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Löffel

mhd. bis spez. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
14 in 11 Wb.
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Löffel

Bd. 12, Sp. 654
Löffel (Eßlöffel) werden aus Metall, Holz, Horn, Hartgummi, Elfenbein, Porzellan und Glas gefertigt. Die Fabrikation der eisernen L. nach alter Methode besteht darin, daß der Plattenschmied das eine Ende eines 4–6 mm dicken Eisenstabes zu einer Platte und den andern Teil zu einem Stiel ausschmiedet, und daß darauf der Schwarzarbeiter mit kegelförmigen Hämmern mit runder Bahn und auf einem Amboß, der die Rundung, die der L. erhalten soll, in verschiedener Tiefe enthält, die Platte zu einer Larve formt. Der von den überstehenden Rändern mit der Schere und Feile und in verdünnter Salzsäure vom Oxyd befreite, in Sägespänen getrocknete L. wird dann verzinnt und auf poliertem Amboß mit polierten Hämmern bearbeitet und an den Rändern geebnet. Nach der neuen Methode erzeugt man L. aus Blech (Blechlöffel aus Weißblech, silberne L. etc.) durch Ausschneiden auf Durchschnitten und Formen mittels Pressen oder Fallwerke zwischen Prägstempeln (Löffelstampfen), die zugleich die auszuprägenden Verzierungen erhalten. Zinnerne L. werden in messingenen zweiteiligen Formen gegossen. Holzlöffel und Elfenbeinlöffel, mit Raspel, Sägen etc. hergestellt, werden geschnitzt; Hornlöffel fertigt man durch heißes Pressen aus Hornplatten, die man mit der Laubsäge zuschneidet. Ähnlich erzeugt man die L. aus Hartgummi. Der L. gehört neben dem Messer zu den ältesten Speisegeräten der Menschen. Die Assyrer hatten bronzene und kupferne L., die Ägypter solche aus Holz und Elfenbein mit kunstvollem Schnitzwerk. Der Stiel wurde gewöhnlich von Figuren oder Pflanzen gebildet. Die ägyptischen L., die sich erhalten haben, sind meist keine Eßgeräte, sondern Parfümlöffel zum Streuen von wohlriechenden Kräutern oder Pulvern auf die Räucherpfanne. Die Griechen und Römer brauchten die L. anfangs nur zum Schöpfen von Wein etc. aus größern Gefäßen in kleinere (Schöpfkellen). Doch gab es bei den Römern auch L., deren Form mit der gegenwärtig üblichen verwandt ist. Nur sind die römischen L. vorn zugespitzt, da sie auch zum Öffnen von Eiern, Austern und Schnecken benutzt wurden. Von den Römern ging der L. in den Gebrauch des Mittelalters über und wurde als Hostien- und Weihrauchlöffel (s. Tafel »Christliche Altertümer II«, Fig. 2 u. 6) liturgisches Gerät. Diese meist silbernen, seltener aus Kristall oder aus Edelsteinen gefertigten L. sind bisweilen mit Inschriften, Namen und Monogrammen versehen, die ihre kirchliche Bestimmung kennzeichnen. Die Renaissance behandelte den L. als Luxusgerät. Silberne und goldene L. wurden ziseliert und graviert und mit reich ornamentierten Stielen versehen. Daneben gab es L. aus Elfenbein, Perlmutter, Horn, Knochen und festem Holz (Buchsbaum), deren Stiele von geschnitzten Figuren gebildet waren. Aus Holz geschnitzte L. und Gabeln (für Salat) werden noch heute von Gebirgsbewohnern (Schweiz, Tirol, Oberbayern, Thüringen) verfertigt und an den Stielen mit Figuren, Köpfen, Blumen etc. verziert (vgl. auch Apostellöffel). – Die Redensart: Über den L. barbieren wird so erklärt: Alten zahnlosen, runzeligen Leuten steckten die Barbiere ehemals einen L. in den Mund, damit sich die runzelige Backe glatt wölbe und so leichter rasieren lasse. Da sich dieses Mittels besonders die Barbiere auf dem Lande bedienten, die in der Kunst des Rasierens nicht gerade gewandt waren, so bedeutet die Redensart ursprünglich: jemand behandeln wie einen Bauern, nicht gerade glimpflich; heute bedeutet sie geradezu: jemand betrügen. – In der Jägersprache heißen L. die Ohren der Hafen und Kaninchen. – Scharfer L. heißt ein chirurgisches Instrument, das eine verschieden große löffelförmige, mit geschärften Rändern versehene Höhlung trägt und zum Abschaben krankhaften Gewebes, z. B. an Geschwüren und bei Knochenfraß, dient.
3745 Zeichen · 57 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    löffel

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    löffel s. leffel.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Löffel

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Der Löffel , des -s, plur. ut nom. sing. Diminut. das Löffelchen, Oberd. Löfflein. 1. * Überhaupt, ein hohler, vertiefte…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Löffel

