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stählen

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MeckWB
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Eintrag · Mecklenburgisches Wb.

stählen Part.

Bd. 6, Sp. 723
Wossidia stählen stehlen; Formen: Präs. stähl, stählst, stählt neben älterem stellst, stellt; Prät. stöhl, älter stohl; Part. Prät. stahlen; Mi hat stellst, stellt, Prät. stohl, (-ö-) 86b; Muss. Kurzvokal in der 2. und 3. Pers. Sg. Präs. und Prät. stauhl, stäuhl Spr. 52; weitere Belege für stellst, stellt s. unt. 2; Kurzvokal auch im Inf. bei Bri. 6, 158; Halblänge bei Kolz 33. Das Verb wird absol. und trans. gebraucht, Beispiele unt. 2. 1. Sachliches; in den Häfen wurde sehr viel gestohlen: Wo. Seem. 2, 43; Muss. rühmt die 'Redlichkeit und Treue' 'der niedern Stände auf dem flachen Lande', 'nur Holzfrevel und Entwendung eßbarer Sachen (Mundraub) rechnen die Bauern nicht immer unter Diebstähle' Jb. 2, 130; vgl. Mundrof (Bd. 4, 1292); Stehlen wurde in früherer Zeit mit Erhängen bestraft, vgl. Deif 1 (Bd. 2, 283), Deifhänger (284). 2. Sprachliches: Wenn unnerdeß de Dehnstbaad stellt Babst 3, 40; he stöhl grad nich, wat een' stellen heeten deit Bri. 6, 158; in festen Verbindungen: 'wen man en Schmetzgen (Kuß) stellt' (1713) Kohf. Hg. 15, 4; Stellt he (ein Mann) din'n Kranz (Unschuld) Bri. 1, 121; dee (Lamm, dessen Mutter gestorben ist) stählt sick grot (trinkt bei andern Mutterschafen) GüGüstrow@GülzowGülz. Rdaa.: Kinner bäd't, Vadder will stählen! seid ruhig! Gü; dor darfst nich mit hen stählen gahn mit knarrenden Stiefeln StaStargard@GrammertinGramm; mit de Ogen mööst du stählen un jeden dat Sinig laten alles genau beobachten, so daß du dabei lernst Schö; 'Wi (Bürgertöchter) hebben se (die Titten) even so wenig gestahlen' (wie die Adeligen; wir können auch ausgeschnittene Kleider tragen) Laur. Schg. 2, 71; ick heff min Been ok nich stahlen Entgegnung, wenn jem. einem ans Bein geschlagen hat Wa; vgl. Backbeer 3 (Bd. 1, 543) und Hamel (Bd. 3, 412); dat (eine schwere Arbeit) kümmt glik achter 't Pierd'stählen WaWaren@MalchowMalch. Sprww.: dat Stählen is kein Sünn', man sall sick blot nich bi krigen laten RoRostock@RibnitzRibn; Stählen is nich verbaden, œwer dat Krigenlaten HaHagenow@BoizenburgBoiz; 'T is schlim stälen, wo de Herr sülvst 'n Spitzbov is Firm. 3, 74b; lihr di wat, denn weist du wat, stähl di wat, denn hest du wat, un lat jeden dat Sinig Wa; wenn 'n stellt un nich behöllt, is 't leew bäten Brot dor nich bi Ro Rostock@DierhagenDierh; vgl. Kes'bodder (Bd. 4, 228); de Katten, dee nich stählen, dee musen ok nich Wa; stahlen Gaut hett kein Däg' Lu; Beispielsprw.: dat wir 't man grad', dat 'ck stählen ded', säd' de Diern, süs kreg' 'ck ok 'n Herrn RoRostock@DoberanDob. Vgll.: 'se ... stellen alse Raven' Gry. Lb. 1, Q 1b; dat fulenzt herümmer un stöhl as de Rawen Reut. 7, 200; ... as 'n Raw WaWaren@SchwarzSchwarz; As Immen bi de Röschen Stellst du Bri. 1, 101; dee lacht, as wenn he stahlen hett Wa. 3. der Aberglaube schreibt etwas Gestohlenem besondere Kräfte zu: stahlen Katt mus't am besten Wa; gestohlenes Geld bringt Glück im Spiel: Bartsch 2, 312; gestohlene Zweige zu Pfingstmaien wehren Gefahren fürs Haus ab StaStargard@FeldbergFeldb; ein mit gestohlenem Draht auf dem Dachfirst befestigtes Büschel Beifuß wehrt dem Blitz: Meckl. 25, 12; wirft man eine gestohlene Wagenrunge über seinen Kopf, so kommen einem keine Raupen in den Kohl, sondern sie suchen den Eigentümer der Runge heim WaWaren@LevenstorfLev; solche Wagenrunge, im Stall versteckt, verhindert das unzeitige Biren der Schweine PaParchim@GanzlinGanzl; gestohlener Schweinemist, zu Pulver verbrannt und den eigenen Schweinen eingegeben, fördert deren Gedeihen LuLudwigslust@LaupinLaup; Gleiches bewirkt in der Weihnachtsnacht gestohlener Grünkohl, der zu Viehfutter genutzt wird StaStargard@MirowMir; Pferde gedeihen gut, wenn man ihnen ein gestohlenes Gasselbrett unter die Vorderfüße legt RoRostock@BartelshagenBart; förderlich für die Bienen ist nach der Imkerregel eenen Rump stählen, eenen Rump finnen un eenen Rump köpen Niend; vgl. Imm 2 b (Bd. 3, 957); ein Schiff, zu dessen Bau gestohlenes Holz mit verwandt ist, segelt besonders schnell Wo. Sa.; ... segelt nachts besser als bei Tage Ro Rostock@RibnitzRibn; ... hat bald einen Klabatermann Dob. Volksmedizin: Warzen werden mit gestohlenem Speck bestrichen Schw; mit gestohlenem Aalkopf SchöSchönberg@RehnaRehna; solch Speck auch gegen Flechten: Bartsch 2, 107; Knirrband wird abgebunden (vgl. afbinnen 1, Bd. 1, 90) mit einer gestohlenen Türschnur (vgl. Dörensnaur, Bd. 2, 416); auch die Stillformeln selbst sollen möglichst gestohlen, d. h. erlauscht sein: de Formel afhorken, dat heit stählen, dat helpt am dullsten PaParchim@SpornitzSporn; WaWaren@KargowKarg. Gestohlenes wird andererseits negativ beurteilt, vgl. ob. 2 (Sprww.); es bringt den Dieb in Gefahr durch böse Geister: de Waur durchsucht in den Twölften das Haus nach Gestohlenem oder Geliehenem GüGüstrow@BützowBütz; nur wer keenen Minschen wat stahlen oder nahmen hett, braucht keinen Spuk zu befürchten SchwSchwerin@GörslowGörsl; ein Toter, der in einem Sarg aus gestohlenen Brettern beerdigt ist, kommt nicht zur Ruhe WiWismar@NeuklosterNKlost; desgl. ein Toter, dessen Kopfkissen im Sarg mit gestohlenem Zwirn genäht ist WaWaren@MoltzowMolz; werden die ersten Früchte eines jungen Obstbaumes gestohlen, trägt er nicht wieder oder doch 7 Jahre lang nicht: Bartsch 2, 166. Diebe glauben, das Jahr über gegen das Ertapptwerden beim Stehlen gefeit zu sein, wenn ihnen in den voraufgehenden Twölften ein Diebstahl gelungen ist: Bartsch 2, 249; Gefeitheit durch einen Bund mit dem Teufel s. Fristähler (Bd. 2, 1093). — Zss.: af-, be-, rin-, wegstählen. — Mnd. stelen. — Br. Wb. 4, 1023; Dä. 460a; Da. 208b; Kü. 3, 259; Me. 4, 825.
5284 Zeichen · 103 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Stählen

