Eintrag · Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)
sôt stm. stn.
1. das wallen, kochen. der vlamme rôt, sîn swinder sôt slêt ûch tôt Pass. K. 678,88. — besonders von hitzigen krankheiten gebraucht: dô er quam ûf des lîbes ort in krenklîchem sôde das. 584,37. der suhte sôt (: nôt) Pass. 218,55. — der sôt fervor stomachi Schmeller 3, 202. Frisch 2,283. c.
2. brunnen Schmeller, Frisch a. a. o. puteus voc. o. 46,68. daʒ sôt Pfeiffer Cöln. mundart 117. vor dem tor sah er stân einen sôt dief unde wît. vil harte irscaffen was der sôt a. Reinh. 833. 955. der jüngere text setzt dafür brunne. vgl. Reinh. s. 357. man hete in eime sôde sô vil niht waʒʒers funden troj. s. 208. d. — helle sôt höllenpfütze, hölle Frl. 13,16. hilf uns daʒ uns der sôt der helle iht slinde in wernder nôt Barl. 406,9. auch sôt allein für helle: tiefes sôdes vuoter verkêre Frl. 20,10 und anm.
3. das wasser, worin etwas gesotten ist, brühe, absud, spülwasser. daʒ sôt med. fundgr. 1, 391. b. Schmeller 3,292. Frisch a. a. o. diz male mit eʒʒige und mit gûteme sôde b. v. g. speise 9. — mit dem sôde si in begoʒʒen glaube 2084. wurfen in mit den schuʒʒelen und beguʒʒen in mit dem sôde myst. 162,39. vgl. Massm. Al. s. 188.