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Fällen

nhd. bis spez. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
12 in 11 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Fällen

Bd. 2, Sp. 31
Fällen, verb. reg. welches das Activum des vorigen ist, fallen machen, und in verschiedenen Bedeutungen gefunden wird. 1. In der eigentlichen und weitern Bedeutung. 1) Umhauen. Holz fällen, stehende Bäume umhauen. Einen Baum fällen. 2) * Einreißen, von Mauern und Gebäuden; ein nur im Oberdeutschen üblicher Gebrauch. Die Mauern fällen. Sie haben die Thürme zu Boden gefället, Bluntschli. 3) Zu Boden fallen machen. Den Anker fällen, ihn auswerfen, in der Schifffahrt. In der Chymie wird ein in einem flüssigen Körper aufgelöseter fester Körper gefället, wenn man ihn vermittelst eines dritten zu Boden fallen macht, welches auch niederschlagen genannt wird. 4) Werfen, doch nur im Oberdeutschen. Heimlich hett Unfalo bestelt Ein pawren, der do herab felt Etlich stein auf den edlen Held, Theuerd. Kap. 55. 5) Einen Schacht fällen, im Bergbaue, ihn tiefer machen, welches auch sinken genannt wird. 6) Wasser fällen, auch nur im Bergbaue, sie gewältigen, sie wegschaffen. 7) Eine Perpendicular-Linie fällen, nach unten zu ziehen, in der Geometrie. 2. Figürlich. 1) Durch ein Geschoß tödten. Sie spannen ihren Bogen, daß sie fällen den Elenden und Armen, Ps. 37, 14. Mein Diener liegt schon durch gleichen Schuß gefällt, Gell. In dieser Bedeutung ist es nur noch in der höhern Schreibart und bey den Jägern üblich. Die letztern gebrauchen dieses Wort von Thieren, welche durch einen Schuß oder Fang erleget werden. 2) * Zu Grunde richten; eine im Hochdeutschen veraltete Bedeutung, welche aber noch im Oberdeutschen vorkommt. Er sucht mich zu fällen. Sein Anschlag wird ihn fällen, Hiob 18, 7. Ihre eigene Zunge wird sie fällen, daß ihr spotten wird, wer sie siehet, Ps. 64, 9. 3) * Aufhören machen, stillen; ein im Hochdeutschen ungewöhnlicher Gebrauch. Du kannst der Völker Toben fällen Wie stürmig sie auch sind, Opitz. 4) Ein Urtheil fällen, aussprechen. Das Urtheil ist noch nicht gefället. Ich kann hierüber kein Urtheil fällen. Im Oberdeutschen ist auch verfällen für verurtheilen üblich. 5) Vererben, in den Rechten, besonders Oberdeutschlandes. Die von ihrem Vater auf sie gefälleten Güter. S. auch Verfällen. 6) In Niedersachsen bedeutet, die Zähne fällen, von Pferden, dem Rindviehe, auch wohl von Kindern, die Zähne wechseln, die Zähne ausfallen lassen und neue bekommen. So auch die Fällung. Anm. Dieses Activum lautet bey dem Notker so wohl fallan als fellan, bey dem Ottfried fallan, im Schwed. faella, im Engl. to fell, und im Holländ. velden und vellen.
2469 Zeichen · 51 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Fällen

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Fällen , verb. reg. welches das Activum des vorigen ist, fallen machen, und in verschiedenen Bedeutungen gefunden wird. …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    fällen

    Goethe-Wörterbuch

    fällen 1 ‘Bäume, Holz f.’ [ Holzhauer: ] Nur Platz! nur Blöße! | Wir brauchen Räume, | Wir f. Bäume | Die krachen, schla…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Fällen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Fällen , einen Niederschlag erzeugen, s. Fällung . – F. des Holzes , s. Holz .

  4. modern
    Dialekt
    fällen

    Nachträge (Mecklenb.) · +3 Parallelbelege

    Wossidia fällen a. Spr. mindern, nachlassen: 'dar tho velleden se eer ... X m.' (Wi 1488) Schill.-Lübb. 5, 227 b .

  5. Spezial
    fällen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    fäl|len vb.tr. 1 (einen Baum) taié jö, rosedé (rodosa) 2 (fassen: Entschluss) tó (tol, tut) 3 (Urteil) pronunzié (-iëia)…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit faellen

6 Bildungen · 0 Erstglied · 1 Zweitglied · 5 Ableitungen

Zerlegung von faellen 2 Komponenten

fael+len

faellen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

faellen als Zweitglied (1 von 1)

verfällen

DWB

ver·faellen

verfällen , verb. zu falle bringen, fallen machen, mhd. vervellen, transitiv zu verfallen. zusammensetzung mit fällen ( theil 3, 1284), dess…

Ableitungen von faellen (5 von 5)

befällen

DWB

befällen , obruere, sternere, ahd. pifellan, pifalta ( Graff 3, 467 ): will es vonnöthen sein, aufs förderlichst von e. k. f. gn., als die g…

erfällen

DWB

erfällen , caedere, erfallen machen, niederschlagen: doch dünkt mich in meinen sinnen, sie hab ir vor nit püberei lassen zurinnen, die niema…

gefällen

DWB

gefällen , 1 1) verstärktes fällen, mhd. gevellen Lexer 1, 960 : hetten dann die feind leitern angeworfen und möchtest die nicht gefellen od…

verfällen

DWB

verfällen , verb. zu falle bringen, fallen machen, mhd. vervellen, transitiv zu verfallen. zusammensetzung mit fällen ( theil 3, 1284), dess…

zerfällen

DWB

zerfällen , verb. , 1) zu fall bringen und zertrümmern, z. b. gebäude u. a. baulichkeiten: Heliand C 1823 ( citiert bei zerfallen I 1 a ); d…