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stählen

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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

stählen adj.

Bd. 17, Sp. 560
stählen, adj. aus stahl; ältere form für stählern, vgl. dieses. 11) entwicklung der form. 1@aa) die bildung ist auf das westgerm. beschränkt: ags. stýlen, mittelengl. stelen, stilen Bosworth-Toller 920b; altfries. stelen, stellen, neuwfr. stielen Richthofen 1047a; mnd. stalen Schiller-Lübben 4, 356a und stelen 381b (beides ganz vereinzelt, der beleg für das letztere zudem unsicher, indem stelemel auch das alts. stehli = stahl enthalten kann, während mel doch wol zu franz. maille, mhd. meile zu stellen ist; doch kommt stelen sonst vor, s. den beleg unter 2, a, α und die glossen): chalybeius, calipeus stelen. Dief. gloss. 90a (voc. v. 1425, sax.-lat.); stelen calibius. nov. gl. 66b; nl. staelen, van stael, chalybeus. Kilian, jetzt holl. stalen; ahd. (nd.?) stelin ex calibe Steinmeyer ahd. gl. 3, 388, 34. Graff 6, 635, mhd. stehelîn, stähelîn, stahelîn, stælîn, mitteld. stêlîn, auch stâlîn, stêlen. Lexer handwb. 2, 1160. vgl. Weigand 2, 792. 1@bb) im nhd. ist stählen im 16. jahrh. noch sehr gewöhnlich in mannigfachen formen, indem das h bald bleibt (in der schreibung), bald sich zu ch verdickt, bald schwindet, und das î der endung theils als i erhalten, theils zu ei diphthongiert, theils zu e geschwächt oder ganz ausgeworfen wird. so findet sich stähelin (Franck weltb. 48a, buch der liebe 194c), stehelin (Braunschweig, Friese, Murner schelmenz.), stählin (bei Anshelm neben stächlin u. a., ferner im buch der liebe gew., sowie bei H. Sachs 5, 212b und Stumpf, auch im 17. jahrh. herrschend, s. unten); stechlin (Herm. v. Sachsenheim); stehlein (fastn. sp. 196, 15), stählein (H. Sachs 4, 2, 58a); stähelen (H. Sachs 5, 315d), stehelen (Murner narrenbeschw. 6, 44, H. Sachs 1, 400b. 404d), stählen (B. Waldis, Aventin, buch der liebe 274b), stehlen (Tucher, Mathesius, stelhen bei Luther ist natürlich stēlen zu lesen); stäheln (Brant narrensch. 76, 10); stälen (bienenk. 29a, Heinr. Julius), ställn (Franck). es erscheinen dabei oft bei demselben autor verschiedene formen, so bei H. Sachs stählin, -lein, stähelen und (gew.) stehelen. vgl. besonders die belege aus Anshelm unter 2, f, γ, wo auf 2 seiten des textes neben einander vorkommen: stählin, stächlin, stählen und flektiert auch stähle, stächle (neben stählinen, stächline). wie hier, geht auch sonst in den flektierten formen das n zuweilen verloren, s. ein steheles hembd. H. Sachs 1, 400d unter 2, b, β. die form stählin begegnet noch im 17. jahrh. (Weckherlin, Simpl. schr.). von den wörterbüchern haben nur wenige das wort aufgenommen: chalybeus, stahelin. Frischlin nomencl. 22b (1586, c. 13), stAehlin, stAehlern, o. d'acier. Hulsius (1616) 305b; stählin, von stahl, d'acciaio. (1618) 237a; und so noch: stählin, adj. chalybeus. Frisch 2, 315c ('vulgo stählern'). im allgemeinen ist stählen seit dem 17. jahrh. durch stählern verdrängt; vereinzelt kommt es immer noch vor (Herder, Arndt 366, Simrock), doch beweist das fehlen des umlauts in andern stellen (Lehman, Arndt 206, Rückert), dasz es sich um eine freie neubildung handelt. 1@cc) vereinzelt hat sich stählen in mundarten erhalten (doch wird stählern noch seltner angeführt, sodasz für die meisten mundarten die übliche form nicht bekannt ist): schweiz. stechli Bühler Davos 1, 131; in Sprengs Baseler idiot. stächlen, stächlin, s. Seiler 276a; bair. stáhhlə~ Schm.2 2, 744; nd. stalen, stahlern brem. wb. 6, 334, ostfries. stalen Stürenburg 261a. ten Doornkaat Koolman 3, 298a. 22) gebrauch. 2@aa) am häufigsten von waffen, besonders mhd., und zwar zunächst von angriffswaffen; vgl.: sonder er (Tubal Cain) ist auch der erste waffenschmid gewesen, der stehlene schneiden, bane, oder ort an eisen hat schweissen, wellen, und herten können. Mathesius Sar. 80a. hier fehlen merkwürdigerweise belege für das gewöhnliche stählene schwert ganz. häufig sind nur zwei verbindungen: 2@a@aα) stählener bogen, vgl.stahl II, 3, b und nl. staelen boghe, balista chalybea, arcus balistarius, arcubalista, arcus brachio chalybeo, sive lamina instructus: scorpius, scorpio. Kilian 2, 626a. umme dysse tyt (1525) synt erstmals syntrore (zündröhre) gemaket ..., wente wor men nu syntbussen voret, plech men stelen bagen to voren. Hamb. chron. 