Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
jeger stM.
2 milit. Bez. für eine (wohl nur leicht bewaffnete und daher mobile) Truppengattung
3 für die Jagd besonders geeignetes bzw. trainiertes Pferd, ‘Jagdpferd’ (vgl. jagephert )
1 ‘Jäger’ Apollô, der ungewære, / der was ein birsære / durch lôch [Gebüsche] , durch wälde und durch zîl. / kocher, bogen unde phîl / truoc er nâch der jeger site, / dâ nerter sich vil ofte mite RvEBarl 10157; wenn die jäger ainen pern vâhen wellent, sô grabent si ain gruob BdN 163,9 u.ö.; ein jeger sol wol jagende hunde haben wert Frl 5:36,1. 5:34,7; waz sol ein jager ân guot hund und ân ein horn? SM:Ga 1: 2,8; StatDtOrd 47,29. 80,39; UrkMerseb 880 (a. 1349); UrkEnsd 65 (a. 1316). – als Teilnehmer einer höfischen Jagdgesellschaft: dâ bî wir mügen bekennen, ich und die herren mîn, / wer die besten jegere an dirre waltreise sîn NibB 930,4 u.ö.; der künec der hiez dô binden / den hirz ûf unde kêrte dan; / er und sîn jegere Tristan / und al sîn massenîe / mit gehürne und mit furkîe / riten si dô ze hûse wider Tr 3482 u.ö.; Ägidius 358. – bildl.: ez sint gedanke und ougen / des herzen jeger tougen [ ‘Gedanken und Augen sind die heimlichen Jäger des Herzens’ (vgl. TPMA 1,280f.)] Freid 115,13. – im Vergleich: ûf mînen trôst genende, / und tuo als ich dir zeige. / joch machet strîtic jeger wilt veige Flore (P) 3840; Tauler 52,20. – sprichwörtl. ‘der träge Jäger erjagt nichts’ → Friedrich, PhrasWB, S. 237 2 milit. Bez. für eine (wohl nur leicht bewaffnete und daher mobile) Truppengattung: ein lâge [Hinterhalt] wart geleget, / ir jegere schûfen sie hin vor LivlChr 7033 3 für die Jagd besonders geeignetes bzw. trainiertes Pferd, ‘Jagdpferd’ (vgl. jagephert ): da saß erselb uff synen jager und macht sich bald zu walde Lanc 517,27; ein knapp begeint yn uff eim großen jeger und was ob den oren beschroten ebd. 622,2. 641,29
MWB 3,1 62,63; Bearbeiter: Hansen