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MWB
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Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)

ge Präfix zur Ableitung von Substantiven und Verben

Bd. MWB 2 122, Sp. 45
ge Präfix zur Ableitung von Substantiven und Verben 1 Die Substantive mit ge- sind in der Mehrheit Kollektiva (z.B. die stN. gederme , geræte zu darm , rât ) oder Personenbezeichnungen (z.B. gebûr , gebrüeder ) zu i.d.R. ebenfalls belegten Ableitungsbasen
2 Die Verbbildungen mit ge- stellen eine Besonderheit dar; fast jedes Verb kann mit ge- verbunden auftreten
2.1 Der größte Teil der ge -Bildungen hat gegenüber der Ableitungsbasis keine neue Bedeutung oder Bedeutungsnuance (z.B. gebinden , geloufen ), sondern verändert die Satzaussage, möglicherweise kann eine aspektuelle Verwendung angenommen werden ( ‘Perspektivierungsalternativen’ , vgl. E. Leiss, Die Verbalkategorien im Deutschen. Ein Beitrag zur Theorie der sprachlichen Kategorisierung (Studia linguistica Germanica 31), Berlin / New York 1992, S. 285).
2.2 Ein geringer Teil der ge -Verben weist eine abweichende Bedeutung oder eine zusätzliche Gebrauchsvariante zur Ableitungsbasis auf (z.B. gebrësten , gedingen ).
   1 Die Substantive mit ge- sind in der Mehrheit Kollektiva (z.B. die stN. gederme, geræte zu darm, rât) oder Personenbezeichnungen (z.B. gebûr, gebrüeder) zu i.d.R. ebenfalls belegten Ableitungsbasen    2 Die Verbbildungen mit ge- stellen eine Besonderheit dar; fast jedes Verb kann mit ge- verbunden auftreten    2.1 Der größte Teil der ge-Bildungen hat gegenüber der Ableitungsbasis keine neue Bedeutung oder Bedeutungsnuance (z.B. gebinden, geloufen), sondern verändert die Satzaussage, möglicherweise kann eine aspektuelle Verwendung angenommen werden (‘Perspektivierungsalternativen’, vgl. E. Leiss, Die Verbalkategorien im Deutschen. Ein Beitrag zur Theorie der sprachlichen Kategorisierung (Studia linguistica Germanica 31), Berlin / New York 1992, S. 285). Sehr häufig kommen ge-Bildungen in Kookkurrenz mit Modalverben vor, stehen in negativen Aussagen oder drücken die Vorzeitigkeit einer Handlung aus. Weitere typische Vorkommenskontexte sind verallgemeinernde Aussagen, futurische Aussagen oder Bedingungssätze (vgl. Mhd. Gr. Wortb. § V 192-217; R. Schrodt /  K. Donhauser, Tempus, Aktionsart / Aspekt und Modus im Deutschen, in: Sprachgeschichte. Hg. von W. Besch u.a. 2. Aufl. 3. Teilbd. (Handbücher zur Sprach- und Kommunikationswissenschaft 2.3), Berlin / New York 2003, S. 2504-2525)    2.2 Ein geringer Teil der ge-Verben weist eine abweichende Bedeutung oder eine zusätzliche Gebrauchsvariante zur Ableitungsbasis auf (z.B. gebrësten, gedingen). Die Beurteilung der Fälle ist sehr diffizil, weil auch dann, wenn die oben genannten Voraussetzungen vorliegen, die ge-lose Ableitungsbasis stehen kann. Im Allgemeinen kann während des mhd. Belegzeitraums ein starker Rückgang der ge-Bildungen beobachtet werden. – Im MWB wird abweichend zur Tradition der mhd. Lexikographie, in der ge-Bildungen i.d.R. als selbständige Lexeme angesetzt wurden, vorgegangen: Kommen die Belege eines präfigierten Verbs ausschließlich in gleicher Bedeutung wie die Ableitungsbasis vor und stehen sie zudem in einem der oben genannten Vorkommenskontexte, so wird das ge-Verb unter der Ableitungsbasis mitbeschrieben (z.B. gedagen, gediemüeten unter dagen, diemüeten). Gibt es Belege mit einer von der Ableitungsbasis abweichenden Bedeutung oder abweichendem Gebrauch, so wird ein eigener Wortartikel erstellt (z.B. gebrüstet). In der Wörterbuchstrecke vor h sind auch Nachtragsartikel zu bereits geschriebenen Artikeln möglich (z.B. gebrennen), da Belege mit ge- nicht immer vollständig berücksichtigt wurden; ab h werden Belege mit ge- konsequent unter der Ableitungsbasis beschrieben. Lexikalisierte Bildungen mit ge- (z.B. gewinnen) oder Präfigierungen mit ge-, zu denen kein präfixloses Verb belegt werden kann (z.B. gemeierscheften), erhalten einen eigenen Wortartikel. – Lit.: DWB 4,1,1,1594-1628; Wilmanns, Dt. Gr. 2,167f. und 241f.; H.-W. Eroms, Zum Verbal-Präfix ge- bei Wolfram von Eschenbach, in: Studien zu Wolfram von Eschenbach. Fs. W. Schröder. Hg. von K. Gärtner und J. Heinzle, Tübingen 1989, S. 19-32