421 Lappenberg; deszgleichen da David seines handbogens, 2. Samuel. 22, gewenet, geben es auch die lateinischen auszleger: gott treibet den stehlenen bogen meiner hand. Mathesius Sar. 79b; das reventer (speisezimmer) ist ungelogen so lang, man mit stählen bogen möcht schiessen. B. Waldis Esop 3, 100, 98; ich kan so starck als khün ... ein stählines armbrust und bogen starck und dick bald spannen oder brechen. Weckherlin 69 (ps. 18, 60). 2@a@bβ) stählene stange als waffe von riesen u. ä. (vgl.stange 2, a, θ): wandiʒ wâren gigande und trûgen an ir hande stahelîne stangen. Lampreht Alex. 5077 Kinzel; ein stangen deu was stehelîn truoc er in der hende sîn. Heinr. v. Neustadt Apollon. 19374; vor in trat her ain wilder man, ich main, er möcht von Norweg sin, mit ainer stang, was stechlin. Herm. v. Sachsenheim s. 67 Martin (mörin 634); das er vacht mit eynr stäheln stangen. Brant narrensch. 76, 10; der riesz ... zuckt seine stählin stangen, und schlug gegen Goffroy. buch der liebe 274a; da zucket der starcke riesz die stählin stangen. 274b. — ähnlich auch: Goffroy ... zucket da den stählen kolben von dem sattelbogen, unnd schlug darmit dem riesen sein stählin stangen ausz der hand. ebenda; vgl.: Goffroy ... hatte einen stählin kolben, den hencket er an seinen sattelbogen. 273d; die truogen kolben stähelîn. Willeh. 395, 24. 2@bb) noch häufiger von den vertheidigungswaffen, der rüstung. 2@b@aα) der helm wird gern als stählener hut bezeichnet, vgl. nl. staelen hoed vel storm hoed, pileus chalybeus. Kilian 2, 626a, und stahlhut: durh den stehelînen hût verwundeter den helt gût. Lampreht Alex. 2740 Kinzel; setzt auf euren stehlein eisenhut. fastn. sp. 196, 15; doch auch: ein mann, ein unhold, ein schelm, mit tigerpanzer und stahlenem helm, liegt wie ein teufel im felde breit. Rückert Firdosi 1, 338; (im bilde:) und gott wird sein gerechtigkeit zum krebs anziehen zu der zeit, und sein strenges gericht daselbn auffsetzen für ein stählin helm. H. Sachs 5, 212b. 2@b@bβ) vom harnisch, panzer: (sie sahen) ein grossen erschröcklichen mann gleich eim riesen, der war anthan mit einem stähelen harnisch. H. Sachs 5, 316d; mhd.: mit stêlînen brunjen gût wâren die vil wol behût. livländ. reimchron. 11147; ein uberstarckes weyb ... die war umbhenget gantzer mit eynem stehelen pantzer. H. Sachs 1, 400b (dafür in der auslegung der allegorie: auch spricht man Gwonheyt frembd ist ein steheles hembd als ob die Gwonheyt dreng u. s. w. 400d); dafür häufig: daʒ blût vlôʒ als ein bach durch die stêlîne ringe rôt. livländ. reimchron. 8421; islîcher von dem anderen sluoc dâ mangen stêlînen rinc. Heinr. v. Freiberg Tristan 1805. 2@b@gγ) von der beinbekleidung: si heten umbe ir beinvil manegen stælin zein. exodus 158, 16 Diemer; helm auf dem haupt, am fusz den sporn und spitze stählen schuh. Herder 1, 2, 535 Meyer (graf Arnum 70). 2@b@dδ) zusammenfassend: der (Heinrich der löwe) legt an sein stählein gewand. H. Sachs 4, 2, 58a; bildlich: wohl bedurfte der mann der festen und stalenen rüstung, welche der knabe sich schon hart um den busen gewölbt. Arndt ged. 206; so auch ganz vereinzelt adverbial: komm, geist! und zieh dich stählen an! komm, herz! und lasz dich eisern kleiden. 366. 2@b@eε) von pferderüstung: auch (liesz er) den spissern ... pferd darführen und geben, jhre kürisz mit gantzen parschen, wolbedeckt stälen glider, und verdeckt hengst, ... gute stählin krägen, ... roszstirnen, knopff, stälen puckelbantzer. Garg. s. 316 neudr. 2@b@zζ) vom schilde: doch thet er (der riese) schnell seinen harnisch an ... und brachte mit jm ein stählin schilt. buch der liebe 274a. 2@b@hη) dazu: das feld rennen in stehlin pund und stehling lieger als arten des turniers bei Ger. Schubart de ludis equestribus (1725) s. 175, vgl. Boeheim waffenk. s. 559 f. 2@cc) von allerlei andern geräten: ein stähliner spiegel, speculum chalybeum. Frisch 2, 315c (nl. staelen spieghel Kilian); du solt haben ain subtiligen segen (säge) mit ainem stehelin bogen mit ab zuoschneiden die bain oder arm. Braunschweig chirurgie (1539) 11b (1499: 19b); das vierdt frewlein inn harnisch blosz trug ein stehelen hamer grosz. H. Sachs 1, 404d. so stählene feder, vgl. stahlfeder: dasz ein gewächs sey, so die krafft habe, ein schlosz mit stählinen federn, durch menschliche hand gemacht, auffzusprengen. Simpl. schr. 4, 185, 32 Kurz (vogeln. 