lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

Triefen

mhd. bis spez. · 17 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
21 in 17 Wb.
Sprachstufen
6 von 16
Verweise rein
61
Verweise raus
52

Eintrag · Adelung (1793–1801)

Triefen

Bd. 4, Sp. 678
Triefen, verb. reg. et irreg. im letztern Falle, ich triefe, du triefst, (Oberd. treufst,) er trieft, (Oberd. treuft); Imperf. ich troff; Conj. tröffe; Mittelw. getroffen; Imperat. trief, (Oberd. treuf). Es ist ein Neutrum, welches das Hülfswort haben erfordert, in langsamen Tropfen herab fallen, da es denn eigentlich und zunächst von dem Körper gebraucht wird, welcher auf solche Art herab fällt. Das Blut trieft aus der Wunde. Die Thränen troffen (bey einigen trieften) ihm aus den Augen. Der Regen trieft von den Dächern. Der Regen troff nicht mehr auf Erden, 2 Mos. 9, 33. Aber auch von dem festen, aus oder von welchem der flüssige trieft. Die Augen triefen. Es regnete, daß die Dächer troffen. Durch hinlässige Hände wird das Haus triefend, Pred. 10, 18; d. i. es regnet überall hinein, eine ungewöhnliche Art des Gebrauchs. Wenn der flüssige Körper[] dabey ausgedruckt wird, so geschiehet solches vermittelst des Vorwortes von. Die Kleider triefen von dem Regen, die Augen von Thränen. Deine Fußstapfen triefen von Fett, Ps. 65, 2. Nicht mit, wie in andern Stellen der Deutschen Bibel. Der Himmel und die Wolken triefen mit Thau, Hiob 33, 28. Die Berge triefen mit süßem Wein, Joel 3, 18. Welche Wortfügung im Hochdeutschen so ungewöhnlich ist, als es die biblischen figürlichen Bedeutungen des Fortdauerns u. s. f. sind. So auch das Triefen. Anm. Bey dem Willeram trieffen, truiffen, im Engl. to drip, im Schwed. drypa. Traufen, träufen, triefen und das veraltete trofen oder troffen, wovon noch das Imperf. und Mittelw. troff, getroffen, abstammen, sind eigentlich nur in der Mundart verschieden; obgleich traufen und triefen mehr als Neutra üblich sind, träufen aber mehr als ein Activum gebraucht wird. In Betriefen kommt jenes aber auch als ein Activum vor. Tropfen ist das Intensivum von beyden, oder vielmehr von dem veralteten troffen, so wie tröpfeln wieder das Diminutivum jenes Intensivi ist. Alle diese Zeitwörter sind unmittelbare Nachahmungen des Lautes, welches ein mit treffen verwandter Laut ist, daher drypa, triefen im Schwedischen auch fallen überhaupt bedeutet. S. Tropfen, Triefeln, das Diminutivum von triefen, ist im Hochdeutschen wenig gangbar. Die Schafe schütteln den Regen von der triefelnden Wolle, Geßn. Lecken, siekern, Nieders. siepen, siepern, sappen, bezeichnen besondere Arten des Triefens. Die irreguläre Conjugation ist im Hochdeutschen am üblichsten, obgleich einige Schriftsteller es regulär gebrauchen. Es triefte, hat getrieft. Im Oberdeutschen verbindet man es gern mit dem Hülfsworte seyn; welches aber im Hochdeutschen ungewöhnlich ist. Die Onomatopöie sticht in diesem Worte noch merklich vor, und alle Neutra, welche eigentlich einen gewissen Laut von sich geben bedeuten, erfordern das Hülfswort haben.
2766 Zeichen · 55 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    triefenstv. III.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +4 Parallelbelege

    triefen stv. III. BMZ triefen, tropfen: guttare, manare, stillare Dfg. 271 c . 345 c . 552 c . swenne diu tächir triefen…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Triefen

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Triefen , verb. reg. et irreg. im letztern Falle, ich triefe, du triefst, (Oberd. treufst,) er trieft, (Oberd. treuft); …

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    triefen

    Goethe-Wörterbuch

    triefen [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. modern
    Dialekt
    triefen

    Bayerisches Wörterbuch · +4 Parallelbelege

    triefen Band 4, Spalte 4,487

  5. Sprichwörter
    Triefen

    Wander (Sprichwörter)

    Triefen 1. So lang es treufft, verseycht es nit. – Murner, Nb., 22. 2. Er treufft wie ein braten. – Herberger, Hertzpost…

  6. Spezial
    triefen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    trie|fen vb.intr. 1 goté (gota), rogore (-or, rogorü) 2 (von den Augen) laghermé (-mëia).

