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honig

ahd. bis spez. · 17 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
19 in 17 Wb.
Sprachstufen
7 von 16
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

honig m.

Bd. 10, Sp. 1786
honig, m. und n. mel. der Gothe übersetzt griech. μέλι Marc. 1, 6 mit miliþ: alle späteren dialekte haben gleichmäszig das heutige wort, für das sich in den urverwandten sprachen nichts übereinstimmendes findet: altnord. hunang, schwed. honing, n. honning; ags. hunig, engl. honey; altnfr. honog, alts. honeg, hanig, niederl. honigh (Kilian), honing; althochd. honac, honec, honic und honang, mhd. honec, honic, doch erscheint auch nasaliertes honing mel noch spät (Dief. 354a), und hung neben honig bei Maaler 230d kann sich daran anlehnen; auch umgelautete formen zeigen sich, hünic und hönic (Lexer 1, 1334), welche letztere sich lange hält: es werden viel häring ausz Seeland kommen, viel hönig ausz der Eifel. Fischart groszm. 129; das hönig. Otho 4; ein groszen last hönig und wax. Schuppius 736; ausz dem hönig meth kochen. ebenda; so leck ich lieber hönig denn wagenschmier. fastn. sp. 736, 18; die (wespen) fliegen für der bienen hausz, und fressen ihn das höng herausz. E. Alberus 109. das neutrale geschlecht ist das frühest bezeugte und herscht auch im nhd. noch lange, so bei Luther: was kan sie (die rose) dazu, das ir süszes honig der spinnen zu gift wird? 6, 316a; das er das honig von des lewen asz genomen hatte. richter 14, 9; seine speise aber war heuschrecken und wild honig. Matth. 3, 4; und später: die immen machen ein gutes nutzlichs honig darvon. a. weiszh. lustg. 727; um in ermangelung des corsischen honigs, unser gemeines honig mit zerquetschten buxbaumblättern oder blüthen abzureiben. Lessing 8, 127. das männliche geschlecht erscheint bei Keisersberg: der honig. Marie himelfart 10a, manche schriftsteller schwanken zwischen ihm und jenem: der oder das honig, mel. Maaler 230d; das honig. Hohberg 3, 2, 289a und den honig. 290b; da schwärmen hummeln um den strauch, ein frisches honig auszustechen. Günther 429; dem Periander schmeckt der honig von der brust, die ihm Melissa reicht, noch süszer als von bienen. 1064; ei! verschmähet ihr so den honig, den mancher begehret? Göthe 40, 23; sparet das honig für andre. 38. heute darf das neutrale geschlecht in der schriftsprache als völlig veraltet gelten. Von der bereitung des honigs durch die bienen werden bilder genommen: mit denen (epicurischen schriften) wir aber ümbgehen müssen wie bienen, welche ihr honig aus den gesunden blumen saugen, und die giftigen kräuter stehen lassen. Opitz poeterei 11; aus nichtswürdigen blumen .. das schönste honig saugen. Plesse 3, vorrede. der honig als bild für süszes, angenehmes in manigfachem gebrauch (vergl. eine anzahl der folgenden compositen): dein wort ist meinem mund süszer, denn honig. ps. 119, 103; deine lippen, meine braut, sind wie triefender honigseim, honig und milch ist unter deiner zungen. hohel. 4, 11; dan der Griech an weiszheit sehr grosz, von dessen zung der honig flosz. Weckherlin 375; doch musz ich etwas davon sammeln, als ein süszes honig, unsere seelen mit trost zu erquicken. Scriver seelensch. 1, 510; um bei ihr den kuss zu suchen, dem das verbot und die entbehrung wieder den honig gab. J. Paul Tit. 3, 167; der junge honig der liebe. 5, 161; nur aber wär er unter solchem honig (einer so angenehmen beschäftigung) erstickt. leb. Fib. 82; fraw, wo man ewern namen nent, der suszt fil pasz in dem herzen mein, den regent es eitel honig dar ein. Rosenblut in den fastn. sp. 1143; ach der weiber freundligkeit ist das honig dieser zeit. süszer kan auf erden uber sie nichts werden. Rist Parn. 470. ein anmutiges land ist in der bibelsprache ein land, darinnen milch und honig fleuszt. 2 Mos. 3, 8, und oft; das gott selbs ein erdtrich hat geheiszen mit honig und milch flieszende. Frank weltb. 142b; o land, durch welches milch und mildes honig rinnt! A. Gryphius 1698 2, 22. Sprichwörtlich: der böse geist hat ein verleckert maul, frist gern das allerbest, das niedlichst, das auszerweltest, wie der beer das honig. Luther 1, 495a; schmierte ihm derowegen [] honig ins maul, und gab ihm galle zu trinken; denn es war nichts dahinter. Schweinichen 1, 104; dasz sie (die zauberer bei der Passauer kunst) das h. creuzzeichen so oft und vielfältig hierzu miszbrauchen, geschicht zu keinem andern ende, als dasz es bei den einfältigen das honig sei, damit man den kindern den ranft an einem geschirr bestreicht, auf dasz man ihnen den bittern trank vor die würm dardurch desto füglicher beibringen könne. Simpl. 4, 187 Kurz; das maul mit honig beschmieren. Schottel 1115a; ich besorge, wir gewinnen auch als vil ere an diser erbeit als der honig im sprachhause (abtritt) sucht. Schade sat. u. pasqu. 2, 257, 10; honig im munde, galle im herzen. honig im mund, schermesser in der hand. kein honig ohne gift. wer honig will, musz der bienen sumsen leiden. wer honig lecken will, musz der bienen stachel nicht scheuen. der honig ist nicht weit vom stachel. theurer honig, den man aus dornen musz lecken. honig essen ist gesund, zuviel macht speien (vergl. spr. Sal. 25, 16). wer viel honig schleckt, musz viel wermut fressen. mit einem löffel honig fängt man mehr fliegen als mit einem fasz voll essig. honig ist der mücken tod. wer sich zu honig macht, den benaschen die fliegen. es ist zu gewinnen, wie honig von wespen. Simrock sprichw. s. 260; nicht schlaue ränke sind sein (des preuszischen volkes) witz, es trägt nicht honig auf der zung, und gall im herzen. Ramler 2, 32; handelt einer mit honig, er leckt bisweilen die finger. Göthe 40, 131 (Reineke fuchs 8; nicht im niederdeutschen original). Man unterscheidet weiszen und gelben honig; gezeidelten und geseimten honig (öcon. lex. 1067); zuckerhonig, jungfernhonig; geläutertes honig, mel liquatum, quod nullam habet spurcitiem. Frisch 1, 465b; gesponnener honig, ausgelassener honig, der sich fadenförmig zieht: andere (neapolitanische knaben) suchen einen kleinen gewinn, indem sie obst, gesponnenen honig, kuchen und zuckerwaare einkaufen. Göthe 28, 260. in Oberhessen bezeichnet honig nicht nur den eigentlichen honig, sondern auch das aus baumfrüchten gekochte mus (compott). Vilmar 174.
6081 Zeichen · 117 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    honig

