lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

Knêbel

mhd. bis spez. · 16 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
16 in 16 Wb.
Sprachstufen
6 von 16
Verweise rein
82
Verweise raus
65

Eintrag · Adelung (1793–1801)

Knêbel

Bd. 2, Sp. 1654
Der Knêbel, des -s, plur. ut nom. sing. ein Wort, welches noch häufig von einem kurzen dicken Holze gebraucht wird. In der Landwirthschaft ist der Knebel ein kurzes dickes Holz, womit[] die Garbenbänder zusammen gezogen werden. Die Jäger haben einen ähnlichen Knebel, womit sie den Hunden, wenn sie sich verbissen haben, das Maul aufbrechen. Am häufigsten wird es von einem kurzen dicken Querholze gebraucht. Der Knüttel, welchen man den Hunden anhängt, heißt bey vielen der Knebel. An manchen Orten fahren die Bergleute auf dem Knebel ein, wenn sie sich auf ein solches an dem Seile befestigtes Querholz setzen; und vermittelst eines solchen Knebels werden auch die Diebe den Galgen hinan gezogen. Leuten, welche bey Gewaltthaten nicht schreyen sollen, bindet man einen Knebel, d. i. ein kurzes dickes Querholz, in den aufgesperrten Mund. Auch dergleichen in die Quere gehende Stücke von andern Materien, sind unter diesem Nahmen bekannt, besonders wenn sie dazu dienen, etwas zu halten. Dergleichen ist der Knebel an verschiedenen Arten der Ketten, ein gerades in die Quere gehendes Eisen, welches am Ende der Kette befestiget ist, und durch einen Ring derselben gesteckt wird. Anm. Im Niedersächs. Knevel, im Dän. gleichfalls Knevel. Es scheinet mit den Wörtern Knüppel und Knüttel durch Vertauschung des l und n von klopfen herzustammen, und eigentlich ein Werkzeug zum Klopfen oder Schlagen zu bedeuten. Im Nieders. ist Knepel der Klöppel in einer Glocke. Knappen bedeutet so wohl im Nieders. als auch in einigen verwandten Sprachen klappen, und in weiterer Bedeutung schlagen. Das niedrige Knebel, die Knöchel an den Fingern, scheinet nicht hierher, sondern zu Knopf zu gehören, und wird daher von den meisten richtiger Knöbel geschrieben und gesprochen, S. dieses Wort. Ein Knebel zur Verhinderung des Schreyens heißt im Schwed. Katle, von Kaepp, ein Stock. Im Nieders. bedeutet Knevel figürlich auch einen widerwärtigen Menschen, und im Schwed. ist Knaefwel ein böser Bube, welches Ihre sehr gezwungen von Teufel herleitet. Im Nieders. und Dithmarsischen ist knävig stark, und Knäve die Stärke.
2101 Zeichen · 32 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    KNEBELstm.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +3 Parallelbelege

    KNEBEL stm. knebel. ahd. chnebil Graff 4,576. columbar sumerl. 3,51.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Knêbel

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Der Knêbel , des -s, plur. ut nom. sing. ein Wort, welches noch häufig von einem kurzen dicken Holze gebraucht wird. In …

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Knebel

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Knebel , Karl Ludw. von, geb. 1744 zu Wallerstein, diente zuerst im preuß. Militär, wurde dann in Weimar Hofmeister des …

  4. modern
    Dialekt
    Knebel

    Elsässisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Knebel [‘ X népl Pfetterhsn. Attenschw. ; Knépl Hi. Steinbr. ; Knèwl Hüss. u. nö. davon allg. ] m. kurzer Stock, Knüppel…

  5. Sprichwörter
    Knebel

    Wander (Sprichwörter)

    Knebel 1. Dat's rîken Knebel 1 (auch Knast). ( Mecklenburg. ) – Dr. Schiller's Ms. 1 ) Ein roher ungebildeter Mensch. (V…

  6. Spezial
    Knebel

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Kne|bel m. (-s,-) 1 (Mundknebel) bavaiöl (-öi) m. 2 (Spannholz) tler (-s) m . ▬ jdm. einen Knebel in den Mund stecken ti…

Verweisungsnetz

102 Knoten, 101 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 4 Hub 2 Wurzel 3 Kompositum 83 Sackgasse 10

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit knebel

59 Bildungen · 55 Erstglied · 3 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von knebel 2 Komponenten

kne+bel

knebel setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

knebel‑ als Erstglied (30 von 55)

