dünken ,
glauben, meinen, scheinen videri, goth. þugkjan,
ahd. dunchan Graff 5, 172,
mhd. dunken Ben. 1, 359,
alts. thunkjan,
altfries. thinka thinzia tinsa Richthofen 1074
b,
niederd. und niederl. dunken,
ags. þincan þincean,
engl. think,
dän. tykke tykkes.
das unorganische präter. und partic. dünkte, gedünkt
drängte sich zwischen das organ. däuchte, gedäucht:
zu diesen aber gesellte sich das unorganische präs. däucht
und der unorgan. infin. däuchten;
s. oben 831.
der umlaut dünken
zeigt sich schon bei Keisersberg,
der aber, wie Luther,
schwankt, und feste regel ist er nicht wie gegenwärtig. der Voc. incip. teut. schreibt noch tunken, gedunken y 4, Albert Ölinger (
Grammatica Argent. 1574
s. 145)
unter den '
verbis anomalis und irregularibus' dunken
mit dem präs. daucht
und partic. gedaucht.
auch bei Dasypod., Maaler, Schönsleder, Henisch dunken,
das in den bairischen und schwäbischen mundarten geblieben ist (Schmeller 1, 385, Schmid 148),
doch bei Stieler, Frisch
und Steinbach dünken.
im gothischen, angels. und altfries. ist der dat. der person erforderlich, im ahd. der acc. vorherschend, noch entschiedener im mhd., wo der dat. nur als ausnahme erscheint; vergl. Gramm. 4, 240. 951.
bis zum 17
ten jahrh. blieb der acc. allein in geltung, dann kam der dativ wieder zum vorschein: Kleist, Lessing, Wieland, Bürger, Göthe
und andere lassen beide casus zu, doch bemerkt Heynatz (1, 311)
am ende des vorigen jahrhunderts, dasz der acc. üblicher sei. als wurzel ist ein verlornes goth. verbum þinkan þank þunkun (
Gramm. 2, 60)
aufgestellt, und dünken
berührt sich mit denken;
vergl.bedünken,
gedünken. 11.
wähnen, meinen, vermeinen, entgegengesetzt dem wissen. wer urteln sol und raten schlecht, der dunk und folg allein zuo recht uf das er nit ein zunsteck (
zaunstock) blib do mit man die suw in kessel trib. S. Brant
Narrensch. 2, 8. derhalben so kan man derselben gedünkten pein keinen namen geben Luther 1, 46
b. darumb das sie nicht ehe wöllen gleuben sie seien erhöret, sie wissen oder dünken denn sie haben wirdiglich und wol gebet 1, 88
a. der den leib gab selbst zur speise, der das blut gab selbst zu trinken, der wird leisten was versprochen: ich wil glauben, du magst dünken Logau 3, 4, 8. ich dünke mich so gut zu sein als du
parem me tibi judico Steinbach 1, 306. schreibe mir dazu und excerpiere mir sonst was du mir nützlich dünkst, dasz ich das ultimatum wisse wie weit man in dieser speculation gekommen ist Göthe 29, 117. verdienst dus besser? dünk es nicht 41, 146. 22.
wahrscheinlich sein, scheinen, vorkommen. in dieser bedeutung öfter unpersönlich. 2@aa.
mit dem acc. die nacht dünkt mich lang. mich dünkt der tag bricht
an. dies urtheil, dünkt mich, ist richtig. es dünkt mich gut dasz ich ruhe habe. das bett dünkt mich gut
behagt mir wol. er mag handeln wie es ihn dünkt
ihm gefällt. wie dünkt euch das?
