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grazie

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

grazie f.

Bd. 8, Sp. 2245
grazie, f. , für lat. gratia im sinne des deutschen wortes gnade, vorwiegend mhd. und frühnhd.; eingedeutscht gratie, häufiger gracie, auch gracy, schw. und st. flektiert. vereinzelt eine lat. flexionsform gracias (a. pl., s. u.). der gebrauch des wortes steht z. t. unter dem einflusz des weit gebräuchlicheren mnl. gracie, s. Verwijs-Verdam 2, 2089f. 11) für die gnade gottes, seine huld, güte, freundlichkeit: das er gottes mynne halt und sin gracie, anders enmöcht er nit vollbringen alles das er thut Lancelot 1, 30, 25 Kluge; hilligh leben und als lohn die ghenade und gracie gottes erhalten J. Veghe in: zs. f. dt. altert. 75, 149; 150; 151; wir haben von seiner (Christi) huld und milde den gegenschein empfangen, die αντιχαρις seiner gratie leuchtet in uns Herder 7, 391 S. von Maria als mittlerin der gnade: dat er behelt der werden maget (Marias) gracie (nrh. 15. jh.) Wackernagel kirchenl. 2, 789b; vgl. 780a. als bi der gracien godes in vornhd. zeit vereinzelt die titularformel von gottes gnaden (s.gnade II C 4) vertretend; nur im nrh. und unter einflusz des nl., wo diese formel bis heute gilt, vgl. woordenb. 5, 600, ferner: Willem bi der gratien gods koning van Rome (Dordrecht 1254) corp. d. altdt. originalurk. 1, 56, 23 Fr. Wilhelm; W. v. B. bi der gracien goids hertoge (nrh. 1364) bei Möller fremdw. a. d. lat. im später. mhd. u. mnd. (diss. Gieszen 1915) 58. 22) in der sprache des kanonischen und profanen rechts soviel wie 'privileg, immunität, für geld erkaufte bzw. verliehene befreiung von lasten oder pflichten', meist pluralisch in anlehnung an den lat. pl. gratiae gleicher bedeutung, s. du Cange 4, 104b, doch vgl. auch den verwandten gebrauch unter gnade III E 1 c: do lieffent arme pfaffen dohin (nach Avignon) umb gracien: das was den bebesten liep und viengent do ane gracien zuo gebende uf alle prelaten und alle pfruonden selber zuo lihende (Straszb. um 1400) städtechron. 8, 566; vgl. 584; 602 u. ö.; (abtrünnige klosterbrüder, die vom papst) erlangen, das sie nicht schldig sind, die kleidung jres ordens zu tragen ... solcher gnaden und gratien sol man sich enthalten und die selben nicht geben. denn die kleidung ist ein zeichen des gethanen closter gelbds bei Luther 50, 304 W.; Oheim chron. v. Reichenau 138 lit. ver.: soll diese compagnie ... dieselbe (kolonie) mit eben sothanen vorrechten, eminentien, regalien, privilegien, gratien und beneficien versehen (Cöllen a. d. Spree 1688) urk. d. kurf. Friedrich bei Schück Brandenb.-Preuszens kolonialpolitik 2, 325. historisch referierend: wenn sie (gewisse klösterliche privilegien) gleich wie andere päpstliche gratien bezahlt werden muszten Eichhorn dt. staats- u. rechtsgesch. (1822) 3, 471. 33) allgemein 'gunst, geneigtheit, freundlichkeit' nur als glied einer wendung, die aber häufigeren gebrauch vermuten läszt: dieselben wollen mehrgedachten herrn rittmeister N. N. nicht allein respective alle gratie und ehre wiederfahren, ... sondern auch aller orten, wohin er seinen intent gerichtet, frey sicher und ungehindert passiren ... lassen (entlassungsbescheid für offiziere) Fleming teutscher soldat (1726) 119. 44) ebenfalls vereinzelt in der für gnade nicht nachgewiesenen, aber von lat. gratia herleitbaren bedeutung 'erkenntlichkeit, gratifikation'. pluralisch: 6 β den kistenergesellen geschenket zu gracias, als sie dem râde gearbeit hân (Frkf. 1438) Lexer 1, 1065. vergleichbar im sinne von 'spende, milde gabe': vor wen er baith umbe gracien den armen personen, das getzwigete der bobist sie alle (um 1500) Schmincke monimenta Hassiaca (1747) 1, 385.
3616 Zeichen · 102 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Grāzie

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Die Grāzie , (dreysylbig,) plur. die -n, aus dem Lat. Gratia, in der Mythologie der Römer, drey Töchter des Jupiters und…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Grazie

    Goethe-Wörterbuch

    Grazie 84 Belege, zu etwa gleichen Teilen in A u B; Gebrauchsschwerpunkte im ästhet Bereich (als Abstraktbegriff damit e…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Grazie

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Grazie , entspricht etwa dem Worte: Huld der Minnesänger und unserer: Holdseligkeit und bezeichnet eine Eigenschaft der …

  4. Sprichwörter
    Grazie

    Wander (Sprichwörter)

    Grazie 1. Die Grazien erscheinen in keinem Hemde. 2. Die Grazien lassen sich nackend sehen. – Eiselein, 275. Lat. : Nuda…

  5. Spezial
    grazié

    Ladinisch-Deutsch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    grazié [gra·ziẹ́] vb.tr. (graziëia) begnadigen, amnestieren, die Strafe erlassen.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit grazie

36 Bildungen · 35 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

grazie‑ als Erstglied (30 von 35)

grazienhaft

DWB

grazien·haft

grazienhaft , adj. , nach art der grazien, graziös. meist von 2 grazie B 2 a her, anmutige bewegung und erscheinung kennzeichnend: ein fraue…

grazienhand

DWB

grazien·hand

grazienhand , f. , hand ( wie die ) einer grazie: indem sie ihm ihre grazienhand zum aufstehn reichte Wieland s. w. (1794) 21, 146 . bildlic…

grazienlos

DWB

grazien·los

grazienlos , adj. , ungraziös; trotz der bildungsweise wohl eher an das begrifflich-singularische 2 grazie B als an 2 grazie A anknüpfend ( …

grazienschlingel

DWB

grazien·schlingel

-schlingel ( Heine ) Wigand epigonen (1846) 2, 26 . c c) in der kennzeichnung innerer werte, zu A 2 c: grazienliebe Heinse s. w. 3, 84 Sch.,

graziënt

LDWB1

graziënt [gra·ziënt] adj. (-nc, -a) begnadigend.

grazientanz

DWB

grazien·tanz

-tanz Herder 17, 349 S.; E. v. d. Recke tageb. e. reise (1815) 3, 62 . 2 2) in der übertragung der mythologischen einzelvorstellungen auf me…

Ableitungen von grazie (1 von 1)

ungrazie

DWB

ungrazie , f. , mangel an grazie und ihr gth.: wegen körperlicher u. Laube 16, 175 ; Auerbach dorfgesch. 3, 92 . —

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „grazie". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 15. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/grazie/dwb?formid=G27016
MLA
Cotta, Marcel. „grazie". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/grazie/dwb?formid=G27016. Abgerufen 15. May 2026.
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Cotta, Marcel. „grazie". lautwandel.de. Zugegriffen 15. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/grazie/dwb?formid=G27016.
BibTeX
@misc{lautwandel_grazie_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„grazie"},
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