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schwinge

mnd. bis Dial. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
Anchors
12 in 12 Wb.
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Schwinge Die

Bd. 4, Sp. 353a
Die Schwinge, Mz. — n. 1) Die Handlung, da man schwinget; ohne Mehrzahl. I dieser Bedeutung, welche es haben kann, ist es eben nicht gewöhnlich. Desto gewöhnlicher aber ist es 2) für ein Werkzeug zum Schwingen, wo auch das Verkleinungswort Schwingchen, O. D. Schwinglein üblich ist. (1) Verschiedene Werkzeuge dieser Art in der Landwirthschaft, im Bergbaue  So nennt man ein dünnes und etwas breites Brettchen, mit einem Stiele oder Griffe, den gebrechten Flachs und Hanf damit zu schwingen, d. h. die groben Fasern damit abzuschlagen, eine Schwinge. Bei den Seilern führt diesen Namen ein eisernes Werkzeug, womit sie den Hanf ausschwingen, welches der Schwingstock heißt, wenn es ein Stock ist, dessen man sich dazu bedienet. I der Lausitz nennt man auch noch ein anders eingerichtetes Werkzeug, welches unten und oben eine Schneide hat, um den Flachs vor dem Brechen damit vorzubereiten, eine Schwinge, auch einen Hilkner. I Bergbaue nennt man die ausgearbeiteten Hölzer an den Wasserkünsten und Feldgestängen mit einem eisernen Zapfen in der Mitte sich darauf[] zu schwingen oder hin= und wiederzubewegen, wie auch, das Feldgestänge hin= und herzuschwingen, Schwingen. Eine liegende Schwinge, eine Schwinge an einem Treibgöpel, welche nicht senkrecht stehet, sondern wagerecht liegt. I den Papiermühlen sind die Schwingen die Stiele an den Stampfen, weil sie diese mit einem Schwunge heben. I den Walkmühlen sind die Schwingen, die an den Walkhämmern befindlichen 14 Fuß langen Arme, welche bei dem Walken von den Hebedaumen der Daumenwelle ergriffen und in Bewegung gesetzt werden. Bei den Strumpfwirkerstühlen heißen die in der Kupperlade beweglichen Stücke von dünnem Eisenbleche, Schwingen. Am bekanntesten ist unter dem Namen Schwinge, in der Landwirthschaft und in den Ställen eine runde oder länglichrunde von Ruthen geflochtene Wanne das Getreide und Futter darin zu schwingen und dadurch von Staub und Unreinigkeit zu befreien, und besonders das Futter, Körner und Häcksel mit Wasser darin zu mengen und durch Schwingen unter einander zu bringen, in welchem Falle sie bestimmter Futterschwinge genannt wird. Es ist die Schwinge hier, durch die das Korn bleibt liegen, Das gut und sauber ist, die Spreu und Staub verfliegen. Opiz. Kleine Schwingen dieser Art gebraucht man auch zu anderm Behuf, z. B. Nähegeräthschaften darin zu haben, Geld hineinzuthun  Die Geldschwinge. (2) Die starken Schwungfedern der Vögel besonders der Falken; dann △ der ganze Flügel selbst, wofür es besonders von großen sich hoch schwingenden Vögeln und in der höhern Schreibart gebraucht wird. Vergleiche Fittig und Flügel als den allgemeinsten Ausdruck. Es hüpfen die Sänger des Waldes Fröhlich empor und putzen die Schwingen. Zachariä. Stark war sein hohes Lied, Wenn es auf Adlers Schwingen Zum Throne des Allmächtgen drang. Kleist. So auch uneigentlich. Eben hatte der weichende Winter von stürmischen Schwingen Seine letzten Schauer von rieselndem Hagel geschüttelt. Zachariä. Eben so vom Geiste, wobei an eine stärkere Willenskraft gedacht wird, welche sich zu höherer Vollkommenheit zu erheben sucht. Dagegen der bewegten Einbildungskraft nur Flügel beigelegt werden. Wer Ketten trägt, wird durch die Ketten schlecht, Die Sklaverei lähmt unsers Geistes Schwingen. Schiller. (3) Eine Schaukel. (4) I der Landwirthschaft, z. B. in Sachsen, die breiten aus hartem Holze gemachten Sprossen, welche vorn, in der Mitte und hinter den Ober= und Unterbaum einer Wagenleiter in gleicher Weite auseinander und zugleich zusammenhalten; auch Sperrleisten, in Österreich Sperrhölzer, in der Wetterau Spangen. An einem Flußfahrzeuge ist die Schwinge das Querholz, weiches am Ende des Fahrzeuges von einem Rande zum andern reicht und woran man das Seil bindet, vermittelst dessen es angehängt oder gezogen wird.
3810 Zeichen · 41 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    schwingeF.