    Althochdeutsches Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    honig s. honag.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Honig

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Das Honig , des -es, plur. inus. der süße Saft, welchen die Bienen aus den Blüthen des Pflanzenreiches eintragen. Die Bi…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Honig

    Goethe-Wörterbuch

    Honig im Vers Gen ‘Honiges’ GWB ReinF II 94 ; in ‘Reineke Fuchs’ gelegentl neutr; etwa ein Drittel der Belege im Bild od…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Honig

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Honig (mel) , die bekannte süße Substanz, welche von den Bienen aus dem verschluckten Nektar im ersten glatten Magen ber…

  5. modern
    Dialekt
    Honig

    Elsässisches Wb. · +5 Parallelbelege

    Honig [Hûnik Roppenzw. Liebsd. Banzenh. ; Hùnik Su. Geberschw. ; Hyùnik M. ; Honi Bf. Str. ( JB. VIII 199) K. Z. ; Hùni …

  6. Sprichwörter
    Honig

    Wander (Sprichwörter)

    Honig 1. Aussen Honig, innen Galle. Mhd. : Ûzen hönik und innen gall. ( Suchenwirth, XXIV, 238. ) 2. Das ist schlechter …

  7. Spezial
    Honig

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Ho|nig m. (-s,-e) 1 mil (mils) f. 2 ‹fig› (Süßes) duc m. , mil f. ✒ die Spinne saugt Gift, die Biene Honig aus allen Blu…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit honig

476 Bildungen · 383 Erstglied · 90 Zweitglied · 3 Ableitungen

Ableitung von honig

hon + -ig

honig leitet sich vom Lemma hon ab mit Suffix -ig.

honig‑ als Erstglied (30 von 383)

