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gläubig

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

gläubig adj.;

Bd. 7, Sp. 7890
gläubig, glaubig,adj.; ahd. giloubîg, mhd. geloubec, gelöubec, nhd. gläubig und bis in den anfang des 19. jhs. auch glaubig (s. unten); as. in ungilôbig Heliand 3007 Heyne; mnd. gelōvich, lōvich, afries. in myslawich Richthofen 930a, mnl. gelōvich Verwijs-Verdam 2, 1292, nl. geloovig nl. wb. 4, 1273. das got. hat als entsprechendes adj. galaubeins Tit. 1, 6, das ahd. vereinzelt giloub, öfter giloubo Graff 2, 71, das ags. gelēaf, gelēaffull, gelēaflîc, gelēafsum, vgl. Bosworth-Toller 407 f., suppl. 354 f. herkunft und form. ahd. giloubîg kann sowohl vom subst. giloubo wie vom adj. giloubo hergeleitet sein, vgl. Wilmanns gramm.2 2, 459; doch ist oft auch eine engere sekundäre beziehung zum verbum glauben erkennbar (vgl. 4 b), wie sie primär bei gläubig 5 vorliegt. für die schreibung des stammvokals gilt das zu glauben sp. 7820 f. gesagte. in mhd. texten von den herausgebern als gloubec normalisiert, was die verbreitung der umlautsform nicht deutlich werden läszt; seit mhd. zeit bis in das 19. jh. hinein stehen auch in der schriftsprache unumgelautete und umgelautete formen nebeneinander. die formen ohne umlaut sind vorwiegend oberdeutsch, seltener md., die mit umlaut md. und obd.; umlautloses glaubig ist obd. noch mundartlich bezeugt, aber im rückgang begriffen und von obd. autoren nach dem 1. viertel des 19. jhs. wenig mehr gebraucht worden. bei einigen autoren finden sich beide formen, s. unten Luther, Fischart, Schiller u. a., vgl. auch P B beitr. 28, 297. umlautsformen in älterer sprache: geloibigen (v. j. 1289) hess. urk.-b. 1, 378 Wysz, gloybie (v. j. 1353) 2, 594; gelOeibig Tauler pred. 176 V., glOeubige 420; gläubig Konrad v. Megenberg buch d. natur 268, 8 Pf.; gleubeg Nicolaus v. Landau sermone 12 Zuchhold; gleubigen Alsfeld. passionssp. 7941 Grein; glOeubig d. heyl. leben summerteil (1472) 4a; gleubige Luther 26, 406 W., gleubigen 30, 3, 205; gleubig Eberlin v. Günzburg s. schr. 3, 143 ndr.; glAeübig A. Meiszner Jerus. (1565) 2, 122b; glAeubig Fischart s. dicht. 2, 367 K.; gelOebig schweizer Wernher Marienleben 1, 6 Päpke; gelOebigen Stainhöwel de clar. mul. 150 lit. ver.; glOebig Zwingli v. freih. d. speisen 10 ndr.; glöbig Pauli schimpf u. ernst 379 Österl.; vgl. mundartlich gläubig Fischer schwäb. 3, 681, Staub-Tobler 2, 589, gläwech lux. ma. 147, gleiwig (Trier) rhein. wb. 2, 1263 u. s. w. unumgelautete formen: gelobig St. Georgener pred. 9, 25 R.; globig schauspiele d. mittelalters 1, 256 Mone; com. v. d. geburt Christi 46 Gerstmann; gloubiger Geiler v. Keisersberg postill (1522) 2, 38; gloubigen J. Strausz christenl. unterr. (1523) a 2a; gelaubig Hans Sachs 17, 386 K.-G.; glaubig städtechron. 10, 182; glaubig Luther 10, 2, 475 W.; glaubeg buch d. liebe (1587) 251; glaubiger Fischart binenkorb (1588) 121b; glaubig Abr. a s. Clara mercks Wien (1680) 188; glaubigen Prätorius anthrop. pluton. (1666) 1, 40; glaubige Dannhauer cat.-milch (1657) 1, vorr. 2a; glaubigen Simon Dach in: Königsb. dichterkr. 205 ndr.; glaubig Harsdörffer t. secret. (1656) 1, 30; glaubigen Zachariä poet. schr. (1763) 9, 238; glaubigen Wieland s. w. (1794) 32, 172; glaubig Pfeffel pros. vers. (1810) 5, 207; glaubig Hebel s. w. 4 (1832) 259; glaubig Schiller 2, 63 G., 11, 384; glaubigen Jung-Stilling s. schr. 3, 10 Grollm.; glaubig Jean Paul w. 45/47, 314 Hempel; glaubige Göthe 50, 230 ausg. letzter hand; glaubig Hölderlin ges. dicht. 2, 80 Litzmann; glaubige Bettine die Günderode (1840) 1, 97; glaubigen Bomhard pred. (1866) 2, 1005. vgl. mundartlich glâubig Schmeller-Fr. 1, 1407; glauwich Martin-Lienhart 1, 255; glaubig im schwäb. noch als populäre form bei den pietisten gebraucht, vgl. Fischer schwäb. 3, 681. bedeutung und gebrauch. 11) in religiöser anwendung; 'religiösen glauben habend', vgl.glaube I A und B, glauben I A-C; vorwiegend im christlichen bereich zu glaube I A gehörig. 1@aa) 'glaubend, im glauben feststehend, zum glauben gekommen', 'fromm', lat. credens und fidelis wiedergebend, vgl. gloubigero (credentium) Notker 2, 49 P., geloubigin liute (fideles populi) bei Steinmeyer kl. ahd. sprachdkm. 341; fidelis gelawbig, glaubig, gleubig, glöbig (vocabularien des 15. jhs.) Diefenbach gl. 233c. 1@a@aα) mit abhängigem objekt, namentlich bei prädikativem gebrauch in gleicher weise wie glauben konstruiert; mit an, vgl.glauben I A 2 b: truhten fater miner ist starchi sines folches, daz an in geloubig wirdet nah minero urstendida Notker 2, 88 P.; sô tuo daz ich dir hân geseit, und wirt geloubic an den touf Konrad v. Würzburg Silvester 1531 Gereke; von gotes frúnden, die in den ziten warend und gelOebig wurdent an got und an sin muoter schweizer Wernher Marienleben 1, 6 Päpke; und befohlen sie dem herrn, an den sie gleubig worden waren apostelgesch. 