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Schicksal

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Wander
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Eintrag · Wander (Sprichwörter)

Schicksal

Bd. 3, Sp. 159
Schicksal 1. Beim Schicksal steht das Zukünftige. 2. Das Schicksal ist ein theurer Hofmeister. Die Araber: Der Mensch, welcher durch Prüfungen geht, nimmt zu an seinem Wissen, wer ohne Prüfungen bleibt, wächst in seinen Fehlern. (Cahier, 2606.) 3. Das Schicksal neckt sich auch mit Füchsen. 4. Des Schicksals Pfeile treffen sicher. Die Russen: Wenn das Schicksal nach der Scheibe schiesst, so trifft es in die Mitte. (Altmann VI, 389.) 5. Ein hartes Schicksal macht hart. Lat.: Solent suprema facere securos mala. (Philippi, II, 194.) 6. Einer macht sich das Schicksal selber, der andere bekommt's fertig. »In deiner Brust sind deines Schicksals Sterne, du bist deines Glückes eigner Schmied.« (Schiller.) Die Finnen: Das schwere Schicksal trifft dich, ohne dass du es kauftest. (Bertram, 65.) Engl.: Set hard heart against hard hap. (Bohn II, 100.) Lat.: Fatali lege tenemur. (Ovid.) (Philippi, I, 151.) Quemcunque dederit exitum casus, feras. (Philippi, II, 123.) 7. Jeder ist seines Schicksals Schmied. Die Russen: Seines Schicksals Träger muss ein jeder selber sein. (Altmann VI, 427.) 8. Man muss sein Schicksal nicht zu golden haben wollen. Lat.: Desine fata deum flecti sperare precando. (Virgil.) (Philippi, I, 116.) Virgil Aen. 6, 376 9. Niemand ist mit seinem Schicksal zufrieden. Lat.: Nemo est, quin ubivis, quam ibi, ubi est, esse malit. (Philippi, II, 15.) 10. Seinem Schicksal kann niemand entgehen. – Simrock, 8988; Braun, I, 3863. Die Türken: Wenn vom Schicksalsbogen der Pfeil des Verhängnisses geschossen wird, lässt er sich mit dem Schild der Vorsicht nicht abwehren. (Nordmann.) Böhm.: Osud neni mraĕno, aby se přehnalo. – Osudu nsvému ikdo nemůž uteoi. – Svůj osud konĕm neobjedeš. (Čelakovský, 16 u. 159.) Engl.: No flying from fate. Frz.: Nul ne peut fuir sa destinée. – Personne ne peut fair son destin, vas ou tu peux, meurs où tu dois. – Va ou tu peux, mourir où tu dois. (Lendroy, 78.) It.: Al suo destin mal si contrasto, e mal si nasconde. – Nel mondo sua ventura ha ciascun dal di che nasce. – Nessuno può evitare la sua sorte. Lat.: Certa si decreta sors est, quid cavere proderit. (Philippi, I, 80.) – Certum est et inevitabile fatum. (Eiselein, 548.) Poln.: Co ma byé komu, tego nie minie. (Lompa, 6.) – Idź powoli, bieda cię dogoni; idź prędko a dogonisz biede. (Masson, 302.) Schwed.: Ingen kan sin skäpna fly. (Grubb, 391.) – Ingen kan undgå sitt öde. (Marin, 17.) 11. Seinem Schicksal soll man nicht widerstreben. – Simrock, 8989. Lat.: Fato non repugnandum. (Eiselein, 548.) 12. Was mir das Schicksal bestimmt, kann mir niemand nehmen. Eine türkische Anschauung, vgl. Cahier, 2588. 13. Wem das Schicksal eine Grube gegraben hat, der wird gewiss hineinfallen. 14. Wen das Schicksal schwarz gemalt, den kann die ganze Welt nicht weiss waschen. 15. Wen das Schicksal verfolgt, der findet keinen Pfennig, wenn er auch tausend Meilen geht. 16. Wen das Schicksal zwingt, der ertrinkt. (Altgriech.) 17. Wenn das Schicksal am freundlichsten erscheint, gerade dann schlägt es ein Bein unter. 18. Wer dem Schicksal trotzt, zerschellt sich den Kopf an einem Felsen. 19. Wer nicht vom Schicksal durchgegerbt wird, kommt nicht zu Verstande. 20. Das ist Schicksal, das kommt vom Bauhofe. (Hamburg.) Wenn von unbedeutenden Misfällen, z.B. Nasswerden, Beschmuztwerden und dergleichen die Rede ist, weil ehemals auf dem Bauhofe (ein öffentliches Gebäude für Stadtbauten) viel Arbeit und wenig Lohn zu haben war, da die Anstalt vorzüglich arbeitbedürftigen und - suchenden Menschen zum Besten diente. 21. Einen seinem Schicksal überlassen. Holl.: Iemand aan zijn lot overlaten. (Harrebomée, II, 38.) [Zusätze und Ergänzungen] 22. Das Schicksal ändert selten unsere Sitten. Lat.: Fortuna jus in hominum mores non habet. (Philippi, II, 161.) 23. Vor des Schicksals Schluss erblindet auch des Weisen Auge. 24. Wer gegen das Schicksal kämpft, hat einen schlimmen Feind (schweren Stand).
3970 Zeichen · 130 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schicksal

