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gräber

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

gräber m.

Bd. 8, Sp. 1594
gräber, m. , häufig umlautlos graber. die bildung löst als nomen agentis (s. 1, 2, 3) zu graben, vb. (s. d.) seit dem mhd. älteres gräbel, m. (s. d.) weitgehend ab, während es als nomen instrumenti (s. 4) dieses nur vereinzelt ersetzt. 11) von erdarbeitern; vgl. frumitor graber (15./16. jh.) Diefenbach gl. 249b; fossator ein graber (15. jh.; Augsb. 1512) ebda 244c; fossor greuer (nd. 15. jh.), graber, greber, greyber (md. 15. jh.), grauer (Köln 1507) ebda; ein graber gemma gemm. (1508) l 1b; Frisius dict. (1556) 573a; Reyher thes. (1686) 1043; Stieler stammb. (1691) 687 u. a.; cauatore ein grAeber Hulsius dict. (1618) 2, 82b. besonders in mhd. und frühnhd. zeit oft prägnant und als berufsbezeichnung gebräuchlich, dann durch speziellere bezeichnungen verdrängt und seit dem 18. jh. nur noch sporadisch begegnend. 1@aa) von graben A her vom landarbeiter im hinblick auf das umgraben in feld und garten; vgl. gräber im garten halten. ein feld durch gräber umgraben lassen Campe 2 (1808) 436a: so macht dann der graber die gruoben (zum einstechen der weinspröszlinge) Österreicher Columella 1, 212 lit. ver.; wann so die offen augen (der rebstöcke) anluogen oder ansehen den gräber, so würd blind die hoffnung der weinleser Petrus de Crescentiis v. ackerbaw (1531) 46b; dasz ich kundte gAertner, ackersleut, graber ... zusammen ruffen Schupp schr. (1663) 715; kaum hat der gräber arm den festen grund gebrochen, so stöszt das eisen schon an tausend menschenknochen, weil das durchgrabne feld verzehrte cörper deckt Pietsch geb. schr. (1740) 11; nach dem schweren grabscheit, das er führt, zu urtheilen, kann er nichts bessers seyn als ein gräber der um taglohn arbeitet Wieland Lucian (1788) 1, 61. bildlich im anschlusz an das gleichnis von den arbeitern im weinberg Matth. 20: (die priester) lesen die messe und han die heylige wijhunge und sint greber unsers herrn Ihesu (15. jh.) J. Wolff beichtbüchl. 13 Battenberg. 1@bb) vom totengräber; vgl. graben D: dez grabers sun vom tuom (1325—1350) Regensburger urkundenb. 1, 741; dy toten des spetals ... das wir dem graber weysen, wo her graben sal (1417) urkundenb. d. st. Liegnitz 312 Schirrmacher; da den gräbern das alte holtz, die griffe, schrauben und beschlag an den alten särgen zufallen, so haben dieselbe bey verschloszenen kirchhofe den todten cörpern grosze gewalt angethan (1716) Berliner geschr. zeitg. 36 Friedl.; als sie ein stücklein weiter kam'n, sah'n sie den gräber graben: ach gräber, liebster gräber mein, für wen gräbst du die grube? Peter volkstüml. aus Oesterr.-Schlesien (1865) 1, 94. im jüngeren schwäb. gräberlein 'totengräber' Fischer schwäb. 3, 781. 1@cc) im anschlusz an graben B 2. vom bergmann: das wort Iberus heist ein greber oder berckhawer Menius chron. Carionis (1560) 3, 36a; gräber ... welche insgemein berg-knappen genannt werden Abr. a s. Clara etwas f. alle (1699) 1, 278. jünger noch lexikalisch, vgl. Hoyer-Kreuter technol. wb. (1902) 1, 309. vom schatzgräber: wie dann offt die visiones in spiegeln, vnnd crystallen den knaben haben angezeigt, dasz sie dann zu den grabern gesagt haben, jetzo sehe ich viel kleine mAennlein kommen, die tragen den schatz gar hinweg Paracelsus opera 2, 295 Huser; es wühlt bei nacht des gräbers gier Kind ged. (1817) 1, 99. vereinzelt bleibt eine übertragene, graben B 3 entsprechende anwendung auf einen forscher: und sollte der gräber auch nicht eben ... die beste erklärung (der dreieinigkeit) treffen: so hat er es ausgegraben Herder 1, 41 S. 1@dd) umfassender von sonstigen erdarbeitern, die u. a. bei schanzarbeiten, beim brunnen-, graben- oder wegebau tätig sind: waz kost man da hat mit grabern, tumlern, werken, mit werkleuten oder dhein ander kost von bas wegen (1347) monum. Germ. hist., constitutiones 8, 463, 6; welde unse jnchere Ffrederik ok eyne landwere graven, ... dar schal ome de rad ok to behulpen wesen mid greveren (Braunschweig 1387) städtechron. 