Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Eingeweide n.
Eingeweide n.
Eingeweide n., meist Plur., ‘alle inneren Organe der Bauch- und Brusthöhle’. Das Wort kommt nur im Dt. vor, mhd. frühnhd. ingeweide, verdeutlichend neben mhd. geweide; nhd. Geweide vereinzelt noch bis in die neuere Zeit, bei Luther stets Eingeweide. Allgemein wird Herkunft aus der Jägersprache angenommen, da die Innereien des erlegten Wildes den Hunden zum Fraß vorgeworfen werden. Verwandtschaft mit 2Weide ‘Futter, Weideplatz’ (s. d.) ist daher möglich. Doch begegnet bereits mhd. ingeweide auch für die inneren Organe des Menschen. Vielleicht ist Eingeweide besser als ‘das Gewundene, das Geschlinge’ aufzufassen, mit 1Weide ‘Weidenbaum’ (s. d.) zu verbinden und mit lat. vīscera Plur. ‘Eingeweide’ an die Wurzel ie. *u̯ei- ‘drehen, biegen, winden’ anzuschließen. Vgl. in: JEGP 52 (1953) 96 ff. und 1, 1122. – ausweiden Vb. ‘die Eingeweide eines erlegten Tieres herausnehmen’, spätmhd. ūʒweiden bzw. gleichbed. mhd. weiden. weidwund Adj. ‘krankgeschossen, im Eingeweide verletzt’ (15. bis 18. Jh. vom Menschen, seit Anfang 18. Jh. vom Wild).