14, 23; das er an gott gleubig worden ist Butschky hd. kanzelley (1659) 783; die Türken ... (sind) gläubige an beide testamente Hippel kreuz- u. querzüge (1793) 1, 220. mit persönlichem oder sachlichem dativobjekt, vgl. glauben I A 1 a u. b: (Christus, der) den tôt menschlîche leit umb alle die im gloubic sint Rudolf v. Ems d. gute Gerhard 6281 Haupt; ir schült dem Entkrist glaubig sein, das er uns geb pfenning vil, golt und silber one zil fastnachtspiele 601, 7 Keller; dem wort seit ir nit gläubig, dem herrn euwerem gott Reiszner Jerusalem (1565) 2, 122b; credo in unum deum, dat bedudet, dat de lude lovich syn der bord unses heren Oldenburger gebetbuch bei Schiller-Lübben 2, 739; die andern menschen, zu denen dise geflohen lewt kommen, seind gleubig dieser lere von aufflösung der gewissen Eberlin v. Günzburg s. schr. 3, 143 ndr. 1@a@bβ) in absoluter verwendung: druhtin Krist irkanta,thaz er (Nikodemus) mo war zalta, want er giloubig zi imo quam;bi thiu zalt er al, thaz imo zam Otfrid II 12, 12; wanda der gloubige liud newirt gesterchit fone sinero chrefte, suntir fone gotis chrefte Wiener Notker 303 Heinzel-Scherer, wo Notker 2, 616 P. fidelis populus unübersetzt läszt; wolt ich (kaiser Constantin) niht geloubec sîn, und gerne leisten dîn (des papstes) gebot, son hæte ich niht, daz wizze got, die boten mîn nâch dir gesant Konrad v. Würzburg Silvester 1539 Gereke; ensint nút alle cristenlúte glOeubige lúte? Tauler pred. 420, 3 V.; die gaben desselbigen (des hl. geistes) uber alles gleubig fleysch auszzuogieszen Luther 10, 2, 475 W.; da die gnade gottes erschienen (ist) allen glaubigen menschen Prätorius anthrop. Pluton. (1666) 1, 40; darauf erwählt er ein volk von allen völkern der erde, sich zum besseren dienst, ein volk von einem gerechten, einem einzigen glaubigen mann Zachariä poet. schr. (1763) 9, 238; diesz war der grund, warum er für jetzt —und in der that sein leben lang —gläubig blieb Schubart briefe 1, 34 Strausz. auch in steigerndem sinne gebraucht, wobei gläubig die lebendige innere anteilnahme gegenüber der nur formalen zugehörigkeit zu einer religion umschreibt: so wie ein eifriger, ein gläubiger papist dem heiligen Anton umsonst die füsze küszt Löwen schr. (1765) 3, 49; er ist gläubig katholisch H. Laube ges. schr. (1875) 14, 225; gläubige christen wollen wir an die gefahr erinnern Peschel völkerkde (1874) 19; der gläubige Buddhaverehrer Asoka Mommsen m. gesch. (1894) 5, 350. mit besonderem sinn in pietistischen kreisen 'strenggläubig', z. b. ein gläubiger pfarrer ein pfarrer orthodoxer richtung, vgl. er ist glauwich rechtgläubig, nicht liberal, kloiwik pietistisch Martin-Lienhart 1, 255; anders dagegen, mehr vom äuszeren festhalten an christlich-kirchlicher tradition: noch ist er (der landedelmann) ein gläubiger mann, der streng auf kirchliche bräuche hält G. Freytag ges. w. (1886) 17, 9. gläubig werden zum christlichen glauben kommen: ni quam tho Petrus thoh thiu minjoh giang er sar io tharin; giloubig sar ouh wurtun,so iz heidene bifuntun Otfrid V 6, 26; wande so Helias chumet unde Enoch, so werdent Judei geloubig Notker 2, 222 P.; daz credo in unum bezaichent, daz die lút gelobig wurdent und sich bekertent St. Georgener pred. 9, 25 R.; (sie) worden lovich unde leten sick dopen buch d. profecien 1, 24b bei Schiller-Lübben 2, 739; die heidenchristen (also nenn ich die, so usz der heydenschafft glOebig worden sind) Zwingli v. freih. d. speisen 33 ndr.; mit spöttischem unterton, der von 3 her den begriff 'leichtgläubig, arglos gläubig' einbezieht: bischöfliche hirtenbriefe waren ... erlassen, nicht nur, um auf die gläubigen schäflein den erforderlichen druck zu üben, auch zur unzweideutigen belehrung des niederen klerus Bennigsen d. nationallib. partei (1892) 74; anders, etwa im sinne von 'kirchliche lehren kritiklos für wahr haltend, dogmengläubig': nicht human sollen wir sein, sondern kinder gottes, ... nicht gläubig, sondern fromm P. de Lagarde dtsche schr. 97. ebenso auch von herz, seele u. ä., vgl. ahd. kelaubigemu atume (fideli spiritu) bei Graff 2, 74: swer ie geloubic herze truoc, der wart durch sîn (Maximians) gebot erslagen Konrad v. Würzburg Pantaleon 70 Gereke; dan der gaist Christi laszt das glaubig hertz nit so mercklich ... fallen Eberlin v. Günzburg s. schr. 1, 201 ndr.; da er sich in seiner letzten stunde mit gläubigem, buszfertigem hertzen zu Christo wendete J. B. Schupp Corinna 53 ndr.; und der graf zur erde sich neiget hin, das haupt mit demuth entblöszet, zu verehren mit glaubigem christensinn, was alle menschen erlöset Schiller 11, 384 G.; selig, welche bestanden und unbefleckt von der schande hielten den heiligen stolz, hielten den gläubigen sinn E. M. Arndt s. w. 3, 317 R.-M. in fester verbindung gläubige seele: keloubic sela (anima fidelis) Notker bei Graff 2, 74; ölliecht der glaubigen sel Rompler v. Löwenhalt erstes gebüsch (1647) 219; für die person eintretend: gotte ze lob ... und allen globigen selen ze trost und ze hilf nachschrift des schreibers v. j. 1387 im St. Georgener prediger 341 R.; (er) machte sich ein vergnügen daraus, die gläubigen seelen durch derbe zweifel und verleugnungen ... zu erschrecken G. Keller ges. w. (1889) 1, 67; die gläubigen seelen als terminus für die seelen der im glauben an die christlich-kirchliche lehre verstorbenen: fur allir der sele, dy vor Amneburg irslen wordin, und fur alle gloybie sele (v. j. 1353) hess. urkundenbuch 2, 594 Wysz.; 10 (paternoster) für all glaubig seel städtechron. 