lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

Hoden

mhd. bis spez. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
13 in 10 Wb.
Sprachstufen
6 von 16
Verweise rein
45
Verweise raus
27

Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Hoden

Bd. 9, Sp. 408
Hoden (Hode, Testikel, Testis, Orchis, Testiculus), die männliche Keimdrüse, das Samen bereitende Organ, in der einfachsten Form ein Schlauch, von dessen Wandungen sich Zellen loslösen und entweder direkt oder nach Umformungen zu Samenzellen werden. Anzahl, Gestalt, Lage etc. des Hodens bei den Tieren sind sehr verschieden (Näheres s. bei den einzelnen Tierklassen). – Bei den Wirbeltieren liegt der H. in der Bauchhöhle, aus der er aber in einen äußern Anhang wandern kann, so bei den Säugetieren, bei deren Embryonen die H. erst am innern Rande der Urniere liegen, jedoch während der Entwickelung weiter nach abwärts rücken bis in die Leistengegend oder sogar, indem sie Teile der Bauchwand vor sich her drängen, durch den Leistenkanal hindurch in die (Hodensack) Aussackung der äußern Haut. Dabei kann die Verbindung mit der Bauchhöhle offen bleiben, so daß der H., wie es bei vielen Säugetieren zur Brunstzeit die Regel ist, in sie zurücktreten kann. Beim Menschen erfolgt die Wanderung des Hodens in den Sack im achten Monat der Schwangerschaft, selten erst in der Pubertätszeit oder nur unvollkommen, bezw. auch gar nicht, so daß die H., bezw. einer, zu fehlen scheinen (sogen. Kryptorchismus); gewöhnlich verwächst die Öffnung und macht den Rücktritt unmöglich. Der Nebenhoden (s. unten) ist ein umgewandelter Teil der Urniere. – Beim Menschen (s. Tafel »Eingeweide II«, Fig. 4, und IV, Fig. 3) ist der Hodensack (scrotum) eine zweiteilige Hauttasche mit einer Wandung aus glatten Muskelfasern (tunica dartos), deren Zusammenziehung den Sack in Runzeln legt. In ihm liegen die beiden H., Nebenhoden und Samenstränge (s. Samenleiter). Jeder H., von Pflaumengröße und 15–25 g Gewicht, wird von einer glatten Faserhaut umschlossen und besteht zu etwa drei Viertel aus Samenkanälchen, der Rest aus Blut- und Lymphgefäßen sowie aus Nerven und Bindegewebe. Letzteres strahlt von einem dicken Wulste der Faserhaut, dem sogen. corpus Highmori, fächerartig aus und teilt so den Inhalt des Hodens in 100–200 pyramidenförmige Läppchen, die aus 2–6 Samenröhrchen oder -Kanälchen bestehen, aus deren Wandzellen der Same hervorgeht. Ihre Gesamtlänge beträgt 270–340 m; sie vereinigen sich aber zu 9–17 weitern Kanälen, die erst unter sich ein Netzwerk (rete Halleri) bilden, dann nach Durchbohrung der Faserhaut den H. verlassen und in den Nebenhoden (epididymis) eintreten. Dieser bildet ein gekräuseltes, 61/2-10 m langes Rohr, das sämtliche Hodenkanäle aufnimmt und in den Samenleiter (s. d.) übergeht. Jeder H. ist mit einem Teil des Nebenhodens von der doppelten Hülle des aus der Bauchhöhle in den Hodensack mit einbezogenen Bauchfelles umgeben. Dazwischen auftretende Wasseransammlungen werden als Wasserbruch (Hydrocele) bezeichnet. Tafel »Eingeweide IV«, Fig. 3, zeigt den H. H samt dem Nebenhoden N in einer Höhle eingeschlossen, deren Wand sich als derbe, weiße Haut auf beide selbst fortsetzt. Durch Präparation ist der wegen seiner Härte auch am Lebenden leicht durchzufühlende Samenleiter d mit einer Begleitvene v freigelegt, ferner sind die Venen v, die mit mächtigem Geflecht die lange Arterie a begleiten, bis zum Körper und Schwanz des Nebenhodens d, und die Arterie a ist bis in den H. verfolgt. Dessen derbe Hülle ist bis auf einen kleinen Rest unten h weggenommen, so daß man die durch bindegewebige Scheidewände s getrennten keilförmigen Fächer erkennen kann. Bei k sind zwei samenbereitende Kanälchen herausgezogen, deren Gesamtheit vielfach zusammenhängend schließlich mittels je eines Kanals in das corpus Highmori c eintritt. Nun leiten 10–12 Kanäle mit korkzieherartigen Windungen den fertigen Samen im Nebenhoden zum Samenleiter. Absteigend nimmt dieser sämtliche Kanäle auf, bei e noch einen abirrenden Kanal, und steigt nach zahllosen Windungen als glatter, dickwandiger Strang empor. – Neben dem H. befinden sich noch einige Gebilde ohne erkennbare Funktion, die wohl als rudimentäre Organe anzusehen sind: ein 5–7 mm großer, kolbiger oder warziger Körper (als ovarium masculinum oder männlicher Eierstock angesprochen), ferner häufig in seiner Nähe ein gestieltes Bläschen voll Flüssigkeit, die sogen. Morgagnische Hydatide, endlich das im Samenstrang liegende Giraldèssche Organ (paradidymis), Rudimente der Eileiterenden des Weibes und Reste der Urniere.
4310 Zeichen · 47 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    hôdenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    hôden swv. s. hüeten.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Hoden

    Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

    Hode m. f., heute vornehmlich Hoden m., ‘männliche Keimdrüse’, ahd. hōdo (um 800), mhd. hōde ist verwandt mit lat. cutis…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Hoden

    Goethe-Wörterbuch

    Hoden nur pl Peter Sauschwanz .. hinten wo am Arsch die H. klunckern DjG 3 5, 195,3 HanswurstsHochz Plp B38,257,20 d’Alt…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Hoden

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Hoden , wesentlicher Theil der männlichen Zeugungstheile, die samenbereitende Drüse des Mannes u. der männlichen Thiere.…

  5. modern
    Dialekt
    Hodenm.

    Pfälzisches Wb. · +6 Parallelbelege

    Hoden 1 m. : 1. 'männliche Samendrüse bei Mensch und Tier', gew. Pl. Hode (hōdə) [verbr. vorn. VPf], Hore (hōrə) [manche…

  6. Spezial
    Hoden

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Ho|den m. (-s,-) 1 ‹anat› parëdl (-i) m. , testicul (-ui) m. 2 ‹pop› ü (üs) m. ▬ die Hoden abbinden (bei Tieren) strënje…

Verweisungsnetz

51 Knoten, 50 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 6 Kompositum 38 Sackgasse 7

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit hoden

58 Bildungen · 46 Erstglied · 10 Zweitglied · 2 Ableitungen

hoden‑ als Erstglied (30 von 46)

Hodenbruch

SHW

Hoden-bruch Band 3, Spalte 643-644

Hodensack

SHW

Hoden-sack Band 3, Spalte 643-644

hodenbalg

DWB

hoden·balg

hodenbalg , m. tunicae testiculorum, hodensack. Maaler 227 d .

Hodenbarren

ElsWB

hoden·barren

Hode n barre n m. Schimpfwort für männliche Personen: Dis is t e langer H. ein langer Tölpel Geud.

hodenbruch

DWB

hoden·bruch

hodenbruch , m. bruch mit eintretung des darmes in den hodensack: hodenbruch, gschwulst der hoden, ramex, hernia Maaler 227 d ; dasz gegicht…

hodenbrüchig

DWB

hoden·bruechig

hodenbrüchig , adj. ramicosus, herniosus Maaler : er ist hodenbrüchig bisz ann hals. er heiszt ein man, aber der nam ist an im verlorn. S. F…

Hodenförmig

Campe

hoden·foermig

○ Hodenförmig , adj . u. adv . die Form, Gestalt eines Hodens habend. I der Pflanzenlehre heißt eine Knollenwurzel hodenförmig (testiculata …

Hodenfresser

RhWBN

hoden·fresser

Hoden-fresser hūtə- Pl.: Neckn. für die Bewohner von Zell-Traben ; nach der Volksüberlieferung sollen sie bei einer Kirmes einmal statt wie …

Hodengarn

PfWB

hoden·garn

Hoden-garn n. : ' Garn aus Hoden 2 1 ', Hodegaare [ KU-W'mohr ]. a. 1773: 1 gebund Hodengarn [Kurpf. 1588-90, Invent. Rothselberg].

