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schüren

mnd. bis spez. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schüren verb.

Bd. 15, Sp. 2034
schüren, verb. das feuer durch stören mit dem schüreisen anfachen. ein ausschlieszlich hd. wort, mhd. schürn Lexer handwb. 2, 829 f., vgl. Weigand 2, 652. Kluge5 338b. die herkunft ist nicht ganz klar. vielleicht ist es von dem subst. goth. (vinþi-) skaurô, mhd. schor abgeleitet, doch bedeutet dies niemals schüreisen, sondern stets 'schaufel' oder 'haue'; auch gehört dazu eine andere ableitung mhd. schorn 'mit der schaufel arbeiten, zusammenscharren', s. Lexer handwb. 2, 772 und schore, schoren, sp. 1573 f. andrerseits steht schüren nie im sinne von 'schaufeln'. wenn ganz vereinzelt schorn für schüren sich findet ('acticionor schorn oder dy brende ruren i. ad ignem ticiones advicinare. ticionor die brende schorn'. voc. des 15. jahrh. bei Leyser pred. s. 158), so liegt darin eher eine lautliche umgestaltung von schüren, als eine bedeutungsentwicklung des mhd. schorn vor. ferner macht das verhältnis zu schürgen schwierigkeit, vgl. darüber dieses und Paul-Braune beitr. 7, 116. dasz beide formell identisch seien (wie mhd. neben nern ein nerigen, nergen steht, s. Lexer handwb. 2, 56), wird widerlegt durch die ahd. formen mit durchgehendem g oder k; dabei bliebe die a. a. o. angedeutete möglichkeit, dasz schürn zugleich eine falsche analogiebildung für schürgen wäre, doch spricht dagegen (auszer der beziehung zu schore) die meist innegehaltene sonderung der bedeutung. diese ist im allgemeinen so vertheilt, dasz schüren in der speziellen bedeutung 'das feuer anfachen' steht, schürgen dagegen allgemein 'schieben, stoszen, antreiben' bedeutet, und das wird wol das ursprüngliche sein. wir würden dann in schüren ein altes *scurjan, dagegen in schürgen eine erweiterung derselben wurzel mit g sehen. allerdings ist bereits früh vermischung beider verben eingetreten, indem schon mhd. schürn häufig in der weiteren bedeutung 'antreiben, reizen' steht, s. Lexer a. a. o. das umgekehrte, schürgen für schüren findet sich erst nhd. und zwar besonders in schweizerischen mundarten (s.schürgen 5, c). — die form bietet mhd. (auszer dem schon erwähnten schorn) keine abweichungen. nhd. findet sich auszerordentlich häufig schieren, schiren, s. die belege. die nicht seltene schreibung schuren ist wol nur eine ungenauigkeit der lautbezeichnung (so steht bei Olearius schuren und schüren neben einander, s. 1, a). eine auffallendere abweichung ist es, wenn sich nhd. vereinzelt scheuren in diesem sinne findet: dazu schewret nu der teufel, auff das der mensch das greslich geberde und bilde des tods tieff betrachte. Luther 1, 178a. über schürgen s. oben und schürgen 5, c. 11) im eigentlichen sinne, ein feuer heller brennen machen, zunächst durch stören und lockern der brände: schüren, vortrücken, fortschuben die brende am fewer. tisonner, approcher les tisons du feu Hulsius 291a; schüren, titiones movere. tisoner Schottel 1411; schüren, schoren, appicciare, accendere, fare, it. tizzare, attizzare. das feuer, die brände schüren. das feuer mit dem degen schüren. das feuer auf dem herd schüren und ähnl. Kramer dict. 2, 682c