10, 182; darumb papst Johannes der 18. ... befohlen hat, dasz man stracks nach aller heyligen fest einen marckttag aller glaubigen seelen solt andächtiglich feiern Fischart binenkorb (1588) 121b. 1@a@gγ) die religiös-ethische haltung im allgemeinen bezeichnend, 'fromm': zu Engelanden waz ein riche wip gar bosez lebenez ..., si waz nicht wol geloubic, wan si ginc mit dem dufele umbe d. heil. regel 54 Pr.; Michael ..., der was ein gloubiger, wol geminter man städtechron. 8, 33; substantiviert (s. u. e α): die glaubigen bestehen, die gottlosen vergehen Petri d. Teutschen weiszh. (1604) 1, b 4b. 1@bb) spezifisch für 'christlich, rechtgläubig' im gegensatz zu heidnisch, jüdisch oder häretisch, vgl. katholicus christen oder glaubig gemma gemm. (1508) o 2a: in unsers herren ere wuchs die geloubige zal (die christen) zu Jerusalem uber al passional 38, 2 K.; derselb waz nit glöubig und der legt sant Caloterium in einen kerker d. heyligen leben summer teil (1472) 4a; kein person sicht gott hie an, beweiszt sein gutthat jederman, danckbarn, undanckbarn, feind und freund, gläubig, ungläubig, wer sie sind Fischart s. dicht. 2, 367 Kurz; wo doch der Türk als feind niemal das glaubig heer quälet so sehr v. Ditfurth volkslieder d. bayer. heeres 52. ähnlich vom israelitischen volke: und da horte ein vurste von des volkes Syrie Seron, daz gesamnet hate Judas zusamne swaz geloubic was buch d. Makkabäer 2076 Helm; daz dreirlei slangen sein, die daz gläubig volk pei Moyses zeiten laidigten in der wüesten Konrad v. Megenberg buch d. natur 268, 8 Pf.; von den anhängern der reformation: der gläubig gern verfolgung leidt, thut guts dem feind bei Opel dreiszigjähr. krieg 55. 1@cc) im glauben geschehend, glauben ausdrückend, vom glauben zeugend oder ausgehend' und ähnlich, von der person auf die handlung, gesinnung u. s. w. übertragen: dein bitt von gott soll gantz rain und glaubig sein G. Mayr sprüchw. (1567) b 6b; ain gläubige gedult erwirbt gotes huld Fischart w. 3, 61 Hauffen; sein hertz ist stets in gott gestellt mit glaubigem verlangen Simon Dach in: Königsb. dichterkr. 205 ndr.; gottes gnädige regierung, welche durch fleisig und gläubig gebet zu erlangen ist Joh. G. Schmidt gestrieg. rockenphilos. (1706) 1, 38; sagt, wo rühmte sich sonst noch eine kapelle des gleichen? wo wird eine wie sie mit gläubigen gaben geehrt sein? Mörike ges. schr. (1905) 1, 251; (der alte von Boyen) vertritt eine schlichtere, einfachere art des christentums, ihre hauptgedanken sind das kindliche, gläubige vertrauen auf gott Meinecke v. Boyen 1, 12; der grauenvolle anblick erschreckte sie dermaszen, dasz sie vor dem gläubigen rausche der anderen bewahrt blieben und nur mehr den trieb zu helfen fühlten Kolbenheyer Paracelsus (1926) 3, 205; jeder fortschritt des feldbaues muszte die kenntnisz der bedingungen erweitern, die diese entwicklung (des keimes zur pflanze) begünstigen, und der gläubigen verehrung blieb für die göttin (Demeter) kaum etwas anderes übrig als der ruhm der ersten unbegreiflichen schöpfung eines keimes Lotze mikrokosmus (1856) 1, 8; als gegensatzbegriff zu rationalistisch: die gläubige auslegung hat ein recht zu der bemerkung, dasz jede das wunderbare wegdeutende erklärung ... wider ... die absicht des Johannes sei D. Fr. Strausz ges. w. 4, 242, vgl. 3, 39. 1@dd) formal als adverb, 'im glauben, mit glauben, voller glauben', vgl.glaube I A 1 c β: wir werden auch die mordpfeile desz satans glaubig überwinden Harsdörffer t. secretarius (1656) 1, 30; wol dem, der dieses recht erkennt und gläubig seinen heyland nennt Paul Gerhardt bei Fischer-Tümpel kirchenlied 3, 438b; doch kan keiner cronen erben, die der heyland hat erworben, als der gläubig ist gestorben J. G. Neukirch anfangsgr. z. t. poesie (1724) 66; Jesus war ... der letzte, gröszere retter seines volkes und der sich gläubig ihm zuwendenden menschheit D. Fr. Strausz ges. w. 4, 5; vom vater uns erkenntnisz gib, erkenntnisz auch vom sohn zugleich, uns, die dem beiderseitgen geist zu allen zeiten gläubig flehn Göthe 4, 330 W.; gläubig buchstabirte er (der bauer) neue gebete und verheiszungen seiner kirche G. Freytag ges. w. 19, 6. 