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säen

nhd. bis spez. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

RhWB
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13 in 13 Wb.
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Eintrag · Rheinisches Wb.

säen

Bd. 7, Sp. 683
säen das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk sEə, sēə; Mosfrk zE·ə.n [NSaarbg -e·i.-; Trier-Stdt -ī:j-, Trier-Ld n. Mos, Wittl, Bitb, Prüm -ī:-, hEn ziχt, Part. gəziχt; Trier-Schleidw hEn sit, Part. gesit]; Kobl zE:jə; OAltk sE:n, Siegld sE; nördl. sEjə; RRip zE:nə; [MülhRh auch zī·ə.n] LRip zE·ə., mehr zī·ə. [Dür-Stdt Geich Langerwehe zī:də; Monsch, Aach, Jül, WDür, Schleid-Glehn zī·ə.nə; Malm zī·ə.; Part. jəzi:χt]: OBerg zEən u. zEjən; NBerg sęiən [Mettm, Düss hier u. da zī·ə.nən]; Eup zī·ə.; SNfrk in der Selfk zi·ə., sonst zī·ə.nə (jəzęt); Klevld zE·ə.(n), –ai- schw.: 1. wie nhd., vom Getreide u. andern kleineren Samenkörnern, die mit der Hand ausgeworfen werden; vom grösseren Samen, den man einzeln in die Erde bringt (Erbsen, Bohnen udgl.), setzen, Nfrk poten. S. gohn ins Feld (s. fahren Nahe, Saar, Bitb, Prüm); mer sen am S. die Säzeit ist da; fröh (spät) s.; dönn (deck) s., nur su drüvver s. dünn s. (lauter s. Trier-Mos); strifig (streifig) s. ungleich s.; op Gäng s. dass.; dat Feld (Stöck) han ech (es) gesät; en g. Feld; Somen (Soot) s.; Geərsch, Haver, Korn (Roggen), Schlot (Salat), Murre udgl. s.; gesäit Gras Raygras Geld. — Bauernregeln über das S. Frih s. deht selde got; spot s. deht kes (niemals) g. Eif; te fruhg gesaijt es selte gut, te lat g. es gorniet gut Klev. Wer fr. sät, brauch beim späde net ze kafe (kaufen) Neuw. — hot de Zeit vor sich; wer sp. s., hinner sich Bernk-Hottenb. Der Bauer sät frih un spät; er wäss (weiss) net, wie't gerät Merz-Büschf. Fröhch on spot s. wess mer net, deck on dönn kennt mer net Dür-Golzh. Ze deck on ze dönn gesänt es der Mosse (Massen) gen Sülzt. Et Koren (Roggen) deck s. dreift de Bauer vam Gut Prüm-Ihren. De Hedelesch (Buchweizen) muss esou denn gesicht gen, dat en Schof dro ka lämmen Prüm-Ihren. We deck säiht, bruck kenn Schür te baue Dinsl-Gahlen, — de Sch. net gresser ze mache (baue) Bernk. Wer iwer Wenter ze denn un i. Summer ze dick sät, brauch sei Sch. net gresser se m. Bernk-Hottenb. Kalt mihen (mähen), def (tief) s. broch de Bauer de Scheier (Scheune) net ze hihen (erhöhen) Prüm-Willwerath. Wenn de Krohn (Krähe) es net weck (weit), da es für ze s. huh Zeck (hohe Zeit) Dür-Geich. Aine Dag fir Jehannsdag gesät daht (tut) acht Dag em Reifen (reif werden) Koch-Laub. Bauer, Kor, da beaste net verlor! May-Polch. Barthelemis, Buər siə! Kemp-Dülken. Uf Michelsdag gesät es net se frih un net se spät Kreuzn. (s. weiter bei Michel). Allerhölligesoot as dack (oft) gut gerode; doch soll de Vatter dem Sohn net bərzehlen (erzählen), dat en no A. noch Kor geset Trier-Mehring. Mer soll de Flass (Flachs) op Zelvosdag (Servatius) s. Prüm. De angersch (anders) neit en kann, siəhnt dem Bukend (Buchweizen) öm zint Jann Kemp. Wenn et stell va Wengk (Wind) es, es got Havers. Monsch, Aach, SNfrk (s. weiter bei den einzelnen Samenarten