lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

Meer

mnd. bis spez. · 18 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
21 in 18 Wb.
Sprachstufen
7 von 16
Verweise rein
110
Verweise raus
70

Eintrag · Adelung (1793–1801)

Meer

Bd. 3, Sp. 133
Das Meer, des -es, plur. die -e, Diminut. das Meerchen, Oberd. Meerlein. 1) * Überhaupt, eine jede große Masse Wassers, eine Sammlung vielen Wassers. In dieser weitesten im Hochdeutschen ungewöhnlichen Bedeutung heißt in der Deutschen Bibel 1 Kön. 7, 23 f. 2 Kön. 25, 13 u. s. f. das große eherne Wasserfaß in dem Vorhofe des Tempels, nach dem Vorgange des Hebräischen Grundtextes, das eherne Meer. Im Mittlern Lat. kommt in einer Urkunde Herzogs Hugo von Burgund bey dem Du Fresne Mare vitreum gleichfalls von einem gläsernen Gefäße vor. 2) In engerm Verstande, eine beträchtliche Sammlung Wassers auf dem Erdboden, besonders eine solche, auf welcher das Wasser Wellen schläget; in welchem Verstande verschiedene Landseen oder stehende Wassersammlungen, welche keinen sichtbaren Abfluß haben, oder rings um mit Land umgeben sind, ein Meer genannt werden. Dahin gehören nicht nur das todte Meer und das Galiläische Meer im Jüdischen Lande, welche eigentlich beträchtliche Landseen sind, sondern auch das Kaspische Meer in dem nördlichen Asien. Am Niederrheine und in Nieder-Deutschland ist diese Benennung noch sehr üblich, wo mehrere beträchtliche Landseen Meere genannt werden. Dahin gehören das Harlemer Meer in der Provinz Holland, das Lacher Meer im Trierschen, das Steinhuder Meer im Bückeburgischen, welches über eine Meile lang und eine halbe breit ist, und andere mehr. Außer diesen Fällen, in welchen es als ein eigenthümlicher Nahme angesehen wird, ist es im Hochdeutschen in dieser Bedeutung nicht üblich. 3) Am häufigsten und gewöhnlichsten wird die große Sammlung Wassers, welche das feste Land des Erdbodens umgibt, und welches auch die See, das Weltmeer heißt, das Meer schlechthin genannt. Das Wasser, die Fische im Meer. Ein Sturm auf dem Meere Jenseit des Meeres. Auf dem Meere fahren. Im Meere fischen. Ein am Meere gelegenes Land. In vielen Fällen ist es gleichgültig, ob man in diesem Verstande See oder Meer gebraucht, in allen aber nicht. So sagt man nicht zu Meere fahren, zu Meere handeln, eine Reise zu Meer u. s. f. wo nur allein See üblich ist. Überhaupt ist im Niederdeutschen, und der ganzen daher rührenden Seesprache in diesem Verstande das Wort[] See üblicher, so wie Meer den Oberdeutschen am geläufigsten zu seyn scheinet. Einzelne Theile dieses großen Weltmeeres führen im Hochdeutschen häufiger den Nahmen des Meeres als der See, ja einige leiden das letztere Wort gar nicht. Das rothe Meer, das schwarze Meer, das weiße Meer, das mittelländische Meer, das Griechische Meer, das Eismeer, das atlantische Meer, das stille Meer, das Japanische Meer u. s. f. Dagegen in Nordsee, Ostsee, Südersee, Südsee, und andern das Wort See üblicher ist. Figürlich pflegt man, besonders in der höhern Schreibart, auch wohl eine jede große Menge ein Meer zu nennen. Wie brausend Ein Meer von Feinden ihn umfing, Raml. Anm. Dieses alte und sehr weit ausgebreitete Wort lautet bey dem Notker ther Mere, bey dem Ulphilas Marei, im Schwed. und Isländ. Mar, im Angels. Mere, im Bretagnischen Mor, im Lat. Mare, im Böhm. und Russ. More, bey den Krainerischen Wenden Murje, im Lettischen Marrios, im Esthnischen Merri, im Pohln. Morze. Es scheinet den Begriff der Menge, und den damit verbundenen Begriff der Bewegung zu haben, und zu dem Geschlechte unsers mehr, plus, mähren, rühren, sich bewegen, des Griech. μυρειν, fließen, u. a. m. zu gehören. Die figürliche Bedeutung der Menge, in welcher See nicht üblich ist, bestätiget diese Ableitung. Unser Moor und Morast sind nur auf eine entferntere Art damit verwandt, indem selbige zunächst zu der Familie des Wortes mürbe, Nieders. mör, gehören. In der Zusammensetzung bedeutet es theils etwas, was dem Meere eigen ist, von demselben gesagt wird, theils Dinge, welche in und an dem Meere angetroffen werden, theils aber auch Körper, welche über Meer, oder vermittelst der Schifffahrt zu uns kommen, wie in Meerschwein, Meerkatze u. s. f. Viele derselben sind auch mit dem Worte See üblich, viele aber auch nicht, so wie andere nur das See allein leiden.
4019 Zeichen · 59 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    meerst. N.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    meer , st. N. Vw.: s. mēr (3)

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Meer

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Das Meer , des -es, plur. die -e, Diminut. das Meerchen, Oberd. Meerlein. 1) * Überhaupt, eine jede große Masse Wassers,…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Meer

    Goethe-Wörterbuch

    Meer rund 650 Belege, vor allem im Zshg der Italienreise u Antike-Rezeption; sehr oft in poetischer Diktion (vgl Pkt 1a)…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Meer

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +3 Parallelbelege

    Meer , die zusammenhängende, über 2 Drittheile des Erdbodens bedeckende Wassermasse, gewöhnlich von bläulichgrüner od. a…

  5. modern
    Dialekt
    Meer

    Elsässisches Wb. · +5 Parallelbelege

    Meer [Mêr M. ] in Meerkatz, Meertrüwel zur Bezeichnung der überseeischen Herkunft; Meerwunder. — Bayer. 1, 1639.