1@ee) die substantivierung erscheint gerade innerhalb der religiösen anwendung auch mit eigenem bedeutungsinhalt; muster ist meist lat. fidelis als subst., doch s. auch Notker 2, 49 P. oben unter a und 261 unten β. 1@e@aα) als substantivierung von a u. b, 'der glaubende, fromme mensch': gifahint sih zi imo thannethie giloubigun alle, wollent haben notizi imo thaz heroti Otfrid III 25, 13; chriucis chint sint kewehselot fone ungeloubigen (infidelibus) ze geloubigen (fidelibus) Notker 2, 167 P.; si (die minne) ist ain wercherin in den globegen St. Georgener prediger 143 R.; und erfolle die herczen diner gleubigen ane smerczen Alsfelder passionsspiel 7941 Grein; siehe an: Paulus besteet nit, daz die zuoehOerer oder glawbiger des gesetz gerecht sein vor got Berth. v. Chiemsee 26 R.; sol ein text drumb unklar sein, so das ding unsichtbar ist und allein der gleubige solchs fasset? Luther 26, 406 W.; ja traun verliesze Christus seine gläubigen ..., es würde der herumb gehende brüllende löwe alsbald sich drüber her machen J. Prätorius saturnalia (1663) 132; Paulus (erzählt) das curriculum vitae der gläubigen altes testaments Sperling Nicodemus quaerens (1718) 1, 1121; dieser lebte bei einem guten redlichen abkömmling Abrahams, deren dem vater der gläubigen eine den sternen gleiche anzahl versprochen ward Göthe 45, 104 W.; freydenker und gläubige ... verbanden sich in allgemeiner wuth gegen den mann Zimmermann über d. einsamkeit 1, 85; zeitpunkte, (die) .. für den gläubigen zwar hinlänglich gewisz, für den zweifler aber nicht deutlich genug bestimmt sind Jung-Stilling s. schr. 3, 10 Grollm.; sie sind ein spötter, sagte sie. man weisz, dasz sie leider nicht zu den gläubigen gehören Gutzkow ritter v. geiste (1850) 1, 43. 1@e@bβ) zur terminologischen bestimmung verfestigt, vgl. oben c; die gläubigen die bekenner des christentums, die anhänger einer bestimmten christlichen lehre, besonders die glieder der katholischen kirche u. s. w.; oft im betonten gegensatz gegenüber heiden, juden, ketzern u. dgl., vgl. noch mit besonderer bestimmung: den wistuom dero reht geloubigon (catholicorum) Notker 2, 261 P. und rechtgläubig teil 8, sp. 418: sû sprach: nû hilf mir, alwaltintir got, ... daz ich dis armin giloubigin irlôsi von den heidinin ältere Judith bei Waag IV 197; dô hûb sich ritterschaft von den geloubegen wider die ungeloubegen prolog 2 d. statuten d. dtsch. ordens 23b Perlbach; aber wir gelOebigen bedúrffen nit sprechen, daz wir on hilff verlaszen syen Stainhöwel de clar. mulier. 150 lit. ver.; wir (wollen) euch als unsern schülern zwo theylung dieser irrung zwischen heidnischen und gläubigen anzeigen Paracelsus opera (1616) 2, 106 H.; und der durchhitzte sand hält nicht die mohren auf, die in den wüsteneyen ... ihr türckisches gemüht zum dienst der grausamkeit, den arm zum untergang der gläubigen geweyht Pietsch geb. schr. (1740) 8; das erste stuck hält in sich, das sich die ketzer und evangelische nit für gläubige (rechtgläubige) auszgeben können Fischart binenkorb (1588) a 8a; so suchten freylich die glaubigen sie (die häretiker) auff gottgefällige art zu retten G. Arnold unpart. kirchen- u. ketzerhist. (1699) 40a; in der politik wie auf dem gebiete des religiösen glaubens kann der conservative dem liberalen, der royalist dem republikaner, der gläubige dem ungläubigen niemals ein anderes argument entgegenhalten Bismarck ged. u. erinn. 2, 182 volksausg.; wie 'pietist' im gegensatz zum liberalen kirchenmitglied: weil er (E. Frommel) allerdings dem pietismus sein bestes teil verdankte und mit den 'gläubigen' sich am besten verstand C. Kayser Emil Frommel3 77; allgemeiner, für die kirchlichen untertanen gegenüber der geistlichkeit: es war freylich ... ein groszes, ... herr über die beutel der gläubigen zu seyn allg. dt. biblioth. anh. 13/24, 1293; (wallfahrtspfennige sind) medaillenartige stücke, die von priesterhand geweiht und von den gläubigen als schutz- und gnadenmittel getragen werden Luschin v. Ebengreuth münzkde 28. 1@e@gγ) bekenner einer anderen als der christlichen religion; vor allem spezifisch für den mohammedaner, der den nichtmoslim als ungläubigen bezeichnet, vgl. ungläubig teil 11, 3, 964: Bagdad ..., dieser sitz der mächtigen befehlshaber der gläubigen A. v. Haller Usong (1771) 176; der herr der gläubigen will heut in eigener person des rechtes pflegen, wie ers gethan, als er den thron bestieg Hebbel s. w. 3, 77 Werner. allgemein, für den anhänger irgend eines glaubens: er selbst (war) von seinem system besser überzeugt ... als irgend ein bonze von der kraft der amulete, die er seinen dankbaren gläubigen austheilt Wieland Agathon (1766) 2, 77; (sprüche, welche) nebst den weissagungen des Bakis ... in Athen bey den gläubigen in groszem ansehen standen Niebuhr m. gesch. 1, 311; steintische, unter denen der gläubige hindurchkriechen sollte Peschel völkerkde (1874) 260. 22) zu glaube II und glauben II gehörig, seit dem mhd. im sinne 'vertrauend, vertrauensvoll'; die grenze gegenüber 3 ist oft unscharf. 