Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
mausen
mausen
Maus f. Der Name des kleinen grauen Nagetiers ahd. (8. Jh.), mhd. asächs. mnd. afries. aengl. anord. mūs, mnl. muus, nl. muis, engl. mouse, schwed. mus (germ. *mūs-) führt wie aind. mū́ḥ, griech. mȳ́s (μῦς), lat. mūs, aslaw. myšь, russ. myš’ (мышь) auf ie. *mūs ‘Maus’. Der Name wird vielfach vergleichend auf bewegliche Körperteile übertragen; er steht z. B. im Germ., Griech. und Spätlat. auch für ‘Muskel’ (ahd. mhd. mūs, nhd. Maus ‘Muskel’, besonders an Arm, Bein und Daumen, bis etwa 1800, heute noch mundartlich); vgl. ferner aind. muṣkáḥ ‘Hoden’ (eigentlich ‘Mäuschen’) sowie lat. mūsculus (s. Muskel). Ie. *mūs ‘Maus’ gehört wohl (mit gelängter Schwundstufe?) als ‘Stehler(in)’ mit aind. muṣṇā́ti ‘stiehlt, raubt’ zu einer s-Erweiterung der Wurzel ie. *meu-, *meu̯ə- ‘fortschieben’ (wozu lat. movēre ‘bewegen’). (Weniger wahrscheinlich ist Ableitung des genannten Verbs von aind. mū́ḥ.) – mausen Vb. ‘stehlen’ (16. Jh.). Zuvor mhd. mūsen ‘Mäuse fangen, stehlend, suchend schleichen, listig sein, betrügen’, zuerst von der mäusefangenden Katze, dann von anderen mäusefangenden Tieren, schließlich auch auf den jagdbarem Wild auflauernden Menschen übertragen.