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Stürmen

mhd. bis spez. · 16 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
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19 in 16 Wb.
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Stürmen v., ntr, intrs, trs

Bd. 4, Sp. 736b
Stürmen, v. I) ntr. mit haben, in sehr heftiger gewaltsamer, mit Getöse verbundener Bewegung sein; vom Winde, in welcher Bedeutung man mit Wolke richtiger sturmen sagen würde. Der Wind stürmet (sturmet). Besonders drittpersönlich, es stürmet (sturmet). »Wenn der Winter um unsere Hütte stürmt,« die Winde im Winter. Geßner. Uneigentlich, 1) mit äußerster Schnelle und Gewalt sich bewegen, wo auch der Begriff des heftigen Geräusches nicht ausgeschlossen ist. Ganz vom vordersten Öhr bis hindurch aus dem letzten von allen Stürmte das eh'rne Geschoß — Voß. Belinde ließ nunmehr dem Zorne freien Lauf, Und Klagen stürmten hin, und Thränen hörten auf. Zachariä. 2) Mit großer Gewalt und Heftigkeit, gleich einem Sturme auf etwas eindringen, darauf einzuwirken suchen. Stürmende Leidenschaften. Alles stürmte auf ihn, und doch widerstand er männlich. Besonders in den zusammengesetzten einstürmen und losstürmen. S. d. Die Schlacht stürmet, es wird in derselben mit großer Heftigkeit, Gewalt, Anstrengung und mit Getöse gekämpft. Auferwacht ist der Krieg, schon stürmt's Schlacht in der Ferne, Sonnenberg, d. h. schon fallen Schlachten vor, in welchen gestürmet, heftig gekämpft wird. 3) Laut und mächtig ertönen. Du, dessen Donnername, wie Feldgeschrei Und Heroldruf, mir stürmt. Kosegarten. (R.). Die Glocke stürmet, wenn sie zur Anzeigung einer Feuersbrunst oder eines andringenden Feindes, auf eine besondere Art ertönet. II) intrs. 1) Mit sein, mit großer Schnelle und Heftigkeit, verbunden mit starkem Getöse, sich bewegen, begeben. I das Zimmer stürmen. Er stürmte durch das Haus. Besonders in den zusam= mengesetzten hinein=, hinauf=, hinausstürmen , wo es auch uneigentlich gebraucht wird, z. B. auf jemand hineinstürmen, ihm mit ungestümer Heftigkeit zusetzen. 2) Mit haben, ein heftiges von gewaltsamer Bewegung herrührendes Getöse machen, mit Gewaltsamkeit und Heftigkeit, verbunden mit Geräusch, handeln, etwas thun. An die Thür stürmen, daran mit großer Gewalt und vielem Geräusch pochen, stoßen. — — Erst hat er Cyprien Am Handgelenk' versehrt, nun aber gar Gleich einem Dämon wider mich gestürmt. Bürger. (R.) I engerer Bedeutung, (1) Sturm läuten, durch Ziehen der Glocke, oder durch Schlagen an die Glocke das Zeichen zum Herbeieilen und Helfen geben, sowol bei einer Feuersbrunst, als auch wenn ein Feind andringet. (2) Sturm laufen, eine Festung  mit Sturm einzunehmen suchen. Den folgenden Tag sollte gestürmt werden. III) trs. 1) △ Stürmend, durch seine große Heftigkeit und Gewalt bewegen, bewirken; eigentlich, vom Winde, welcher hier als ein wirkendes Wesen bildlich gedacht wird. »Der Ostwind stürmt ihn aus seiner Stelle.« Hiob 27, 21, nach Michaelis. Zu Boden stürmen. Doch ein Orkan erwacht so fürchterlich und wild, Als müßt' er eine Welt aus ihren Angeln stürmen. Alxinger. Uneigentlich, von Leidenschaften , durch größte Heftigkeit in heftige Bewegung setzen, zu heftigen Handlungen bewegen. Die Wut trieb mich zum Bett' hinaus, Warf mich aufs Pferd, und stürmte mich nach Haus. Alxinger. 2) Mit ungestümer Gewalt und heftigem Getöse zu vernichten suchen. Die Bilder stürmen, sie auf solche Art von ihrer Stelle, aus den Kirchen reißen und zertrümmern, vernichten. Besonders, auf solche Art zu erbrechen und einzunehmen suchen. Eines Zimmer, Wohnung stürmen, gewaltsam und geräuschvoll in dieselbe dringen, sie erbrechen. Ein Haus stürmen. Eine Festung, eine Stadt, ein Lager stürmen, Sturm gegen dieselben laufen, mit heftiger Gewalt in dieselbe einzudringen und sie einzunehmen suchen. Eine Stadt mit stürmender Hand einnehmen, in Sturm, durch Sturm. So auch, die Mauer, das Thor  einer Festung, einen Brückenkopf stürmen. — D. Stürmen. D. — ung.
3704 Zeichen · 64 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    stürmenstn.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +6 Parallelbelege

    stürmen stn. gewaltsamer angriff, kampf. Parz. 207,7. Ludw. kreuzf. 2877. 3067. livl. chron. 7747. ein sturmin unde ein …

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    stürmenswv.