u. Kalenderheiligen). — RA.: Wie geset, su geschniet Eif, — esu gemiəhnt Aach. Wer got siht, der g. miht; wer g. schmert, der g. fährt Köln-Stdt. We neit (nicht) en siət, de neit en miəht Eup, Allg. Wen neist sitt, den n. mitt; wen n. micht, den n. zerbricht Trier-Schleidw. De fruhg säiht, de fr. mäiht Geld-Kevelaer. De hat op kenen godden Grong (Grund) gesäit hat keinen Erfolg trotz aller Mühen Barm. Dat kann me wahl s., ävver nit poten (pflanzen) Geld-Leuth, Elbf. A.: Wat säste? B.: (der Säer): Et ös gesät, et wiəss (wächst) at Rheinb-Meckenh. Et is so still, mer ken (könnte) Morde (Möhren) s. wenn niemand der Anwesenden redet Simm, — mer könnt Kleesomen s. Trier, Bitb; et es got zem Hawers. Siegld-Netphen. Öme (einem) schlete (schlechten) Som s. über einen nicht vorteilhaft berichten Eup. In (hinner) dem sei Ohre kammer Riwe (Rüben) s. so schmutzig sind sie Rhfrk, Mosfrk. Siə et op et Dingt (das deine), da könnt et och üt et D.! Eup-Herbesth. De hät vam Kerchtur (-turm) us gesiənt der Fuhrmann, der hier u. da Klee für sein Pferd stiehlt Jül. — Et (Geld) leit (liegt) erom wie gesiet; de Kopp voll Leis wie g. Trier, Allg.; dat arm Kend es voll g. voll Sommersprossen, Pusteln Merz; die Äppel falle wie g. Geld, Allg.; de Erdäppel lige en de Erd wie g., als wann se dren g. wöre Rip, Allg. Et wiəss je no ongen (unten) ongesät? der Bart Sieg-Leuschd. — Volksbr. In das Getreide, welches gesät wird, werden einige gesegnete Körner getan Prüm, Malm; beim ersten S. wird das Kreuzzeichen gemacht u. ebenso beim jedesmaligen Anhängen des Säkorbes; der erste (u. letzte) Wurf wird über Kreuz geworfen Verbr., aber veralt. De erscht Hand voll werft de Bauer uf de Weg, vor die Vole, de letscht H. werft er so hoch, wie's Kore were soll Kreuzn-Pferdsf. Man nimmt drei Saatkörner in den Mund u. hält sie so lange im M., bis gesät ist; dann gehen die Vögel nicht an die Saat u. holen sich nur die drei weggeworfenen Körner (veralt.) Sieg-Eitorf, Kemp-Vorst, Mörs-Labbeck. Hat man gesät, so bekreuzt man den Acker u. spricht: En Goddes Name (ich han et Menge gedonn, dohn nu et Denge) Köln-Sürth, Allg.; es wachs on gedeih in G. N.! Ottw-Aschb; Gott, wald, Jesus. w., im N. der allerheiligsten Dreifaltigkeit! Bernk-Filzen. In G. N. un sint Margret, et mag ous dann glöcken oder net! MGladb-Bockert. Nach dem S. schlägt der Bauer mit der Schaufel ein Kreuz auf den Grund Kemp. Jed Derchen (Tierchen), wat gäht dron beissen, dem soll sei Pänzchen zerreissen! Bernk. Gesegneten Palm setzt man nach der Palmenweihe oder Ostern an die vier Ecken des Feldes Allg. — Man sät Klee bei jungem Licht, damit er gross werde, Runkelrüben, Möhren, Zwiebeln im alten L., damit sie nicht zu schnell in Samen schiessen, Blumensamen bei Vollmond, damit die Blumen voll werden; Erbsen, Flachs, im jungen L. gesät, blühen sich tot Allg. Der daran nicht Glaubende sagt: ek säj niei in de Mon (Mond), ek s. in et Land Klev, Allg. — Übertr. in der Wend.: Die (Menschen, Sachen) sen dönn gesänt solche M. (S.) mit derartigen Eigenschaften kommen selten vor Sieg, Allg. — Abl.: die Säerei.
5972 Zeichen · 167 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Säen

