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geruch

mhd. bis spez. · 16 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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19 in 16 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

geruch

Bd. 5, Sp. 3749
geruch , m. fama, geschrei, ruf, ursprünglich das gerüech, gerüch, geruoch, geruche, geruch Schm.2 2, 21. nachdem im ausgang des mittelalters die niederd. form gerücht (s. d.) für hochd. gerüft zunächst ins mitteldeutsche und von da aus in die oberdeutsche büchersprache eingedrungen war, erscheint in letzterer gleichsam als nebenform zu gerüf (s. d.) das wort gerüch, entstanden durch rein mechanischen abfall des auslautenden t, wie grich für gericht, nich für nicht, Rupprech, ambach für ambacht, amt u. s. w. Weinhold bair. gramm. § 143, al. gr. § 177. wie beide formen gerüch und gerüf in der bair. gerichtsordn. von 1518 noch nebeneinander gebraucht werden: durch ainen gemainen leymat, gerüech oder geschrai tit. 7, 9, durch ainen offenbaren leymat und gemain gerüeff und geschrai tit. 7, 7, so wechseln bei H. Sachs gerüch und gerücht mit gleicher bedeutung in demselben gedicht: fama, das weitfliegent gerücht. Virgilius der hoch poet vor langst also beschreiben thet lemund, ghrüch oder newe mär. 1, 398a; das er durch argwenisch gezücht nit uberkumb ein bösz gerücht ... das kein bösz ghrüch jm aufferwachs. 398c, weitere beispiele unter gerücht I, 3. durch vermengung mit dem bildlich verwendeten masc. geruch 'odor' (1, g) drang auch bei dem vorliegenden worte das masc. geschlecht durch. 11) das allgemeine geschrei, die gemeinsame rede und ansicht aller, wie gerücht 3: als das gemain geruech, niendert lebt und ligt man pasz (als in Baierland). Aventin. 4, 41, 28 Lexer. 22) ruf, guter name, ruhm, wie gerücht 4: ander aus der gemein, so von eelichem stame, erbern wesen und gutem geruche ist. mon. habsburg. 1, 1, 453 (von 1475); wo aber die fürgenomen praut nyt aines gueten geruechs ist, so gibt der bischoff dem (diacon) die nit, sonder ain andere, die ain gueten namen hat. fontes rer. austr. I, 1, 128 (von 1517); es soll ein jeder seins geruchs meer war nemen dann des gewinns. Eppendorff Plutarch (1534) 108; mit leutn, frumb, redlich und auffrichtig, die habn ein gut gerüch und lob. H. Sachs 14, 168, 19 Keller; bisz man nimbt schaden an gruch und ehr. 13, 241, 32; dise, die mit bücherschreiben jagen nach einem untödtlichen geruoch und namen. S. Frank moriae encomion 42; das jhr keüscheit ... in ein guot geruch kumm. chron. (1551) 2, 99b; deines namens, in welchem alles zu ewigkeit des guten geruchs zusammen stimmet. Schuppius 727, des guten gerüchts ausg. von 1700; der geruch des ruhms, womit sie ... C. F. Weisze lustsp.2 2, 278; es mag sehr nützlich sein, seinen christlichen guten geruch lauter und rein zu erhalten. Lessing 12, 536; ein bettelmönch, der aber auch schon im geruch der heiligkeit stand. Göthe 29, 201, vgl. nd. gerochte der hillicheit unter gerücht 4, a; unter der zeit, dasz unsre zwo andächtige nach vorschrift die welt erbauten und der gute geruch ihrer heiligkeit sich rings um verbreitete. Schiller III, 545; die hochbetagte frau stand mächtig im geruch des reichthums. Wieland bei Campe 2, 748; er hat hier, wo er sich aufhielt, keinen guten geruch zurückgelassen. Campe 2, 322; die regierung dieses kantons stand ein wenig im geruche, in ihrem aufgeweckten sinne für alles gute und schöne manchmal mehr aufwand zu machen, als sich mit haushälterischer bedächtigkeit vertrüge. G. Keller grün. Heinrich (1884) 1, 185; der doppelsinn tritt besonders bei scherzhafter anwendung deutlich hervor: sie hinterliesz in den nasen ihrer mitschwestern einen starken geruch der heiligkeit. Rabener (1777) 2, 57; da ich, mein theurer freund, gern mit gutem geruch von hinnen scheiden möchte, so sende dir eine duftende frucht, welche deinen und der deinigen appetit erregen soll. Göthe an Knebel 516.
3683 Zeichen · 73 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    geruchstm.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +3 Parallelbelege

    ge-ruch stm. geruch Elis. 1076. 9426. Hpt. 2, 152 ; bildl. ruf, der von eelichem stamme, êrbern wesen und gutem geruche …

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Gerúch

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Der Gerúch , des -es, plur. die Gerǘche, von dem Zeitworte riechen. 1. Subjective, das sinnliche Vermögen zu riechen, un…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Geruch

    Goethe-Wörterbuch

    Geruch 1 als Wahrnehmungsfähigkeit, Vermögen a Geruchssinn daß dergleichen [ gefüllte ] Blumen sowohl für’s Auge an Schö…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Geruch

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Geruch (olfactus) . Der Sitz des G.sinns ist die Schleimhaut der Nase, in welcher sich der im Gehirn entspringende Riech…

  5. modern
    Dialekt
    Geruchm.

