка, ссора, перепалка, перебранка разг.

abwechsel

DWB

abwechsel , m. alternatio, permutatio. das gold bringen sie an sich durch tausch und abwechsel. Frank weltb. 224 b ; darumb nennet die schri…

Anwechsel

DRW

anwech·sel

Anwechsel Wechsel, Tausch in een reghte anwesle 1338 InvNichtstaatlArchWestf. I 768 dertyen můdde winterrogge ..., in enen anwisseel 1342 Gr…

aufwechsel

DWB

auf·wechsel

aufwechsel , m. agio beim wechseln des gelds, franz. le rompu: münzordn. von 1524 §. 22; umbsunst, on einicherlei dauschel noch gelts wert o…

auswechsel

DWB

aus·wechsel

auswechsel , m. commutatio: auswechsel des geldes, der gefangnen. bergmännisch, die zimmerung im schacht.

ballwechsel

DWB2

ball·wechsel

ballwechsel m. : 1965 war nach 15 minuten noch keine satzentscheidung gefallen, mußte der spieler, der den aufschlag hatte, bei 12 ballwechs…

Barometerwechsel

GWB

barometer·wechsel

Barometerwechsel Veränderung des Barometerstandes mich hat die Äußerung: daß doch der großen Bedeutsamkeit des B-s mehr Aufmerksamkeit möge …

Beamtenwechsel

GWB

beamten·wechsel

Beamtenwechsel [ betr Royal Society of London ] 1660 .. Dec. 12. Constitution wegen der äußern Form der Gesellschaft .. Ein engerer Ausschuß…

Blankowechsel

DERW

blanko·wechsel

Blankowechsel, M., ›- etwa hinsichtlich der Wechselsumme - noch nicht vollständig ausgefüllter Wechsel‹, 19. Jh.?, s. blanko, Wechsel

blickwechsel

DWB2

blick·wechsel

blickwechsel m . (zu DWB2 2 a ): 1859 in: Sanders erg.‐wb. (1885) 615 a . 2006 frankf. rundschau (10.11.)15 e .

Blumenwechsel

GWB

blumen·wechsel

Blumenwechsel idVbdg ‘Blumen- und Zeichenwechsel’; Anwendung der Blumensprache (sd) GWB 7,124,1 DivNot Titel Andrea Ebert A. E.

briefwechsel

DWB

brief·wechsel

briefwechsel , m. dasselbe: unser briefwechsel geriet ins stocken, lebte wieder auf, wurde unterbrochen und aufgehoben.

damenwechsel

DWB2

damen·wechsel

damenwechsel m. : 1823 Goethe IV 37,201 W. DWB2 B zuss. mit 1 dame B 2. das erste kompositionsglied hat gewöhnlich die form damen-, gelegent…

DATOWECHSEL

DWB2

dato·wechsel

DWB2 DATOWECHSEL m. DWB2 zuss. mit dato adv. innerhalb einer bestimmten frist nach dem ausstellungstag fällig werdender wechsel: DWB2 1791 b…

datumswechsel

DWB2

datum·s·wechsel

datumswechsel m. : 1957 ( man ist gewohnt, den tagesbeginn ) auf die mitternacht anzusetzen, um einen datumswechsel im laufe des hellen tage…

departementswechsel

DWB2

departement·s·wechsel

departementswechsel m. : 1968 n. zürcher ztg. 107,25. DWB2 2 zuss. mit departement 2. DWB2 a konkreta, vor allem individuelle und kollektive…

dienstbotenwechsel

DWB2

dienstboten·wechsel

dienstbotenwechsel m. : 1861 dieser unerwartete dienstbotenwechsel in der Hartburg Holtei erz. schr. 5,103. DWB2 2 für dienstboten bestimmte…

dienstwechsel

DWB2

dienst·wechsel

dienstwechsel m. : 1793 Archenholtz siebenj. krieg 2,344. 1897 Fontane ges. w. ( Berl. o. j. ) I 10,154.

Ableitungen von wechsel (1 von 1)