f.; schüren, proruere, trudere, ferire, commovere, pungere, fodere, stimulare, concitare. compos. aufschüren, irritare. feuer aufschüren u. a. Stieler 1768; ich schüre, protrudo Steinbach 2, 525; schüren, focum excitare Wachter 1476; schüren, das feur, titiones in foco semi combustos trudendo colligere, ignem reficere dasz es wider hell brennt. Frisch 2, 234c. 1@aa) das feuer schüren: daʒ vuoer daʒ schuorint und blasint die bosin blasbelge. Leyser pred. 77, 9; und man schurt das fewr im ofen so seer, das die menner .. verbrennen solten. Daniel 3, 28; die knechte hattens auch selber gesagt .., das sie mit dem eysen das feuer schireten. Spittendorf 26, 3; item was man in der höllen thue: mit was für blaszbälgen und zangen man dz feur schire. Fischart bienenk. 228a; wenn ein kebber oder götzen-diener auch 100 jahr das feuer für dem götzen geschuret, und versehe es nur einen augenblick, dasz er drein fiel, so verbrennet er sich. Olearius rosenth. [] 11a (1, 16); es wird ein grosser holtz-hauffen gemachet und angezündet, aber die flamme schlägt zurücke, und verbrennet die, so das feuer schüren. 94a (7, ende); er müszte das feuer schüren unter den kesseln, wo die höllenbraten drin säszen. Grimm märchen 396; dane schürte niemen fiwer noch brant. Wolfram Willeh. 289, 10; die kelt ist heut gar ungehewer, ich musz ein wenig schürn das fewer. H. Sachs fastn. sp. 5, 10, 246 neudr.; was ist's, dasz du in sinnen dich verlierest, und nicht einmal dein kleines feuer schürest? Göthe 2, 148; schürst du das feuer nicht, bist du nichts werth. 40, 383 (Pandora 1); er treibt mein rad und schüret mein feuer gut. Uhland ged. (1864) 349; sprichwörtlich: wenn man feuer schürt so brennts. Lehmann 171. vgl. Wander 4, 391. 1@bb) die brände, das holz schüren, umrühren, lockern, damit es besser brenne: die ballen platzten im feuer, und wurden durch ofengabeln auseinander geschürt und mit den flammen mehr in berührung gebracht. Göthe 24, 238; als der knecht gehorsam die kohlen schürte und hämmerte, hörte er hinter sich einen krach. Alexis hosen des herrn v. Bredow12 260; dû muost mînen phieseleiten (heizen) unde selbe schürn die brende. Gudrun 996, 4; jener zwingburg südlicher bau (fiel) zu trümmern, wo des weltherrn zepter dem inquisitor schürte den holzstosz. Platen 117b. seltener und auffälliger den ofen schüren: umme den ovin stunden die tuovele alse swarze moren mit vuorinen zangen und schuorten den ovene zu. s. Leyser pred. s. 158. 1@cc) auch das licht schüren, schneuzen, putzen, zurecht machen (auch mit öl versehen): liecht schüren, mungere. voc. von 1429 bei Schm. 2, 462; nun begab es sich, das dem pfaffen in der nacht das liecht auszlöschet. er wardt zornig über seine knecht, dann sie waren beidsam entschlaffen, hatten die ampel nicht geschieret. Wickram rollwagenbuch 105, 25 Kurz; Liesel, schür's licht, damit's hell brennt. Fr. Müller 1, 293; Amor schüret die lamp' indesz und denket der zeiten, da er den nämlichen dienst seinen triumvirn gethan. Göthe 1, 266; was sie bemerkt, verschiebt sie nicht auf morgen, gleich bei der wohlgeschürten lampe licht trägt sie's der zweiten magd auf, zu besorgen. Brentano 1, 132; auf seine zukunft harr' besorgt ich an der thür um meiner lampe öl, die ich stets fleiszig schür, dasz er, so er dann kommt, mich finde ganz bereit, und mir da gebe nicht unfreundlichen bescheid. wie den fünf thörichten jungfrauen wird geschehn, die vor der thüre draus unmuthig werden stehn, weil ihre lampen sie nicht hatten wohlgeschürt und aufgefüllt mit öl, so wie es sich gebührt! 