    Köbler Mnd. Wörterbuch

    schwinge , F. Vw.: s. swinge

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schwinge

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Die Schwinge , plur. die -n, von dem folgenden Zeitworte schwingen, ein Werkzeug zum Schwingen, in welchem Verstande es …

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Schwinge

    Goethe-Wörterbuch

    Schwinge A poet: Flügel, Fittich 1 konkr u im (Sinn-)Bild a als Körperteil von Raubvögeln u von Insekten Der schwarzgefi…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schwinge

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Schwinge , linker, auf eine kurze Strecke schiffbarer Nebenfluß der Elbe, mündet unterhalb Stade.

  5. modern
    Dialekt
    Schwing(e)

    Elsässisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Schwing(e) [ʿSwìə Hi. Steinb. ; ʿSwe Dü. Mutzig ; ʿSwì Lobs. ; Pl. –ə] f. breite Sprosse der Wagenleiter. — Basel 267…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schwinge

100 Bildungen · 47 Erstglied · 52 Zweitglied · 1 Ableitungen

schwinge‑ als Erstglied (30 von 47)

Schwinge I

SHW

Schwinge I Band 5, Spalte 927-928

Schwinge(n) I

Idiotikon

Schwinge(n) I Band 9, Spalte 1971 Schwinge(n) I 9,1971

Schwinge(n) II

Idiotikon

Schwinge(n) II Band 9, Spalte 1973 Schwinge(n) II 9,1973

Schwinge(n) III

Idiotikon

Schwinge(n) III Band 9, Spalte 1980 Schwinge(n) III 9,1980

Schwinge(n)bëreⁿ

Idiotikon

Schwinge(n)bëreⁿ Band 4, Spalte 1480 Schwinge(n)bëreⁿ 4,1480

Schwinge(n)böckli

Idiotikon

Schwinge(n)böckli Band 4, Spalte 1132 Schwinge(n)böckli 4,1132

Schwinge(n)chopf

Idiotikon

Schwinge(n)chopf Band 3, Spalte 415 Schwinge(n)chopf 3,415

Schwinge(n)nagel

Idiotikon

Schwinge(n)nagel Band 4, Spalte 689 Schwinge(n)nagel 4,689

Schwinge(n)īseⁿ

Idiotikon

Schwinge(n)īseⁿ Band 1, Spalte 545 Schwinge(n)īseⁿ 1,545

schwingeblock

DWB

schwinge·block

schwingeblock , m. block, gestell, worauf flachs oder hanf geschwungen wird Adelung, als werkzeug der seiler Jacobsson 4, 108 b , mnd. swing…

Schwingeisen

RhWB

schwing·eisen

Schwing-eisen n.: 1. Flachsschwinge Bernk-Hochschd . — 2. im Mahlgang (Kännel) sich bewegendes E., das verhütet, dass er verstopft wird Goar…

Schwingel I

Idiotikon

Schwingel I Band 9, Spalte 1950 Schwingel I 9,1950

Schwingel II

Idiotikon

Schwingel II Band 9, Spalte 1971 Schwingel II 9,1971

schwingelhede

DWB

schwingel·hede

schwingelhede , f. , nd. wort, ' die gröbsten theile des geschwungenen flachses, werg ' Frischbier 2, 332 a f. , auch schwinghede und entste…

schwingeln

DWB

schwing·eln

schwingeln , verb. , für schwingen ( beim flachs ), vergl. schwingel 2 für schwinge. Frischbier 2, 332 b . Karmarsch-Heeren 3 3, 517.

schwingenapf

DWB

schwinge·napf

schwingenapf , m. bei den nadlern eine wanne, worin sie die verzinnten und getrockneten nadeln durch schwingen von den anhaftenden kleien od…

schwingenbraus

DWB

schwingen·braus

schwingenbraus , m. : von flügelschlag und schwingenbraus und lautem schwung erdröhnt die luft. Rückert nachl. 250 .

schwingenflosz

DWB

schwingen·flosz

schwingenflosz , n. : auf ihrem dach die fledermaus, sie schaukelt sich, sie breitet aus den rippenschirm des schwingenflosses. A. v. Droste…

schwingenhut

DWB

schwingen·hut

schwingenhut , m. , oder undenhut, bei den strumpfwirkern ein eisen, das in einiger entfernung unter der platinenbahn über den platinen lieg…

schwinge als Zweitglied (30 von 52)