    Mittelniederdeutsches Wb.

    störmen , ° stürmen (Köln. Bibel Deut. 20, 10; Judic. 1, 8), swv. , I. intrans. 1. gegen einen befestigten Ort zum krieg…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Stürmen

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Stürmen , verb. regul. welches in doppelter Gestalt üblich ist. I. Als ein Neutrum mit dem Hülfsworte haben. 1. Ein heft…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    stürmen

    Goethe-Wörterbuch

    stürmen [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  5. modern
    Dialekt
    stürmen

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    stürme n [tîrmə Fisl. Liebsd. ; tìrmə Olti. ; tìrmə u. termə fast allg. ] 1. Sturm läuten. Wo brennt s? me n hört s.…

  6. Sprichwörter
    Stürmen

    Wander (Sprichwörter)

    Stürmen 1. Es stürmt, dass man keinen Hund zur Thür hinausjagen mag. ( Oberösterreich. ) – Baumgarten, 80. 2. Stürmen, w…

  7. Spezial
    stürmen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    stür|men I vb.tr. ‹mil› 1 (angreifen) ataché (-ca), assalté (-ta), assalí (-lësc), salté ados 2 (erobern) concuisté (-të…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit stuermen

13 Bildungen · 2 Erstglied · 6 Zweitglied · 5 Ableitungen

Zerlegung von stuermen 2 Komponenten

stuer+men

stuermen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

stuermen‑ als Erstglied (2 von 2)

stürmendig

DWB

sturm·endig

stürmendig , adv. : stormdich impetuose voc. ex quo 15. jh. bei Diefenbach-Wülcker 870 .

stuermen als Zweitglied (6 von 6)

anstürmen

DWB

ans·tuermen

anstürmen , impetu aggredi, adoriri, nnl. aanstormen: sie stürmten gegen die thür an; anstürmen gegen alles bestehende; laszt sie anstürmen!…

aufstürmen

DWB

auf·stuermen

aufstürmen , cum impetu incedere, 1 1) intransitiv, grassari, furere: das meer stürmt auf, der feind stürmte dreimal auf; trotz den göttern …

ausstürmen

DWB

aus·stuermen

ausstürmen , in mehrfachem sinn, 1 1) violenta manu auferre: er stellet die ausgestürmpten bilder wider in tempel. Frank chronik 165 b . 2 2…

bestürmen

DWB

bes·tuermen

bestürmen , impetere, impugnare, aggredi, nnl. bestormen: wind und wellen bestürmen das mastlose schif; der feind bestürmte schon dreimal di…

einstürmen

DWB

eins·tuermen

einstürmen , irruere, nnl. instormen, schw. instorma, dän. indstorme: auf ihn stürmt alles ein; sie schrien aber laut und hielten ire ohren …

erstürmen

DWB

ers·tuermen

erstürmen , vi expugnare: eine stadt, das feindliche lager, die schanze erstürmen; mhd. daʒ wart von in gewunnen unde erstürmet schiere. tr.…

Ableitungen von stuermen (5 von 5)

bestürmen

DWB

bestürmen , impetere, impugnare, aggredi, nnl. bestormen: wind und wellen bestürmen das mastlose schif; der feind bestürmte schon dreimal di…

entstürmen

DWB

entstürmen , citato cursu elabi, nnl. ontstormen: und sie entstürmte dem hause. Voss; wie hochanschwellende wogen, wenn sie plötzlich entstü…

erstürmen

DWB

erstürmen , vi expugnare: eine stadt, das feindliche lager, die schanze erstürmen; mhd. daʒ wart von in gewunnen unde erstürmet schiere. tr.…

verstürmen

DWB

verstürmen , verb. , intrans. und trans., im mittelalter an der seeküste üblich, im mengl. mnl. mnd. nachweisbar: forstormed, tossed about w…

zerstürmen

DWB

zerstürmen , verb. , zerstören, zerstreuen, so den leib: Heinr. v. Neustadt gott. zuk. 3040 Si.; wie etzliche burger ... das mein ... beraub…