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Thräne

nhd. bis sprichw. · 4 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
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8 in 4 Wb.
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Thräne Die

Bd. 4, Sp. 813a
1. Die Thräne, Mz. — n; Vw. das Thränchen, O. D. Thränlein, ein rinnender Tropfen. So heißen die Tropfen, welche aus den im Frühjahre beschnittenen Weinreben rinnen, Thränen, Rebthränen. I gemeinen Leben gebraucht man es überhaupt auch für Tropfen, und uneigentlich für sehr wenig. Es ist kein Thränchen Wein mehr im Glase. Er soll nicht ein Thränchen davon haben. Die Feuchtigkeit, welche sich in den Augenwinkeln des Hirsches zusammensetzet und erhartet, wird auch Thräne genannt. I engerer und gewöhnlicher Bedeutung, die aus den Augen in gewissen Fällen in Tropfen rinnende wässerige Feuchtigkeit. Der Rauch, scharfer Senf, Meerrettig, Zwiebeln bringen Thränen in die Augen. »Wenn man das Auge drücket, gehen Thränen heraus.« Sir. 22, 23. Besonders solche aus den Augen dringende Tropfen als Wirkung und Äußerung heftiger Gemüthsbewegungen, sowol der Freude und Rührung, als auch und vorzüglich des Schmerzens, der Betrübniß; in welcher engern Bedeutung Zähre damit gleichbedeutend ist, welche aber immer nur eine sittliche Ursache hat, da die Thränen auch bloß natürliche Ursache haben können. S. Zähre. Thränen vergießen. Aus den Augen rannen Thränen. Thränen der Freude, des Entzückens vergießen, weinen. Bis zu Thränen gerührt werden. Die Thränen nicht zurückhalten können. Etwas mit Thränen in den Augen lesen, anhören  Die Thränen traten ihm bei diesen Worten in die Augen. Das wird Thränen, oder, manche Thräne kosten. Mit Thränen scheiden, sich entfernen. Mein Freund ist fort! Und meine Thräne fließt umsonst. Weiße. I Thränen und Klagen ausbrechen. Bittere Thränen weinen, in einem hohen Grade des Schmerzens, Kummers, dessen noch höherer Grad durch blutige Thränen ausgedruckt wird. Sein Herz, seinen Kummer durch Thränen erleichtern, in Thränen ausschütten. I Thränen zerfließen, schwimmen, sehr heftig weinen. Und sein Auge schwimmt in Thränen. Laß rinnen der Thränen vergeblichen Lauf, Es wecket die Klage den Todten nicht auf! Schiller. Dir fließen meine Thränen, über dich, deinetwegen. »Die Augen rinnen mit Thränen,« Jer. 9, 18, und »Die Augen fließen mit Thränen,« Jer. 13, 17. sind verwerfliche Wortfügungen. Durch die Thränen lächeln, mit Thränen in den Augen und in der starken Gemüthsbewegung, welche die Thränen verursachte, lächeln. I der höhern dichterischen Schreibart werden die Thränen ihrer Tropfengestalt, Reinheit, und oft auch ihrer Kostbarkeit wegen, wenn eine geliebte Person Thränen vergießt, mit Thau und Perlen verglichen und so genannt. S. Perle und Thau. Nicht bloß in der leichten, sondern auch in der höhern Schreibart gebraucht man das Verkleinungswort Thränchen. »Etliche Thränchen aus ein (einem) Paar so schöner Augen können bald die Flammen eines erzürnten Ehemannes auslöschen.« Weiße. Und entsprang dem Gemach, ein zartes Thränchen vergießend. Bürger. Uneigentlich wird Thränen auch für das, was sie verursacht, den[] Schmerz, die Betrübniß , gesetzt. Die Ursache meiner Thränen, d. h. meines Schmerzens, meiner Betrübniß  Die Thränen trocknen, die Ursache der Thränen, d. h. des Kummers, der Betrübniß  entfernen, und diese dadurch enden. Warum sind der Thränen Unter'm Mond so viel? Ungen. I einigen O. D. Gegenden lautet dieses Wort unrichtig der Thrän. Kein Thrän' ist, der umsonst von Mannes Augen fällt, Opiz. I andern O. D. Gegenden lautet es in der Mehrzahl eben so unrichtig Trehen, Treher, im N. D. die Trane, in Liefland Thran, in der Mehrzahl Thrane.
3448 Zeichen · 65 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    1. Thräne

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    1. * Die Thräne , plur. die -n, ein nur im Niederdeutschen übliches Wort, die ungefähr zwey Zoll langen Locken an den Ei…

  2. Sprichwörter
    Thräne

    Wander (Sprichwörter)

    Thräne 1. Das sind verlorene Thränen, wenn ein Herr will, und ein Knecht weint. 2. Die heftigsten Thränen trocknen wiede…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit thraene

