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verfänglich

nhd. bis spez. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
9 in 9 Wb.
Sprachstufen
4 von 16
Verweise rein
7
Verweise raus
9

Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

verfänglich

verfänglich

fangen Vb. ‘(er)greifen, zu fassen bekommen, der Freiheit berauben’. Das ursprünglich reduplizierende Verb mit grammatischem Wechsel ahd. fāhan (8. Jh.), mhd. vāhen, vān, nach Nasalausfall vor h und daraus folgender Dehnung des Vokals hervorgegangen aus germ. *fanhan, hat in Infinitiv und Präsens seit dem 16. Jh. eine allmähliche Angleichung des Konsonantismus an die Präteritalformen erfahren; in poetischer Sprache ist fahen jedoch noch bis ins 19. Jh. bezeugt. Das Verb und seine germ. Entsprechungen asächs. fāhan, mnd. vān, vangen, mnl. vanghen, nl. vangen, anord. , schwed. , aengl. fōn, got. fāhan führen mit den außergerm. Verwandten lat. pangere ‘befestigen, einschlagen’, pacīscī ‘ein Übereinkommen treffen, einen Vertrag schließen’ (s. Pakt), griech. pássalos (πάσσαλος) ‘Pflock, Nagel, Haken’, págē (πάγη) ‘alles, was festhält, Schlinge, Falle’, aind. pā́śaḥ ‘Schlinge, Band, Kette’ auf eine Wurzel ie. *pā̌k̑-, *pā̌g̑- ‘festmachen’ (wozu auch Fach, fügen, s. d.). – Fang m. ‘das Gefangene, Beute’, jägersprachlich ‘Kralle, Schnabel’ (eines Raubvogels), ‘Reißzahn, Rachen’ (bei verschiedenen anderen Tieren), ‘Todesstoß’ (für krankes Wild); ahd. -fang (nur als Kompositionsglied, z. B. in anafang, s. Anfang), mhd. vanc. Rauchfang m. ‘Rauchabzug, Schornstein’ (15. Jh.). Windfang m. ‘Windschutzvorrichtung, dem Wind ausgesetzte Seite’, ahd. wintfang (9. Jh.), mhd. wintvanc. Fangschuß m. ‘tödlicher Schuß, Gnadenschuß für verwundetes, krankes Wild’ (19. Jh.). Fangstoß m. ‘Gnadenstoß mit einer Stichwaffe’ (19. Jh.), z. B. mit dem Hirschfänger ‘Seitengewehr des Jägers’. Fänger m. ‘wer etw. fängt, auffängt’ (17. Jh.); vgl. ahd. -fangāri als Kompositionsglied z. B. in intfangāri (s. Empfänger). Gefangenschaft f. ‘Freiheitsverlust, Unfreiheit’, mhd. gevangenschaft; vgl. ahd. gifengida ‘Gefangenschaft’ (9. Jh.). Gefängnis n. ‘Freiheitsentzug, Strafe, Zustand und Ort der Unfreiheit, Gewahrsam, Strafvollzugsanstalt’, mhd. (ge)vancnisse, (ge)vencnisse ‘Gefangennahme, Gefangenschaft’, mnd. gevenknisse, mnl. g(h)evangenesse, -nisse, nl. gevangenis. verfangen Vb. ‘wirksam sein, nützen’, ahd. firfāhan ‘ergreifen, umfassen, nützen’ (9. Jh.), mhd. vervāhen, vervān ‘fassen, fangen, gewinnen, wahrnehmen, geistig auffassen, (hart) beurteilen, ausrichten, fördern, nützen’, häufig reflexiv sich verfangen ‘sich verstricken, in Komplikationen geraten’ (bereits mhd.); daher verfänglich Adj. ‘heikel, riskant’, anders mhd. vervanclich, vervenclich ‘nützlich, wirksam’.
2481 Zeichen · 89 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Verfänglich

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Verfänglich , -er, -ste, adj. et adv. von dem Zeitworte verfangen, doch nur in einigen Bedeutungen. 1. * Von verfangen I…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    verfänglich

    Goethe-Wörterbuch

    verfänglich [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    verfänglich

    Mecklenburgisches Wb. · +2 Parallelbelege

    verfänglich a. Spr. vörfenclik nachteilig, lästig: 'de stunde ..., de nicht vorfenglich sy deme kerckheren' (1311; Übers…

  4. Spezial
    verfänglich

    Russ.-Dt. Übers. (de-ru)

    verfänglich (kein Bezug zu "ловить") сомнительный, неловкий, щекотливый, предосудительный книж. , двусмысленный, неодноз…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit verfaenglich

4 Bildungen · 2 Erstglied · 1 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von verfaenglich 3 Analysen

ver- + faenglich

verfaenglich leitet sich vom Lemma faenglich ab mit Präfix ver-.

Alternativen: ver-+fang+-lich verfang+-lich

verfaenglich‑ als Erstglied (2 von 2)

verfänglichkeit

DWB

verfaenglich·keit

verfänglichkeit , f. , conditio captiosa, captio Frisch 1, 248 , lage, gegenstand, welcher verlegenheit bereitet: 'sei einmal ehrlich nur: w…

verfaenglich als Zweitglied (1 von 1)

unverfänglich

DWB

unver·faenglich

unverfänglich , adj. adv. , gs. zu verfänglich ( s. d. ). mhd. unvervanclich, -venclich; mnd. unvorvenklich; nl. onvervankelijk. frühnhd. no…

Ableitungen von verfaenglich (1 von 1)

unverfänglich

DWB

unverfänglich , adj. adv. , gs. zu verfänglich ( s. d. ). mhd. unvervanclich, -venclich; mnd. unvorvenklich; nl. onvervankelijk. frühnhd. no…

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APA
Cotta, M. (2026). „verfaenglich". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 13. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/verfaenglich/pfeifer_etym
MLA
Cotta, Marcel. „verfaenglich". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/verfaenglich/pfeifer_etym. Abgerufen 13. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „verfaenglich". lautwandel.de. Zugegriffen 13. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/verfaenglich/pfeifer_etym.
BibTeX
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