Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Schlitten m.
Schlitten m.
Schlitten m. ‘auf Kufen über Schnee und Eis dahingleitendes Gefährt’, ahd. slito (9. Jh.), mhd. slite ‘schleifendes, gleitendes Gefährt, Schlitten’, asächs. slido, mnd. mnl. slēde, nl. slede, anord. sleði, schwed. släde (germ. *slidan-) stehen ablautend zu einem in mhd. slīten ‘gleiten’, aengl. slīdan, engl. to slide erhaltenen starken Verb (germ. *sleidan). Als Verwandte schließen sich an aind. srḗdhati ‘geht fehl, irrt’, griech. (mit prothetischem o) olisthánein (ὀλισθάνειν) ‘gleiten’, aslaw. slědъ, russ. sled (след) ‘Spur’, lit. slýsti ‘gleiten’, slidùs ‘glatt, schlüpfrig’ sowie die unter 2schlingen und Schlund (s. d.) genannten Formen. Zugrunde liegt ie. *(s)leidh- ‘schlüpfrig, gleiten’, eine Erweiterung der Wurzel ie. *lei- ‘schleimig, durch Nässe glitschiger Boden, ausgleiten, worüber hinschleifen oder -streichen, schmieren’, wozu auch Lehm und Leim (s. d.) gehören. Redensartlich unter den Schlitten kommen ‘sozial, wirtschaftlich, moralisch absinken’ (19. Jh.); mit jmdm. schlittenfahren ‘willkürlich und rücksichtslos mit jmdm. umspringen’, wohl aus der Soldatensprache des ersten Weltkrieges.