    Mecklenburgisches Wb. · +4 Parallelbelege

    Geruch Ruch m. Geruch; beim Betreten des Kruges sagt man: ick will ierst eenen nähmen, dat wi eenschen Geruch krigen Ha …

  6. Sprichwörter
    Geruch

    Wander (Sprichwörter)

    Geruch 1. Am geruch erkennt man die blumen. – Lehmann, 917, 16. 2. Am Geruch erkennt man Kräuter, am Geschwätze Bärenhäu…

  7. Spezial
    Geruch

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Ge|ruch m. (-[e]s, Gerüche) 1 (mit dem Geruchsorgan wahrnehmbare Ausdünstung) tof (tofs) m. 2 (Duft) parföm (-s) m. , od…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit geruch

41 Bildungen · 36 Erstglied · 5 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von geruch

ge- + ruch

geruch leitet sich vom Lemma ruch ab mit Präfix ge-.

Zerlegung von geruch 2 Komponenten

ger+uch

geruch setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

geruch‑ als Erstglied (30 von 36)

geruchartig

DWB

geruch·artig

geruchartig , adj. auf dem geruchssinn beruhend, von ihm herstammend: bei manchen ( thier- )gattungen gehen die stirnhöhlen weit herauf, um …

gerûchet

Lexer

ge-rûchet part. s. riuhen.

gerucheze

KöblerMhd

gerucheze , st. F. nhd. Gerücht ÜG.: lat. fama Gl Q.: Gl (15. Jh.?) E.: s. gerucht W.: DW- L.: LexerHW 1, 888 (geruchze)

geruchfläschchen

DWB

geruch·flaeschchen

geruchfläschchen , n. wie riechfläschchen, schraubenfläschchen von gold, silber, krystall, porzellan oder geschliffenem glase mit spirituöse…

geruchküszlein

DWB

geruchküszlein , n. kleines kissen mit wolgeruch erfüllt. ebenda.

geruchlebig

DWB

geruch·lebig

geruchlebig , adj. vom geruch lebend: geruchlebige leilachoren, geile Satyri und geiszmänlin. Garg. 18 a (19 Sch. ).

geruchlos

DWB

geruch·los

geruchlos , adj. 1 1) inodorus dict. Genf 1695 138 a : geruchlose dinge. Ludwig 748 ; geruchlose blüte. Klopstock bei Campe; die samen ( der…

geruchquaste

DWB

geruch·quaste

geruchquaste , f. kleines büschel von wolriechenden kräutern: der kleine spahn, den der kleine bruder zugeschnitzt und den er der schwester …

geruchseife

DWB

geruch·seife

geruchseife , f. wolriechende seife: vilerlai wolschmeckende ( wolriechende ) wasser, desgleichen ambron, bisamknöpf, geruchsaifen. Fischart…

Geruchsinn

GWB

geruch·sinn

Geruchsinn N13,229,17 Ausz aus d’Alton,SkelNagetiere Syn Geruch Caroline Vollmann C. V.

geruchsmangel

DWB

geruch·s·mangel

geruchsmangel , m. mangel an geruchsvermögen Falke thierarzneikunde 1, 334 b ; geruchmangel, geruchlosigkeit Campe.

Gerúchsnêrve

Adelung

geruch·s·nerve

Der Gerúchsnêrve , des -n, plur. die -n, Nerven, welche aus dem Gehirne durch die Löcher des siebförmigen Beines gehen und sich in den Häute…

Geruchsorgan

GWB

geruch·s·organ

Geruchsorgan Ossa nasi .. Ossa frontis .. erzeugen [ wir ] den oberen Rand der Augenhöhlen, die Räume für die G-e N8,26,17 VglAnatomie VI Ca…

geruchstheilchen

DWB

geruch·s·theilchen

geruchstheilchen , n. theilchen des ausströmenden duftes: nichts ist mehr zu bewundern, als die ganz unglaubliche feinheit der geruchstheilc…

geruchswerkzeug

DWB

geruch·s·werkzeug

geruchswerkzeug , n. , gewöhnlich im plur. geruchswerkzeuge, die organe des körpers, welche zur empfindung des geruchs notwendig sind Campe.

geruch als Zweitglied (5 von 5)

Wohlgeruch

RDWB1

Wohlgeruch m (Lakune) (приятный) аромат

Gttergeruch

Adelung

Der G—ttergeruch , des -es, plur. inus. eben daselbst, eine Pflanze, welche in dem südlichen Afrika angetroffen wird, und einen überaus ange…

wohlgeruch

DWB

wohl·geruch

wohlgeruch , m. , angenehmer geruch, duft: meinen sie, ich sey so verstopfter nase, dasz ich stank und wohlgeruch nicht von einander scheide…

Wollgeruch

MeckWBN

woll·geruch

Wossidia Wollgeruch m. halbhd. Wohlgeruch Müll. Reut. 167 a . Vgl. Rök, Geruch.