MWB 2 122,45; Bearbeiterin: Herbers

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Altenglisch
    gePräf.

    Köbler Ae. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    ge- , Präf. nhd. ge... ÜG.: lat. etiam Gl, (quam) Vw.: s. -ādlian, -ǣbylgan, -ærnan, -ǣrndian, -æþele, -æþelian, -aflian…

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    gePräfix zur Ableitung von Substantiven und Verben

    Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)

    ge- Präfix zur Ableitung von Substantiven und Verben 1 Die Substantive mit ge- sind in der Mehrheit Kollektiva (z.B. die…

  3. modern
    Dialekt
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    Schweizerisches Idiotikon

    ge- Band 2, Spalte 41 ge- 2,41

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ge-‑ als Erstglied (30 von 1.005)

Geaders

SHW

Ge-aders Band 2, Spalte 1133-1134

Gebampels

SHW

Ge-bampels Band 2, Spalte 1135-1136

Gebantsche

SHW

Ge-bantsche Band 2, Spalte 1135-1136

gebaucht

SHW

ge-baucht Band 2, Spalte 1137-1138

Gebeins

SHW

Ge-beins Band 2, Spalte 1137-1138

gebildet

SHW

ge-bildet Band 2, Spalte 1141-1142

Gebimmel(s)

SHW

Ge-bimmel(s) Band 2, Spalte 1141-1142

Gebinds

SHW

Ge-binds Band 2, Spalte 1143-1144

Gebinds(t)

SHW

Ge-binds(t) Band 2, Spalte 1143-1144

Gebiß

SHW

Ge-biß Band 2, Spalte 1143-1144

geblocht

SHW

ge-blocht Band 2, Spalte 1143-1144

geblockt

SHW

ge-blockt Band 2, Spalte 1143-1144

geblumigt

SHW

ge-blumigt Band 2, Spalte 1143-1144

geblumt

SHW

ge-blumt Band 2, Spalte 1143-1144

Gebläse

SHW

Ge-bläse Band 2, Spalte 1143-1144

ge- als Zweitglied (6 von 6)

sege

KöblerGerm

*sege- , st. N. nhd. Sieg ne. victory; RB.: got., an., ae., afries., anfrk., as., ahd. Hw.: s. *segu- Q.: PN (1. Jh. v. Chr.) E.: idg. *seg̑…

unge

KöblerGerm

*unge- , Sb. nhd. Fett, Salbe ne. fat (N.), salve (N.) I.: Lw. lat. unguen E.: s. lat. unguen, N., Salbe, Fett; idg. *ongᵘ̯en-, *n̥gᵘ̯en-, S…

Vorzeige

RDWB1

Vorzeige- как с обложки журнала, образцовый, образцово-показательный, примерный Vorzeigefrau f - женщина как с обложки (модного) журнала Vor…

hage

MWB

hage- → s.a. hagen- MWB 2 1093,51;

jege

MWB

jege- s.a. jage- MWB 3,1 62,57;

leige

MWB

lei·ge-

leige- → leie stM., → leien- MWB 3,3 1018,56;

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „ge-". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/ge-/mwb?formid=247115100
MLA
Cotta, Marcel. „ge-". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/ge-/mwb?formid=247115100. Abgerufen 12. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „ge-". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/ge-/mwb?formid=247115100.
BibTeX
@misc{lautwandel_ge_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
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  year         = {2026},
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  urldate      = {2026-05-12},
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