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Öde

mhd. bis spez. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
22 in 12 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Öde

Bd. 3, Sp. 578
Öde, -r, -ste, adj. et adv. ein sehr altes Wort, welches in folgenden Bedeutungen gefunden wird. 1) * Hohl; eine im Hochdeutschen unbekannte Bedeutung, welche indessen eine der ersten zu seyn scheinet, und noch bey dem Dasypodius nach dem Frisch vorkommt, welcher öde durch hohl und cavus erkläret. Bey eben demselben ist die Öde die Höhle, Concavitas. Es ist in diesem Verstande mit dem Niederdeutschen Öhse, ein Öhr, ösen, schöpfen, Öse, ein Schöpfgefäß, und unserm Hose, ein Gefäß, genau verwandt, indem die Verwandlung des d in s und s in d in allen Sprachen und Mundarten sehr gewöhnlich ist, auch in den folgenden Bedeutungen öse für öde gefunden wird. Das Lat. haurire, im Perf. hausi, scheinet gleichfalls dahin zu gehören. 2) * Leer; eine im Hochdeutschen gleichfalls unbekannte, mit der vorigen aber genau verwandte Bedeutung, worin mit der Ableitungssylbe -el auch eitel üblich war, (S. Eitel 1,) und von welcher Bedeutung auch das Franz. vuide und Ital. vuoto, leer, abstammen, welche nur den müßigen Blaselaut angenommen haben. 3) In engerer Bedeutung, von Menschen und Arbeiten des menschlichen Fleißes leer, unbewohnt und ungebauet. Eine öde Gegend, wo gar keine Menschen oder doch verhältnißmäßig nur sehr wenig Menschen angetroffen werden. Ein ödes Land, ein unbewohntes und ungebauetes. Die Häuser sollen wüste stehen, und die großen und feinen öde stehen, Es. 5, 9. Ich will deinem Willen folgen, vielleicht führst du mich ödern Gegenden zu, Geßn. Zwar ist die Gegend öde, die Herden ruhen eingeschlossen im wärmenden Stroh, ebend. Einen Acker, ein Feld öde liegen lassen, ungebauet. Die Welt ist für mich so öde wie das Grab. Daher ist einen Wald aböden, die Bäume völlig ausschlagen, ihn abräumen, die Fischbrut ausöden, sie ausrotten und vertilgen u. s. f. S. auch Wüst. 4) * Figürlich, keinen innern Werth habend, eitel; in welchem Verstande es jetzt veraltet ist, ehedem aber üblich war, wie aus einigen Beyspielen bey dem Frisch erhellet. Öde Werke, nichtswürdige, eitle. Ein öder Balg, ein nichtswürdiger, Pellex vana. Ein öder Pfaff. Anm. In der dritten Bedeutung schon bey dem Notker ode, im Dän. öde, im Böhm. owdowely. Im Finnischen ist Authia ein leerer Raum, und im Friesischen Oode und im Irländ. Ait ein Ort, welcher Begriff mit dem leeren Raume genau zusammen hängt, so wie das Lat. Locus, ein Ort, zu unserm Loch gehöret. Ein leerer, wüster Ort heißt schon im Isidor Odhin, und bey dem Ulphilas Authids, im Schwed. Oede, im Isländ. Eide und Auda. S. auch Eitel und 3 Heide, welche gleichfalls damit verwandt sind. Wachter hat schon die Verwandtschaft mit dem Griech. οιος, allein, einsam, οιοθι, allein οιοειν, verwüsten, οιοθεις,[] verwüstet, eingesehen. Da keine Mitlauter häufiger mit einander verwechselt werden, als d, t und s, so lautete dieses Wort ehedem auch öse, daher das Zeitwort ösen, erösen, verösen, erösigen, das im Hochdeutschen unbekannte ostur, wüst, in den Mundarten so oft vorkommen, wovon bey dem Frisch Beyspiele anzutreffen sind. Härtere Mundarten sprechen und schreiben dieses Wort nur öd, da denn das d wie ein t lautet; im Hochdeutschen ist um der weichern Aussprache dieses Mitlauters willen das e euphonicum unentbehrlich.
3194 Zeichen · 47 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    ŒDEadj.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +7 Parallelbelege

    ŒDE , ÔDE adj. ahd. ôdi Graff 1,150. goth. áuþs gr. ἔρημος. unangebaut, öde, leer, leicht. alsô daʒ ganze dörfer, gaʒʒen…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    ö̂deadj.

