Hülle einmal ‘Hulle’ Bosse 697 Vs 20
; Wort gehobener Stillage; wie ‘Flor, Schleier, Vorhang, Mantel’ ua reiche Bildlichkeit und Metaphorik zum Ausdruck vielfältiger Symbolbezüge; dieses Muster prägt auch den — in sich differenten — konkret-gegenständlichen Sprachgebrauch, wobei sich die Integration der Begrifflichkeit in G-s morphol Grundauffassung (Polarität und Steigerung, dynamisches Systole-Diastole-Prinzip) deutlich in Bed 1 u auch in der daran anschließenden Bed 2 niederschlägt u in den folgenden Bedeutungspunkten vielfach erkennbar bleibt1) 1
das Innere von etw umhüllende (Schutz u Reife gewährende, später auch absterbende) Schicht; vor allem mBez auf Wachstums(- u Zerfalls)prozesse a
bergendes, schützendes Organ einer Pflanze; insbes für die Samenschale (Testa); auch für Stengelepidermis u Blütenblatt (Involucrum); vor allem iZshg mit Überlegungen zur Metamorphose; einmal für die Schale von Obst in chromat Zshg Einfach schlief in dem Samen die Kraft; ein beginnendes Vorbild [
Muster der Pflanze] | Lag, verschlossen in sich, unter die H. [
des Samens] gebeugt, | Blatt und Wurzel und Keim GWB1,290 MetamPfl Eleg 16 die .. organischen Theile der Pflanze, Blätter und Blumen, Staubfäden und Stempel, die verschiedensten H-n .. sind alles identische Organe, die .. nach und nach so sehr verändert .. werden GWBN8,81,6 Vortr VglAnatomie 3 Die äußere H. und der innere Faden [
beim Lein] steigen stracks und innigst vereint hinauf GWBN7,52,4 SpiralTend Hypothese .. daß eine Folge von Knoten .. sich .. rangierten und ordneten, daß sie mit den letzten Enden ihrer H-n die Einflüße der Staminen [
Staubfäden] auffangen .. können GWBN6,317,11 Morph Bei den saftigen H-n der Frucht geht etwas Ähnliches [
wie bei den Blumen] vor, indem sie sich von der grünen Farbe durch das Gelbliche und Gelbe bis zu dem höchsten Roth erhöhen, wobei die Farbe der Schale die Stufen der Reife andeutet GWBN1,249,15 FlD 627 GWBN7,275 MorphStudien inItal GWBN6,29,8 MetamPfl 10
uö metaphor bzw im Vergl [
Aurelie zu Wilh:] Sind Sie zum Künstler bestimmt, so können Sie diese Dunkelheit und Unschuld [
des Geistes] nicht lange genug bewahren; sie ist die schöne H. [ist wie jene H. GWB52,255,10 ThS VI 11] über der jungen Knospe; Unglücks genug, wenn wir zu früh herausgetrieben werden GWB22,96,3 Lj IV 16 b
Außenhaut, äußeres Schutzorgan des (sich entwickelnden) Tieres (auch: mythol Lebewesens) wie Federkleid des Vogels, Hautgespinst der verpuppten Raupe, Eischale besonders aufmerksam auf die Abwechslung des Gefieders, die an dem Vogel in verschiedenen Jahres- und Lebensepochen merkwürdig ist, hat er [
JPLeisler] die Kenntniß vereinfacht, indem er ein und dasselbe Geschöpf unter abwechselnden H-n entdeckte GWB34
2, 36,5 KuARheinMain Plp Die Haut fängt an zu reißen, der Kopf ist mehr als noch einmal so groß als die vorhergehende H. GWBN6,409,32 MetamIns [
Geburt des Zyklopenkindes Depé Ghöz] Da liegt ein Ey, es ist kein Ey .. ein Zauber Bündel. | .. Schlagt hin ihr Knaben zersprengt die H. [Hulle Bosse 697 Vs 20]! GWB6,467 Vs 5 Div Plp GWBN8,14,4 Vgl Anatomie 3
uö für Umriß/schraffurartige Darstellung der Körperform iGz ausgeführten Skelett (einer anatom Zeichnung) [