    Goethe-Wörterbuch

    Löffel 1 Gerät mit einem Griff u einer muldenartigen Vertiefung am unteren Ende a Teil des Eßbestecks, Küchengerät; ‘sil…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Löffel

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +2 Parallelbelege

    Löffel ( Eßlöffel ) werden aus Metall, Holz, Horn, Hartgummi, Elfenbein, Porzellan und Glas gefertigt. Die Fabrikation d…

  5. modern
    Dialekt
    Löffelm.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Löffel m. : 1. 'Eß- und Küchengerät', Leff(e)l (lefəl, lefl) [verbr., Christmann Kaulb 65 Höh 84 Karch Gimmdg/Muttstdt 5…

  6. Sprichwörter
    Löffel

    Wander (Sprichwörter)

    Löffel 1. Besser Löffel schnitzen, als müssig bei Tische sitzen. 2. Besser ohne Löffel als ohne Brei. – Altmann VI, 391.…

  7. Spezial
    Löffel

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Löf|fel m. (-s,-) 1 (Esslöffel) cazü (-s) m. 2 (Löffelvoll) cazü (-s) m. 3 (Ohr von Hasen und Kaninchen) orëdla de lou f…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit loeffel

109 Bildungen · 86 Erstglied · 22 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von loeffel 2 Komponenten

lof+fel

loeffel setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

loeffel‑ als Erstglied (30 von 86)

Löffelänte

Adelung

Die Löffelänte , plur. die -n, eine Art wilder Änten oder Gänse mit einem schwarzen, breiten und weiten Schnabel in Gestalt eines Löffels; A…

löffelbaum

DWB

loeffel·baum

löffelbaum , m. Kalmia latifolia, ein amerikanischer baum, zum schnitzen von löffeln gebraucht.

Löffelbirnen

RhWB

loeffel·birnen

Löffel-birnen -əltsbīrən Prüm-Mürlenb Pl.: in der abschl. Antw.: L. och! du kriegst es nicht.

löffelblech

DWB

loeffel·blech

löffelblech , n. in den küchen ein blech, worein die koch- oder rührlöffel gehängt werden. Jacobsson 2, 626 b .

löffelbohrer

DWB

loeffel·bohrer

löffelbohrer , m. ein bohrer der zirkelschmide, bürstenbinder und holzarbeiter, mit einer höhlung wie ein löffel. Jacobsson 2, 626 b .

löffelbret

DWB

loeffel·bret

löffelbret , n. bret an welches löffel gesteckt oder gehängt werden: coclearium löffelbret Dief. 129 b .

Löffelbrett

PfWB

loeffel·brett

Löffel-brett n. : 'Halter für Eß- und Kochlöffel', -brett [ RO-Rehborn NW-Frankeck ]. Südhess. IV 375 ; Rhein. V 526 .

löffelbuch

DWB

loeffel·buch

löffelbuch , n. buch verliebter geckereien: noch andere schwüre und wünsche thät er aus dem Amadis und der Arcadia, und wo er sie zusammen s…

löffelbüchse

DWB

loeffel·buechse

löffelbüchse , f. büchse in welcher man ehedem die hölzernen eszlöffel mit sehr kurzem stil kaufte und verwahrte: löffelbüchs cochlearium Al…

Löffelbügel

RhWB

loeffel·buegel

Löffel-bügel MGladb-Rheind m.: Vorrichtung am Arbeiteressgeschirr, zum Aufbewahren von Löffel u. Gabel.

Löffelbutzer

RhWBN

loeffel·butzer

Löffel-butzer m.: scherzh. Schnurrbart, auch Meis , Ottw , Wend , Birkf , Simm , Bernk , Prüm , Koch , Altk .

löffelchen

DWB

loeffel·chen

löffelchen , n. kleiner löffel: jedem teller sein löffelchen. Reichenau aus unsern vier wänden 1, 24 .

löffelchens

RhWB

löffelchens -əlχəs Rhfrk (veralt.) Adv.: l. leie im Bett, der eine im Schoss des andern liegen.

Löffelchensbohnen

RhWB

loeffelchens·bohnen

Löffelchens-bohnen (s. S.) -əlχəs- Saar, Trier ; -əltsbo·n.ə Eusk Pl. t.: B.suppe aus gewürfelten grünen Stangenbohnenschoten u. Kartoffeln;…

löffelchensgesund

RhWB

loeffelchens·gesund

löffelchens-gesund -əlχəsjəzont  Prüm-Ihren Adj.: in der Wend.: Den os stollcheskrank on l. er ist kr., wenn die Stiele der Arbeitsgerä…

löffeldieb

DWB

loeffel·dieb

löffeldieb , m. der löffel stiehlt: also kam der wirth wieder zu seinem eigenthum, und der löffeldieb lachte auch, — aber nicht lange. denn …

löffelei

DWB

löffelei , f. verliebtes gebahren, buhlen eines mannes um weibliche gunst ( vgl. unten löffeln no. 2): man findet deren, die schon etliche j…

löffelente

DWB

loeffel·ente

löffelente , f. anas clypeata, schildente, schaufelente. Nemnich 1, 270 ; und anas glaucion, breitschnabel, schalente. 277.

