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Schlummern

nhd. bis spez. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
8 in 8 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Schlummern

Bd. 3, Sp. 1544
Schlummern, verb. reg. neutr. welches das Hülfswort haben erfordert, leise und leicht schlafen, so daß man noch ein dunkles Bewußtseyn seiner und anderer Dinge hat, worin es von dem schlafen unterschieden ist. Der Hüther Israel schläft noch schlummert nicht, Ps. 121, 4. Keiner schlummert noch schläft, Es. 5, 27. Die biblische R. A. die Augen oder Augenlieder schlummern, Ps. 132, 4, Matth. 13, 15, ist nur in der dichterischen Schreibart erlaubt; allein, mit den Augen schlummern, Apost. 28, 27, ist ganz ungewöhnlich. Ingleichen figürlich, besonders in der höhern Schreibart. So viel Gattungen von Fühlbarkeit in unserer Natur schlummern, so viel auch Tonarten (gibt es,) Herd. Es schlummre sorgenlos auf Rosen dein Gewissen, Die Schlange werd ich selbst noch zu erregen wissen, Weiße. Als sie in die Gefilde des Friedens hinüber schlummerte, Klopst. Anm. Im Engl. to slumber, im Angels. slumeran, im Schwed. slumra, im Holländ. sluymeren, und ohne Zischlaut luymeren. Die Endung -ern zeiget schon, daß dieses Wort ein Iterativum oder Intensivum ist, dessen Stammwort schlummen noch in einem alten Vocab. von 1482 für schlummern vorkommt. Der Stammbegriff ist auch hier die lahme, schlaffe Beschaffenheit eines schlummernden Körpers, nur daß das weiche und sanfte m einen schwächern Grad ausdruckt, als das härtere f in Schlaf. In den gemeinen Mundarten und verwandten Sprachen gibt es noch viele andere Wörter, den Schlummer und das Schlummern auszudrucken, welche sich größten Theils auf einen ähnlichen Begriff gründen. Dahin gehöret Notkers naphzen, in Baiern noch jetzt napfzen, wo aber, so wie in dem Osnabrück. nicken, schlummern, Nuck, der Schlummer, und dem Schweizerischen nucken, schlummern[] entnucken, einschlummern, Baier. entnapfzen, der Begriff des mit dem Schlummern im Stehen oder Sitzen verbundenen Nickens mit dem Kopfe der herrschende Begriff zu seyn scheinet; ferner die gleichfalls Oberdeutschen launlen, lauschen dächeln, heideln, die Niederdeutschen dusen, drünsen, drünseln, drusen, drömken, dusken, das Mecklenburgische dörmen, dormire, dessen Intensivum dormitare, das Stammwort aber das Schwed. und Isländ. Dur, der Schlummer, ist, der im Bremischen auch Wenk und Vaak heißt, in Boxhorns Glossen Fakinga, wo fakon schlummern ist.
2260 Zeichen · 33 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schlummern

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Schlummern , verb. reg. neutr. welches das Hülfswort haben erfordert, leise und leicht schlafen, so daß man noch ein dun…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    schlummern

    Goethe-Wörterbuch

    schlummern öfter im poet Sprachduktus 1 schlafen, auch für: in Schlaf fallen; öfter PartPräs, je einmal alliterierend ‘s…

  3. modern
    Dialekt
    schlummernschw.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    schlummern schw. : wie schd., schlummere (šlumərə) [mancherorts WPf vereinzelt VPf, Krämer Gal 188], schlummre (šlumrə) …

  4. Spezial
    schlummern

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    schlum|mern vb.intr. 1 dormí (dorm) 2 (im Halbschlaf liegen) ciucaté (-tëia).

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schlummern

9 Bildungen · 4 Erstglied · 3 Zweitglied · 2 Ableitungen

Zerlegung von schlummern 2 Komponenten

schlumm+ern

schlummern setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schlummern‑ als Erstglied (4 von 4)

schlummernachen

DWB

schlumm·ernachen

schlummernachen , m. , übertragen für die wiege: magst du aus dem schlummernachen spät nach fröhlichem erwachen deiner welt entgegenlachen. …

schlummernacht

DWB

schlummer·nacht

schlummernacht , f. nacht, in der man schlummert, übertragen: das war der erste stosz, der erste lichtstrahl in die schlummernacht der kräft…

schlummern als Zweitglied (3 von 3)

einschlummern

DWB

ein·schlummern

einschlummern , lene obdormiscere, nnl. insluimeren, schw. inslumra, dän. indslumre, in schlummer fallen; wie wir aus schlafen schläfern bil…

entschlummern

DWB

ent·schlummern

entschlummern , obdormiscere, einschlummern, nnl. ontsluimeren, frequentative form. 1 1) entschlafen: das kind entschlummert; unter gesang a…

verschlummern

DWB

versch·lummern

verschlummern , verb. 1 1) durch schlummer versäumen. die zusammensetzung ist mhd. nicht nachgewiesen, im nd. findet sich vorslomen belegt S…

Ableitungen von schlummern (2 von 2)

entschlummern

DWB

entschlummern , obdormiscere, einschlummern, nnl. ontsluimeren, frequentative form. 1 1) entschlafen: das kind entschlummert; unter gesang a…

verschlummern

DWB

verschlummern , verb. 1 1) durch schlummer versäumen. die zusammensetzung ist mhd. nicht nachgewiesen, im nd. findet sich vorslomen belegt S…