    Mittelniederdeutsches Wb.

    °* ö̂de , adj. , öde, wüst, ö̂. leggen (Jüt. Low ed. Thorsen 75).

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Öde

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Öde , -r, -ste, adj. et adv. ein sehr altes Wort, welches in folgenden Bedeutungen gefunden wird. 1) * Hohl; eine im Hoc…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Öde

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    Öde fem; einmal Oe- 1 unwirtlicher, lebensfeindlicher, wüster Landstrich a Wildnis; mBez auf Gebirge u Wüsten; einmal hy…

  5. modern
    Dialekt
    Ödef.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Öde f. : ' unbebautes Land, Ödland ', Eed (ēd) [ KU-Wolfst HB-Seyw KL-Weltb PS-Windsbg NW-Haardt LA-Mörzh BZ-Gleisz ], E…

  6. Spezial
    öde

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +2 Parallelbelege

    öde adj. 1 desert (-rc, -a), desolé (-lá, -lada) 2 (einsam) sorënt (-nc, -a), bel su 3 (verlassen) arbandoné (-ná, -nada…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit oede

69 Bildungen · 19 Erstglied · 49 Zweitglied · 1 Ableitungen

oede‑ als Erstglied (19 von 19)

œdecheit

Lexer

œdec-heit , œdekeit stf. BMZ leichtfertiges, albernes betragen Tund. Eracl.

œdeclich

Lexer

œdec-lich adj. s. v. a. œde, eitel, töricht. manic œdeclîcher sprunc von in dô gesprungen wart Neidh. 64,35 ;

œdeclîchen

Lexer

œdec-lîchen adv. BMZ in eitler od. törichter weise Neidh. ( œdeclîchen wunden sî den kragen 60,16). œdecl. tuon Mart. 1,22 ;

œdekeit

BMZ

oede·keit

œdekeit stf. leichtfertiges betragen, albernheit. wâ ist nu al dîn œdekeit; eʒ muoʒ dir werden vil leit Hahn ged. 46,3. swieʒ ( das märe ) g…

Oedeldœdel

MeckWB

Oedeldœdel Pl. -s m. Bezeichnung für Schlechtes, Falsches, Unsinn: Se möten nich glöben, dat sünd Oedeldœdels (Lügen) Wo. Sag. 2, XX; Oedeld…

ödelig

DWB

ödelig , adj. vorarlbergisch, öd, einsam: jetzt ists so ödelig in meiner klausnerei wie in einem grab. Felder Nümmamüllers 19. 90. 174 , vgl…

ödeln

DWB

od·eln

ödeln , verb. , schweiz. ödelen, leer sein oder werden; unpersönlich, es ödelet mir, ich fange an blödigkeit im magen zu verspüren ( s. öde …

Oedema

Herder

Oedema , griech., jede örtliche Ansammlung wässeriger Feuchtigkeiten im Zellgewebe der Haut, somit eine partielle Wassersucht, von der Hautw…

Ödenburg

Meyers

oeden·burg

Ödenburg (magyar. Sopron ), königliche Freistadt mit Munizipium, Sitz des gleichnamigen ungar. Komitats (s. oben), 5 km westlich vom Neusied…

œdene

Lexer

od·ene

œdene stf. s. v. a. œde, der unangebaute zustand. einen hof ôdene halben nit nieszen mogen Mb. 10,193 ( 1473 ).

Öderan

Meyers

oede·ran

Öderan , Stadt in der sächs. Kreish. Chemnitz, Amtsh. Flöha, an der Staatsbahnlinie Dresden-Chemnitz, 404 m ü. M., hat eine evang. Kirche, e…

œderëht

Lexer

oede·reht

œde-rëht , œd-rëht stn. BMZ pachtverhältnis, welchem gemäss man œde gründe eine gewisse zal jahre ohne stift u. geld benutzen konnte Schm. F…

œdergou

Lexer

œder-gou stm. = œder gou. item ein viertel œdergau sol er auch rütten (riuten). item ein morgen œdergou gelegen an dem Renner St. a. 1443.