wie gefällt euch das? dunkt dich nicht das einer ein narr sei, der da
u. s. w.? Keisersberg
Sünden des munds 13
b. du sagest es allein dem, da dich dunket das es nutz bringen mag 28
a. und es dünkt in selber es sei auch also 67
a. mich dunket das die erst tugent sei zuostillen oder zuogeschweigen die zung 83
a. als ein weis mensch erkent, und in dünkt das uns not sei zuo unser bloszen narung 86
b. warlich, frau, mich tunket guot ir hebt selber auf den huot
Fastnachtsp. 413, 23. das laster (
die schande) das ich von dir han, das tunket mich von dir zu vil 414, 2. mich tunkt der tanz hebe sich 417, 1. das schol uns dünken gar ain clains 787, 35. so dunket mein husfrauw und mich wie du (
die unerkannte königstochter) dem nit siest glich, die des unrats gewonet hab (
magddienste zu thun gewohnt ist) Hans Büheler
Königstochter von Frankreich (
Straszb. 1508) 7
d. manchen dunkt er wär witzig gern und ist ein gans doch hür als vern S. Brant
Narrensch. 34,
α. ir solt der keins thun das wir heute alhie thun, ein iglicher was in recht dünket
5 Mos. 12, 8. und lasz dichs nicht schwer dünken das du in frei los gibst 15, 48. es geht mir wol, weil ich wandel wie es mein herz dünkt (
mir recht scheint) 29, 18. dunket euch das land ewrs erbe unreine
Josua 22, 19. und dünkt in imer die zeit seines unglücks sei fürhanden
Hiob 15, 23. aber es wird sie solch warsagen falsch dünken
Hesekiel 21, 23. was dunkt dich, Simeon?
Matth. 17, 25. was dunket euch? 18, 12. 21, 28. 26, 66. mein Grisold, eins bescheide mich, von meiner braut was dünket dich? wie gfellt dir dieses gmahel mein? G. Mauritius
Comoed. vom grafen Walter (1606) G ij
a. Luci, geh hin und sihe zum thor, mich dunkt wie da leut seind darvor Ayrer 114
a. mich dunkt ich hab ein stimm gehört Schönsleder L 5. es hat mich gut gedunkt
placitum mihi visum est das. die heiden deren groszer muth nichts dann was sie gut dunket thut. Weckherlin 5. mich dunkt der sohn gottes habe noch heutiges tages solche gedanken Schuppius 65. werden wir befinden dasz unser vorfahren unglück viel gröszer als das unsere, welches uns doch nicht dünket, dieweil wir solches nicht gesehen 780. es ist also wie mich dünket
sic est ut ego auguror Stieler 296. das dünket dich nur so
haec est tua opinio Frisch 1, 211. es dünket mich unmöglich
das. es dünket mich dasz wir
videmur nos Steinbach 1, 306. horch, mich dünkt Melamp schlägt an: es ist mir immer so als hört ich etwas bellen Rost
Schäfererzähl. 69. der eine solche grille hat, die mich doch eines sultans eben nicht so ganz unwürdig dünkt Lessing 2, 274. und mich dünkt dasz zwischen jeder welle mir ein feuchtes grab sich öffnete. Ew. v. Kleist
Ged. 1, 84. ihr schlosz, sonst seine lust, dünkt ihn anitzo schwarz 1, 96. die blumen dünken mich schöner, sie riechen lieblicher, die ich in meinem körbchen trage Geszner. mich dünkte dasz ich mich am eingange der unterwelt befände 2, 137. die zeit dünkt mich schon so lange Herder
in Mercks briefs. 1, 12. rapp, rapp, mich dünkt der hahn schon ruft Bürger 15
a. ihn dünkt, sie zu erschnappen, seis noth sich zu verkappen 22
a. mich dünkt ich hatt ihr tausendviel, weisz gott all was, zu sagen 30
b. dein zimmer (
wird) dich ein schwarzer kerker dünken Gökingk 1, 90. vermuthlich wird es einige leser dünken Hippias habe
u. s. w. Wieland 1, 174. oft dünkt mich mein ganzes leben nur ein langer augenblick 32, 131. welch ein mädchen ich wünsche zu haben? ihr fragt mich. ich hab sie wie ich sie wünsche, das heiszt, dünkt mich, mit wenigem viel Göthe 1, 355. das höchste gut? mich dünken alle güter gleich 40, 402. 2@bb.