2@aa) von personen: Isot diu weinde starke. der geloubege (arglose) Marke 'schœne', sprach er, 'saget mir, waz wirret iu, waz weinet ir?' Gottfried v. Straszburg Tristan 13904 Ranke; er ist des teuffels glaubiges, ergebenes werckzeug Seb. Franck kriegsbüchl. d. friedens (1550) 36; er ersparte sich einen streit, der üble folgen haben konnte und machte den vater gläubig und sorglos, —wenn er jetzt zum schein auf seine ansichten einging M. Meyr erzähl. a. d. Ries (1868) 2, 347; Adalbert, einfältig und gläubig nach art der alten, ohne böses zu ahnen, lud den bischof ... bei sich zum essen ein br. Grimm dt. sagen (1891) 2, 87; ist hier der name gefälscht oder das ganze musikstück untergeschoben, wie man ja die gläubige musikwelt später mit einer air Louis XIII. ... mystifiziert hat? Frz. M. Böhme gesch. d. tanzes (1886) 138. hierher auch: in des busens enger zelle wohnt das herz als eremit, aug und ohren ihm erzählen, was es selbst nicht hört und sieht, gläubig ists und leicht zu täuschen, lauscht auch einem märchen stets bereit zu klag und jubel gern, W. Müller ged. (1868) 2, 144; die liebe ist ein schöner engel, aber oft ein schöner todesengel für das gläubige, betrogene herz A. Stifter s. w. 1, 17 S. vereinzelt im sinne 'treu und glauben haltend', zu glaube II C 2: darbei wart aber im zuo lob nachgeredt, dasz er gastfrei und gloübig an allen den gewesen were, denen er gelt oder guot zegeben zuogsagt hat J. v. Watt dt. hist. schr. 1, 295 Götzinger. in jüngerer sprache häufig näher an glaube IV und glauben IV angelehnt; 'einer lehre, ansicht, einer künstlerischen, wissenschaftlichen, politischen usw. überzeugung ergeben', oder auch 'der leistung, grösze eines menschen vertrauend'; entsprechend glauben IV A 1 mit an konstruiert: man müszte von dem hohen werth des menschengeschlechts so überzeugt werden, als es nur immer der verblendetste, schwärmerischste, junge gläubige an dasselbe seyn kann Klinger w. (1809) 11, 75; sein Lessingsches geständnis, er (Bürger) fühle nicht die lebendige quelle der dichtung in sich, kann vollends jeden gläubigen an das unmittelbare genie irren Gervinus gesch. d. dt. dicht. (1853) 5, 33. absolut: bey keinem volke hat die schöne und täuschende idee von immer steigender veredlung des menschengeschlechts mehr gläubige anhänger und verehrer gefunden als bey den Teutschen Klinger w. (1809) 11, 6; seine (Newtons) treuen, gläubigen schüler fanden sich genöthigt, diese literarische darstellung in eine tabellarische zu verwandeln Göthe II 2, 266 W.; Jean Paul hatte damals die gläubigsten leser Gutzkow ges. w. (1872) 1, 225; die ehrlich gläubigen, bornierten radicalen Mommsen m. gesch.4 3, 4; er (Milton) steht in der geschichte der kunst so einsam wie die revolution, welcher er als gläubiger kämpfer diente, in der geschichte der staaten Treitschke hist. u. polit. aufs. (1886) 1, 2; besonders gehaltvoll: wie ein kind, zärtlich und gläubig, hatt ich seinem auge gedient Hölderlin ges. dicht. 2, 96 Litzmann; ich hatte mein vaterland geliebt ... mit gläubiger seele Spielhagen s. w. (1877) 2, 55. formal als adverb: gern will ich hin, wohin das schicksal ruft, es deute nur, und ich will gläubig folgen Göthe 10, 371 W.; sie (die kette) sollte ein talisman mir sein, so lang ich sie an meinem halse gläubig würde tragen Schiller 12, 379 G.; bedenk, was deine ehre leiden kann, wenn du zu gläubig seinem liede lauschest, dein herz verlierst, und deinen keuschen schatz vor seinem ungestümen dringen öffnest Shakespeare 3, 165; für die sache, der er gläubig angehangen A. v. Arnim s. w. (1853) 16, 30. 2@bb) auf den vorgang oder das ergebnis bezogen; feste verbindung ist gläubiges vertrauen, die aus der religiösen anwendung stammt, vgl. wer offenherzig frei in demuht einher tritt, hat glaubiges vertrauen, den will der lebensfürst mit gnadenaugen schauen Rompler v. Löwenhalt erstes gebüsch (1647) 26: nichts ist der schwärmerischen freude und dem glaubigen vertrauen gleich, wenn alle einwohner dieser groszen stadt ... sich um ihn (Apollonius) her versammelten Wieland s. w. (1794) 32, 172; in meinem bruder hatte ich einen lehrer, zu dem ich gläubigen vertrauens voll aufsah A. Winnig frührot (1926) 198; ähnlich: wort gehalten wird in jenen räumen jedem schönen gläubigen gefühl, wage du, zu irren und zu träumen, hoher sinn liegt oft im kindschen spiel Schiller 11, 374 G.; die feuersäule, die vor dem zuge Israels wandelte, die gläubige hoffnung, hatte bis jetzt auch den armen kandidaten geleitet W. Raabe hungerpastor (1864) 2, 23; die gewisse bestätigung meiner alten und starken hoffnung, dasz ... unsere dreifache, unerschütterliche, gläubige und thatkräftige eintracht allein Europa ... aus der jetzigen krise retten könne, erfüllt mich mit dank gegen gott Bismarck ged. u. erinn. 1, 104 volksausg.; eine kunst, die eine gewissenhafte und gläubige auslegung des lebens geben wollte, durfte nicht jene ruhe, die es nirgends gab, zu ihrem ideale machen R. M. Rilke ges. w. (1927) 4, 319. —formelhaft gläubig ansehen 'vertrauensvoll, zuversichtlich': da hub die jungfrau ihre augen auf, und sah den könig glaubig an Pfeffel pros. vers. (1810) 5, 207; vgl. dazu mundartlich einen gl. an luegen vertraulich bittend Martin-Lienhart 1, 255; (die kinder) luegengl. de frömd hēr an, wo guezeli tuet usteilen (mit der zuversicht, dasz sie auch etwas bekommen) Staub-Tobler 2, 589. —mit besonderer färbung 'unkritisch': dasz alle farben zusammengemischt weisz machen, ist eine absurdität, die man ... schon ein jahrhundert gläubig zu wiederholen gewohnt ist Göthe II 1, 225 W.; gläubiges anstaunen lähmte den forschungsgeist J. H. Voss antisymb. (1824) 1, 5; das geistige leben (beruhte) nicht sowohl auf einer gläubigen annahme derselben (ideen), als in einer freien ... aneignung Ranke s. w.2 14, 37; wenn die denkweise der reinen erfahrung und gläubig naiver realismus zur vermengung gebracht werden sollen Joh. Volkelt quellen d. mensch. gewiszheit (1906) 71; 33) aus glaube III, glauben II A 1-3 und III entwickelt, 'innerlich überzeugt von der wahrheit einer aussage, der wirklichkeit eines dinges oder zustandes', im gegensatz zu zweifelnd. mit objektsdativ nur selten in älterer sprache; mit persönlichem dativobjekt, vgl. (er) murmelt ûf die andern, daz sie im ungeloubic sîn (dasz sie ihm keinen glauben schenken) mystiker 1, 327 Pf.: dasz si üch inen glöubig gemacht hand mich ze sin ein kätzer Äg. Tschudi chron. helv. (1734) 2, 59; mit sachlichem dativobjekt: won du (Maria) des engels worte bist geloubig worden nu, da von gesegnot so bist du Walther v. Rheinau Marienleben 54, 12 Keller; ierem wyssagen was Agamenon nit gelöbig Stainhöwel de clar. mul. 119 lit. ver.; mhd. mit objektsgenetiv: ir fart sô zorniclîchen,sprach diu frouwe guot, und bin doch des geloubic,daz ir mir niht entuot. ich kan dir niht bewîsen,nû mêre der friunde dîn, wan ich bin dîn muoter,und dû mîn kindelîn Wolfdietrich A 300 im dt. heldenbuch 3, 115; du solt mir guotes biten, wan ich dich nie erzurnde:des ich geloubic bin Ortnit 75 ebda 12. absolut gebraucht; zunächst in religiösem bereich, aber nicht mit gläubig 1 identisch, sondern auf eine einzelne tatsache bezüglich, deren wahrheit in frage steht: theru spraha er (Zacharias) bilemit was,want er giloubig ni was Otfrid I 4, 76; (der engel sprach:) bit daz wîp geloubic wesen, si mac noch harte wol genesen (nämlich von der wahrheit der unbefleckten empfängnis überzeugt zu sein, an der sie zweifelt) Konrad v. Fussesbrunnen kindh. Jesu 939 Kochend.; dâ Thomas wol geloubech wart unde an die wârheit bekart wande er im in die wunde greif passional 95, 7 Hahn; so sich (Thomas) und griff in meine wunden, und siest glöbig zuo diser stunden schausp. d. mittelalt. 1, 256 Mone; befühle meine wundenmale und sey nicht unglaubig, sondern glaubig Hebel s. w. 4 (1832) 259; profan: du hatst mich schier glaubig gemacht, denn ich meynet, dir were ein gewisse bottschafft kommen, wiewol mich nicht wenig verwundern thet, dasz mir mein vatter solches nicht zugeschrieben hett buch d. liebe (1587) 251; aus den anklagen und geständnissen desselben (des templerordens) beweise man, und ich will der erste gläubige werden Herder 15, 108 S.; hier findest du deine kommission ausführlich. und dokumente darzu, die den zweifel selbst glaubig machen sollen Schiller 2, 63 G.; wenn ich dir aber sag, es waren die alten namen und nicht die menschen, die ihren geist über mich ergehen lieszen, da wirst du gleich gläubig sein Bettine die Günderode (1840) 2, 95; in seinem (des zuhörers) gesichte spricht sich die gläubigste hingebung aus Immermann 1, 39 Boxb.; nur eine sorge habe ich noch: wegen meiner fleiszigen und gläubigen handhabung von stemmaten G. Baesecke d. ahd. abrogans (1930) iv. in bezug auf wunder und übernatürliche erscheinungen, vgl. wundergläubig: vor seinem gespenste im Hamlet richten sich die haare zu berge, sie mögen ein gläubiges oder ungläubiges gehirn bedecken Lessing 9, 229 M.; neben dem affengerüste ein wunderdoctor, der seine arcana gegen alle übel den bedrängten gläubigen darbot Göthe 31, 62 W.; gläubiges ohr ohr, das einer aussage glauben schenkt: dir wäre besser, die verleumdung hätte kein gläubig ohr gefunden Hebbel s. w. 2, 226 Werner; gläubiges auge auge, aus dessen ausdruck hervorgeht, dasz die person etwas für wahr hält, vgl. auch ungläubig teil 11, 3, 962: grosze gläubig-ungläubige augen, ein atem, der plötzlich stockt, ... soviel ist gewisz, dasz wir uns schämen müssen über das, was aus uns geworden ist E. Jünger d. abenteuerl. herz 52. vielfach mit einem mehr oder minder starken beisinn der geringschätzigkeit verbunden, vgl. credulus gelobig (voc. v. anf. d. 15. jhs., obd.), glOeibig (voc. v. 1440, md.) Diefenbach gl. 156a; credulus gläubig, leichtgläubig, zu viel gläubig Frischlin nomencl. (1616) 261a und die composita baldgläubig teil 1, 1084, leichtgläubig teil 6, 646, sowie auch glauben III A 5; in älterer sprache noch mit steigerndem zusatz: ich bin mit süsen worten betrogen worden ... und bin gewest zuo vil gelaubig, als wir jungen leppin alle sein Albrecht v. Eyb spiegel d. sitten (1511) b b 1b; das heiszt mit falschen eydesschwüren ein allzu gläubig kind verführen Stieler geharnschte Venus 39 ndr.; don Sylvio müszte gar zu glaubig sein, wenn er nicht schon lange gesehen hätte, dasz ihre absicht ist, die feen um allen ihren kredit bei ihm zu bringen Wieland s. w. (1794) 12, 298; ich schweige für erstaunen, königin ... dasz diese mährchen, die in Londons gassen den gläubgen pöbel ängsten, bis herauf in deines staatsraths heitre mitte steigen Schiller 12, 458 G.; was ist das für ein wurm (Felix) ? fragte Werner. Wilhelm hatte ... (keine) lust, eine doch immer zweideutige geschichte einem manne zu erzählen, der von natur nichts weniger als gläubig war Göthe 23, 136 W. häufig adverbial 'im