2, 574. im bilde: Johannes, Paulus, und andere diener des worts .., die sollen im wort selber leuchter sein, und die ampeln gottes zurichten und schüren. Mathesius Sar. 44b; wir haben nun disz ewige liecht, das uns unser gott zu unsern zeiten wider hat schüren lassen, das es fein lauter unnd hell brinnet. ebenda. 1@dd) auch intransitiv gebraucht: zeitig baut' ich meinen herd, sasz dabei und schürt' und schaffte. Keller 10, 203; wir hörten, wie vom thurm die dohlen schrien, und dann den sturm, und schürten in den flammen. Geibel 1, 178. im bilde: zbâr schüren, haitzen kund ich doch. Oswald v. Wolkenstein 8, 2, 3. 1@ee) zuweilen steht schüren auch in dem sinne 'ein feuer anzünden', vgl. Zingerle 50b. Campe: sein feuerzeug trägt er bei sich, er ruft nach entzündbaren sachen, um schnell einen brand zu schüren. Dahlmann n. gesch. 1, 294; wen sie den wil ein fewer schüren, laufft sie zum nachbawrn mit dem licht, den fewerzeug sie nit zuricht. H. Sachs 1, 509b; die ihr an meinem licht das eure schürt. Rückert ged. 179. so auch: Nero der wüterich lesst so viel christen umbbringen, das er grosse nachtfewer darausz schüren lesset. Mathesius Sarepta 86a. 22) technisches und besonderheiten. 2@aa) im berg- und hüttenwesen zunächst in dem gewöhnlichen sinne, 'das brennende holz in einem brennofen zu stärkerer flamme bringen, indem man [] dasselbe rühret und von einander zieht, damit die flamme sich besser ausdehnen kann' Jacobsson 4, 63b; 'das anfeuern und stete unterhalten des feuers bei den flammöfen' Scheuchenstuel 218. 2@bb) ferner 'den knoten des grubenlichts mit dem schürblech weiter heraus schieben, ihm talg geben, und dadurch verschaffen, dasz es heller brennt', attiser la flamme de la lampe du mineur Jacobsson a. a. o. (vgl. 1, c). 2@cc) bei den böttchern: doch, so sey er, sprach sie, bütner, doch er thu was hier gebührt, dasz er fasse nur nicht (l. nicht nur) bindet, sondern dasz er sie auch schürt. Logau 2, 125, 10. dazu Lessing 5, 342 (im wörterbuch zu Logau): schüren, ein kunstwort der böttcher, wenn sie das brennende pech in den fässern hin und her rütteln. 33) sehr gewöhnlich ist bildliche verwendung. 3@aa) im ausgeführten bilde: fax belli, seditionis, der zum auffruhr oder krieg anreitzet, das fewer darzu schüret. Corvinus fons latinit. 249b; sprichwörtlich: dazu schüren und blasen, etwas anschüren und anblasen. Eiselein 557; sunder in dem menschen ist ein verborgen fiur, daʒ kan der tiuvel wol schürn und anzünden. Eckhart 357, 18 Pfeiffer; wann du aber also ein rouhen gedank hast, so kumpt der tüfel und würfet schmalz daran und schirt das feur zu, das das hefelin sieden wurt .. das heiszt dann ein geschmalzeter gedank. Keisersberg brösaml. 70b; Hannibal würd inen ein feur anzünden, das Carthago verbrennen würd, das theten sie schüren und wolten es nit ausleschen. Carbach Liv. 107a; alle fieber, so auch die geistigen, kühlt der neue, frische morgen, so wie sie alle der bange abend glühend schürt. J. Paul Titan 3, 27; dasz die untergeordneten schurken und dummköpfe ... alles thaten, um die flamme zu schüren, versteht sich von selbst. Grillparzer4 15, 105; aber freilich, dasz sie unglücklich war ... schürte die flamme in ihm und brach ihm den reinen willen. Heyse kinder der welt 2, 185; der berechtigte politische groll der zeit verfiel in maszlose übertreibungen seit der jüdische christenhasz die flammen schüren half. Treitschke deutsche gesch. 