6, 113; (1384) ebda 91; die greber (des brunnens) sollen vorsichtig syn, das sie nit verfallen Petrus de Crescentiis (1493) b 1a; zur stunde lies er 2000 gräber aufbieten (um durch abzugsgräben den sumpf zu entwässern) Zesen Assenat (1679) 542; wir graben (ein grab) auf ... ein kalter schrecken faszt uns alle; den gräbern selber fällt die schaufel aus der hand Alxinger Doolin (1797) 137; wär nicht schutzengel in seiner näh, seine (des knaben) bleichenden knöchelein fände spät ein gräber im moorgeschwehle A. v. Droste-Hülshoff ges. schr. (1878) 1, 116. als berufsbezeichnung in den Frankfurter bedebüchern seit 1354 regelmäszig neben grabenmacher, mit diesem wohl gleichbedeutend, vgl. Bücher Frankfurter berufswb. 54a. ferner, mit neigung zum familiennamen: Heinz greber, wegemacher (1412) ebda; Heintz greber, der ein wegesetzer was (1438) ebda; buwemeister sollen Concze grebern 1 ℔ h. schenken umb siner flyssigen arbeit willen in grunden getan, als er die grunde vor Eschersheimer porten gegraben hat (1446) ebda. 22) graben E 1 entsprechend, von einem graveur, münz- oder siegelgräber; vgl. sculptor greber, graber (md. 15. jh.) Diefenbach gl. 521c. auffallend häufiff in der umlautlosen form graber, die einige lexikographen, freilich willkürlich, trennen von gräber fossor bzw. fossarius, z. b. Henisch thes. (1616) 1718; Dentzler clavis germ.-lat. (1716) 139a. literarisch nur selten und vorwiegend spätmhd. bezeugt: der grabær ainer hiez Beseleel und der ander Ooliab, die wâren sunderleichen gelêrt ... auf all kunst, diu zuo edelm gestain gehœrt ze graben und ze poliren Konrad v. Megenberg buch d. natur 431 Pf.; er sant hin nach dem graber, der deu eisen (d. i. münzeisen) het ergraben gesamtabenteuer 2, 581 v. d. Hagen. häufiger lexikalisch: celator greber, eyner der steyn bil hawet (md. 1476) Diefenbach nov. gl. 82b; sculptor graber (obd., md. 15. jh.) ebda 332b; anaglipharius i. sculptor ein graber oder byldhawer gemma gemm. (1508) b 1a; scalptor graber oder schneyder Frisius dict. (1556) 1184b; gräber scalptor, sculptor, cælator Aler dict. (1727) 1, 975a u. ö. 33) als bezeichnung verschiedener tiere, für die eine grabende oder wühlende tätigkeit charakteristisch ist; vgl. graben C 1. vom dachs: allerley arth wildpret, ... lchse, wOelffe, grAeber, martern Micraelius altes Pommerland (1640) 6, 391; vgl. Frischbier pr. 1, 248. vom igel: ibrix ein greber (md. 15. jh.) Diefenbach gl. 283c. eine käferart: silpha vespillo L. der gräber oder todtengräber Krünitz öcon. encycl. 19 (1780) 617. anderes bei Nemnich dt. wb. d. naturgesch. 204. klassifizierend: das schlüsselbein ist sehr stark oder fehlt gänzlich, je nachdem die betreffenden thiere gräber oder blos läufer sind Brehm ill. thierl. (1864) 1, xii; bei gräbern, wie maulwurf, schuppentier ders., tierl. 1 (1912) 5. 44) als nomen instrumenti mundartlich von einem grabwerkzeug, besonders von einer hacke, s. graber, m., 2 schweiz. id. 2, 685; gräber, m. ebda 686. vgl.gräbel, m., 3.
6983 Zeichen · 189 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Gräber

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Der Gräber , des -s, plur. ut nom. sing. Fämin. die Gräberinn, plur. die -en, eine Person welche gräbt, oder aus dem Gra…

  2. modern
    Dialekt
    Gräber

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Gräber in Born-, Brunnen-, Totengräber .