mit dem dativ. wie mir dünkte
ut mihi videbatur Steinbach 1, 306. was dünkt ihnen, meine herren? Liscov 177. sagt uns was ihm nach seiner vernunft von dem stande der unschuld dünkt 634. er sah mich und ich dünkt ihm schön Chr. Fel. Weisze. oder er hat eine freiere absicht und will sich blosz über diejenigen einzeln warheiten auslassen, die ihm besonders wichtig dünken Lessing 6, 133. sein langes leben dünkt ihm auch ein frühlingstag zu sein Ew. v. Kleist
Ged. 1, 86. du, wahrheitsfeszler, dünkst ihnen das was dir plaudernde dolen 2, 131. dünket ihnen aber dasz sie deswegen, weil sie ausrufer sind, mehr als eine stimme haben, so
u. s. w. Klopstock 12, 66. es würde mir dünken als wäre die landgemeine nicht bei einander gewesen 407. dünkte sie doch stets so lieblich allen Bürger 5
a. komm, schmücke selbst dein mädchen itzt, wie deiner laun am besten dünket 18
b. ihr rieselt ein schauer durch mark und gebein; es dünkt ihr wie brüllen im stalle 65
b. nichts! mir dünkt nun wandern wir zusammen 99
a. und immer dünkt es mir ich hörte noch ihren ton, ihr schmelzend ach Gotter 1, 122. was dünkt ihnen nun von meiner erziehung, madam? Wie land 6, 192. du (
Ahasver) der sie (
die juden) duldsam schützt dünkst ihnen ein tyrann Gotter
Schausp. 89. dem feurigen gemahl dünkt kein projekt zu schwer 90. das dörfchen dünkt ihr (
Röschen) freudenleer, die flur ein otternest Hölty
Adelstan und Röschen. wohin es dir gut dünkt Göthe. dasz ihr niemals die arbeit zu klein und die nadel zu fein dünkt Göthe 40, 311. eine sprache in die ich mich um desto leichter finden konnte als ich durch die höhere vorstellung von kunst und wissenschaft welche sie begünstigte, mir selbst vornehmer und reicher dünken mochte 50, 55. ja, wenn was einem schön und lieblich dünkt, auch jedem andern schön und lieblich dünkte Schiller. das dünkt mir jetzt schrecklich
ders. 33.
gewöhnlich folgt ein abhängiger satz, doch kann auch eine praepos. oder ein adv. damit verbunden werden. ir herren, was dünkt euch umb den narren? H. Sachs 3. 2, 48
b. was dunket euch aber umb Turnildo? Ettner
Unwürd. doctor 571. was dünket euch hievon?
quid tibi videtur de hac re? Frisch 1, 211
b. was dünkt ihnen davon, mein freund? Lessing 8, 36. 44.
folgt ein infinitiv, so erscheint erst im 18
ten jahrhundert ein vorgesetztes zu;
schon bei däuchten (
oben sp. 838)
sind beispiele gegeben, hier weitere. als da man einen fragt 'was rötst du dar zuo das man thuon soll', so spricht er 'das und das dünkt mich guot sein' Keisersb.
Sünden des munds 58
a. so rat ich das bei glauben mein, das mich dunkt euch fast nutzlich sein, das ir euch geben an sein gnad, dann frid nimmer kein ungmach hat Betulejus
Ezechias (1538). mich dunkt auch das nit göttlich sein
das. ir leben dünkt sie recht eben gnugsam sein Luther 3, 25. so viel ich ebreisch kan, dünkt michs also lauten 3, 305. die meinunge dünkt mich nicht eben sein 4, 284
b. solchs dünkt mich der einfeltigst und sicherst verstand sein
das. dünkt euch das ein geringes sein
1 Sam. 18, 23. dünke dich nicht weise sein
Sprüche Sal. 3, 7. ein iglichen dünken seine wege rein sein 16, 2. ein iglichen dünkt sein weg recht sein 21, 2. es dünket euch nichts sein
Haggai 2, 4. dünket sie solchs unmüglich sein
Sachar. 8, 6. alle züchtigung aber, wenn sie da ist, dünkt sie uns nicht freude sondern traurigkeit sein
Hebr. 12, 11. denn es dünkt mich ungeschickt sein
Apostelg. 26, 27. dis dünkt manchen subtilig sein J. Greff
Schöne newe action (1546) E iij
a. sonderlich dünkt mich seltzam sein das sie die meien und zweiglein, auch ihr kleider legen auf derd E vij
b. und sprach 'das dunkt mich nicht gut sein' H. Sachs 4. 1, 113
d. doch dünkts mich sein ein strenge that 5, 236
a. es dunkt mich warlich der warheit nit gleich sein Maaler 93
d. das dünkt mich sein ein beszrer fund
Grobianus G 3. das ist ein schöne frauw, aber sie dunkt mich ein stumm sein
Bocc. 2, 182. dunkete mich ratsam sein dasz ich die jungfraw könte in ir vatterland und zu ihren eltern fürdern
Buch der liebe 194, 3. dunket es dich gut sein, so wöllen wir
u. s. w. 195, 1. und dunket mich gut sein hinfürter solchem unglück zuvorkommen 198, 2. ein groszes glas von einer masz voll külen wein dunkt mich schön sein Fischart
Garg. 86
b. und wann dann aufschlegt korn und wein, da dunkt es sie gerathen sein
Ganskönig H v
a. (
das völklein) das strenge lebt und stirbt und den nur arm sein dünkt, der reichthum reichthum heiszt und köstlich iszt und trinkt. Fleming 103.