vertrauen, in der gewiszheit, dasz etwas wahr ist': so dasz zuletzt der beste kopf ein solches chaos lieber gläubig verehrt, als dasz er sich zur unabsehlichen mühe verpflichtete, jene streitenden elemente versöhnen und ordnen zu wollen Göthe II 2, 4 W.; was laszt ihr euch staub in die augen und vogelleim in den mund werfen, und schluckt gläubig den froschlaich seiner lügen hinunter? Raupach dram. w. ernst. gatt. (1835) 9, 156; alles starke wird daher gern hinter die coulissen oder vor das stück gelegt, weil wir es so gläubiger hinnehmen O. Ludwig ges. schr. (1891) 5, 523; was ich von bergen je gehört, das betete ich gläubig nach H. v. Barth Kalkalpen (1874) 391; Hans nahm sie (die erklärung des leutnants) gläubig an W. Raabe hungerpastor (1864) 2, 42; was wird das für eine ratlosigkeit geben hernach (nach dem kriege), wenn alle die gläubig hingenommenen begriffe von den sockeln, auf denen man sie aufgestellt hat, abgenommen sein werden Rilke briefe 1914 -1921, 77. eng an glaube III B 1 c und glauben III C sich anschlieszend 'hoffnungsvoll, zuversichtlich': ich bleibe beim gläubigen orden Göthe 1, 124 W., vgl. sp. 7839; zwar nur der erste und der dritte sprachen eigentlich von der sache; doch finde ich mich durch ihre äuszerung in meinem gläubigen zustand bestärkt und beruhigt IV 32, 5; es gab eine zeit, wo ich wähnte, es könne mir dereinst gelingen mit meinen versuchen. doch diese schöne zeit gläubiger jugend ist dahin Holtei erz. schr. 24, 211. 44) in passivischer anwendung mhd. und im älteren nhd. gebräuchlich, später dem wettbewerb von glaubwürdig, glaubhaft, glaublich erlegen. 4@aa) von personen, zu glaube II B; besonders juristisch im sinne 'glaubwürdig, zuverlässig, ehrlich' in älterer sprache gängig, vgl. mnl. een gelovich getuge bei Verwijs-Verdam 2, 1292, mnd. de gelövige 'der vertrauensmann' Lasch-Borchling mnd. hwb. 1, 2, 57: da warent zegegen N. N. und ander gloubige lüte (v. j. 1303) bei Staub-Tobler 2, 590; enger an glaube II B 1 angeschlossen: brief und freyhaiten, so sy von ro. kaysern und kinigen hettend und von andern glaubigen leuten, dieselben zu bestetigen J. Knebel chron. v. Kaisheim 226 lit. ver. 4@bb) von aussagen, lehren u. s. w. 'glaubwürdig, glaubhaft, glaublich', zu glauben II A 2 u. 3 und III A u. B; vgl. gelaubiger credibilis voc. theut. (1482) n 6b: sine (des fürsten) sprüche sunder var waren gloubec unde war Elisabeth 3250 R.; kainer wart nij so weysz der gar volschreiben möcht daz wunder noch endöht wan es nit gelaubig ist d. gr. Alexander 5693 Guth; das ... der genant von Michelfelt für sich und sein convent und nachkumen mit gleubigen worten zugesagt, und ... mit hantgebenden trewen gelobt haben (v. j. 1477) monum. boica 25, 370; (er soll) seinen allernachsten und pesten frunt an seiner stat mit dem ambtmann senden oder durch gelaubig schriften solhen handl zum grundpuch verkunden (v. j. 1494) österr. weist. 6, 229; listigen und trugenhafften schmaichworten solt du nit gelouben, und ob sie wol geloubig sint, so betrachte vor, was sie wöllent Stainhöwel Äsop 283 lit ver.; wundersame, aber nit glaubige ding Albrecht v. Eyb spiegel d. sitten (1511) vorr. 4b; er habe vom ursprung dieses worts und volcks nichts gläubigers gefunden denn dieses G. Aelurius Glaciographia (1625) 47; religiös: uff das sein (Christi) leer dester verfanglicher, krefftiger und gloubiger sei Geiler v. Keisersberg postill (1522) 2, 38. vom 15.-17. jh. belegt in der wendung es ist (mir) gläubig, dasz 'es ist (mir) gewisz, glaublich, wahrscheinlich, dasz', vgl.glauben III A 4 und D 1: es ist glaubig, das die epistel sant Pauls sey die so clar scheint in meisterlicher lere und sprache erste dt. bibel 2, 3 Kurr.; uff die vierde frag ist on zweifel glaubig, dasz ein ursach (der krankheit) ist die stark hitzig ... ertzney oder salb, domit die schmirber ... die welt so erbarmlich verderbent A. Seitz über d. lustseuche 19 Moll; nun ist ja nit gläubig, dasz die todte speise, welche aus der erden kommt, meinen verstand mehren ... solle Harsdörffer t. secret (1656) 1, 647; dann gar wol glaubig ist es, dasz viel und aber viel von der göttlichen justiz in die zeitlich pein desz fegfeuers seyen geworffen worden Abr. a s. Clara mercks Wien (1680) 188, vgl. 31; es war im nit wol gelaubig, nachdem ir so vil erschlagen und gefangen, das si sich so bald wider möchten versamlet haben Ludwig v. Eyb Wilwolt v. Schaumburg 114 lit. ver.; (Sara zu Abraham:) es ist gar nit gelaubig mir, das dir der herr erschinen sey H. Sachs 10, 66 K.-G. 55) zu glauben V A 1 'nachgiebig, willfährig, milde', s. oben gelaubig 3, teil 4, 1, 2, 2873, vgl. ztschr. f. dt. altert. 30, 366; dazu als weiterer beleg nachzutragen: dise menschen sint allen menschen gelOeibig und barmherzig; si ensint nút strenge noch hertmütig, denne vil gnedig Tauler pred. 176 V.; vgl. in ähnlicher bedeutung schweiz. laub, adj., Staub-Tobler 3, 958, Stalder 2, 159. 66) der gläubige im sinne 'gläubiger, creditor' s. unter gläubiger.
35443 Zeichen · 747 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Gläubig