261 Bildungen · 204 Erstglied · 57 Zweitglied · 0 Ableitungen

thraene‑ als Erstglied (30 von 204)

thränenangesicht

DWB

thraenen·angesicht

thränenangesicht , n. thränendes, bethräntes angesicht: dasz unser seele lache, und unser thränen-angesicht sich wieder frölich mache. S. Da…

thränenartig

DWB

thraenen·artig

thränenartig , adj. mir armen nordländer kam etwas thränenartiges in die augen. Göthe 28, 75 .

thränenauge

DWB

thraenen·auge

thränenauge , n. auge voll thränen, thränendes auge: was gilt uns die sonne? um thränenaugen ist's doch ew'ge nacht. Körner 152 a .

thränenbach

DWB

thraenen·bach

thränenbach , m. , schles. f., gleichsam ein bach flieszender thränen, s. DWB bach 2 u. vgl. DWB thränenflusz , -flut, -strom: einer klagte …

thränenbad

DWB

thraenen·bad

thränenbad , n. gleichsam ein bad von thränen ( s. sich in thränen baden II, 1, e ): fliesz ab, .. du thränenbad. Spee trutzn. 61 B.; bis ei…

thränenbalsam

DWB

thraenen·balsam

thränenbalsam , m. thränen als balsam: kommt und salbt die edle leiche ... mit thränen-balsam ein! Günther 1080 .

thränenbecher

DWB

thraenen·becher

thränenbecher , m. mit thränen gefüllter becher, vgl. thränen-, DWB leidenskelch : die böse rott hat mir den thränenbecher übervoll gemessen…

thränenbein

DWB

thraenen·bein

thränenbein , n. : auswendig in der augenhöhle schlieszt sich an die dünne platte des riechbeins das kleine thränenbein an, durch dessen rin…

thränenbenetzt

DWB

thränenbenetzt , part. , vgl. DWB thränbenetzt , DWB thränengenetzt : das thränen-benetzte gras. Geszner 1, 118 ; ( seufzend ) hub sie sich …

thränenberg

DWB

thraenen·berg

thränenberg , m. berg der thränen, so nennt Schubart den Hohenasperg, auf dem er gefangen sasz. ged. (1839) 2, 85 f.

thränenbeströmt

DWB

thränenbeströmt , part. : sie flehet mit thränenbeströmtem gesicht. Tiedge werke 5, 100 .

thränenbetröpfelt

DWB

thränenbetröpfelt , partic. : o wie wird der vater mit tränenbetröpfelten schritten seines alters trost verzweifelnd suchen und finden in ei…

thränenbeutel

DWB

thraenen·beutel

thränenbeutel , m. was thränensack: hu! wie werden die thränenbeutel ausgepumpt werden ( wie wird da geweint werden ). Auerbach ges. schrift…

thränenbilder

DWB

thraenen·bilder

thränenbilder , m. bilder, erzeuger von thränen: thränenbilder, sei gepriesen für die thränen, die so süsz von den wangen niederflieszen, wi…

thränenblatt

DWB

thraenen·blatt

thränenblatt , n. unter thränen beschriebenes blatt: an dem tage, wo uns dieses thränenblatt vorgelesen wird. J. Paul Hesp. 3, 249 .

thränenblick

DWB

thraenen·blick

thränenblick , m. blick aus thränenden augen, thränenvoller blick: und nun schickte ich noch einen thränenblick dem edlen Russen über die se…

thränenblind

DWB

thraenen·blind

thränenblind , adj. von thränen blind: thränenblinder augen höhlung. Immermann schriften 4, 355 .

thränenblinkend

DWB

thränenblinkend , part. von thränen blinkend: du, das strebende ziel nächtlicher wachen und thränenblinkender stunden, wie flammt dir einzig…

thränenblut

DWB

thraenen·blut

thränenblut , n. blutige thränen, s. DWB thräne II, 2, c : ( wo ich ) von thränenblut und schweisz durchnagte ketten mit beben küszte. Herde…

thränenblutend

DWB

thraenenblut·end

thränenblutend , part. blutige thränen vergieszend: mit trübem und thränenblutendem auge sprach sie. Klopstock bei Campe.

Thränenbringend

Campe

○ Thränenbringend , adj . Thränen bringend, d. h. Schmerz, Kummer , der in Thränen ausbricht, verursachend. — das Waffengeräth zur thränenb…

thränenbronnen

DWB

thraenen·bronnen

thränenbronnen , m. , vgl. thränenquell: jetzt ist es ( das auge ) hohl, und leer an wonnen, ein ausgepumpter thränenbronnen. Lenau 2, 43 ; …

thränenbrot

DWB

thraenen·brot

thränenbrot , n. brot ( kümmerliche nahrung ), das mit thränen gegessen wird, vgl. DWB thränenspeise : du speisest sie mit threnenbrot. ps. …

Thränenbrut

Adelung

thraenen·brut

Die Thränenbrut , plur. car. von 2, Thräne, diejenige Brut in den Bienenstöcken, woraus Thränen werden; richtiger Drohnenbrut.