Hodengasse

PfWB

hoden·gasse

Hoden-gasse f. : im Volksmund die Hirtengasse in HB-O'bexb, Hodengass.

hodengeschwulst

DWB

hoden·geschwulst

hodengeschwulst , f. : wider die hodengeschwulst netze ein leinin tüchlein in diesem wasser und legs warm über die klösz. Tabernaem. 1247 .

Hodenhaut

Campe

hoden·haut

Die Hodenhaut , Mz. die — häute , in der Zergliederungskunst, die innere Hodenhaut , die innere sehr dehnsame und mit vielen Gefäßen versehe…

hoden, huden

LW

hoden·huden

hoden, huden, sw. v. 1. verstecken, verbergen. 2. Acht haben auf etwas, hüten; abs. Vieh hüten. — Refl. sich hüten.

hodenkern

DWB

hoden·kern

hodenkern , m. Highmori corpus, ein weiszer, ungefähr einen halben zoll langer körper am obern theile jeder testikel, der den aus den hoden …

Hodenklüngel

PfWB

hoden·kluengel

Hoden-klüngel m. : ' dummer, grobschlächtiger Mensch ', Hodeklingel [ KL-O'arnb ]; vgl. Hodenwickel 2 a. Vgl. Els. II 74 Hodenbarren.

Hodenknöpfe

PfWB

Hoden-knöpfe Pl. : 'Klöße aus roh geriebenen Kartoffeln', Hodeknepp [Pirmas Kühn Hamet 114]. Syn. s. Grundbirnenknopf 1.

Hodenkopf

PfWB

hoden·kopf

Hoden-kopf m. : 1. 'Kopf mit wirrem und zerzaustem Haar', Hodekopp [mancherorts NWPf], Hore- [ KU-A'glan ]; vgl. Hodenwickel 1. — 2. a. 'Men…

hodenkoriander

DWB

hoden·koriander

hodenkoriander , m. coriandrum testiculatum, kleiner koriander. Nemnich 2, 1122 , von der form des samens.

Hodenkrankheiten

Meyers

Hodenkrankheiten werden, abgesehen von Entwickelungsfehlern und falscher Lage des Hodens (s. Kryptorchismus), in den folgenden hauptsächlich…

Hodenkuh

RhWB

hoden·kuh

Hoden-kuh hudəkō: Ahrw-Königsf Sinzig f.: Samenkapsel der Herbstzeitlose.

Hodenleitstrang

Campe

hoden·leitstrang

○ Der Hodenleitstrang , des — es, Mz. die — stränge , in der Zergliederungskunst, ein Strang von Zellgewebe, welcher bei ungebornen Knaben i…

hodenlos

DWB

hoden·los

hodenlos , adj. eviratus. Maaler 227 d : der hodenlos man darf keiner das maul smirn. fastn. sp. 222, 16 .

hodenmännlein

DWB

hoden·maennlein

hodenmännlein , n. als liebkosung: was? .. mein kleins hodenmänlin, ich glaub du hast in die kannen geguck? Garg. 137 b .

hoden als Zweitglied (10 von 10)

behoden

KöblerMnd

behoden , sw. V. Vw.: s. behȫden

Bock(s)hoden

Idiotikon

Bock(s)hoden Band 2, Spalte 994 Bock(s)hoden 2,994

inhoden

KöblerMnd

inhoden , sw. V. Vw.: s. inhȫden

Ableitungen von hoden (2 von 2)

behoden

KöblerMnd

behoden , sw. V. Vw.: s. behȫden

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „hoden". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 13. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/hoden/meyers
MLA
Cotta, Marcel. „hoden". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/hoden/meyers. Abgerufen 13. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „hoden". lautwandel.de. Zugegriffen 13. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/hoden/meyers.
BibTeX
@misc{lautwandel_hoden_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„hoden"},
  year         = {2026},
  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
  url          = {https://lautwandel.de/lemma/hoden/meyers},
  urldate      = {2026-05-13},
}