Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Milz f.
Milz f.
Milz f. drüsenähnliches, in den Blutkreislauf einbezogenes Organ aus lymphatischem Gewebe, ahd. milzi n. (9. Jh.), mhd. milz(e) n., mnd. mnl. milte f., nl. milt f., afries. milte f., aengl. milte f., milt m., engl. milt, anord. milta, milti n., schwed. mjälte, germ. *milti-. Die Milz gilt in der alten Medizin als ein Organ, das die Speisen auflöst und verdauen hilft, so daß Anschluß an die s-losen Formen der unter 1schmelzen (s. d.) behandelten Verben wie aengl. meltan ‘schmelzen, verbrennen, verdauen’, anord. melta ‘verdauen, schmelzen’ und damit an die dort genannte Wurzel ie. *mel(ə)- ‘zermalmen, schlagen, mahlen’ (s. auch mahlen) möglich ist. Oder man nimmt an, daß das Organ nach seinem Aussehen benannt ist, und verbindet Milz im Hinblick auf die milchig-weißen sagokornähnlichen Milzfollikeln mit den unter Milch (s. d.) genannten Formen. Der im Hd. auftretende Übergang vom neutralen zum femininen Genus vollzieht sich im 18. Jh. – Milzbrand m. fiebrige, tödlich verlaufende Infektionskrankheit der Milz bei Tieren, die auf Menschen übertragen werden kann (18. Jh.).