lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

E

got. bis spez. · 27 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
Anchors
78 in 27 Wb.
Sprachstufen
10 von 16
Verweise rein
74
Verweise raus
58

Eintrag · Campe (1807–1813)

E

Bd. 1, Sp. 810a
E, in der Reihe der Buchstaben (mit Einschluß des ä) der fünfte Buchstabe des Deutschen Abeze, und der dritte unter den Selbstlautern. Die Aussprache desselben ist verschieden und schwankend, indem er bald wie das e der Lateiner in meus, heri, in welchem Falle er das hohe, offene oder helle e heißt, bald wie ä ausgesprochen wird, in welchem Falle man ihn das tiefe oder dunkle e nennt. Als hohes e wird es meist vor dem h ausgesprochen, und es hat alsdann den Ton, z. B. gehen, lehren, mehren, stehen ; als tiefes in der ersten Silbe vieler zweifilbiger Wörter, wo es ebenfalls den Ton hat und gedehnt wird, als heben, schweben, neben, Wesen  Geschärft klingt es in Berg, Werk, Messer, Hecken, necken, hell, klemmen, nennen  Das verdoppelte e oder ee bezeichnet, daß das Wort oder die Silbe, wo es vorkömmt, gedehnt und als ein hohes e ausgesprochen werden soll; aber nicht allein hierin zeigt sich das Schwankende in der Aussprache, indem Heer, Beet, Meer, Beere häufig wie Hähr, Bäht, Mähr, Bähre  ausgesprochen werden, sondern auch darin, daß es oft vor dem h wie ä ausgesprochen wird, z. B. fehlen, Mehl, nehmen , und daß es in einem und demselben Worte in einer Mundart hoch, in der andern tief lautet, wie in sehen, ledig, reden, zehren, wehen, drehen, Segel, Kegel  I N. D. wird in der Aussprache desselben noch die meiste Gleichförmigkeit und Regelmäßig= keit beobachtet. I den Sprecharten geht das e oft in einen andern Grundlaut über. So hört man im O. D. linka Seita für linke Seite, in Schlesien Nalken für Nelken, ihrlich für ehrlich, Siele für Seele; in der Pfalz Ältisten für Ältesten, spätisten für spätesten , welcher Übergang in ein i, a, o und u auch im Hochdeutschen bei manchen Wörtern sichtbar ist, wo Gebirg von Berg, wirken von Werk, kannte, gekannt, bekannt von kennen, befiehlt, befohlen von befehlen, ich stund von stehen, ich wurde von werden herkömmt. — Der Gebrauch des e ist mannigfaltig. Es dienet vorzüglich 1) bei der Umendung der Wörter. Das Band, des Bandes, dem Bande, die Bänder; bei der Steigerung, hoch, höher, höchste; bei der Umwandlung, ich lobe, du lobest, er lobet; ich lobte, gelobt , in welchen Fällen es immer kurz ist. 2) Zur Bildung neuer Wörter, indem es an Umstandswörter angehängt wird, und aus denselben Grundwörter, den abgezogenen Begriff auszudrucken, macht: lieb, Liebe; mild, Milde; dürr, Dürre; groß, Größe; gut, Güte  3) Die Härten zu mildern und den Wohlklang zu befördern, indem durch Anhängung desselben den Buchstaben b, d, g, s, dem gelinden ß und w ihre weiche Aussprache wiedergegeben wird, z. B. Bube, Knabe, Auge, Ende, Gebirge, enge, träge, böse, lose, leise, liebe, sage, klage, blase; für Bub, Knab, Aug, End, Gebirg, eng, träg, bös, los, leis, lieb, sag, klag, blas. So auch Affe, Laffe, Gedanke, Sache, Drache  Auch den Völkernamen wird dieses mildernde e angehängt; der Däne, der Böhme, der Deutsche, der Franzose, der Preuße, der Russe, der Türke  Ausgenommen sind die, welche sich auf r endigen, als der Engländer, Spanier, Ialier, Österreicher, Märker, Pommer  Schleppend und überflüssig ist es bei Wörtern, welche dieser Milderung nicht bedürfen, als späte, ofte, dünne, ihme, Narre, das Glücke, Geschenke, Gerüchte, Gewichte, Geräusche, Gewächse  I der Biegung und Umendung der Wörter macht das e die Rede oft schleppend, in welchem Falle es weggelassen wird: eine Kugel von Holz, mit Fett durchwachsen, mit Hohn sprechen, ein Mann von Verdienst  für von Holze, mit Fette, mit Hohne, von Verdienste ; der liebste, dünnste, gröbste, jüngste  für liebeste, dünneste, gröbeste, jüngeste ; besonders in der Umwandlung der Aussagewörter, ich liebe, du liebest, liebst, er liebet, liebt; ich liebete, liebte; geliebet, geliebt. So auch in Grundwörtern, die aus Mittelwörtern gemacht werden: der Geliebte, die Geliebte für Geliebete. Ferner in den Endsilben elen und eren, wo das letzte e wegfällt, z. B. mangeln, stammeln, liebeln, dauern, lauern, mauern, für mangelen, stammelen, liebelen, daueren, laueren, maueren. I gemeinen Leben und auch in Schriften, besonders bei den Dichtern, wird es durch Zusammenziehung sehr oft weggelassen und in der Aussprache verschluckt, besonders im zweiten und dritten Falle der Umendung, bei Beilegungswörtern, die sich auf ein kurzes e endigen , z. B. in der Gegend des Gelenks für des Gelenkes; es geschah am Abend für an dem Abende; es ist sein eigner Vortheil für eigener  Vorzüglich geschieht dies aber, wenn das folgende Wort mit einem e oder andern Grundlauter anfängt. Glaub's nur, für, glaube es nur; ich hab's gesagt, für, ich habe es gesagt  — I der Tonkunst bezeichnet e nicht allein einen bestimmten Ton, sondern auch eine Saite, welche diesen Ton hören läßt, eine Taste , welche ihn anschlägt  Bei der Zahlbezeichnung mit Buchstaben ersetzt es das Zahlzeichen 5.
4813 Zeichen · 28 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 4.–6. Jh.
    Gotisch
    eBuchstabe