  6. Sprichwörter
    Meer

    Wander (Sprichwörter)

    Meer 1. Auch das Meer schlägt aus, wenn der Frühling kommt, aber am Tanz merkt man, wie die Blüten sind. – Altmann V. 2.…

  7. Spezial
    Meer

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Meer n. (-[e]s,-e) 1 mer (mers) m. 2 ‹fig› (große Menge) mer m. ▬ Rotes Meer Mer Cöce m .; Schwarzes Meer Mer Fosch m. ;…

Verweisungsnetz

144 Knoten, 142 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 4 Hub 2 Kompositum 123 Sackgasse 15

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit meer

676 Bildungen · 662 Erstglied · 11 Zweitglied · 3 Ableitungen

meer‑ als Erstglied (30 von 662)

meeralt

SHW

meer-alt Band 4, Spalte 601-602

Meerbach

SHW

Meer-bach Band 4, Spalte 601-602

Meergasse

SHW

Meer-gasse Band 4, Spalte 601-602

meergrün

SHW

meer-grün Band 4, Spalte 601-602

Meerkatze

SHW

Meer-katze Band 4, Spalte 601-602

Meerlache

SHW

Meer-lache Band 4, Spalte 601-602

Meerlinse

SHW

Meer-linse Band 4, Spalte 601-602

Meerschaum

SHW

Meer-schaum Band 4, Spalte 601-602

Meerwasser

SHW

Meer-wasser Band 4, Spalte 601-602

Meerwiese

SHW

Meer-wiese Band 4, Spalte 601-602

Meerwunder

SHW

Meer-wunder Band 4, Spalte 601-602

meeraal

DWB

meer·aal

meeraal , m. muraena conger. Nemnich 3, 634 ; der meeraal in England, a conger, congrus Maaler 285 d .

meerab

DWB

meerab , adv. : meerab flossen feuergluthen. Göthe 41, 301 .

Meerabgrund

Campe

meerab·grund

◬ Der Meerabgrund , — es, Mz. — gründe , der oder ein Abgrund des Meeres oder im Meere. Unter dem Schleudern der Meerabgründ ' erhellenden B…

Meerabrauschend

Campe

meerab·rauschend

◬ Meerabrauschend , adj . u. adv . nach dem Meere hinabrauschend, ins Meer strömend. — meerabrauschende Ströme. Voß.

meeradler

DWB

meer·adler

meeradler , m. falco haliaetos, fischadler. Nemnich 2, 1578 : der meeradler, geläbt der fischen, ein art wie ein moszwei, haliEtus. Maaler 2…

Meeräcker

PfWB

Meer-äcker Pl. : FlN, Mähräcker [Wasgau-Bote 24. 2. 1934]. — Zu Meer 2.

Meerälster

Adelung

Die Meerälster , plur. die -n, eine Art ausländischer Vögel mit einem rothen Schnabel wie der Storch, einem oberwärts schwarzen, unten aber …

meeraffe

DWB

meer·affe

meeraffe , m. 1 1) meerkatze: die fruchtbarkeit des weibes, die nicht viel anders auszsah, als ein alter meeraffe. Chr. Weise erzn. 17 Braun…

meeralt

DWB

meer·alt

meeralt , adj. sehr alt. in Tirol. Schöpf 434 : ein weiblein das war meeralt, ihr gesicht war voll runzeln. Zingerle 2, 27 .

meer als Zweitglied (11 von 11)

Affenschmeer

Wander

affen·schmeer

Affenschmeer Affenschmeer haben. – Murner, Von dem grossen lutherischen Narren, in: Das Kloster, Bd. 10. Allerhand Täuschungsmittel, Ueberre…

mȫlenmeer

KöblerMnd

mȫlenmeer , F. Vw.: s. mȫlenmēre

schilfmeer

DWB

schilf·meer

schilfmeer , n. mit schilf bewachsenes meer. Luther übersetzt das hebräische ףוס ם , das in der vulgata mare rubrum heiszt, durch schilfmee…

vlōchmeer

KöblerMnd

vlōchmeer , F. Vw.: s. vlōchmēre

weltmeer

DWB

welt·meer

weltmeer , n. A A. komposition mit welt ' erdkreis ' (V), die seit dem 17. jh. als geographische bezeichnung sowie in mannigfacher metaphori…

zeelsmeer

KöblerMnd

zeelsmeer , N. Vw.: s. sēlsmēr

Ableitungen von meer (3 von 3)

meere

KöblerMnd

meere , F. Vw.: s. mēre (3)

urmeer

DWB

urmeer , n. (ur- C 4 c): so wie die thürmungen des urmeers, eh gestad es zähmten, wogte der donnernde feierhymnus grafen Stolberg 2, 193 ; d…

Vermeer

Meyers

Vermeer , Maler, s. Meer , S. 532.