Löffeley

Adelung

Die Löffeley , S. Adelung Löffeln .

löffelfabrik

DWB

loeffel·fabrik

löffelfabrik , f. fabrik die löffel und andere küchenbedürfnisse von blech verfertigt. Jacobsson 6, 466 b .

loeffel als Zweitglied (22 von 22)

Kochlöffel

RDWB1

Kochlöffel m j-n mit dem Kochlöffel erziehen idiom. - держать кого-л. в ежовых руковицах идиом. ; воспитывать кого-л. в строгости

brotlöffel

DWB

brot·loeffel

brotlöffel , m. cochlear paniceum, löffel, den man aus brot schneidet und nach gemachtem gebrauch zuletzt aufiszt, sonst auch brotschüsseln …

Ehelöffel

Wander

ehe·loeffel

Ehelöffel Aus dem Ehelöffel essen. Den jetzt veralteten Ausdruck »aus dem Ehelöffel essen lernen müssen«, welchen man hier und da noch im An…

gänselöffel

DWB

ganse·loeffel

gänselöffel , m. 1 1) ein werkzeug der wundärzte, bei steinschmerzen kleine steine damit herauszuziehen. Frisch 1, 318 a , Adelung, wie löff…

gienlöffel

DWB

gien·loeffel

gienlöffel , m. , scheltwort wie maulaffe; mit 1 löffel, narr, tor ( teil 6, 1120), von gienen B 1 c gebildet, vgl. gienaffe , gienöffel , a…

Gießlöffel

Adelung

giess·loeffel

Der Gießlöffel , des -s, plur. ut nom. sing. ein Löffel, flüssige oder flüssig gemachte Körper daraus zu gießen, oder auch andere Dinge dami…

H_s;rdlöffel

Adelung

Der H_s;rdlöffel , des -s, plur. ut nom. sing. eben daselbst, ein eiserner Löffel, womit man bey dem Abtreiben des Silbers etwas aus dem gel…

kochlöffel

DWB

koch·loeffel

kochlöffel , m. groszer hölzerner löffel wie er beim kochen gebraucht wird, kelle, schon in einem voc. des 14. jh. coclea, kochlöffel, kell …

ohrlöffel

DWB

ohr·loeffel

ohrlöffel , ohrenlöffel , m. kleines löffelartiges instrument zur reinigung des gehörganges von angehäuftem ohrenschmalz. 1 1) eigentlich: m…

Papplöffel

Wander

papp·loeffel

Papplöffel Das hat er mit dem Papplöffel bekommen. Holl. : Dat is hem met den paplepel ingegeven. ( Harrebomée, II, 171 a . )

rahmlöffel

DWB

rahm·loeffel

rahmlöffel , m. löffel, womit der rahm von der milch abgenommen wird. öcon. lex. 1973.

rotzlöffel

DWB

rotz·loeffel

rotzlöffel , m. ein weitverbreitetes schimpfwort für junge leute oder kinder; der zweite theil zu laffe gehörig ( vgl. löffel 6 sp. 1120). r…

rührlöffel

DWB

ruehr·loeffel

rührlöffel , m. : rürleffel, rudes, spatha. Stieler 1060 . löffel zum umrühren der speisen. sie werden im rührlöffelbleche oder

schaumlöffel

DWB

schaum·loeffel

schaumlöffel , m. ligula, schaumleffel Stieler 1060 , schumleffel, spumatorium Dief. 549 a , groszer, tiefer, meist durchlöcherter löffel zu…

schmelzlöffel

DWB

schmelz·loeffel

schmelzlöffel , m. löffel, worin man kleinere mengen blei, zinn oder schwefel schmelzt Adelung. Eggers kriegslex. 1, 623 ; oder ein groszer …

schwefellöffel

DWB

schwefel·loeffel

schwefellöffel , m. in schwefelhütten ein eiserner löffel, womit man das unreine aus den eisernen läuterkrügen entfernt, nachdem der schwefe…

stechlöffel

DWB

stech·loeffel

stechlöffel , m. , in der sprache der münztechnik ein löffel mit einer öffnung in seiner vertiefung, wodurch das stechmesser ( s. unten stec…

theelöffel

DWB

thee·loeffel

theelöffel , m. : ( der chirurg ) hat ihm anderthalb loth vom gehirne mit dem theelöffel herausgenommen. Felsenburg 2, 192; ein theelöffel v…

Ableitungen von loeffel (1 von 1)