2, 25). hypothetisch von einer schreibfeder (wobei natürlich noch nicht an die heutige stahlfeder zu denken ist): aber ich bedOerfft wol stAelene federn, oder zu minsten ein feder ausz S. Michaelsflügel von S. Michel, wann ich alle orden ... wolt beschreiben. bienenk. 29a. unklar ist: fur 8 stehlen taffelstain 13 ℔ 10 D₰ Tucher haushaltb. 126 (vgl. theil 11, 23). 2@dd) stählene thüren, mauern u. dgl. kommen wol nur in der dichtung vor (vgl. indessen stahlkammer): zende an dem palas ein stählîn tür entsloʒʒen was. Parz. 232, 10; die burgmur die was stehelin und die türn waren erin. Altswert 36, 10; nur hypothetisch gesagt: er wêre durch eine stehelîn mûre wol gevarn. d. mystiker 1, 304, 9 (Nic. v. Straszburg). bildlich: das sind ihre stählene mauern gewesen, darauf sie stunden, trotzten und pochten. Luther tischred. 2, 164. 2@ee) ein stählener berg wird oft hypothetisch gesagt in vergleichen und sprichwörtlichen redensarten: rehte also ein stehelin berg. Tauler bei Ch. Schmidt hist. els. wb. 338b; (der stoische weise Senecas,) der sich nicht bewegen lAest, weder lieb noch barmhertzigkait, mer dann ain hAerter kiszling, unnd ia so gar kaines anmuts, das er wie ain stAellner berg und schrof fest stehet. Franck morie encom. 24b; alle wände waren ... mit metallen, ... so hell geriebenen geschirren besetzt, dasz es schiene, als wann ich in keiner kuchen, sondern irgends in einem stAehlinen berg mich befunden hAette. Simpl. schr. 3, 349, 11 Kurz (vogeln. 1, 10); vor zeyten loug man durch eyn brett, das etwa drithalb elen hett, jetz lügt man durch ein stehelen berg, wen schon dry legendt uberzwerg. Murner narrenbeschw. s. 25 neudr (6, 44, noch überboten 56, 3); das ich die schelmen kennen kan durch ein gantzen stehelin berg, wenn schon dry legendt überzwerg. schelmenz. s. 4 neudr. (B, vorr. 3, dafür in A: durch eyn grossen steynen berg. s. 1, 5). ähnlich auch: was aber gottes on wort ist, das mus endlich zergehen, wenn auch alle teufel und welt, mit eisern bergen und stelhen bewmen dran hielten. Luther 8, 318a. — anderes hypothetisch: hat nicht auch der Hercules lang mit des königs Actors sönen Euryt und Creat deszhalben lang zustreiten, weil sie ausz sylberen eyerschaln warn geschloffen: so werden sie heut gewisz ausz stählinen nebelkappen schliefen. Garg. s. 310 neudr.; o du arm jrdin glück, warumb bist nicht stälin? 357. 2@ff) übertragen wird stählen gern auf menschen angewandt. 2@f@aα) eigentlich: hat dir doch der teufel verheiszen, er wolle dir einen stählenen leib geben, dasz du nicht leiden solltest wie andere verdammte. Simrock volksb. 4, 115; ein anderer bildet im in, er het stehelin füsz, der selbig sprang uff den steinen wie ein pferd. Laur. Phries spiegl der artzny (1519) 50b. ähnlich in Daniels vision von dem bilde, das die weltreiche bedeutet; mit bezug darauf: Daniel ... sagt, es (das römische reich) sei wol am ersten eisern und stählen, aber zuelezt wär's lauter kott, laim und hafenwerk ... worden. Aventin chron. 1, 684, 15. 2@f@bβ) zunächst leiblich, in bezug auf stärke, widerstandskraft, unverletzlichkeit: denn da Job am 6. saget: ist denn mein fleisch ehrnen? geben etliche dolmetscher: ist denn mein fleisch stehlen? oder bin ich denn so herte wie ein stahel und eisen? Mathesius Sar. 79b; mîn houbet sî mir stælîn: dehein wâfen snîde dar în. Münchner ausfahrtsegen (denkm. nr. 47, 3) 23. (von ausdauer:) wie meht ich herre trehtin, weare mir daz haupht erin, stalin diu zunge, die grozen mandunge iemer vure bringen? Diemer ged. 333, 15. 