stählen,
adj. aus stahl;
ältere form für stählern,
vgl. dieses. 11)
entwicklung der form. 1@aa)
die bildung ist auf das westgerm. beschränkt: ags. stýlen,
mittelengl. stelen, stilen Bosworth-Toller 920
b;
altfries. stelen, stellen,
neuwfr. stielen Richthofen 1047
a;
mnd. stalen Schiller-Lübben 4, 356
a und stelen 381
b (
beides ganz vereinzelt, der beleg für das letztere zudem unsicher, indem stelemel
auch das alts. stehli = stahl
enthalten kann, während mel
doch wol zu franz. maille,
mhd. meile
zu stellen ist; doch kommt stelen
sonst vor, s. den beleg unter 2,
a, α und die glossen):
chalybeius, calipeus stelen. Dief.
gloss. 90
a (
voc. v. 1425,
sax.-lat.); stelen
calibius. nov. gl. 66
b;
nl. staelen, van stael,
chalybeus. Kilian,
jetzt holl. stalen;
ahd. (
nd.?) stelin
ex calibe Steinmeyer
ahd. gl. 3, 388, 34. Graff 6, 635,
mhd. stehelîn, stähelîn, stahelîn, stælîn,
mitteld. stêlîn,
auch stâlîn, stêlen. Lexer
handwb. 2, 1160.
vgl. Weigand 2, 792. 1@bb)
im nhd. ist stählen
im 16.
jahrh. noch sehr gewöhnlich in mannigfachen formen, indem das h
bald bleibt (
in der schreibung),
bald sich zu ch
verdickt, bald schwindet, und das î
der endung theils als i
erhalten, theils zu ei
diphthongiert, theils zu e
geschwächt oder ganz ausgeworfen wird. so findet sich stähelin (Franck
weltb. 48
a,
buch der liebe 194
c), stehelin (Braunschweig, Friese, Murner
schelmenz.), stählin (
bei Anshelm
neben stächlin
u. a., ferner im buch der liebe gew., sowie bei H. Sachs 5, 212
b und Stumpf,
auch im 17.
jahrh. herrschend, s. unten); stechlin (Herm. v. Sachsenheim); stehlein (
fastn. sp. 196, 15), stählein (H. Sachs 4, 2, 58
a); stähelen (H. Sachs 5, 315
d), stehelen (Murner
narrenbeschw. 6, 44, H. Sachs 1, 400
b. 404
d), stählen (B. Waldis, Aventin,
buch der liebe 274
b), stehlen (Tucher, Mathesius, stelhen
bei Luther
ist natürlich stēlen
zu lesen); stäheln (Brant
narrensch. 76, 10); stälen (
bienenk. 29
a, Heinr. Julius), ställn (Franck).
es erscheinen dabei oft bei demselben autor verschiedene formen, so bei H. Sachs stählin, -lein, stähelen
und (
gew.) stehelen.
vgl. besonders die belege aus Anshelm
unter 2,
f, γ,
wo auf 2
seiten des textes neben einander vorkommen: stählin, stächlin, stählen
und flektiert auch stähle, stächle (
neben stählinen, stächline).
wie hier, geht auch sonst in den flektierten formen das n
zuweilen verloren, s. ein steheles hembd. H. Sachs 1, 400
d unter 2,
b, β.
die form stählin
begegnet noch im 17.
jahrh. (Weckherlin,
Simpl. schr.).
von den wörterbüchern haben nur wenige das wort aufgenommen: chalybeus, stahelin. Frischlin
nomencl. 22
b (1586,
c. 13), stAehlin, stAehlern,
o. d'acier. Hulsius (1616) 305
b; stählin, von stahl,
d'acciaio. (1618) 237
a;
und so noch: stählin,
adj. chalybeus. Frisch 2, 315
c ('
vulgo stählern').
im allgemeinen ist stählen
seit dem 17.
jahrh. durch stählern
verdrängt; vereinzelt kommt es immer noch vor (Herder, Arndt 366, Simrock),
doch beweist das fehlen des umlauts in andern stellen (Lehman, Arndt 206, Rückert),
dasz es sich um eine freie neubildung handelt. 1@cc)
vereinzelt hat sich stählen
in mundarten erhalten (
doch wird stählern
noch seltner angeführt, sodasz für die meisten mundarten die übliche form nicht bekannt ist)
: schweiz. stechli Bühler
Davos 1, 131;
in Sprengs
Baseler idiot. stächlen, stächlin,
s. Seiler 276
a;
bair. stáhhlə~ Schm.
