gesittet Großschr GWBB27,237,3
; vereinzelt komp; subst auch ‘die Gesittete(r)n’ 1
durch gute Sitten sich empfehlend, auszeichnend, von ihnen bestimmt, zeugend, auch: den sittl Normen entsprechend a
sich (unauffällig) korrekt betragend, sich (auffallend) guter Umgangsformen befleißigend α
in Hinblick auf Gesamtpersönlichkeit od -verhalten Herr Thioli, Maler und besonders gewandter Restaurateur .. Er ist ein stiller g-er Mann, und seine Frau .. ist gleichfalls wacker und artig GWBB37,54,22 Rennenkampff 2.6.23 [
Frankf] von den Franzosen und ihrem Betragen .. In den [
noch besetzten] Ortschaften .. findet man unter den Officieren sehr verständige, mäßige und g-e Leute GWB34
1, 258,17 ReiseSchweiz 1797 [G/Eckerm] [
üb Odoardo] ein Mann von einnehmendem Wesen .. Ihm wäre nichts abzuschlagen gewesen, so g., zuvorkommend und freundlich war sein Betragen GWB25
1,178,21 Wj III 9 GWB27,82,4 DuW 7
uö mBez auf jds Haltung (bildkünstlerisch-allegor dargestellt) [
Hans Sachs begrüßt die ‘Ehrbarkeit’] Die freundliche g-e Aufnahme
1) dessen, was als recht und gut erscheint GWBB26,414 Gutachten 26.2.16 β
(bes) bezogen auf äußeres Betragen [
Straßb] Da ich .. mich .. in Acht nehmen mußte, nicht durch .. heftige Bewegung den falschen Schmuck [
künstl Haarteil] zu verrathen, so trug dieser Zwang wirklich viel bei, daß ich mich eine Zeit lang ruhiger und g-er benahm GWB27,249,21 DuW 9
in Berührung mit b und mit 2 [
Alexis, sich erinnernd:] Öfter sah ich zum Tempel dich gehn, geschmückt und g., | Und das Mütterchen ging feierlich neben dir her GWB1,266 Alexis u Dora 39 er [
Polyphem] ist verliebt [
in Galatee], möchte gar zu gern g. [μὴ βορὸς μηδὲ ἀηδὴς] erscheinen und bemüht sich wenigstens freundlich auszusehen .. Den deutlichsten Beweis aber, wie sehr er wünscht sich angenehm zu machen, gibt sein gegenwärtiges Benehmen GWB49
1,105,21 Philostrat b
(vornehml) in Hinblick auf Erotik, Sexualität: ehrbar, tugendhaft, (schamhaft) zurückhaltend, Tabu respektierend od wünschend sie [
Henriette u Armidoro] hegten gegen einander die heiterste Neigung und nährten bei einem reinen g-en Umgang die angenehmsten Hoffnungen einer künftigen dauerhaften Verbindung GWB18,277,5 GutWeiber das deutet .. auf die Heiligkeit des Buchs [
der Bibel] daß es Dinge enthält die der g-e Mensch verbirgt deren die gute Gesellschaft nicht erwähnt und deren .. [man] nicht einmal auf dem Theater gedenken dürfte GWBN5
2,246,10 Fl Plp GWBB46,370,19 Ségur 28.12.29 K GWB38,351,15 FGA Canut
als prüde, verlogen konnotiert [
Meph, höhnend:] liebewonniglich in alles überfließen .. | Und dann die hohe Intuition — | (Mit einer Gebärde.) | Ich darf nicht sagen wie — zu schließen. [
Faust:] Pfui über dich! [
Meph:] Das will euch nicht behagen; | Ihr habt das Recht g. pfui zu sagen. | Man darf das nicht vor keuschen Ohren nennen, | Was keusche Herzen nicht entbehren können GWBFaust I 3294 2
zivilisiert, kultiviert, gebildet a
zur Bezeichnung eines allg erreichten Grades od eines dominierenden Niveaus der Zivilisation, der Kultur α
(überwiegend) in Kennzeichnung einer geschichtl Entwicklungsstufe, auch iSv modern; iVbdg mit ‘Menschheit, Epoche, Volk, Welt’ [
Frz Revolution] die bewegteste Weltepoche, welche jemals eine g-e [<g-e Epoche der] Menschheit aufregte GWB49
1,390,6 Üb:Gérard,Collect des portraits hist Als sie [
die kathol-christl Religion] .. gar rohe Völker und verderbte G-e bändigen und beherrschen sollte GWBB27,237,3 Zelter 14.11.16 Beilage GWBB47,89,21 Carlyle 6./7.6.30 GWB49
1,318,6 TischbeinsIdyllen 7 β
eine (moralische, intellektuelle, ästhet) Überlegenheit, eine subtilere Qualität bezeichnend, auch iSv feiner geartet, (höher)gebildet: ‘g-es Griechenland, Europa’, ‘g-e Gesellschaft, Nation’, ‘g-er Stand’ ua; auch: ‘g-er Kreis des Lebens’ [
Pylad zu Orest:] Bringst du die Schwester [