3, 704; mîn herze sôt unde sôt als ein vas ob der glût, ... des iâmirs glût sich schurte in mir von manigem blicke, den ich dicke unde dicke an mîn vil liebes kint warf. pass. 75, 73 Hahn; daʒ vûwer sîner minne geschurt mit gûten werken wart. pass. 368, 17 Köpke; zehant diu minne schurte ir fiur in herzen nâher. Reinfr. v. Braunschw. 1936; so bald ein junger hirt die sanfte glut empfunden, die leicht ein schmachtend aug in muntern geistern schürt. Haller 26 Hirzel (alpen 132); doch, ihre schönheit schüret das feuer der begier zugleich in seinem blut. Wieland 23, 279 (Ober. 12, 53); allein du schürest gluth auf gluth, es kocht das inn're mark, die schmerzliche begier der rache siedet schäumend in der brust. Göthe 9, 158 (Tasso 2, 3); als in den weichen armen dieser amme die zarte menschheit noch geruht, da schürte heil'ge mordsucht keine flamme, da rauchte kein unschuldig blut. Schiller 6, 267; o ich musz zittern, dasz meine liebe selbst, die ich euch zeige, nur eures hasses flammen heft'ger schüre. 14, 27 (braut von Messina 1, 3); so ist's, die diener tragen alle schuld! ... (die) die flammen schürten, die sie löschen konnten. 34; doch friert es etwa nächtig, sucht sie (die liebe) der menschen dach und schürt ein feuer mächtig im jungen herzen wach. Grillparzer5 1, 223; und wenn du kein kriegsfeuer schüren willst, das heer in die schlacht nicht führen willst. Rückert Firdosi 3, 95; rastlos geschürt, ach nur zu rastlos, glühte, ihm der begeistrung feuer im gemüthe. Geibel 8, 13. 3@bb) im ältern nhd. ist die wendung beliebt einem ein brändlein schüren, ihm unheil bereiten Schm. 2, 462, appicciare un tizzoncello ad uno cioè met. procurargli contese, lo sdegno e la disgratia del padrone. Kramer diction. 2, 683a (vgl. auch schürbrand 2): Pontus ist wider gehn hoff kummen ... ich musz jm warlich anderszwa einhaitzen, und jm schüren brendt, ob ich jn ausz dem regimendt und ausz Britania veriagen. H. Sachs 3, 2, 251d. [] 3@cc) schüren allein, ein gefühl, eine leidenschaft in jemand erregen oder zu gröszerer heftigkeit steigern; so erst in der neuern sprache: komm lasz uns ihn aufsuchen, und seinen freiheitssinn mit dem unsrigen schüren. Schiller 3, 16 (Fiesko 1, 3); die prediger waren ohne aufhören beschäftigt, dem soldaten die pflichten gegen seine religion einzuschärfen, und seinen fanatischen eifer zu schüren. 9, 291; eine unmäszige, vom verstorbenen monarchen geschürte militairische eitelkeit. Gutzkow ritter v. geist 2, 128; das peinlichste war für Siegbert, dasz auch die frauen diesen grimm theilten, ja schürten. 7, 382; er sann auf rache, seine freunde schürten seinen zorn. Giesebrecht gesch. d. d. kaiserzeit 15, 251; seltener sind verbindungen wie: (wohl dem,) dem warm ein herz beschieden ist, das heimlich loht und brennt! wo, traulich sich dran schmiegend, es die wache seele schürt. Keller 9, 72. noch weitergehende übertragungen im mhd. s. unter 4, g. 44) vereinzelte fälle einer weitern bedeutung sind vielleicht nicht aus verallgemeinerung der angegebenen grundbedeutung, sondern anders (durch vermischung mit schürgen, s. oben) zu erklären. 