2 2, 744;
nd. stalen, stahlern
brem. wb. 6, 334,
ostfries. stalen Stürenburg 261
a. ten Doornkaat Koolman 3, 298
a. 22)
gebrauch. 2@aa)
am häufigsten von waffen, besonders mhd., und zwar zunächst von angriffswaffen; vgl.: sonder er (
Tubal Cain) ist auch der erste waffenschmid gewesen, der stehlene schneiden, bane, oder ort an eisen hat schweissen, wellen, und herten können. Mathesius
Sar. 80
a.
hier fehlen merkwürdigerweise belege für das gewöhnliche stählene schwert
ganz. häufig sind nur zwei verbindungen: 2@a@aα) stählener bogen,
vgl.stahl II, 3,
b und nl. staelen boghe,
balista chalybea, arcus balistarius, arcubalista, arcus brachio chalybeo, sive lamina instructus: scorpius, scorpio. Kilian 2, 626
a. umme dysse tyt (1525) synt erstmals syntrore (
zündröhre) gemaket ..., wente wor men nu syntbussen voret, plech men stelen bagen to voren.
Hamb. chron. 421
Lappenberg; deszgleichen da David seines handbogens, 2. Samuel. 22, gewenet, geben es auch die lateinischen auszleger: gott treibet den stehlenen bogen meiner hand. Mathesius
Sar. 79
b; das reventer (
speisezimmer) ist ungelogen so lang, man mit stählen bogen möcht schiessen. B. Waldis
Esop 3, 100, 98; ich kan so starck als khün ... ein stählines armbrust und bogen starck und dick bald spannen oder brechen. Weckherlin 69 (
ps. 18, 60). 2@a@bβ) stählene
stange als waffe von riesen u. ä. (
vgl.stange 2,
a, θ): wandiʒ wâren gigande und trûgen an ir hande stahelîne stangen. Lampreht
Alex. 5077
Kinzel; ein stangen deu was stehelîn truoc er in der hende sî
n. Heinr. v. Neustadt
Apollon. 19374; vor in trat her ain wilder man, ich main, er möcht von Norweg sin, mit ainer stang, was stechlin. Herm. v. Sachsenheim
s. 67
Martin (
mörin 634); das er vacht mit eynr stäheln stangen. Brant
narrensch. 76, 10; der riesz ... zuckt seine stählin stangen, und schlug gegen Goffroy.
buch der liebe 274
a; da zucket der starcke riesz die stählin stangen. 274
b. —
ähnlich auch: Goffroy ... zucket da den stählen kolben von dem sattelbogen, unnd schlug darmit dem riesen sein stählin stangen ausz der hand.
ebenda; vgl.: Goffroy ... hatte einen stählin kolben, den hencket er an seinen sattelbogen. 273
d; die truogen kolben stähelî
n. Willeh. 395, 24. 2@bb)
noch häufiger von den vertheidigungswaffen, der rüstung. 2@b@aα)
der helm wird gern als stählener hut
bezeichnet, vgl. nl. staelen hoed
vel storm hoed,
pileus chalybeus. Kilian 2, 626
a,
und stahlhut: durh den stehelînen hût verwundeter den helt gût. Lampreht
Alex. 2740
Kinzel; setzt auf euren stehlein eisenhut.
fastn. sp. 196, 15;
doch auch: ein mann, ein unhold, ein schelm, mit tigerpanzer und stahlenem helm, liegt wie ein teufel im felde breit. Rückert
Firdosi 1, 338; (
im bilde:) und gott wird sein gerechtigkeit zum krebs anziehen zu der zeit, und sein strenges gericht daselbn auffsetzen für ein stählin helm. H. Sachs 5, 212
b. 2@b@bβ)
vom harnisch, panzer: (
sie sahen) ein grossen erschröcklichen mann gleich eim riesen, der war anthan mit einem stähelen harnisch. H. Sachs 5, 316
d;
mhd.: mit stêlînen brunjen gût wâren die vil wol behût.