2@f@gγ) in diesem sinne ist es wol zu verstehen, wenn Stehelin, Stehellin nicht selten als personenname vorkommt; beispiele aus urk. v. 1200, 1259, 1308, 1318 bei Ch. Schmidt hist. els. wb. 338b. doch wird dabei auch an die rüstung von stahl (s. b) und an die ethische bedeutung (δ) zu denken sein. ähnlich nennt sich im Schwabenkriege von 1499 eine schwäbische schaar der stählene haufe: diss warend vast erzknappen, die sich harzuo mit vil remens selbs erbutend, hiess der stAechle huf. Anshelm Berner chron. 2, 170, 8; wie d' eidgnossen den berg und den stAechlin hufen gewunnen. 19; trungend do so vast uf die stAehlinen schtzen, dass si hindersich durchs holz wichen, da ir 1500 stAehlin gsellen in guoter, stAehliner ordnung stuondend. 170, 33—171, 2; also kampftends da hart mitenander, ... biss vom stAehlinen hufen zwei glid nidergelegt. 4; also dass, welche vom stAechlinen hufen nit abwegs verschussend oder im gestrip verschluffen, al erschlagen wurden; und ervand sich, dass diser stAehle huf so vast vom kemeiler-aten was zerschmolzen, das von im nit 200 zuonn mit fliehen waren ganz bliben. und also so hattend d' Eidgnossen ... den steinin berg und die stAehline vorhuot zuor morgensuppen redlich gewonnen. 8—15; darzuo 1500 der fröudigisten ertzknappen ausz Etschland (genent der stählinhauff). Stumpf Schweytzer chron. 647a; auch der stählene bund für den schwäbischen bund selbst: betrachtottent die sach und erdachtent, das sy, mit gunst und willen keiser Fridrichs des dritten, auch ein punde machtent, den man nempt den stächlin pund ettlich nampttent in ouch den iüppen punde, und ettlich den schwebschen punde, als er ouch heiszt, vermeinittent, sich also durch solichen punde den eydtgenossen zu gelichen. Etterlin cron. der eydtgnoschaft (1507) 103a; krei (krähe = Tirol), ich han mit dir gefochten wol über die vierden stund, an dir han ich mich gerochen und an dinem stechlin bund. Liliencron hist. volksl. nr. 205, 22. vgl. auch: und haben alle völcker ye und ye bekennen müssen, dz sy meynen, die Teütschen (die man yetzund lantzknecht nennet) seyen teüfel, oder aber stähelin. S. Franck weltb. 48a. 2@f@dδ) ins seelische gewendet. so schon: Esaie 48. dein nacken ist eisern, und deine stirn ist stehlen, denn weil gott der jüden hertigkeit und hartneckigkeit, und verruchte oder unverschampte stirne beschreibet, hat er nit von einer roten stirn eigentlich reden wOellen, sondern von einer trotzigen, und gestehleten stirne, die sich nicht schemet, nicht rot wird, und weder mit gut noch bOesz gar nicht biegen oder lencken lesset. Mathesius Sar. 79b. — besonders stählenes herz: owe herz mins, wie bist du so stehlin, daʒ du nit alles von leid zerspringest. Suso bei Wackernagel leseb. 12, 873, 2; er müszte doch ein stähelin hertz haben, der nicht ein freud darvon hette. buch der liebe 194c; ich hette vor diesem gemeinet mein hertz were stälen, das mans mit keinem metal verwunden könte. aber diese wort, so ich jetzundt gehöret habe, haben mir mein hertze dermassen durchgedrungen .., das ich für angst nicht weis, wo ich aus oder ein sol. Heinr. Julius v. Braunschweig 129 Holland (Sus. 4, 4); die liebe macht ein stahlens hertz gelind und weich wie wachs. Lehman 2, 423. ähnlich: es ist keiner so hart, starck, stählin unnd steinen, der durch unsere liebliche wort unnd dein gesicht dir nicht gehorsam were. buch der liebe 209c; ouch die stehelin oder iserin gemte gezemet der gelust. Pfeiffer altd. übungsb. 175, 27; sô muoʒ ich sîn gar stehelîn und herter denne ein îsen. troj. krieg 21920. 2@gg) stählen (oder eisern, s. theil 3, 375) sagt man auch von abgaben, leistungen u. dgl., die dauernd unter allen umständen entrichtet werden müssen, sowie von entsprechenden einkünften, festen beständen u. ähnl.: stählin vieh, pecora chalybea, ferrea; stähline gült; stähline gultbrief, litterae ferreae, reditus chalybei; auch stähline brief, litterae moratoriae. Scherz - Oberlin 1552 f.; stählene pfründe 'praebenda, quam quis sine detractione et imminutione percipit'. 1553: aber wir haben ein vater ym himmel zuo dem wir schryen vatter unser der du bist in den himlen, da ist unser stehelin pfruond .., da ist kein wurm noch schab der unsz die cleider esse. Keisersberg narrenschiff 187a (gedruckt 177, richtig 179).
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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Stählen