Verweisungsnetz

92 Knoten, 92 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 8 Hub 2 Wurzel 3 Kompositum 68 Sackgasse 11

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit triefen

23 Bildungen · 2 Erstglied · 16 Zweitglied · 5 Ableitungen

triefen‑ als Erstglied (2 von 2)

Triefenbach

PfWB

triefen·bach

Triefen-bach f. : ' am Triefenberg entspringender, durch LA-Edk u. LA-Gommh fließender Bach '. Frieher ... isch unser brav Triefebächel ganz…

triefende

KöblerMhd

trief·ende

triefende , (Part. Präs.=)Adj. nhd. „triefend“, undicht Vw.: s. heil-, hin-, honec- Q.: Will (1060-1065) (FB triefende), Narr, NibA (nach 12…

triefen als Zweitglied (16 von 16)

heiltriefen

KöblerMhd

*heiltriefen , V. nhd. „Heil triefen“ E.: s. heil, triefen W.: nhd. DW-

honectriefen

KöblerMhd

*honectriefen , st. V. nhd. „honigtriefen“ E.: s. honec, triefen W.: nhd. DW-

abe triefen

MWB

abe triefen stV. ‘herabtropfen’ nu mag ein man wol nemen war, / wi uzer hude slufet / der sweiz unde abe drufet Elis 10396 MWB 1 71,59; Bear…

abetriefen

KöblerMhd

abe·triefen

abetriefen , st. V. nhd. „abtriefen“, herabtropfen Q.: Elis (um 1300), Myns E.: s. abe, triefen (1) W.: nhd. (ält.) abtriefen, st. V., in Tr…

abtriefen

DWB

abt·riefen

abtriefen , destillare, nnl. afdruipen: der regen trieft vom dache, das fett vom braten ab; balsam ist vom baume abgetroffen; da hat die erd…

Augentriefen

Adelung

augen·triefen

Das Augentriefen , des -s, plur. car. S. Adelung Augenfluß . Daher augentriefig, adj. et adv. triefende Augen habend.

austriefen

DWB

aust·riefen

austriefen , destillare, nnl. uitdruipen: an einer ritze des fasses trof wein aus, den wir gierig sammelten; es war doch allzu wenig ausgetr…

betriefen

DWB

bet·riefen

betriefen , was beträufen: es gibt so viel schmalz, dasz man einen braten dabei betriefen kann. Lehmann 20 ; und wenn sie trinkt, fahr ich i…

durchtriefen

DWB

durch·triefen

durchtriefen , tropfenweis durchdringen, wie durchtröpfeln, durchtropfen Rädlein 208 b , niederl. doordruipen. die durchtriefenden decher an…

ertriefen

DWB

ert·riefen

ertriefen , stillare, destillare, abtröpfeln: man wäschet das fäszlein sauber aus, lässets ein wenig ertriefen. Tabern. s. 14 ; die sporen e…

hertriefen

DWB

hert·riefen

hertriefen , verb. : das im sein kutt ward nasz und schwer, das sie im troff wie ein mülrad her. Fischart dichtungen 1, 180, 1872 Kurz.

hintriefen

KöblerMhd

hint·riefen

hintriefen , V. nhd. „hintriefen“ Q.: Seuse (1330-1360) (FB hin triefen) E.: s. hin, triefen W.: nhd. DW-

nidertriefen

KöblerMhd

nider·triefen

nidertriefen , st. V. nhd. „niedertriefen“, herabströmen, strömen Q.: Seuse (FB nider triefen), KvWSchwanr (1257/1258) E.: ahd. nidartriofan…

zuotriefen

KöblerMhd

zuo·triefen

zuotriefen , st. V. nhd. „zutriefen“, herabtropfen, herabrieseln, herabströmen von Q.: ErzIII (1233-1267) (FB *zuo triefen) E.: s. zuo, trie…

ūztriefen

KöblerMhd

ūztriefen , st. V. nhd. austriefen ÜG.: lat. exstillare Gl Q.: LvReg (1237-1252) (FB ūz triefen), GestRom, Gl E.: s. ūz, triefen W.: nhd. au…

Ableitungen von triefen (5 von 5)

betriefen

DWB

betriefen , was beträufen: es gibt so viel schmalz, dasz man einen braten dabei betriefen kann. Lehmann 20 ; und wenn sie trinkt, fahr ich i…

enttriefen

DWB

enttriefen , destillare, herabtriefen: schweisz enttrieft der stirne.

ertriefen

DWB

ertriefen , stillare, destillare, abtröpfeln: man wäschet das fäszlein sauber aus, lässets ein wenig ertriefen. Tabern. s. 14 ; die sporen e…

vertriefen

DWB

vertriefen , v. , seit dem 16. jahrh. belegt, in den frühnhd. wb. selten ( Faber thesaurus 316 a ), nicht bei Adelung; Campe 5, 391 . auch m…

zertriefen

DWB

zertriefen , verb. , zerträufeln, in tropfen zerflieszen: Stieler 2328 ; die erde ist bewegit unde di himel czuotroffen vor dem antlicze got…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „triefen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 13. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/triefen/adelung
MLA
Cotta, Marcel. „triefen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/triefen/adelung. Abgerufen 13. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „triefen". lautwandel.de. Zugegriffen 13. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/triefen/adelung.
BibTeX
@misc{lautwandel_triefen_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„triefen"},
  year         = {2026},
  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
  url          = {https://lautwandel.de/lemma/triefen/adelung},
  urldate      = {2026-05-13},
}