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit graeber

73 Bildungen · 66 Erstglied · 6 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von graeber 2 Komponenten

gra+eber

graeber setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

graeber‑ als Erstglied (30 von 66)

gräberei

DWB

grabe·rei

gräberei , f. 1) ' die einfachste art des bergmännischen tagebaues ... schaufel und hacke genügen zur lostrennung der massen ' Lueger lex. d…

Gräberfauna

Meyers

graeber·fauna

Gräberfauna , die Tierwelt, die sich unter der Erde von menschlichen und tierischen Leichen nährt. Die Tatsache, daß die Leichen eine Speise…

gräberfeld

DWB

graeber·feld

gräberfeld , n. , auch grabfeld. 1) vor allem in archäologischem sprachgebrauch für eine anlage mit zahlreichen einzelgräbern: das älteste g…

Gräberfelder

Meyers

Gräberfelder , s. Gräber, vorgeschichtliche , S. 195.

Gräberfriede

Meyers

graeber·friede

Gräberfriede ist der den Gräbern (s. Begräbnisplatz ) gewährte besondere Rechtsschutz. Das Reichsstrafgesetzbuch bedroht in § 168 mit Gefäng…

gräberfund

DWB

graeber·fund

gräberfund , m. , auch grabfund. 1) archäologisch für die in gräbern gefundenen gegenstände: zeugen doch die nordischen alterthümer, gräberf…

Gräbergeruch

Campe

graeber·geruch

◬ Der Gräbergeruch , des — es , d. Mz . ungew. der Geruch, welchen man in der Nähe frischer Gräber zu spüren pflegt, der Leichengeruch. Den …

gräberhauptmann

DWB

graeber·hauptmann

gräberhauptmann , m. , zu gräber, m. ( s. d. 1 d): derwegen ... soll solcher vorrath aller zuovor durch die hernach benannten personen orden…

Gräberheulen

Campe

graeber·heulen

◬ Das Gräberheulen , des — s , o. Mz . das Heulen um die Gräber; ein schauerliches Heulen. — wie Gräberheulen umrauschen Hohl ihn die Flügel…

gräberknecht

DWB

graeber·knecht

gräberknecht , m. , zu gräber 1. verächtlich von einem archäologen: deshalb hat er alles aufs wort geglaubt, was ihm ... von irgendeinem läs…

graeber als Zweitglied (6 von 6)

hamstergräber

DWB

hamster·graeber

hamstergräber , m. der auf den feldern die wohnungen der hamster aufgräbt und das thier tödtet. Jacobsson 2, 201 b .

schanzgräber

DWB

schanz·graeber

schanzgräber , m. , schantzgraber, munitor Maaler 347 b , schanzgräber, cuniculares Stieler 687 : so kan jnen durch die schantzgräber dersel…

schatzgräber

DWB

schatz·graeber

schatzgräber , m. effossor thesauri Frisch 2, 167 a . 1 1) eigentlich: die gruben ist noch zu sehen. aber der schatzgräber hat sich das gesp…

teichgräber

DWB

teich·graeber

teichgräber , m. piscinarum et aggerum fossor ( s. deichgräber) Frisch 2, 366 a . Dief.-Wülcker 873 ( vom j. 1640), tichtgraber schweiz. idi…

todtengräber

DWB

todt·en·graeber

todtengräber , m. mhd. tôtengraber, -greber ( Lexer 2, 1472 ), der das todtengrab gräbt, die todten eingräbt, bustifragus, bustarius, manes,…

Ableitungen von graeber (1 von 1)

Begräber

RhWB

Be-gräber -ēw- Pl.: die vier Personen, die den Sarg aus dem Hause auf den Wagen tragen Ottw-Uchtelfang .