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Säen , verb. reg. act. 1) Überhaupt, mit vollen Händen ausstreuen. Salz säen, Geld säen. 2) In engerer Bedeutung, den Sa…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    säen

    Goethe-Wörterbuch

    säen ‘saet’ GB2 1 ,124,18 , ‘geseet’ T5,261,16 1 Samen (auf das Feld) ausstreuen, Saatgut in den Boden bringen (häufig m…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Säen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Säen , Ausstreuen von Samen auf den dazu vorbereiteten Boden, s. Saat .

  4. modern
    Dialekt
    säentr. v.

    Lothringisches Wb. · +3 Parallelbelege

    säe n [zǽə fast allg.; sêjə Ri. Ha. ; zǽjən Fa. Rein. ; zéïən D. Si. — Ptc. gəzǽt, g'sêjd, gəzéït] tr. v. 1. säen. — 2. …

  5. Sprichwörter
    Säen

    Wander (Sprichwörter)

    Säen 1. As bî de saest, asou bist de ain éaten. ( Ungar. Bergland. ) – Schröer. Als wie du säest, also wirst du ernten. …

  6. Spezial
    säen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    sä|en vb.tr. (auch ‹fig› ) somené (somëna). ✒ wer ernten will, muss säen chi che ó racöie mëss ince somené.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit saeen

12 Bildungen · 0 Erstglied · 9 Zweitglied · 3 Ableitungen

saeen als Zweitglied (9 von 9)

absäen

DWB

absäen , conserere, vollständig besäen. mit einem pferde an der säemaschine kann man täglich funfzehn morgen absäen; die gerber säen vor dem…

ansäen

DWB

ansäen , conserere, böhm. nasýti, nnl. aanzaaijen: den acker ansäen; Aurora sät die flur mit perlen an. Pfeffel 1, 53 . den gerbern, die fel…

aussäen

DWB

aus·saeen

aussäen , sementem facere, steht sehr oft bildlich: irdisch bin ich ausgesät, himmlisch werd ich auferstehn; het mirs zu freuden ausgesät, d…

besäen

DWB

besäen , conserere, Maaler 59 d besäien, bei Luther beseen, nnl. bezaaijen: das feld, den acker. 1 Mos. 47, 23 u. s. w. hagelwetter bricht d…

durchsäen

DWB

durch·saeen

durchsäen , völlig besäen. bildlich, der die blauen gefilde mit sonnen und erden durchsäet Ew. v. Kleist.

einsäen

DWB

ein·saeen

einsäen , inserere, sementem facere, was aussäen. nnl. inzaaijen.

übersäen

DWB

ueber·saeen

übersäen , v. , untrennb. verb. 1 1) besäen: obserere Alberus (1540) Ji 3 b ; Frisius dict. 896 b ; mit samen überwerfen Hulsius-Ravellus (1…

versäen

DWB

ver·saeen

versäen , verb. durch säen zerstreuen. korn, weitzen versäen u. s. w., zerstreuen: er ging versäeten schwartzen papierschnitzeln als wegweis…

zusäen

DWB

zusäen , v. , mit der völligen aussaat fertig werden allg. haushaltungslex. 3, 809; Hübner-Rüder 4, 1042 a ; Jacobsson 4, 727 a ; Campe : da…

Ableitungen von saeen (3 von 3)

besäen

DWB

besäen , conserere, Maaler 59 d besäien, bei Luther beseen, nnl. bezaaijen: das feld, den acker. 1 Mos. 47, 23 u. s. w. hagelwetter bricht d…

gesäen

DWB

gesäen , verb. wie das einfache säen: es regnet disen monat gantz, dasz man nicht geseen mocht vor wasser. städtechron. 1, 393, 16 (15. jahr…

versäen

DWB

versäen , verb. durch säen zerstreuen. korn, weitzen versäen u. s. w., zerstreuen: er ging versäeten schwartzen papierschnitzeln als wegweis…