Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
lôz
[Ra]) und weiteren Gl., APs, T, OT, O, NBo,
NMC, Nps und Npw:
‚Los, Losentschei-, gifallan lôz
dung, Geschick, Schicksal, Teil, Anteil; cle-
rus, sors‘
‚Schicksal; sors‘, sô-
welîh lôz iomanne gifellit
‚welches Los auch, allaz daz iomanne in lôz
immer; omnis sors‘
gifallan est
‚das gesamte Schicksal; tota(mhd. lôz st.n./m., nhd. Los n.; as. hlōt
sors‘
st.m. [Hel], mndd. lōt n.; andfrk. lot m./n. [a.
901–1000], frühmndl. lot n., mndl. lot m./n.;
afries. hlot, lot, hlōt n.; ae. hlēt, hlīet m.; aisl.
hlautr m.; got. hlauts m.: < urgerm. *χlau̯ti-;
daneben tiefstufiges ahd. luz
‚Los, Anteil‘
[s. d.]; ae. hlyt m.
‚Anteil‘; aisl. hlutr m.
‚Los, Teil‘: < urgerm. *χluti-). o-stufiges
Verbalabstraktum zum st.v. II liozan (s. d.). –
lôzariAWB m. ja-St., Gl. 3,189,2 (in 2 Hss.,
12. Jh. und Anfang des 13. Jh.s) und Gl. in
Basel, B. IX. 31 (2. Hälfte des 15. Jh.s; vgl.
Stricker 1989: 369 Nr. 551):
‚Wahrsager;(mhd. lôzære, frühnhd. loser
sortilegus‘
‚der; mndl. loter). Nomen agentis
1481 lôz – lubaS1482
das Los wirft‘
mit dem Fortsetzer des Lehnsuffixes urgerm.
*-ari̯a-. S. liozan, -ari. – lôzfazAWB n. a-St., in
Gl. ab dem 11. Jh.:
‚Losurne; urna‘. Das
Determinativkomp. mit subst. VG und HG
ist sicher eine gelehrte Gl.bildung zu lat.
urna. Beim germ. Losverfahren wurden un-
terschiedlich markierte Stäbchen auf den
Boden geworfen, aus deren Lage dann ent-
sprechende Schlüsse gezogen wurden, über
ein besonderes Losgefäß ist nichts bekannt
(vgl. Lauffer 1976: 144–146). S. lôz, faz. –
Ahd. Wb. 5, 1369 ff.; Splett, Ahd. Wb. 1, 215.
554. 555; Köbler, Wb. d. ahd. Spr. 741;
Schützeichel7 208; Starck-Wells 387; Schütz-
eichel, Glossenwortschatz 6, 176.