4@aa) schüren, remuer, etwas unter wasser befindliches umrühren Jacobsson 4, 63b. ähnlich in dem schwäbischen sprichwort: ein koth, je mehr es wird geschürt, je mehr es ein'm in die nasen rührt. Schmid 624. 4@bb) schaufeln, kehren (?): ein jeder schürt gern auff seinen hauffen. Petri V 8b. so im Erzgebirge schûrn schaufeln Göpfert 114b; obersächsisch schuren, schoren, schüren, reiben, kratzen, scharren; den schnee ausschuren u. a. Anton 4, 9. 4@cc) im bergwesen heiszt ausschüren zunächst 'die schlacken aus dem ofen werfen', s. th. 1, 962 und Schm. 2, 462. daneben findet sich das wort, meist ausschieren geschrieben, häufig in der weitern bedeutung 'ausstoszen, ausscheiden, ausmerzen', deren zugehörigkeit zweifelhaft bleiben musz, s. Schm. a. a. o.: kheller gemilb (kohlenstaub), so bey dem bachoven oder kholhauffen ausgeschiert wurdet. quelle s. ebenda; berghauer. sollen alles ärzt zum säubersten machen, sannt, feld und letten fleiszig ausschiern. Lori bergrecht 358a. 4@dd) ähnlich im forstwesen: bey dem holzhieb, das nuszholz besonders aussuchen, wird auch genennt aushalten oder ausschieren das holz. Heppe wohlred. jäger 48b. hier liegt jedenfalls eine zusammensetzung mit schieren (s. sp. 27) vor. 4@ee) folgende stellen scheinen auf eine bedeutung 'stoszen, schieben, stecken' hinzuweisen: selig ist der bilger der ein grossen schatz het und den schatz nit offenlich dreyt, aber den selben verbirgt und zuo rucken alles hindersich leyt der also synen schatz yemerme der hindersich schürt und vertricht mit demuot das in nieman sehe. Keisersberg bilger 176c; kouff ich nun ein pfenwert (für 1 pfennig) biren, die schönen kynnents fürher schiren, die bösen londt sy dunden ligen. Murner narrenbeschw. 70, 77. 4@ff) auch beruht es eher auf dieser bedeutung (= schürgen), als auf der vorausgesetzten grundbedeutung, wenn schüren im mhd. sehr gern in dem sinne von 'antreiben, reizen' gesagt wird, z. b.: der Âdâm und Êven verriet, der îlte mit listen schürn daʒ si ir schephære verkürn. Servat. 173; der tûvel dâ zû schurte, unz ime der fûʒ entgleit. Marienleg. 10, 40; sît sicher das ich dar zu schür dez besten sô ich kan und mag. Laszberg lieders. 1, 385, 364. die vorstellung des feuerschürens blickt in diesen stellen nirgends durch; auch sonst sind sie von der nhd. unter 3, c behandelten verwendung deutlich geschieden. so noch jetzt cimbr. schüren, hetzen, reizen, accanire, irritare, stizzire. cimbr. wb. 229b. Drechsler W. Scherffer s. 238 zieht auch folgende stelle hierher: es giebet leute, die das erbar-sein so schiret, dasz nichts unweiszlich wirdt von ihnen ausgeführet. Scherffer Grob. 229. 55) ganz abzutrennen ist wol folgende nur von Campe verzeichnete wendung: den rock schüren, aufheben (nach ihm zu schieren, scheren); die bäuerinnen schüren ihre röcke, indem sie dieselben ein wenig in die höhe nehmen und unterbinden, sodasz sie um die hüften einen wulst bilden: gottlob, dasz ich ein junge bin, der nichts zu schüren hat. Overbeck bei Campe.
16265 Zeichen · 295 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    ¹schü̂renswv.