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Stählen , verb. regul. act. 1. Mit einer Schneide oder Spitze von Stahl versehen; im gemeinen Leben auch verstählen. Ein…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    stählen

    Goethe-Wörterbuch

    stählen [bisher nicht online publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    stählenPart.

    Mecklenburgisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    stählen stehlen; Formen: Präs. stähl, stählst, stählt neben älterem stellst, stellt; Prät. stöhl, älter stohl; Part. Prä…

  4. Sprichwörter
    Stählen

    Wander (Sprichwörter)

    Stählen Wer stählen will in Fried', der werd' ein Messerschmied. Wortspiel mit Stehlen. Aehnlich sagen die Holländer: Di…

  5. Spezial
    stählen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    stäh|len vb.tr. 1 (nur im konkreten Sinne) intomporé (-rëia) 2 ‹fig› (kräftigen) indurí (-rësc), temperé (-rëia).

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit staehlen

5 Bildungen · 0 Erstglied · 3 Zweitglied · 2 Ableitungen

staehlen als Zweitglied (3 von 3)

abstählen

DWB

abstählen , indurare, hart wie stahl machen: er ist abgestählt gegen wind und wetter; ein durch den krieg abgestählter mann. bei den färbern…

anstählen

DWB

anstählen , ferruminare, stahl anschweiszen.

verstählen

DWB

ver·staehlen

verstählen , verb. , weiches eisen auf der oberfläche in stahl verwandeln Meyer konvers. lex. 6 20, 109 . 1 1) es ist zuerst auf ndd. boden …

Ableitungen von staehlen (2 von 2)

bestählen

DWB

bestählen , ferruminare. Stieler 2117 , wofür man heute stählen sagt. bestählen, ferrare, mit stahl beschlagen: dir mit bestählter esche. Ra…

verstählen

DWB

verstählen , verb. , weiches eisen auf der oberfläche in stahl verwandeln Meyer konvers. lex. 6 20, 109 . 1 1) es ist zuerst auf ndd. boden …

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Cotta, M. (2026). „staehlen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 15. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/staehlen/dwb?formid=S39651
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Cotta, Marcel. „staehlen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/staehlen/dwb?formid=S39651. Abgerufen 15. May 2026.
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Cotta, Marcel. „staehlen". lautwandel.de. Zugegriffen 15. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/staehlen/dwb?formid=S39651.
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