livländ. reimchron. 11147; ein uberstarckes weyb ... die war umbhenget gantzer mit eynem stehelen pantzer. H. Sachs 1, 400
b (
dafür in der auslegung der allegorie: auch spricht man Gwonheyt frembd ist ein steheles hembd als ob die Gwonheyt dreng
u. s. w. 400
d);
dafür häufig: daʒ blût vlôʒ als ein bach durch die stêlîne ringe rôt.
livländ. reimchron. 8421; islîcher von dem anderen sluoc dâ mangen stêlînen rinc. Heinr. v. Freiberg
Tristan 1805. 2@b@gγ)
von der beinbekleidung: si heten umbe ir beinvil manegen stælin zein.
exodus 158, 16
Diemer; helm auf dem haupt, am fusz den sporn und spitze stählen schuh. Herder 1, 2, 535
Meyer (
graf Arnum 70). 2@b@dδ)
zusammenfassend: der (
Heinrich der löwe) legt an sein stählein gewand. H. Sachs 4, 2, 58
a;
bildlich: wohl bedurfte der mann der festen und stalenen rüstung, welche der knabe sich schon hart um den busen gewölbt. Arndt
ged. 206;
so auch ganz vereinzelt adverbial: komm, geist! und zieh dich stählen an! komm, herz! und lasz dich eisern kleiden. 366. 2@b@eε)
von pferderüstung: auch (
liesz er) den spissern ... pferd darführen und geben, jhre kürisz mit gantzen parschen, wolbedeckt stälen glider, und verdeckt hengst, ... gute stählin krägen, ... roszstirnen, knopff, stälen puckelbantzer.
Garg. s. 316
neudr. 2@b@zζ)
vom schilde: doch thet er (
der riese) schnell seinen harnisch an ... und brachte mit jm ein stählin schilt.
buch der liebe 274
a. 2@b@hη)
dazu: das feld rennen in stehlin pund und stehling lieger
als arten des turniers bei Ger. Schubart
de ludis equestribus (1725)
s. 175,
vgl. Boeheim waffenk. s. 559
f. 2@cc)
von allerlei andern geräten: ein stähliner spiegel,
speculum chalybeum. Frisch 2, 315
c (
nl. staelen spieghel Kilian); du solt haben ain subtiligen segen (
säge) mit ainem stehelin bogen mit ab zuoschneiden die bain oder arm. Braunschweig
chirurgie (1539) 11
b (1499: 19
b); das vierdt frewlein inn harnisch blosz trug ein stehelen hamer grosz. H. Sachs 1, 404
d.
so stählene feder,
vgl. stahlfeder: dasz ein gewächs sey, so die krafft habe, ein schlosz mit stählinen federn, durch menschliche hand gemacht, auffzusprengen.
Simpl. schr. 4, 185, 32
Kurz (
vogeln. 2, 25).
hypothetisch von einer schreibfeder (
wobei natürlich noch nicht an die heutige stahlfeder
zu denken ist): aber ich bedOerfft wol stAelene federn, oder zu minsten ein feder ausz S. Michaelsflügel von S.
Michel, wann ich alle orden ... wolt beschreiben.
bienenk. 29
a.
unklar ist: fur 8 stehlen taffelstain 13 ℔ 10 D₰ Tucher
haushaltb. 126 (
vgl. theil 11, 23). 2@dd) stählene thüren, mauern
u. dgl. kommen wol nur in der dichtung vor (
vgl. indessen stahlkammer): zende an dem palas ein stählîn tür entsloʒʒen was.