dagegen, dünket dich dieses etwas geringes zu sein Frisch 1, 211
b. es dünkt ihm nützlich zu sein Steinbach 1, 306. da es mich zeit zu sein dünkte
Felsenburg 1, 39. der kleinste sturm würde mich ein blutgericht über mein haupt zu sein dünken Lessing 2, 12. da dünkt ihr sie wund und blutig zu sehn Ew. v. Kleist 2, 32. es wird ihm beleidigend zu sein dünken Kant 5, 311. der fall dünkt mich dieser zu sein Wieland 6, 258. mich dünkte einiges nachdenken auf ihrer stirne zu sehen Göthe 16, 33. 55.
mit dem gen. der sache. vergl. sich dünken. Barrabas, was dunkt dich des geselln?
wie urtheilst du über ihn? H. Sachs 3. 1, 262
b. mich dünkt einer sache
ich kann mich ihrer erinnern Heynatz 1, 311. es dünkt mich ja noch gut der ersten kinderspiele Günther. 66. sich dünken
sich einbilden, gemeinlich eine allzu grosze meinung von sich hegen, eitel, dünkelhaft sein. des dunkt er sich wol gemeit
Fastnachtsp. 418, 15. sie wirt sich auch des tünken gemeit 673, 35. dasz si mit pomp und herrlichkeit des begrebnisz niemandt weichen und sich des gut dunken Frank
Weltb. 191
b. noch halten etlich schlösser, dunken sich wacker sein Soltau
Volksl. 2, 157. ein weiser dünkt sich weise sein
Sprüche Sal. 28, 11. antworte aber dem narren nach seiner narrheit das er sich nicht weise lasse dünken 26, 5. ein fauler dunkt sich weiser denn siben die da sitten lehren 26, 16. sihe er (
der behemoth) schluckt in sich den strom und achts nicht grosz, leszt sich dünken er wölle den Jordan mit seinem munde ausschepfen
Hiob 40, 18. lasz dich nicht zu klug dünken
Sirach 6, 2.