mBez auf Abb in d’Altons ‘Die Skelette der Nagetiere’] Überdenk’ ich nun das Nagergeschlecht, dessen Knochengestalt, mit angedeuteter äußerer H., meisterhaft auf das mannichfaltigste gebildet vor mir liegt GWBN8,247,2 Skel Nagetiere c
als Bedingung des Lebens; in grundsätzl Reflexion (u Konklusion aus Einzelbeobachtungen hinsichtl einer morphol Gesamtvorstellung) die ganze Lebensthätigkeit verlangt eine H., die gegen das äußere rohe Element, es sei Wasser oder Luft oder Licht, sie schütze .. damit sie das, was ihrem Innern specifisch obliegt, vollbringe. Diese H. mag nun als Rinde, Haut oder Schale erscheinen, alles was zum Leben hervortreten, alles was lebendig wirken soll, muß eingehüllt sein. Und so gehört auch alles, was nach außen gekehrt ist, nach und nach frühzeitig dem Tode, der Verwesung
an. Die Rinden der Bäume, die Häute der Insecten, die Haare und Federn der Thiere, selbst die Oberhaut des Menschen, sind ewig sich absondernde, abgestoßene, dem Unleben hingegebene H-n, hinter denen immer neue H-n sich bilden, unter welchen sodann, oberflächlicher oder tiefer, das Leben sein schaffendes Gewebe hervorbringt GWBN6,14,22u25 u 15,6 MorphH Absicht 2
der menschl, vereinzelt: tierische Körper (iUz Geist) selbst; mit Attributen wie ‘irdisch, alt’; auch metonym iSv Gefäß [
Büßerin (Gretchen):] wie er [
Faust] jedem Erdenbande | Der alten H. sich entrafft, | Und aus ätherischem Gewande | Hervortritt erste Jugendkraft GWBFaust II 12089 [
Mädchen zu Euphor:] Laß mich los! In dieser H. | Ist auch Geistes Muth und Kraft GWBFaust II 9800 Nichts ist .. natürlicher, als daß die Gottheit selbst die Gestalt des Menschen annimmt, die sie sich zu einer H. schon vorbereitet hatte GWB27,221,17 DuW 8 [
betr häßliche Physiognomie] Sokrates, der gerade seine faunische H. zu Gunsten einer erworbenen Sittlichkeit gedeutet hätte GWB28,266,11 DuW 14 GWB13
2,337,9 Götz
3 V Var GWB17,160,6 Gr Coph II 5 Gespr(FfA II 12,96,15) Eckerm 26.2.24
uö 3
etw, das einen Gegenstand, eine Person, etw Inwendiges verdeckt (u den Blicken entzieht), auch: schützend umschließt a
für eine übergelegte Decke, ein Tuch [
anatom Übung] Wilhelm .. fand .. reinlich zugedeckt, eine bedenkliche Aufgabe; denn als er die H. wegnahm lag der schönste weibliche Arm zu erblicken GWB25
1,86,9 Wj III 3 b
für eine Verpackung (in Form eines Kartons, Futterals uä); auch für einen (Buch-)Umschlag/Einband u eine (winterfeste Brunnen-)Verkleidung; einmal für ein Aufbewahrungsbehältnis Diese letzteren [
Zeichnungen] versehen Sie mit irgend einer steifen H., Pappe oder Brettern, und emballiren beides, so daß es sicher fortgehen kann GWBB44,266,3 Schuchardt 10.8.28 K Was .. die Aufbewahrung dieses heiligen Überrestes anlangt, so soll derselbe in jenem Postament .. in einer würdigen H. niedergelegt werden GWB42
2,76,24 Augusts Rede bei Niederlegung dSchillerschSchädels sende [
HWalpoles Roman] die Burg von Otranto in einer neuen H. zurück GWBB13,361,9 AWSchlegel 28.12.98 GWBB49,391,6 Schultz [6.12.31] K GWBB45,174,14 Loder 22.2.29
uö c
für ein Gebüsch, dichtes Pflanzengewächs [
Faust:] Der Blick dringt scharf nach jener H., | Das reiche Laub der grünen Fülle | Verbirgt die hohe Königin GWBFaust II 7292 d
für einen Vorhang (bzw die gesamte Verdeckung eines Puppenschauspiels), Vorhangartiges (den Haar-, Bartwuchs) Das [
Puppen-]Stück war bald zu Ende .. als er [