Knebelbart

SHW

Knebel-bart Band 3, Spalte 1485-1486

Knebelbauer

SHW

Knebel-bauer Band 3, Spalte 1485-1486

knebeldick

SHW

knebel-dick Band 3, Spalte 1485-1486

Knebelholz

SHW

Knebel-holz Band 3, Spalte 1485-1486

knebelach

Lexer

knebel·ach

knebelach stn. knäblach pl. coll. knaben Chr. 4. 280,21. 281,4.

knebelästlein

DWB

knebel·aestlein

knebelästlein , n. gleich knebel 3: darumm sihestu auch allwegen die knebelästlin, wann sie versetzt sein worden, ire rauhe art in andere li…

knebelbärtig

DWB

knebel·baertig

knebelbärtig , mit knebelbart. bei H. Sachs knebelbartet, von landsknechten: ir angsicht schrammet und knebelbartet. 1, 371 c (1590) .

knebelbart

DWB

knebel·bart

knebelbart , m. gedrehter schnauzbart, ' mystax ' Dief. 363 c ( von 1530), Maaler 246 c , zwickelbart Stieler 768 , moustache Rädlein 549 b …

Knebelbert

ElsWB

Knebelbert Pl.? Geiler Narr. 27 c . — Schweiz. 4, 1615.

Knebelbolz

RhWB

knebel·bolz

Knebel-bolz -bǫlt Mörs-Wallach m.: Stangenzaum, womit widerspenstige Pferde leichter gebändigt werden.

knebelchen

DWB

knebel·chen

knebelchen , n. flügel des schnurrbartes, s. knebel 6: dasz er ( der barbier ) dir auch alle tag den bart abschabe und das knebelgen in gems…

knebeleisen

DWB

knebel·eisen

knebeleisen , n. eisen, kräuseleisen zum brennen und drehen des knebelbartes. Adelung.

knebeler

DWB

knebeler , m. 1 1) lorarius Stieler 1340 , büttel, scherge, s. nl. kneveler in gleichem sinn unter knebel 9, der arme sünder ward bei der hi…

Knebeler I

SHW

Knebeler I Band 3, Spalte 1485-1486

knebelhaut

DWB

knebel·haut

knebelhaut , f. bei Logau, einem grobian beigelegt, s. knebel 12: Veit trägt eine flegelkap über einer knebelhaut. 1, 1, 24 .

knebelicht

DWB

knebel·icht

knebelicht , astrictus, astrictorius. Stieler 1340 , von knebel 5, d, knebeln. schweiz. kneblig, nd. knevelig ist grob, tölpisch, s. knebel …

knebelig I

RhWB

knebelig I Adj.: 1. -ęv- plump, roh, ungefällig, von Menschen Sieg . — 2. -ęw- lange dauernd, knifflich, von einer Arbeit Verbr. wie knebeln…

knebelig II

RhWB

knebelig II -ēb- = hart s. knäupelig bei Knaup III.

Knebel II

RhWB

Knebel II -ēb- = Knospe s. Knäupel bei Knaup III.

Knebel III

RhWB

Knebel III Allg., u. zwar Rhfrk, Nahe, Hunsr -īw- Sg. u. Pl. [ Birkf-Selb -īb-, Berschw -ib- ; NWWend -ēw-, –E- ; SOWend südl. Otzw NAlben E…

knebelîn

Lexer

knebelîn stn. BMZ dem. zu knabe Trist. Wolk. Troj. 381. 568. Apoll. 7071. Dan. 4127. W. v. Rh. 71,11. N. v. B. 130. Albr. 16,469. Leseb. 101…

Knebelio-Hendrichiana

GWB

Knebelio-Hendrichiana latinisierend iSv CLKnebel u (den Jenaer Stadtkommandanten) Hendrich betr Angelegenheiten 1) T3,110,3 v 2.1.05 1) am 2…

Knebelīt

Meyers

kne·belit

Knebelīt , Mineral der Olivingruppe, besteht aus kieselsaurem Eisen- und Manganoxydul (Mn, Fe) 2 SiO 4 , findet sich derb oder in breitstäng…

knebel als Zweitglied (3 von 3)

Stinknebel

Wander

stink·nebel

Stinknebel Des Stinknebels Gewalt macht's Wetter rauh und kalt. – Bair. Hauskalender.

Ableitungen von knebel (1 von 1)