Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Marder m.
Marder m.
Marder m. Der Name des Raubtieres ahd. mardar (9. Jh.), mhd. marder, merder, mader (germ. *marþra-) und ahd. mard (Hs. 12. Jh.), mhd. mart, mnd. mārt, aengl. mearþ, anord. mǫrðr, schwed. mård (germ. *marþu-) ist etymologisch nicht geklärt. Es gibt verschiedene und nur zweifelhafte Herleitungsversuche: (1) Anschluß an die unter Mord (s. d.) behandelte Wortfamilie und Deutung als ‘blutrünstiges, mordlustiges Tier’; (2) Verknüpfung mit der unter Morgen (s. d.) angegebenen Wurzel ie. *mer- ‘flimmern, funkeln’ und Deutung als ‘schnelles Tier’; (3) Verwandtschaft mit aind. mṛṇā́ti ‘raubt, packt’ und Deutung als ‘zupackendes, scharfzähniges Tier’; (4) Verwandtschaft von germ. *marþ- mit lit. martì ‘Braut, junge Frau, Schwiegertochter’, lat. marītus ‘verheiratet, Gatte’, aind. máryaḥ ‘junger Mann, Liebhaber, Freier’ bei Anschluß an ie. *meri̯o- ‘junger Mann’ und Deutung als Tabuwort. – Briefmarder m. ‘Postangestellter, der Briefe unterschlägt’ (vor 1885). Automarder m. ‘wer Autos ausraubt’ (20. Jh.).