Honigbart

SHW

Honig-bart Band 3, Spalte 693-694

Honigberg

SHW

Honig-berg Band 3, Spalte 693-694

Honigbiene

SHW

Honig-biene Band 3, Spalte 693-694

Honigbier

SHW

Honig-bier Band 3, Spalte 693-694

Honigbirne

SHW

Honig-birne Band 3, Spalte 693-694

Honigblume

SHW

Honig-blume Band 3, Spalte 693-694

Honigbrot

SHW

Honig-brot Band 3, Spalte 693-694

Honigbube

SHW

Honig-bube Band 3, Spalte 693-694

Honigeimer

SHW

Honig-eimer Band 3, Spalte 695-696

Honigernte

SHW

Honig-ernte Band 3, Spalte 695-696

Honigessig

SHW

Honig-essig Band 3, Spalte 695-696

Honigfaß

SHW

Honig-faß Band 3, Spalte 695-696

Honiggasse

SHW

Honig-gasse Band 3, Spalte 695-696

honiggelb

SHW

honig-gelb Band 3, Spalte 695-696

Honigglas

SHW

Honig-glas Band 3, Spalte 695-696

Honiggras

SHW

Honig-gras Band 3, Spalte 695-696

Honighafen

SHW

Honig-hafen Band 3, Spalte 695-696

Honigjahr

SHW

Honig-jahr Band 3, Spalte 695-696

Honigkanne

SHW

Honig-kanne Band 3, Spalte 695-696

honig als Zweitglied (30 von 90)

Ɉungferhonig

Campe

Der Ɉungferhonig , des — es , d. Mz . ungew. Honig, welches die Jungferbienen in engerer Bedeutung gesammelt haben; das zarte weiße Wachs, a…

bienenhonig

DWB2

bienen·honig

bienenhonig m .: ⟨v1678⟩ Butschky rosen‐thal (1679)396. 1986 Sasse abgefunden 49.

Blütenhonig

PfWB

blueten·honig

Blüten-honig m. : nach dem Schd., Bliedehonich (blīdəhōniχ) [ KU-Adb ], Blieðehunnich (blīðəhuniχ) [ RO-Bistschd ], Blierehunig (blīrəhuniχ)…

Êssighonig

Adelung

essig·honig

Der Êssighonig , des -es, plur. inus. in den Apotheken, ein aus Honig und Essig bereiteter Syrupp; Oxymel simplex, Sauerhonig.

Fichtenhonig

PfWB

fichten·honig

Fichten-honig m. : 'Honig von Fichtenblüten', -honich [ KU-Krottb ]; vgl. PfWB Tannenhonig . SHW Südhess. II 707 .

freudenhonig

DWB

freude·n·honig

freudenhonig , m. das gefühl legt das bischen freudenhonig auf die von ihm gegrabne wundenreihe auf. J. P. bücherschau 2, 17.

Frühjahrshonig

PfWB

fruehjahrs·honig

Frühjahrs-honig m. : 'im April und Mai eingetragener Honig', -hunich [ FR-Lambsh ]; vgl. PfWB Herbsthonig . —

futterhonig

DWB

futter·honig

futterhonig , m. , auch n., honig womit die bienen im winter oder im frühlinge gefüttert werden. Krünitz 15 (1786) , 584. im Oldenburgischen…

Glashonig

Adelung

glas·honig

Das Glashonig , des -es, plur. inus. ein Art Honiges, welche durchsichtig wie Glas ist, und auch Zuckerhonig genannt wird.

heidenhonig

DWB

heiden·honig

heidenhonig , heidehonig , m. honig den die bienen von den heidepflanzen einsammeln; heidhonig Jacobsson 2, 248 a . auch die hauptsächlich d…

Herbsthonig

PfWB

herbst·honig

Herbst-honig m. : 'im August und September eingetragener Honig', Heʳbschthonich [ FR-Lambsh ]; vgl. PfWB Frühjahrshonig . —

Hückelhonig

RhWB

huckel·honig

Hückel-honig (s. S.) hykəl- Ahrw-Sinzig ; hēgiŋgs- Simm-Laub m.: der Honig, der in dem auf den eigentlichen Bienenkorb aufgesetzten zweiten …

Hückselshonig

RhWB

huecksel·s·honig

Hücksels-honig Verbr. wie Hücksel 1 m.: Honig aus dem Hücksel 1, der vorgezogen wird, weil in ihm keine Brutwaben sind.

Hummelhonig

RhWB

hummel·honig

Hummel-honig (s. S.) Allg. m.: wie nhd. RA.: Et schmat (schmeckt) su gut wie H. Wippf , Gummb .

humsahonig

AWB

humsahonig st. n. ( z. Bed. des Bestimmungsworts vgl. DWb. IV,2,1905. 1910 s. vv. hummen, humse, humsen). — Graff IV,961. Mit -ng infolge Na…

Ableitungen von honig (3 von 3)

Enthonigen

Campe

Enthonigen , v. trs. bei den Wachsbleichern, des Honiges berauben, vom Honige reinigen. Das Wachs enthonigen. Das Enthonigen. Die Enthonigun…

honige

BMZ

honige swv. 1. bin voll honig. dâ honiget diu tanne Trist. 17986. den diu zunge honget und daʒ herze gallen hât Walth. 30,13. daʒ honigende …

verhonigen

DWB

verhonigen , verb. zu honig machen, versüszen: dein speis mit zucker ist besprengt, aber mit gfar auch sehr vermengt. was der honig daran ve…