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Stählen , verb. regul. act. 1. Mit einer Schneide oder Spitze von Stahl versehen; im gemeinen Leben auch verstählen. Ein…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    stählen

    Goethe-Wörterbuch

    stählen [bisher nicht online publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    stählenPart.

    Mecklenburgisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    stählen stehlen; Formen: Präs. stähl, stählst, stählt neben älterem stellst, stellt; Prät. stöhl, älter stohl; Part. Prä…

  4. Sprichwörter
    Stählen

    Wander (Sprichwörter)

    Stählen Wer stählen will in Fried', der werd' ein Messerschmied. Wortspiel mit Stehlen. Aehnlich sagen die Holländer: Di…

  5. Spezial
    stählen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    stäh|len vb.tr. 1 (nur im konkreten Sinne) intomporé (-rëia) 2 ‹fig› (kräftigen) indurí (-rësc), temperé (-rëia).

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit staehlen

5 Bildungen · 0 Erstglied · 3 Zweitglied · 2 Ableitungen

staehlen als Zweitglied (3 von 3)

abstählen

DWB

abstählen , indurare, hart wie stahl machen: er ist abgestählt gegen wind und wetter; ein durch den krieg abgestählter mann. bei den färbern…

anstählen

DWB

anstählen , ferruminare, stahl anschweiszen.

verstählen

DWB

ver·staehlen

verstählen , verb. , weiches eisen auf der oberfläche in stahl verwandeln Meyer konvers. lex. 6 20, 109 . 1 1) es ist zuerst auf ndd. boden …

Ableitungen von staehlen (2 von 2)

bestählen

DWB

bestählen , ferruminare. Stieler 2117 , wofür man heute stählen sagt. bestählen, ferrare, mit stahl beschlagen: dir mit bestählter esche. Ra…

verstählen

DWB

verstählen , verb. , weiches eisen auf der oberfläche in stahl verwandeln Meyer konvers. lex. 6 20, 109 . 1 1) es ist zuerst auf ndd. boden …

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Cotta, M. (2026). „staehlen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 15. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/staehlen/meckwb
MLA
Cotta, Marcel. „staehlen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/staehlen/meckwb. Abgerufen 15. May 2026.
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Cotta, Marcel. „staehlen". lautwandel.de. Zugegriffen 15. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/staehlen/meckwb.
BibTeX
@misc{lautwandel_staehlen_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
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  urldate      = {2026-05-15},
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