Parz. 232, 10; die burgmur die was stehelin und die türn waren erin. Altswert 36, 10;
nur hypothetisch gesagt: er wêre durch eine stehelîn mûre wol gevarn.
d. mystiker 1, 304, 9 (Nic. v. Straszburg).
bildlich: das sind ihre stählene mauern gewesen, darauf sie stunden, trotzten und pochten. Luther
tischred. 2, 164. 2@ee) ein stählener berg
wird oft hypothetisch gesagt in vergleichen und sprichwörtlichen redensarten: rehte also ein stehelin berg. Tauler
bei Ch. Schmidt
hist. els. wb. 338
b; (
der stoische weise Senecas,) der sich nicht bewegen lAest, weder lieb noch barmhertzigkait, mer dann ain hAerter kiszling, unnd ia so gar kaines anmuts, das er wie ain stAellner berg und schrof fest stehet. Franck
morie encom. 24
b; alle wände waren ... mit metallen, ... so hell geriebenen geschirren besetzt, dasz es schiene, als wann ich in keiner kuchen, sondern irgends in einem stAehlinen berg mich befunden hAette.
Simpl. schr. 3, 349, 11
Kurz (
vogeln. 1, 10); vor zeyten loug man durch eyn brett, das etwa drithalb elen hett, jetz lügt man durch ein stehelen berg, wen schon dry legendt uberzwerg. Murner
narrenbeschw. s. 25
neudr (6, 44,
noch überboten 56, 3); das ich die schelmen kennen kan durch ein gantzen stehelin berg, wenn schon dry legendt überzwerg.
schelmenz. s. 4
neudr. (B,
vorr. 3,
dafür in A: durch eyn grossen steynen berg.
s. 1, 5).
ähnlich auch: was aber gottes on wort ist, das mus endlich zergehen, wenn auch alle teufel und welt, mit eisern bergen und stelhen bewmen dran hielten. Luther 8, 318
a. —
anderes hypothetisch: hat nicht auch der Hercules lang mit des königs Actors sönen Euryt und Creat deszhalben lang zustreiten, weil sie ausz sylberen eyerschaln warn geschloffen: so werden sie heut gewisz ausz stählinen nebelkappen schliefen.
Garg. s. 310
neudr.; o du arm jrdin glück, warumb bist nicht stälin? 357. 2@ff)
übertragen wird stählen
gern auf menschen angewandt. 2@f@aα)
eigentlich: hat dir doch der teufel verheiszen, er wolle dir einen stählenen leib geben, dasz du nicht leiden solltest wie andere verdammte. Simrock
volksb. 4, 115; ein anderer bildet im in, er het stehelin füsz, der selbig sprang uff den steinen wie ein pferd. Laur. Phries
spiegl der artzny (1519) 50
b.
ähnlich in Daniels vision von dem bilde, das die weltreiche bedeutet; mit bezug darauf: Daniel ... sagt, es (
das römische reich) sei wol am ersten eisern und stählen, aber zuelezt wär's lauter kott, laim und hafenwerk ... worden. Aventin
chron. 1, 684, 15. 2@f@bβ)
zunächst leiblich, in bezug auf stärke, widerstandskraft, unverletzlichkeit: denn da Job am 6. saget: ist denn mein fleisch ehrnen? geben etliche dolmetscher: ist denn mein fleisch stehlen? oder bin ich denn so herte wie ein stahel und eisen? Mathesius
Sar. 79
b; mîn houbet sî mir stælîn: dehein wâfen snîde dar î
n. Münchner ausfahrtsegen (
denkm. nr. 47, 3) 23. (
von ausdauer:) wie meht ich herre trehtin, weare mir daz haupht erin, stalin diu zunge, die grozen mandunge iemer vure bringen? Diemer
ged. 333, 15. 2@f@gγ)
in diesem sinne ist es wol zu verstehen, wenn Stehelin, Stehellin
nicht selten als personenname vorkommt; beispiele aus urk. v. 1200, 1259, 1308, 1318
bei Ch. Schmidt
hist. els. wb. 338
b.