Baruch 3, 23. lasz dichs nicht dünken fur got du seiest tüchtig gnug dazu, und lasz dich nicht dünken beim könige du seiest weise gnug dazu
Sirach 7, 5. lasz dich nicht klüger dünken denn die alten 8, 11. der so zuvor sich fur groszer hoffart dünken liesz er wolle dem meer gebieten und die berge auf einander setzen 2
Macc. 9, 8. und der sich vor dunken liesz er rürete an den himel 9, 10. und als ein sterblicher mensch nicht so vermessen sei das er sich dünken lasse er sei gott gleich 9, 12. da aber Maccabeus merket das er sich unfreundlicher gegen im stellet weder (
als) zuvor, und liesz sich wol dünken (
vermutete) es bedeutet nichts guts, nam er etliche zu sich, und verbargen sich fur im 14, 30. welcher sich unter euch dünket weise sein, der werde ein narr in dieser welt das er möge weise werden
1 Cor. 3, 18. darumb, wer sich lasset dünken er stehe, mag wol zusehen das er nicht falle 10, 12. sagte von hoffertigen naseweisen leuten dasz sie sich dünken lieszen als theten sie
u. s. w. Luther
Tischreden 194
a. sich lassen dunken
conjecturam facere (
sich etwas ungefähr vorstellen) Maaler 93
d. wenn man einem narren antwortet nach seiner thorheit, so läszt er sich klug dunken Henisch 768. wer sich klug dunkt, dem hengt wenig weisheit an
ders. sich vil dunken, vil von im selbst halten Schönsleder L 5. da wurd uns auf der gassen drausz Crescentii wittib zeigt und gwisn, die liesz ihr euglein auf uns schieszn dasz wir uns lassen dunken frei dasz sie uns nachgegangen sei. J. Ayrer 100
a. der federn auf dem hute trägt, der dünket sich was sein: der federn hinterm ohre trägt, der dünket sich kein schwein: mit dem, der hut und ohr besteckt, kümmt niemand überein. Logau 3. 4, 45. er läszt sich etwas dünken
falsam sibi persuasionem induit, surgunt illi cristae Steinbach 1, 306. sich nicht was geringes dünken lassen
neutiquam humiliter de se sentire das. sich nichts ohne ursache dünken lassen
nihil sine certa causa opinari das. der topf von eisen will mit einer silbern zange gern aus der glut gehoben sein, um selbst ein topf von silber sich zu dünken. Lessing 2, 202. ich dünke mich hierüber verständlichere dinge gesagt zu haben als irgend ein schriftsteller
ders. bald dünkt er sich selber zu schwach Ew. v. Kleist 2, 128. das sind keine schlüsse wodurch wir uns auf unsere einsicht etwas dünken könnten Kant 4, 263. sich mit einer beobachtung viel dünken lassen 8, 70. der ton des sich dünkenden besitzers dieses geheimnisses 1, 191. ich bin nur ein sich dünkender eigenthümer (
dominus putativus) 5, 112. alle thorheiten eines sich dünkenden genies Joh. Gottw. Müller
Siegfried v. Lindenberg 1, 162. die (
streitbaren ziegenböcke) dünken sich kein schlechtes vieh, das zeigt ihr stolz geblöcke Hagedorn 3, 50. ich hab dein herz, feinsliebchen, ich, und dünke mich der gröszte könig Klamer Schmidt
Komische dicht. 185. spasz machts, männer zu schaun in begeisterung. brauet den ehherrn bischof oder auch punsch, und sie dünken sich stracks zu verbessern alle gebrechen der welt: ja sie künken sich ordner des hauses. Voss
Luise, ausg. letzter hand (1840)
s. 170. der beichtvater dünkte sich nicht wenig über das kunststück, wodurch er das herz eines unglücklichen geschöpfs zerrisz Göthe 20, 272. dünke der mann sich frei! du (
Amanda) bist es, denn ewig nothwendig weiszt du von keiner wahl, keiner nothwendigkeit mehr. Schiller 93
b. und wehe dem nachfolger eines Clodion, der auf der herscherbühne des Trajanus sich Trajanus dünkt! 1031
b.
mit dem gen. der sache, sich eines dinges dünken
ein ding zu besitzen glauben Heynatz 1, 311. sie dünken sich eines groszen verdienstes
das. 77.
sprichwörter. einen jeden dunkt sein eul ein falk sein Agricola
Sprichw. 636. den allzeit zu fr dunkt, der kompt gewislich zu spat Henisch 768,
wo auch die folgenden vorkommen. einem jeden dunkt sein thun rieche wie bisem. er dunkt sich weis und ist noch kaum dreimal umb sein mutter gelaufen. es dunkt den affen er hab die schönsten kleider. es glaubts niemand wie wol den dunkt. lasz dunken macht den tanz gut. so sich jemand läszt dunken er sei etwas, so er doch nichts ist, der betreugt sich selbst. was gott fürgibt, redt, lehrt und thut, das dunkt dem menschen nimmer gut.