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Gläubig , adj. et adv. von dem Hauptworte Glaube, Glauben habend. 1) In der weitesten Bedeutung, einen Satz für wahr hal…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    gläubig

    Goethe-Wörterbuch

    gläubig -au- 6,444 Vs 5 u N7,195,10 , flekt auch -b(’)g-; einmal superl 1 relig a von (allg) Religiosität, Frömmigkeit g…

  3. modern
    Dialekt
    gläubigAdj.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    gläubig Adj. : wie schd., umgspr., glaiwich (glaiwiχ, -iš) [LU-Opp Land BZ-Dierb], (glāiwiχ) [ LA-Nd'hochstdt Wollmh ], …

  4. Spezial
    gläubig

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    gläu|big adj. (religiös) cherdënt (-nc, -a), religius (-sc, -iosa).

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit glaeubig

28 Bildungen · 13 Erstglied · 9 Zweitglied · 6 Ableitungen

Ableitung von glaeubig

glauben + -ig

glaeubig leitet sich vom Lemma glauben ab mit Suffix -ig, mit Umlaut-Wechsel, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

glaeubig‑ als Erstglied (13 von 13)

gläubigen

GWB

glau·bigen

gläubigen wohl Wortbildung G-s 1) 1 relig: den rechten Glauben lehren, beibringen in der Kirche spricht erst und letzt | Der, den man hat hi…

Gläubiger

Campe

glau·biger

Der Gläubiger , des — s , d. Mz . w. d. Ez; die Gläubigerinn, Mz. die — en , eine Person, welche einer andern auf Glauben Geld oder Sachen g…

Gläubigerausschuß

Meyers

glaeubiger·ausschuss

Gläubigerausschuß ist nach der Deutschen Konkursordnung (§ 87 ff.) ein von der Gläubigerversammlung (s. d.) oder vorläufig vom Konkursgerich…

gläubigerin

DWB

glaeubig·erin

gläubigerin , f. , moviertes fem. von gläubiger, vgl. gläubigerin creditrix Reyher thes. (1686) g 4 b : ja das glück hätte gleichsam einen z…

gläubigerrecht

DWB

glaeubiger·recht

gläubigerrecht , n. , recht eines gläubigers: der befriedigung des gläubigers durch den eigentümer steht es gleich, wenn das gläubigerrecht …

gläubigerschaft

DWB

glaeubiger·schaft

gläubigerschaft , f. , juristischer ausdruck für die gesamtheit der gläubiger eines schuldners: ( ein wagen ), ... gezogen von einem alten b…

Gläubigerverzug

DERW

glaeubiger·verzug

Gläubigerverzug, M., ›Annahmeverzug, Verzögerung der Erfüllung durch Fehlen eines zum Eintritt der Erfüllung not- wendigen Verhaltens des Gl…

gläubigerweise

GWB

glaeubiger·weise

gläubigerweise für eine religiöser Gläubigkeit gleichkommende Haltung: voller Lebenszuversicht u Liebesvertrauen [ Dichter zur Huri an der P…

gläubigin

DWB

glau·bigin

gläubigin , f. , moviertes fem. von gläubig 1 e β, vereinzelt bei Luther : so aber ein gleubiger oder gleubiginne widwen hat, der versorge d…

gläubigkeit

DWB

glaeubig·keit

gläubigkeit , f. , mhd. nur in ungeloubecheit ( incredulitas ) bezeugt, s. Lexer 2, 1844 , vgl. mnl. gelovichede Verwijs-Verdam 2, 1294 ; so…

glaeubig als Zweitglied (9 von 9)

abergläubig

DWB

aber·glaeubig

abergläubig , superstitiosus. Hagedorn 3, 95 . auch bei Herder, mehr aber im gebrauch ist das folgende. vgl. abgläubig .

altgläubig

DWB

alt·glaeubig

altgläubig , sacrorum professioni majorum addictus: die altgläubige kirche, wo sie nur gegen den ersten anlauf der reformation stehen geblie…

falschgläubig

DWB

falsch·glaeubig

falschgläubig , falsam fidem sequens, gegensatz von rechtgläubig orthodoxus: ein loser wahn oder dünkel des herzen, wie die falschgleubigen …

irrgläubig

DWB

irr·glaeubig

irrgläubig , adj. : irrgläubige lehren. Beckers weltgesch. 8, 98 ; ein irrgläubiger.

kleingläubig

DWB

klein·glaeubig

kleingläubig , der ' kleinen glauben ' hat, ' kleines glaubens ' ist, ὀλιγόπιστος im N. T., vulg. parvae fidei, goth. leitil galaubjands, nl…

leichtgläubig

Pfeifer_etym

leicht·glaeubig

leicht Adj. ‘von geringem Gewicht, nicht schwierig, bekömmlich, schnell, unbeschwert, heiter, leichtsinnig’, ahd. līhti (8. Jh.), līht (11. …

neugläubig

DWB

neu·glaeubig

neugläubig , adj. 1 1) neubekehrt: neugelaubiger oder neugetauffter, neophicus. voc. 1482 x 4 a ; disz ist wol war, das man mit den schwach …

rechtgläubig

Pfeifer_etym

recht·glaeubig

recht Adj. ‘richtig, dem Recht, den Gesetzen entsprechend, gut’, vgl. auch rechte Seite (‘äußere, obere Seite’) von Stoffen, Wäschestücken, …

ungläubig

DWB

ungläubig , adj. adv. , gegenstück zu gläubig ( s. d. ). ahd. ung(e)loubîg; mhd. ung(e)loubic (ungleubig Heinrich v. Neustadt gottes zuk. 44…

Ableitungen von glaeubig (6 von 6)

begläubigen

MeckWB

beglaubigen , begläubigen bestätigen: dat is ok beglaubigt worden von einer Sage Wa Blüch ; ick müsst em dat begläubigen ihm zustimmen Wa Ul…

gläubige

DWB

gläubige , m. , s. unter gläubig, adj., sp. 7894 f.

Mißgläubig

Campe

Mißgläubig , — er, — ste , adj . u. adv . Mißglauben habend, besonders einen vom herrschenden und für richtig gehaltenen Glauben abweichende…

ungläubig

DWB

ungläubig , adj. adv. , gegenstück zu gläubig ( s. d. ). ahd. ung(e)loubîg; mhd. ung(e)loubic (ungleubig Heinrich v. Neustadt gottes zuk. 44…

Ungläubige

GWB

Ungläubige [bisher nicht publizierter Wortartikel]

ungläubiglich

DWB

ungläubiglich , adj. adv. , gth. v. gläubiglich. mhd. ungeloubeclich incredibilis; mnl. ongelovichlike heretice: wiewol nun disz ungleubigli…