    Mittelniederdeutsches Wb. · +2 Parallelbelege

    1 schü̂ren , swv. , (Metallgerät) scheuern, blank putzen, (Harnisch, Schwert) von Rost befreien, fegen, (Haushaltsgerät,…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schüren

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Schüren , verb. reg. act. welches nur noch im gemeinen Leben üblich ist, eigentlich rütteln bedeutet, aber nur noch von …

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    schüren

    Goethe-Wörterbuch

    schüren a anzünden u (immer wieder) aufflackern lassen, am Brennen erhalten; meist ‘Feuer s.’ (einmal im Bild); einmal ‘…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schüren

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Schüren , Dorf im preuß. Regbez. Arnsberg, Kreis Hörde, an der Emscher, hat Bergbau auf Steinkohlen und Eisenstein, Sand…

  5. modern
    Dialekt
    schüren

    Elsässisches Wb.

    schüre n [írə Dehli. ] schüren. ‘Der Déiwel schiert Dāu und Nāt an de Litt’ JB. XI 42. — Bayer. 2, 462.

  6. Sprichwörter
    Schüren

    Wander (Sprichwörter)

    Schüren Schürt man das Feuer, so brennt's. – Steiger, 385.

  7. Spezial
    schüren

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    schü|ren vb.tr. (Feuer) tizé (tiza) , moscedé sö le füch. ▬ einen Streit schüren ‹fig› tizé n strit.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schueren

48 Bildungen · 24 Erstglied · 22 Zweitglied · 2 Ableitungen

Zerlegung von schueren 2 Komponenten

schu+eren

schueren setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schueren‑ als Erstglied (24 von 24)

Schǖrenbüᵉren

WWB

Schǖren-büᵉren n. Richtfest bei einer Scheune (verbunden mit einer Geldspende der Nachbarn) ( die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. L…

Schürenbürzler

ElsWB

Schüre n bürzler m. Gaukler, Seiltänzer, Landstreicher, Zigeuner Fisl. Roppenzw. Pfast. Hi. Lutterb. Mü. Me n meint, de segs t bi de n Schür…

Schǖrendeªle

WWB

Schǖren-deªle f. [ Kr. Detmold Det Kr. Paderborn Pad die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen Dor Kr. Unna u. die krfr. Stadt Hamm…

Schǖrendeªrsker

WWB

schueren·dearsker

Schǖren-deªrsker m. [verstr.] 1. Scheunendrescher: Gelegenheitsarbeiter, der im Winter von Hof zu Hof zog, um beim Dreschen des Getreides mi…

Schürendilen

ElsWB

schueren·dilen

Schüre n dile n Logelnh. , Schüre n diele n K. Z. m. Brett, welches beim Dreschen vor die Tenne gestellt wird, um das Wegfliegen der Körner …

Schǖrendōr

WWB

schuer·endor

Schǖren-dōr n. [ Kr. Lemgo Lem Kr. Brilon Bri Wal] großes Einfahrtstor zur Tenne (Frbg.).

Schǖrendōrbō²m

WWB

schuerendor·bom

Schǖren-dōr-bō²m m. der herausnehmbare Pfosten in der Mitte der großen Einfahrtstür (Frbg.) ( Kr. Waldeck u. Kr. Frankenberg (niederdeutsche…

Schǖrendüᵉre

WWB

Schǖren-düᵉre f. [verstr.] 1. (großes) Scheunentor, großes Einfahrtstor zur Tenne. — Ra.: Hai ritt dat Mūl up as en Schüendör ganz weit ( Kr…

Schǖrengārden

WWB

schueren·garden

Schǖren-gārden m. kleiner Garten (Wiese) um die→ WWB Schǖre auf besonders umgräfteter Insel ( Kr. Münster Mün Sc).

Schǖrenholwe

WWB

Schǖren-holwe der herausnehmbare Pfosten in der Mitte der großen Einfahrtstür (Frbg.) ( Kr. Waldeck u. Kr. Frankenberg (niederdeutscher Teil…

schüren II

RhWB

schu·erenii

schüren II PfWB das Wort ist nur Rhfrk, u. zwar -īr- Saargeb., Wend , Birkf , Kreuzn-Kirn ; -ē- Meis , Kreuzn , Hunsr; -ū- SSaarl ; -ū- u. -…

Schǖrenkaste

WWB

schueren·kaste

Schǖren-kaste m. [Sos, verstr. Kr. Unna u. die krfr. Stadt Hamm Unn Isl] Raum in der Scheune für Getreide, Scheunenkasten, -fach, Nebenraum …

Schürentënn

ElsWB

schueren·tenn

Schüre n tënn f. Ndhsn. , Schürtënn n. Wh. = Tënn. Unser S. is t brockli ch der Untergrund ist zerbröckelt Ndhsn.