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Das Schicksal , des -es, plur. die -e, ein Wort, von welchem sich weder in den ältern Denkmahlen der Deutschen Sprache, …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Schicksal

    Goethe-Wörterbuch

    Schicksal gelegentl ‘Schik-’, in der Frühzeit, bes in Briefen u Tagebüchern bis zur Italienischen Reise, meist ‘-saal’ (…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schicksal

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Schicksal , die Summe der Erlebnisse und Ereignisse in der Geschichte der Menschheit, des einzelnen Volkes, Volksstammes…

  4. modern
    Dialekt
    SchicksalPl.

    Mecklenburgisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Schicksal Pl. Schicksalen n. Geschick, immer mit der Bedeutung Unglück verbunden: dor heff ick 'n grotes Schicksal mit d…

  5. Sprichwörter
    Schicksal

    Wander (Sprichwörter)

    Schicksal 1. Beim Schicksal steht das Zukünftige. 2. Das Schicksal ist ein theurer Hofmeister. Die Araber: Der Mensch, w…

  6. Spezial
    Schicksaln

    Dt.-Russ. phil. Termini · +1 Parallelbeleg

    Schicksal , n судьба , ж

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schicksal

88 Bildungen · 88 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von schicksal

schick + -sal

schicksal leitet sich vom Lemma schick ab mit Suffix -sal.

schicksal‑ als Erstglied (30 von 88)

schicksalbestimmend

DWB

schicksal·bestimmend

schicksalbestimmend , adj. was das schicksal jemandes bestimmt: hier nun begegnet ihm ein bedeutendes, schicksalbestimmendes abentheuer. Göt…

schicksaldeuter

DWB

schicksal·deuter

schicksaldeuter , m. wahrsager, der die schicksale des menschen zu deuten versteht: auch nicht liegt wahrsagung am herzen mir, wenn ja die m…

schicksalenthüllend

DWB

schicksalenthüllend , adj. das schicksal enthüllend: jetzo erhuben sich neue, geheimniszvolle gespräche zwischen ihm und dem ewigen, schicks…

schicksalernst

DWB

schicksal·ernst

schicksalernst , adj. durch den ernst des schicksals bedingt: ich scheue nicht das schicksalernste müssen, wenn treu vereinet geist und herz…

schicksalig

DWB

schick·salig

schicksalig , adj. verhängnisvoll; als vereinzelte bildung: a propos, mit dem liede 'katzennatur' wiegt sie selber ihn ein in die verderblic…