doch wird dabei auch an die rüstung von stahl (
s. b)
und an die ethische bedeutung (
δ)
zu denken sein. ähnlich nennt sich im Schwabenkriege von 1499
eine schwäbische schaar der stählene haufe: diss warend vast erzknappen, die sich harzuo mit vil remens selbs erbutend, hiess der stAechle huf. Anshelm
Berner chron. 2, 170, 8; wie d' eidgnossen den berg und den stAechlin hufen gewunnen. 19; trungend do so vast uf die stAehlinen schtzen, dass si hindersich durchs holz wichen, da ir 1500 stAehlin gsellen in guoter, stAehliner ordnung stuondend. 170, 33—171, 2; also kampftends da hart mitenander, ... biss vom stAehlinen hufen zwei glid nidergelegt. 4; also dass, welche vom stAechlinen hufen nit abwegs verschussend oder im gestrip verschluffen, al erschlagen wurden; und ervand sich, dass diser stAehle huf so vast vom kemeiler-aten was zerschmolzen, das von im nit 200 zuonn mit fliehen waren ganz bliben. und also so hattend d' Eidgnossen ... den steinin berg und die stAehline vorhuot zuor morgensuppen redlich gewonnen. 8—15; darzuo 1500 der fröudigisten ertzknappen ausz Etschland (genent der stählinhauff). Stumpf
Schweytzer chron. 647
a;
auch der stählene bund
für den schwäbischen bund selbst: betrachtottent die sach und erdachtent, das sy, mit gunst und willen keiser Fridrichs des dritten, auch ein punde machtent, den man nempt den stächlin pund ettlich nampttent in ouch den iüppen punde, und ettlich den schwebschen punde, als er ouch heiszt, vermeinittent, sich also durch solichen punde den eydtgenossen zu gelichen. Etterlin
cron. der eydtgnoschaft (1507) 103
a; krei (
krähe =
Tirol), ich han mit dir gefochten wol über die vierden stund, an dir han ich mich gerochen und an dinem stechlin bund. Liliencron
hist. volksl. nr. 205, 22.
vgl. auch: und haben alle völcker ye und ye bekennen müssen, dz sy meynen, die Teütschen (die man yetzund lantzknecht nennet) seyen teüfel, oder aber stähelin. S. Franck
weltb. 48
a. 2@f@dδ)
ins seelische gewendet. so schon: Esaie 48. dein nacken ist eisern, und deine stirn ist stehlen, denn weil gott der jüden hertigkeit und hartneckigkeit, und verruchte oder unverschampte stirne beschreibet, hat er nit von einer roten stirn eigentlich reden wOellen, sondern von einer trotzigen, und gestehleten stirne, die sich nicht schemet, nicht rot wird, und weder mit gut noch bOesz gar nicht biegen oder lencken lesset. Mathesius
Sar. 79
b. —
besonders stählenes herz: owe herz mins, wie bist du so stehlin, daʒ du nit alles von leid zerspringest. Suso
bei Wackernagel
leseb. 1
2, 873, 2; er müszte doch ein stähelin hertz haben, der nicht ein freud darvon hette.
buch der liebe 194
c; ich hette vor diesem gemeinet mein hertz were stälen, das mans mit keinem metal verwunden könte. aber diese wort, so ich jetzundt gehöret habe, haben mir mein hertze dermassen durchgedrungen .., das ich für angst nicht weis, wo ich aus oder ein sol. Heinr. Julius v. Braunschweig 129
Holland (
Sus. 4, 4); die liebe macht ein stahlens hertz gelind und weich wie wachs. Lehman 2, 423.
ähnlich: es ist keiner so hart, starck, stählin unnd steinen, der durch unsere liebliche wort unnd dein gesicht dir nicht gehorsam were.
buch der liebe 209
c; ouch die stehelin oder iserin gemte gezemet der gelust. Pfeiffer
altd. übungsb. 175, 27; sô muoʒ ich sîn gar stehelîn und herter denne ein îsen.
troj. krieg 21920. 2@gg) stählen (
oder eisern,
s. theil 3, 375)
sagt man auch von abgaben, leistungen u. dgl., die dauernd unter allen umständen entrichtet werden müssen, sowie von entsprechenden einkünften, festen beständen u. ähnl.: stählin vieh,
pecora chalybea, ferrea; stähline gült; stähline gultbrief,
litterae ferreae, reditus chalybei; auch stähline brief,
litterae moratoriae. Scherz - Oberlin 1552
f.; stählene pfründe '
praebenda, quam quis sine detractione et imminutione percipit'. 1553: aber wir haben ein vater ym himmel zuo dem wir schryen vatter unser der du bist in den himlen, da ist unser stehelin pfruond .., da ist kein wurm noch schab der unsz die cleider esse. Keisersberg
narrenschiff 187
a (
gedruckt 177,
richtig 179).