Schürentor

ElsWB

schueren·tor

PfWB LothWB RhWB Schüre n tor , Schürtor [ʿSírətór Hi. ; ʿSírtôr Fisl. Bf. Str. U. W.; Demin. –tárl K. Z. , –tǽrl Dehli. ] n. Scheunentor. R…

Schǖrenūle

WWB

schueren·ule

Schǖren-ūle f. Waldkauz (nistet in Scheunen, im Gegensatz zum Steinkauz) ( WmWb ).

schueren als Zweitglied (22 von 22)

Úmschüren

Campe

Úmschüren , v. trs . ich schüre um, umgeschüret, umzuschüren . 1) Durch Schüren durch und unter einander bringen, mischen. 2) Durch Schüren …

Únterschüren

Campe

Únterschüren , v. trs . ich schüre unter, untergeschüret, unterzuschüren , unter etwas schüren. Feuer unterschüren , unter den Kessel. I Hüt…

anschüren

DWB

anschüren , trudere, incitare, stimulare, zumal vom feuer gebraucht; die kohlen zusammenschieben, dasz es heller brenne, vom ahd. scurian, s…

aufschüren

DWB

auf·schueren

aufschüren , excitare, in die höhe schüren, die flamme, den zorn, die leidenschaft aufschüren. gewöhnlicher anschüren.

auseinanderschüren

GWB

auseinander·schueren

auseinanderschüren [ Bericht einer öffentl Bücherverbrennung ] Die Ballen platzten im Feuer, und wurden durch Ofengabeln aus einander geschü…

einschüren

DWB

ein·schueren

einschüren , ignem excitare, reficere, eigentlich den brand, das brennholz einschieben, einstoszen: will seha, obsn denn nit fröiert, ob nit…

fortschüren

DWB

fort·schueren

fortschüren , ignem reficere, das feuer unterhalten. bildlich: die träume, welche nach Kant als geistige thätigkeiten im schlafe das leben f…

nachschüren

DWB

nach·schueren

nachschüren , verb. nachfeuern: und noch von allen enden wird vorrath zugeführt, von all den rüs gen bauern wird emsig nachgeschürt, bis höh…

Überschüren

Campe

ueber·schueren

Überschüren , v. trs . ich schüre über, übergeschürt, überzuschüren , über etwas weg, auf die andere Seite schüren. D. Überschüren. D. — ung…

unterschüren

DWB

unter·schueren

unterschüren , trennbares v. ; mhd. underschüren. zu den formen s. DWB schüren th. 9, 2034. a) feuer unter etwas anschüren: einen gesellen .…

verschüren

DWB

versch·ueren

verschüren , verb. , zu schüren, das feuer durch stören und verschieben der brände zerstreuen, vermindern: das feuer verschüren, ignem dissi…

vorschüren

DWB

vorsch·ueren

vorschüren , verb. , scharrend nach vorn bringen: die kohlen vorschüren Campe.

Wegschüren

Campe

weg·schueren

Wegschüren , v. trs . durch Schüren wegschaffen. D. Wegschüren. D. — ung .

Zerschüren

Campe

zer·schueren

Zerschüren , v. trs . durch Schüren zerstören, zerstreuen. D. Zerschüren. D. — ung .

Zurückschüren

Campe

zurueck·schueren

Zurückschüren , v. trs . wieder an den vorigen Ort schüren; auch nur, rückwärts, weiter hinten schüren. D. Zurückschüren .

Zusammenschüren

Campe

zusammen·schueren

Zusammenschüren , v. trs . durch Schüren das Zerstreute an Einem Orte zusammenbringen. D. Zusammenschüren. D. — ung .

zuschüren

DWB

zuschüren , v. , ein feuer durch schüren anfachen. die th. 9, 2034 vermiszte bedeutung ' schaufeln ' findet sich bei Sebiz : man umgrabe sie…

Ableitungen von schueren (2 von 2)

verschüren

DWB

verschüren , verb. , zu schüren, das feuer durch stören und verschieben der brände zerstreuen, vermindern: das feuer verschüren, ignem dissi…

Zerschüren

Campe

Zerschüren , v. trs . durch Schüren zerstören, zerstreuen. D. Zerschüren. D. — ung .