Wilh] sich listig der H. zu nähern suchte GWB51,14,5 ThS I 4 [
Homer-Bildnis] die H. der Haare und des Barts, verbirgt und verehrwürdiget den Umfang des Haupts GWB37,340,17 PhysiognFragm GWB21,9,5 Lj I 2 [Vorhang GWB51,9,3 ThS I 2]
uö 4
den menschl Körper (bzw dessen Glieder) Einhüllendes: Kleidung; auch für Schuh; einmal ‘eiserne H-n’ für Rüstungen; einmal bildl; auch zugl metonym für (vorgebliche) Funktion, Rolle des Trägers einer best Kleidung sie [
die Hausfrau] mußte mich [
schöne Seele] ganz auskleiden, und ich darf nicht verschweigen, daß ich .. im Spiegel gewahr wurde, daß ich mich auch ohne H. für schön halten durfte GWB22,275,23 Lj VI [
Mignon:] Zieht mir das weiße Kleid nicht aus! | Ich eile von der schönen Erde | Hinab in jenes feste Haus. | .. Ich lasse dann die reine H., | Den Gürtel und den Kranz zurück GWB2,115 So laßt mich scheinen 7 [
Pilger wurden,] weil früher unter dieser H. manch Gesindel umhertrieb, wenig geachtet GWB30,99,11 ItR vom Geiste fallen mir täglich Schuppen und Nebel dass ich dencke er müsste zuletzt ganz nackend dastehn, und doch bleiben ihm noch H-n genug GWBB5,88,3 Lavater 18.3.[81] GWB4,301 Dem heiligen Vater 2 GWB51,14,17 ThS I 4 GWBB27,381,21 Thon [10.6.16] K
uö(häufig) 5
bildhaft-metaphor (vor allem in Anschluß an 1 u 3) iZshg mit dem Symbolgehalt der Hülle; mehrf in myth Auffassung von Himmel, Nacht ua a
als Äußeres bzw Äußerliches iGz Inneren, zum Gehalt, zum Kern α
bezogen auf die Person, den Menschen (auch metonym für: Geist); pl auch für best Verhaltensweisen, Konventionen, Rituale sie [
Madame de Tencin] verbarg unter der äußern unscheinbaren H. einer gutmüthigen Gevatterin die tiefste Menschenkenntniß GWB45,213,24 RamNeffeAnm Und so fühl ich auch in all deinem Wesen, nicht die Schaal und H. daraus deine Castors oder Harlekins heraus schlupfen, sondern den ewig gleichen Bruder, Mensch B(DjG
35,25,2) Herder [etwa 12.5.75] [
Riten eines dem Ritterwesen nachempfundenen ‘Ordens’] daß auch nicht eine Spur von Zweck hinter diesen H-n zu finden war GWB28,138,11 DuW 12 Stand, Gewohnheit, Besitzthümer, Kleider, alles modificirt, alles verhüllt ihn [
den Menschen]. Durch alle diese H-n bis auf sein Innerstes zu dringen .. scheint äußerst schwer, ja unmöglich zu seyn GWB37,329,11 PhysiognFragm GWB40,378,27 Üb:Dumont GWB36,344,5 Zu brüderlAndenkWielands 1813
in positiver Wertung des äußeren Erscheinungsbildes als Repräsentanz des Individuums der Knochenbau .. ist aber nicht die Gestalt selbst und noch weniger bewirkt er die letzte Erscheinung die wir, als Inbegriff und H. eines organischen Ganzen, Schönheit nennen GWB47,159,24 Samml 5 β
bezogen auf Begebenheiten, Überlieferungen, geistige Gehalte u deren Ausdeutung, Überformung, Bewertung uä; einmal im Vergl Der Gehalt derselben [
der ethnischen Religion] findet sich in der Weltgeschichte, so wie die H. derselben in den Begebenheiten GWB24,247,1 Wj II 2 [
Gouverneur:] Daß uns mit Fabeln oft ein Fremder täuscht, | Muß auch der Wahrheit schaden, wenn wir sie | In abenteuerlicher H. sehn GWBNatT 2459 [
betr spätere bildl Darstellungen der ‘Ilias’] Von großer Wichtigkeit sind allerdings die Überlieferungen, in welchen das Kennerauge, durch eine späte H., noch immer den alten Kern zu entdecken vermag GWBB33,242,21 JGJHermann 9./20.9.20 GWBB7,15,7 Herder 20.2.85 GWB45,181,8 RamNeffeAnm GWB36,123,9 TuJ 1817