schicksalkeimend

DWB

schicksalkeimend , adj. schicksal hervorbringend: still nun dachte die mutter des schicksalkeimenden abends, da ihr eigener nam' hinschwand …

schicksalkundig

DWB

schicksal·kundig

schicksalkundig , adj. der das schicksal kennt: so thron' ich schicksallos, doch schicksalkundig hoch über allen und vergesse ganz, dasz mir…

schicksalredend

DWB

schicksalredend , adj. fatidicus, das schicksal verkündend: aber der könig erschrak ob der schau, und zu Faunus orakel geht er, und forscht …

schicksalsankunft

DWB

schicksal·s·ankunft

schicksalsankunft , f. ankunft, die für einen verhängnisvoll ist: der rabe selbst, er krächzte mir lieblich, der mir Duncans schicksals - an…

schicksalsbaum

DWB

schicksal·s·baum

schicksalsbaum , m. baum des schicksals, von der esche Yggdrasill der nordischen mythologie gebraucht, an deren einer wurzel der Vrdharbrunn…

Schicksalsbegriff

GWB

schicksal·s·begriff

Schicksalsbegriff [ mBez auf die bes theorielastige literar-philos Szene um 1800 ] Jene große Kluft aber zwischen dem gewählten Gegenstande …

Schicksalsblümchen

PfWB

schicksal·s·bluemchen

Schicksals-blümchen n. : 'Gänseblümchen (Bellis perennis)', Schicksalsblimche [Neustdt ( Wilde 66)]; Syn. s. Maßliebchen 1. Die Strahlenblüt…

schicksalsbogen

DWB

schicksal·s·bogen

schicksalsbogen , m. der bogen des schicksals, das als schütze gedacht wird: wenn vom schicksalsbogen der pfeil des verhängnisses geschossen…

Schicksalsbote

GWB

schicksal·s·bote

Schicksalsbote in der Vbdg ‘Welt- und Schicksalsbote’ B43,291,20 Zelter 28.2.28 s Weltbote Nikolaus Lohse N.L.

schicksalsbrief

DWB

schicksal·s·brief

schicksalsbrief , m. bildlich, brief, in dem das schicksal des menschen steht: ( du leser des Macbeth hast ) nicht sein weib mit seiner absc…

Schicksalsbruder

GWB

schicksal·s·bruder

Schicksalsbruder a pl für unter gleichen Bedingungen existierende u analoge Verhaltensmuster ausbildende Lebewesen, Kreaturen [ Prometheus, …

schicksalsbuch

DWB

schicksal·s·buch

schicksalsbuch , n. buch, in dem das schicksal des menschen verzeichnet ist. von den sibyllinischen büchern ( libri fatales ) gebraucht: die…

schicksalschrift

DWB

schicksal·schrift

schicksalschrift , f. schrift, aus der man das schicksal ersehen kann. bildlich: an meiner stirne stand die schicksalschrift, dasz ich nicht…

schicksalschwanger

DWB

schicksal·schwanger

schicksalschwanger , adj. schwanger mit schicksalsschlag, verhängnis drohend: Napoleons wiederkehr erschreckte die welt, hundert schicksalsc…

schicksalschwer

DWB

schicksal·schwer

schicksalschwer , adj. schweres verhängnis enthaltend: so hört und schaut das schicksalschwere blatt, das alles noch in wohl verwandelt hat.…

schicksalsdichter

DWB

schicksal·s·dichter

schicksalsdichter , m. bezeichnung für die dichter der schicksalstragödie ( sp. 2663), wie Zach. Werner, Müllner, Houwald.

Schicksalsdramen

Meyers

schicksal·s·dramen

Schicksalsdramen nennt man eine Gruppe dramatischer Werke, besonders aus dem zweiten und dritten Jahrzehnt des 19. Jahrh., in denen eine spu…

schicksalsfabel

DWB

schicksal·s·fabel

schicksalsfabel , f. fabel, die den gang des schicksals der menschen zum gegenstand hat: wie wären endlich die fabeln zu nennen, die den höh…