    Köbler Got. Wörterbuch

    e , Buchstabe nhd. e, Abkürzung für 5 ne. e, abbreviation for 5 Q.: Bi (340-380), Kal (fünfter Nov.), Sk; B.: e Joh 6,19…

  2. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    e

    Althochdeutsches Wörterbuch · +6 Parallelbelege

    e s. ih.

  3. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    E

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +11 Parallelbelege

    E Was hier über diesen buchstaben gesagt werden kann, müssen wir auf einige hauptsachen beschränken. im allgemeinen verw…

  4. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    e

    Mnd. Handwb. (Lübben/Walther) · +23 Parallelbelege

    -e, sw. m., ital. podestà, Stadthauptmann.

  5. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    E

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    E , der fünfte Buchstab des Deutschen Alphabetes und der zweyte unter den Vocalen oder Hülfslauten. 1. Dieser Buchstab h…

  6. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    E

    Goethe-Wörterbuch

    e , E 1 als Laut, Buchstabe 14,242 Zu Faust I Zwei Teufelchen 13 [ Zit s v a , A 1 ] 2,201 Séance 5 [ Zit s v a , A 2 a …

  7. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    E

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    E , in dem latein. und jedem aus demselben entstandenen Alphabete der 5. Buchstabe, im griech. der 5. u. 7. als Zahlzeic…

  8. modern
    Dialekt
    e

    Elsässisches Wb. · +14 Parallelbelege

    e [è Dü. M. ] Interj. des Erstaunens: ei! bes. verdoppelt: [È, lya tû, wàs e tan tàs? È è, hè tû khért? Dü. ] Zur Einl…

  9. Latein
    E

    Lex. musicum Latinum · +3 Parallelbelege

    E , e ,  , EE I. Markierungspunkt in Mensuren II. Tonbuchstabe III. Ausführungshinweis (littera significativa, ‚Romanus…

  10. Spezial
    э, reduziertesn

    Dt.-Russ. phil. Termini · +4 Parallelbelege

    э , n , reduziertes [э] , ср , редуцированное e

Verweisungsnetz

165 Knoten, 101 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 9 Hub 1 Kompositum 87 Sackgasse 68

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit e

0 Bildungen · 0 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Keine Komposita gefunden — e kommt in keinem anderen Lemma als Erst- oder Zweitglied vor.