für die äußere Fassade, den äußeren Eindruck eines fertiggestellten Baues Wenn das Haus aufgeführt .. ist, so sieht er [
der Maurer] durch alle H-n immer noch hinein GWB20,98,24 Wv I 9 b
als Bergendes, Schützendes, Zuflucht Gewährendes [
Wilh an Mariane:] Unter der lieben H. der Nacht, die mich sonst in deinen Armen bedeckte, sitze ich und denke und schreibe an dich GWB21,96,10 Lj I 16~GWB51,84,2 ThS I 22 [
Clär zu Brackenb:] Nun still! Laß diese H. auf meiner Seele ruhn .. holde Nacht, leih deinen Mantel der Erde GWB8,287,12 Egm V Man ehrt in den Skizzen großer Meister den reinen Hauch ihres Geistes, ohne irgend eine H. GWB37,273,17 FGA Sonnenfels [
Almaide:] Wir in der H. | Nächtlicher Stille | .. Lieben die Sterblichen GWB12,63,26 Lila II GWB5
2,384 Aus Ilias 14 Vs 16 GWBT2,166,3 v 29.9.97 GWBB7,45,9 ChStein 23.4.85
für: Verkleidung, Deckmantel [
Pylad:] Warum hast du nicht | In’s Priesterrecht dich weislich eingehüllt? [
Iph:] Als eine H. hab’ ich’s nie gebraucht GWBIph
2 1582~GWB39,381,5 Iph
1 IV 4 [
betr Leonhards Antrittsvorlesung in München üb ‘Bedeutung u Stand der Mineralogie’] daß Ew. Hochwohlgeb. auf diejenigen Stellen dieser Wissenschaft hindeuten, wo bedeutende Mängel unter der H. des Vorurtheils eine ehrenhafte Rolle spielen GWBB27,283,20 Leonhard 24.12.16 GWB47,403 Propyl Anz Var c
als Aufruhendes, Lastendes wie Belastendes, Drohendes, Gefahr Signalisierendes; auch in best (myth) Himmelsauffassung Die Zukunft decket | Schmerzen und Glücke. | .. Und schwer und schwerer | Hängt eine H. | Mit Ehrfurcht GWB3,61 Symbolum 12 [
Iph:] ihre [
der Götter] Weisheit sieht allein die Zukunft, die jedes Abends gestirnte H. den Menschen zudeckt GWB39,363,18 Iph
1 III 1 wie nun .. in der Nacht .. unter der düstern H. der Streit [
zwischen Tancred u Chlorinde] beginnt GWB21,34,9 Lj I 7~GWB51,29,4 ThS I 9 hierhaussen ist es wild und trüb, die Wolcken liegen der Erde und dem Geiste schweer auf. Doch ist unter der H. mein erster Ackt [
‘Torquato Tasso’] fertig geworden GWBB5,4,12 ChStein 13.11.80 [
für: voile] GWB9,428 Tancred 1460
‘harte H. meines Herzens’ iSv Unzugänglichkeit für best Empfindungen; mit konkr Nebenaspekt2) [
Mahomet:] er [
Gott] hat .. die harte H. meines Herzens weggenommen, dass ich sein Nahen empfinden kann GWB39,190,21 MahometFragm d
‘Flor und Hülle’ iSv innerer Distanz, Abstand; mBez auf zwischenmenschl Beziehung Sey Herders soviel als möglich ist. Sonderbar! Daß zwischen den besten und verständigsten Menschen eine Art von Flor und H. bleiben kann GWBB8,219,16 ChStein 25.5.87
→ GWB
Blatthülle GWB
Blütenhülle GWB
Farbenhülle GWB
Federhülle GWB
Feuersteinhülle GWB
Fruchthülle GWB
Lumpenhülle GWB
Märchenhülle GWB
Maskenhülle GWB
Mörder- GWB
Nebel- GWB
Puppen- GWB
Raupen- GWB
Religions- GWB
Samen- GWB
Seidenwurm- GWB
Sicherheits- GWB
Sprach- GWB
Stern- GWB
Zauber- Syn zu 1
GWB
Haut zu 1a
GWB
Hülse zu 3b
GWB
Futteral zu 4
GWB
Bekleidung GWB
Kleidung 1) vgl ua IGraham, Goethe. Schauen und Glauben, 1988, 97—100,179—182,582f; GHb34.2,1034f 2) Bezug zur Sage, daß Mahomet als Kind von zwei Engeln in der Gestalt fremder Männer der Leib geöffnet und die Erbsünde entnommen worden sei; vgl FfA I 4,739 Rüdiger Nutt-KofothR.
N.-K.