thränenburg

DWB

thraenen·burg

thränenburg , f. : aus einer thränen-burg wird nun ein freuden-saal. Günther 1092 .

thränencanal

DWB

thraenen·canal

thränencanal , m. ein canal, der zwischen dem thränenbein und dem oberen fortsatz des oberkiefers zur nase läuft. Oken 4, 102 . vgl. DWB thr…

thränendank

DWB

thraenen·dank

thränendank , m. dank durch thränen: nimm meinen tausendfachen thränendank! Schubart schriften (1839) 1, 120 ; so nimm denn hin der künste t…

thränendieb

DWB

thraenen·dieb

thränendieb , m. : mir spielten, wie thränendiebe, nachtwinde ums augenlied. Lenau 1, 182 .

thraene als Zweitglied (30 von 57)

Abschiedsthräne

Campe

abschieds·thraene

Die Abschiedsthräne , Mz. die — n, Thränen, die beim Abschiede, bei der Trennung zwischen geliebten Personen geweint werden.

augenthräne

DWB

augen·thraene

augenthräne , f. lacrima : ir würdet die bette und lustige lager mit augenthrenen waschen. Luther 1, 21 a .

Büßerthräne

Campe

buesser·thraene

○ Die Büßerthräne , Mz. die — n, die Thräne, die reuige Betrübniß eines Büßenden. Daß ich mich rein vom Blut durch Büßerthränen wasche. Alxi…

Būßthräne

Adelung

buss·thraene

Die Būßthräne , noch mehr aber im Plural die Bußthränen, Thränen eines bußfertigen Gemüthes.

buszthräne

DWB

buszthräne , f. lacrima quam poenitentia peccatorum elicit: die einzigen sogenannten buszthränen machen mir zu schaffen, aber ich sorge sehr…

freudenthräne

DWB

freude·n·thraene

freudenthräne , f. lacrima gaudio effusa: so sprang sie auf, flog hin, sie weinte laute freudethränen, sie schlang die schneebeschämenden ar…

frühlingsthräne

DWB

fruehlings·thraene

frühlingsthräne , f. die thräne, zu der ein vom frühlinge oder wie vom frühlinge selig gestimmtes gemüt bewegt wird: zwei gute seelen im blü…

herzensthräne

DWB

herzen·s·thraene

herzensthräne , f. : sah ich dich nicht mit heiszen herzensthränen als knabe schon nach mir dich eifrig sehnen? Göthe 1, 4 ; von wolken stre…

heuchelthräne

DWB

heuchelthräne , f. falsche, verstellte thräne. Gotter 2, 331 .

himmelsthräne

DWB

himmels·thraene

himmelsthräne , f. der regen: zwar rausch ich ( Elbstrom ) durch blühende lande: noch kehrte mir keine der wellen zurück, und einst verrinn …

Hirschthräne

Adelung

hirsch·thraene

Die Hirschthräne , plur. die -n, ein Nahme des Eiterstockes, welcher sich in den Augenhöhlen des Hirsches und Elendthieres erzeuget, mit der…

kinderthräne

DWB

kinder·thraene

kinderthräne , f. wie kinderzähre. J. Paul flegelj. 1, 86 schreibt kindthränen, wie kindkörper ( s. sp. 727).

kummerthräne

DWB

kummer·thraene

kummerthräne , f. thräne aus kummer geweint. Campe, nach einer stelle aus Benzel-Sternau, aber schon weit früher: du kannst die thränen spar…

lachthräne

DWB

lach·thraene

lachthräne , f. thräne die das lachen hervorbringt: wenn den andern die lachthränen die augen füllten, waren die seinigen auch voll, aber ei…

leidthräne

DWB

leid·thraene

leidthräne , f. : ( ein ohr ) aufgethan den zaubertönen, die in leid- und freudenthränen seelen aus dem busen ziehn. Bürger 122 c .

männerthräne

DWB

maenner·thraene

männerthräne , f. thräne von männern geweint: wohl mir, wenn meines sturmes scene dir hoch den busen schwellt, und eine männerthräne auf mei…

marienthräne

DWB

marie·n·thraene

marienthräne , f. lithospermum officinale, perlhirse; und coix lacryma, thränengras; Mariä-thränen lithospermum Frisch 1, 642 c .

marmorthräne

DWB

marmor·thraene

marmorthräne , f. bildlich für ein grabmal, als ausdruck des schmerzes der hinterlassenen: ob ungekannt dein stilles grab, das morgens dir d…

menschenthräne

DWB

menschen·thraene

menschenthräne , f. thräne die der mensch im schmerze weint: wenn auf das gebäude, das wir bauen, auch nur eine menschenthräne fällt, o so h…

mitleidsthräne

DWB

mitleid·s·thraene

mitleidsthräne , f. : und aus dem aug voll himmelszärtlichkeit fällt eine mitleidsthrän auf mich herab. Herder zur litt. 4, 85 ; meine mitle…