Diana-Bildnis auf Tauris] zu Apollen hin, und wohnen beide denn vereint in Delphos im g-en Griechenland [zu Delphi, | Verehrt von einem Volk das edel denkt GWBIph
2 723f] GWB39,350,5 Iph
1 II 1 Baukunst | Nutzen fürs Ganze. | Macht g-er. Regt, im Fall der Roheit, einen gewissen Kunstsinn an GWB47,306,4 ÜbDilettantism Schema 1799 [G/Schiller] er [
der Major] fügte sich in den Zustand des Bräutigams, vielleicht den anmuthigsten, der uns in dem g-en Kreise des Lebens gegönnt ist GWB24,311,20 Wj II 4 Mann v50Jahren Der Cavalier .. hatte das G-e des Hofs und das Einnehmende der [
herrnhutischen] Gemeinde GWB22,323, 9 Lj VI SchöneSeele GWB41
1,138,23 KlassRomantItal GWB26,104,18 DuW 2 GWB7,18,2 DivNot Übergang GWB24,197,25 Wj I 11 GWB47,242,17 Üb:SchwerinsTod
uö ‘die G-en’ Megara .. im Laufe der Zeit .. durch Volksübergewicht zerrüttet. Die Besitzenden, G-en .. werden .. öffentlich bedrängt GWB41
2,212,23 Üb:Weber,ElegDichter dHellenen
Bed 1 einschließend od berührend [
Empörung üb das Nacktbaden der naturbegeisterten dt Jünglinge] deren wildes, unbändiges, unchristliches, ja heidnisches Naturell einen solchen Skandal in einer g-en wohlgeregelten Gegend [
Schweiz] anrichte GWB29,136,16 DuW 19 die Fahrt auf der Brenta, mit dem öffentlichen Schiffe, in g-er Gesellschaft, da die Italiäner sich vor einander in Acht nehmen, ist anständig und angenehm [ich .. kann den Anstand, die Ordnung einer so gemischten Gesellschafft des mittlern Standes nicht genug loben GWBT1,242,20ff v 28.9.86] GWB30,98,17 ItR
uö b
zur Bezeichnung (des hohen Standes) individueller Formung, Kultur, der Prägung des inneren Wesens, auch von einer allegor Figur; einmal ‘die G-ern’ Sie [
Frau Hofrat Böhme] .. wußte mich, der ich zwar g. war, aber doch eigentlich was man Lebensart nennt, nicht besaß, in manchen kleinen Äußerlichkeiten zurecht zu führen und zu verbessern GWB27,63,12 DuW 6 Meles und Critheis. .. er selbst [
der Flußgott] ist als Jüngling dargestellt, zartgebildet und g. [οὐδὲ ἄσοφον; Er zeigt eine jugendliche und weiche Gestalt, aber ausgebildet GWBB17,223,4f Zelter 24.11.04 Beilage], man möchte sagen seine Augen sännen auf etwas Poetisches GWB49
1,108,4 Philostrat Ursache der Duelle auf Akademien .. Sie kommt .. nicht aus der Sinnesart der Fleißigern und G-ern GWBA(53,285,25) Votum üb Abschaffg Duelle [Jan 92] K GWB13
1,13 PaläophronNeoterpe 229
uö als gleichsam angeborene Qualität, als gelenkt durch ein (zügelndes) Gefühl der (ehrfürchtigen, Höheres respektierenden) Zurückhaltung, der Anerkennung einer Grenze, eines Tabus [
Wilh üb Hamlet:] ein geborner Fürst .. Angenehm von Gestalt, g. von Natur, gefällig von Herzen aus GWB22,27,19 Lj IV 3 = GWB52,224,13 ThS VI 7 [
Dringlichkeit der Herstellung anatom-plast Modelle für die ärztl Ausbildung] besonders unter natürlich g-en wohldenkenden Menschen, für welche die wirkliche Zergliederung immer etwas Kannibalisches hat GWB25
1,91,21 Wj III 3
abgeblaßt iSv zurückhaltend, maßvoll, bescheiden [
Gagenhöhe] von der Art, daß ein g-er junger Mann damit allenfalls auskommt GWBB19,11,5 Zieten 5.6.05 K GWBB17,42,4 Thürheim [30.1.04] K 3
idVbdg ‘wohl und genau g.’ iSv geartet, beschaffen2)(?) GWB27,60,18 DuW 6 [
Zit s v genau, Bd3,1439,42]
→ GWB
gutgesittet GWB
heiter-derb-gesittet GWB
un- GWB
wohl- GWB
anständig-gesittet GWB
geistlich-gesittet Syn zu 1
GWB
(wohl)anständig GWB
anständig GWB
brav zu 1aα
GWB
ehrbar GWB
ehrenvoll GWB
honett GWB
rechtschaffen GWB
wohlerzogen zu 1aβ
GWB
artig GWB
galant GWB
gefällig GWB
höflich GWB
manierlich GWB
schicklich zu 1b
GWB
bescheiden GWB
keusch GWB
sittig GWB
sittlich GWB
sittsam GWB
tugendhaft GWB
tugendsam GWB
züchtig zu 2
GWB
bilden(gebildet) GWB
kultivieren(kultiviert) zu 2aα zivilisieren(zivilisiert) zu 2b
GWB
bescheiden GWB
mäßig GWB
modest zu 3
GWB
gesinnt 1) als Paraphrase zu: Der [
der ‘Ehrbarkeit’ geltende] Gruß des Dichters freundlich und herzlich aaO,413
2) bis ins 18.Jh bezeugte Bed (vgl DWb 4.1.2,4125 ua) Gert LiebichG.L.