Adlersschwinge

Campe

adler·s·schwinge

△ Die Adlersschwinge , Mz. die — n, die Schwinge des Adlers; dann dichterisch, was schnell emporhebt, mit dem Nebenbegriffe des Großen und V…

Äschwinge

PfWB

Ä-schwinge wohl pl. : ' Abfall von Flachs ', Eheschwinge [SOPf]; vgl. PfWB Abwerg u. Äwerg. — Aus mhd. aswinc 'was vom Flachse abgeschwungen…

bleischwinge

DWB

blei·schwinge

bleischwinge , f. ala plumbea: bleischwinge, lichter rauch und kalte glut! (feather of lead, bright smoke, cold fire, sick health!) Romeo ac…

Brotschwinge

RhWB

brot·schwinge

Brot-schwinge -ø- Altk f.: hölzernes Gerät, mit dem der Br.teig in der Backmulde zerteilt wird.

dichterschwinge

DWB

dichter·schwinge

dichterschwinge , f. wenn wirklich etwas poetisches an ihm wäre, auch nur der flaum einer dichterschwinge J. Paul Flegeljahre 1, 111 .

ehschwinge

DWB

ehschwinge , f. stupa, das gröbst am flachs, werk, ahd. âsuinga. s. eschwinge.

engelschwinge

DWB

engel·schwinge

engelschwinge , f. was engelfittich. da schwebt hervor musik mit engelschwingen. Göthe 3, 30 .

eulenschwinge

DWB

eulen·schwinge

eulenschwinge , f. wie eulenflügel: es erlischt des tages licht, der erzürnte donner spricht, und mit schwarzen eulenschwingen fühl ich es g…

feuerschwinge

DWB

feuer·schwinge

feuerschwinge , f. ala ignea: o raubet nun dem blitz die feuerschwingen, ihr stunden, ihn herbeizubringen den süszen augenblick. Oberon 14, …

futterschwinge

DWB

futter·schwinge

futterschwinge , f. ein aus weiden oder stroh länglichrund oder in gestalt einer muschel geflochtener, vorn offener aber hinten tieferer und…

Geschwinge

Campe

Geschwinge , des — s , o. Mz. s. Ge — 2. 2).

goldschwinge

DWB

gold·schwinge

goldschwinge , f. , goldglänzende schwinge: die silberflügel und goldschwingen ihrer tauben Herder 12, 66 S. ( vgl. ps. 68, 14 ); es war ein…

haarschwinge

DWB

haar·schwinge

haarschwinge , f. flachsschwinge: harschwingen oder flachsschwingen, cifrapilium. voc. inc. theut. i 2.

hanfschwinge

DWB

hanf·schwinge

hanfschwinge , f. gerät zum schwingen des hanfes. mhd. hanifswinge: langeʒ swert alsam ein hanifswinge, daʒ treit er alleʒ umbe. Neidhart 59…

Hauptschwinge

Campe

haupt·schwinge

Die Hauptschwinge , Mz. die — n , in den Bergwerken, eine Schwinge, durch welche eine andere Schwinge mit dem Feldgestänge vereiniget wird.

himmelsschwinge

DWB

himmels·schwinge

himmelsschwinge , f. von der lerche: gegrüszet seist du, du himmelsschwinge, des frühlings bote, du liederfreundinn. Herder z. litt. 3, 17 .

kornschwinge

DWB

korn·schwinge

kornschwinge , f. ventilabrum, schwinge zum kornreinigen, kornwanne. Steinbach 2, 556 , Campe.

liebesschwinge

DWB

liebes·schwinge

liebesschwinge , f. : so eil auf liebesschwingen, spricht er, du holdes paar! Wieland 22, 231 ( Oberon 5, 75).

mutterschwinge

DWB

mutter·schwinge

mutterschwinge , f. schwinge eines muttervogels: liebend wärmt mit mutterschwingen jede nachtigall ihr ei. Gotter 1, 183 .

Nußschwinge

PfWB

nuss·schwinge

Nuß-schwinge f. : 'lange dünne Stange zum Abschlagen der reifen Nüsse', -schwing [ LA-Nd'hochstdt ]; vgl. PfWB Fruchtstube . SHW Südhess. IV…

purpurschwinge

DWB

purpur·schwinge

purpurschwinge , f. , vgl. purpurflügel: der frühling schüttelte von seinen purpurschwingen die besten veilchen auf die wieg' herab. Zachari…

Ableitungen von schwinge (1 von 1)

Geschwinge

Campe

Geschwinge , des — s , o. Mz. s. Ge — 2. 2).