œderîe

Lexer

oede·rie

œderîe stf. s. v. a. œdecheit. wan er ôdrî und uppkait kan Netz 4720. œdrî trîben ib. 6067.

Öderquart

Meyers

oder·quart

Öderquart , Landgemeinde im preuß. Regbez. Stade, Kreis Kehdingen, in der Marsch, mit Station Landesbrück - O. an der Kleinbahnlinie Stade-I…

oede als Zweitglied (30 von 49)

Einöde

RDWB1

Einöde f глушь, тьмутаракань, захолустье, медвежий угол

armö̑de

MNWB

arm·oede

armôde , armö̑de , n. , f. , armôt (armut) , m. , f. , 1. Armut, Elend. 2. die armen Leute. 3. Wohlfahrtseinrichtung. Deminutivum: armö̑deke…

bêrbȫde

MNWB

bêrbȫde , f. , Bierbütte.

blöde

DWB

blöde , f. debilitatio. Maaler 72 b . noch heute für ohnmacht.

dōrhö̑de

MNWB

dor·hoede

dōrhö̑de (-hüde) , f. , Tordienst, Torwacht, Wache an den Toren.

dünkelgö̑de

MNWB

duenkel·goede

dünkelgö̑de; -gö̑dichê(i)t; -gö̑derîe (-güde , -güdicheit , -güderie) , f. , Heuchelei, Pharisäertum , Selbstgerechtigkeit, Dünkel.

einöde

DWB

ein·oede

einöde , f. desertum, solitudo. da in öde selbst schon die vorstellung der verlassenheit liegt, scheint éin pleonastisch vorzutreten, auch g…

etgrö̑de

MNWB

° etgrö̑de , -grôde , f. , zweiter Wiesenwuchs, Nachweide.

froede

KöblerMhd

froede , st. F., sw. F. Vw.: s. vröude

2(ge)blö̑de

MNWB

2 (ge)blö̑de , (ge)blö̑te , n. , Geblüt, gleiches Blut.

gelö̑de

MNWB

gel·oede

gelö̑de , n. , der Gewichtssatz der zu einer Silberwaage gehört.

gemœde

Lexer

gem·oede

ge-mœde stn. eine abgabe, sporteln für die bestellung eines anwaltes Arn. 44 ( 1494, Nassau ). vgl. mêdeme?

gesamftemö̑de

MNWB

° gesamfte mö̑de (E. v. Gandersheim) (: ungemö̑de ) Ruhe, Sachtmütigkeit, Gelassenheit , s. sachtmö̑dichê(i)t.

grôt(ge)mö̑de

MNWB

grot·gemoede

° grôt(ge)mö̑de , -mö̑te (-ü-) , n. , Großgesinntheit , Edelmut, magnanimitas. (S. d. folgende.)

inhö̑de

MNWB

inhö̑de , f. , 1. Einhütung, Viehtrift (SL). 2. Gasterei im Hause als Vor- oder Nachfeier einer Hochzeit.

kleinœde

BMZ

klein·oede

kleinœde , kleinœte , kleinôt stn. eine zierliche, künstlich gearbeitete sache; dann jedes zierliche geschenk. — kleinœde: brœde Türh. Wh. 4…

lôbȫde

MNWB

lob·oede

lôbȫde , -bȫdene , -bödde , f. , Bottich in dem das Leder mit Gerberlohe gebeizt wird.

morgenrö̂de

MNWB

morgen·roede

morgenrö̂de , f. , -rôt , m. , n. , °f. (Kölner, Lüb. Bibel 2. Reg. 23, 4; Bugenhagen-Bibel Hiob 3, 9; 41, 9), roter Himmel des Morgens, ‚au…

ōrbȫde

MNWB

ōrbȫde s. ° ōrbēde.

plö̂de

MNWB

*° plö̂de ( ploͤde ), f. ( Pl. -n ) : abgetragenes, heruntergekommenes Kleidungsstück, Fetzen, Lumpen, de ōlden p.n und plünden (Nic. Gryse …

Ableitungen von oede (1 von 1)

unöde

DWB

unöde , adj. , habitabilis, frequentatus, vulgo populosus Stieler 1380 ; unöd lustig Schmeller 1, 38 . —